

Übersicht:
Central African Republic
République Centrafricaine
Zentralafrika
Geographische Lage: 7°00 N / 21°00 O
Die Zentralafrikanische Republik grenzt im Norden an den Tschad, im Osten an den Sudan, im Süden an den Kongo und die Dem. Rep. Kongo und im Westen an Kamerun. Das riesige Land im Herzen Afrikas hat keinen Zugang zum Meer und besteht größtenteils aus Wäldern, Savanne und Tierschutzgebieten. An der Grenze nach Kamerun, im Nordwesten, westlich von Bocaranga, steigt das Land bis auf 2000 m an. Im Südwesten liegt dichter tropischer Regenwald. Der Großteil des Landes besteht aus sanftem Hügelland und einem flachen Plateau mit trockenen Laubwäldern, die zum Teil durch Buschfeuer zerstört oder durch Abholzung in Savanne verwandelt worden sind. Im Nordosten geht die Landschaft in stellenweise recht gebirgige Einöde und Wüste über.
Zeitzone: MEZ
Fläche: 622.436 qkm
Höchster Punkt: Mont Ngaoui 1420 m
Tiefster Punkt: Oubangui River 335 m
Klima: Allgemein tropisch, es gibt daher keine Jahreszeiten im eigentlichen Sinn, sondern nur einen Wechsel von Regen- und Trockenzeit. Die Regenzeit dauert von Juni bis Oktober. Die Luftfeuchtigkeit ist generell hoch.
Flora und Fauna: Der dichte Regenwald im Süden ist eine der letzten Heimstätten des Tieflandgorillas. Doch der größte Teil des Landes besteht aus Grassavanne und lichtem Wald. Zum Tierbestand gehören Elefanten, Hyänen, Antilopen und Büffel. In den Gewässern leben u.a. Krokodile und Flußpferde.
Hauptstadt: Bangui
Bevölkerung: 4,038.000
Bevölkerungsdichte: 7/qkm
Ethnische Zusammensetzung: Baya 34%, Banda 27%, Mandjia 21%, Sara 10%
Religion: Christen 50%, Naturreligionen 24%, Muslim 15%
Sprache: Amtssprachen sind Sangho und Französisch; Ubangi-Sprachen und Fulani dienen als Umgangssprachen.
Politisches System: Präsidialrepublik seit 1986. Verfassung von 1995. Parlament mit 109 Mitgliedern. Staatsoberhaupt: Ange-Félix Patassé, seit 1993. Regierungschef: Anicet Georges Dologuele, seit 1999. Einführung des allgemeinen Wahlrechts, seit 1995 in Kraft. Unabhängig seit 1960 (ehemalige französische Kolonie).
Währung: 1 CFA Franc = 100 Centimes
Durchschn. Kaufkraft/Jahr: 1.900 EUR
Wirtschaft: Die Landwirtschaft, die der größte Arbeitgeber des Landes ist, deckt den Eigenbedarf und macht das Land zum Selbstversorger. Zahlreiche Anbauflächen für Kaffee, Baumwolle und Kautschuk dienen einzig der Exportproduktion.Vieh und Tabak werden ebenfalls exportiert. In der Bergbauindustrie überwiegt die Diamantgewinnung; es werden auch kleinere Mengen an Gold produziert. Uran, Kupfer, Magnesium und Eisenerz stellen weitere Rohstoffquellen dar, sind aber bislang unausgeschöpft. Der weniger bedeutende Produktionssektor umschließt die Verarbeitung von Rohstoffen zur Herstellung von Lebensmitteln, Getränken, Holzprodukten und Textilien. Das Wirtschaftswachstum der Zentralafrikanischen Republik ist durch ungünstige klimatische Verhältnisse, die schlechte Infrastruktur und Preisschwankungen von Gütern am Weltmarkt gebremst. (Zur Zeit befinden sich die Preise einheitlich auf niedrigem Niveau). Die Zentralafrikanische Republik gehört dem französischen Währungssystem an und ist außerdem Mitglied der UDEAC, der Zoll- und Wirtschaftsunion Zentralafrikas. Die Wirtschaft ist stark von französischer Entwicklungshilfe abhängig. Frankreich und Belgien sind die wichtigsten Handelspartner.
Maniok, Mais, Hirse, Reis, Erdnüsse, Kaffee, Baumwolle, Viehzucht.
Gewinnung von Diamanten, Uranerz, Eisen-, Nickel-, Kupfer-, Zinn-, Chromerz, Magnesium, Tonerde.
Nahrungs- und Genussmittel-, Textil-, Leder-, Holzindustrie.
Exportgüter: Kaffee, Baumwolle, Erdnüsse, Diamanten.
Landwirtschaft: 53%
Industrie: 21%
Dienstleistung: 26%
Lebenserwartung: 44 Jahre
Analphabetenrate Männer: 40%
Analphabetenrate Frauen: 65%
Information:
Das Land
Das tropische, wechselfeuchte Land nimmt im Wesentlichen die bis 1400 m hohe Asandeschwelle zwischen Kongo- und Tschadbecken ein. Entsprechend der Klimaabstufung liegt der Südwesten des Landes im Bereich tropischen Regenwalds. Den größten Teil nimmt Feuchtsavanne ein, die nach Nordosten in Trocken- und gebietsweise in Dornsavanne übergeht.
Die Bevölkerung
Die Bevölkerung (50% Christen, 24% Anhänger von Naturreligionen, 15% Moslems) besteht aus verschiedenen zentralafrikanischen Stämmen und Bantustämmen (Banda, Baja u. a.). Im Norden des Landes leben daneben auch äthiopide Bevölkerungs-gruppen, außerdem gibt es einen kleinen Stamm von Pygmäen. Die Staatsuniversität der Zentralafrikanischen Republik wurde 1970 in Bangui gegründet.
Die Wirtschaft
Rund 75% der Erwerbstätigen sind in der Landwirtschaft tätig. Die Landwirtschaft liefert für den Eigenbedarf Hirse, Maniok, Mais, Erdnüsse, Reis und Sesam, für den Export vor allem Baumwolle, Kaffee und Tabak. Hauptsächlich im Süden befinden sich wertvolle Waldbestände, die mehr für den Export als für den Eigenbedarf genutzt werden. An Bodenschätzen gibt es vor allem Diamanten, weiter Eisen-, Nickel-, Chrom-, Magnesiumerz, Tonerde sowie Uranlager. Die industrielle Entwicklung (Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte; Textil- und technische Reparaturbetriebe) steckt noch in den Anfängen.
Der Verkehr
Das Straßennetz ist weitmaschig (24 307km). Wichtig für den Außenhandel ist die Schifffahrtsverbindung über den Ubangi zum Kongo und - wie in allen zentralafrikanischen Ländern, der Luftverkehr; internationaler Flughafen Bangui.
Die Geschichte
Das Staatsgebiet der heutigen Zentralafrikanischen Republik war in früheren Jahrhunderten Durchzugsgebiet von verschiedenen Stämmen, von denen heute noch zentralafrikanische Stämme, Bantu und Niloten das Land bewohnen. Im 19. Jahr-hundert war die Bevölkerung der Sklavenjagd durch arabische Händler ausgesetzt, und Ende des 19. Jahrhunderts drangen Franzosen, vom Kongo kommend, vor. 1910 wurde das Land Teil Französisch-Äquatorialafrikas, 1946 Überseeterritorium in der Französischen Union und 1958 autonome Republik innerhalb der Französischen Gemeinschaft. Erster Regierungschef war der katholische Priester B. Boganda. Am 13. 8. 1960 erhielt das Land die Unabhängigkeit. Bogandas Nachfolger D. Dacko (1959-1966 Staatsoberhaupt und Regierungschef) wurde durch einen Militärputsch gestürzt. Staatspräsident wurde der Generalstabschef J. B. Bokassa. 1972 ließ dieser sich zum Staatspräsidenten auf Lebenszeit ausrufen; auch das Amt des Führers der Einheitspartei "Bewegung für die soziale Entwicklung Schwarzafrikas" (MESAN) hatte er inne. 1976 proklamierte Bokassa den Staat zum Kaiserreich und krönte sich 1977 selbst zum Kaiser Bokassa I. Trotz seiner despotischen Herrschaft genoß Bokassa lange die Unterstützung Frankreichs. Erst als seine Schreckensherrschaft weltweit Aufsehen erregte, ließ ihn Frankreich fallen. 1979 wurde er gestürzt und ging ins Exil. 1986 kehrte er zurück; 1987 wurde er zum Tode verurteilt, 1988 aber zu lebenslänglicher Haft begnadigt. Das Land wurde wieder Republik; Bokassas Vorgänger Dacko errang im März 1981 in umstrittenen Wahlen das Präsidentenamt, wurde aber im September 1981 durch einen unblutigen Militärputsch gestürzt. Die Macht übernahm General Andre Kolingba. 1991 sprach sich Kolingba für die Einführung eines Mehrparteiensystems aus. Eine Generalamnestie führte 1993 zur Haftentlassung Bokassas. Die im gleichen Jahr durchgeführten Präsidentschaftswahlen gewann A.-F. Patasse. 1995 trat eine neue Verfassung in Kraft. In der Folgezeit kam es mehrfach zu Unruhen durch meuternde Armeeeinheiten. Dabei griffen französische Truppen zugunsten Patasses ein. Obwohl 1997 ein Friedensplan vereinbart wurde, blieb die innenpolitische Situation gespannt. 1998 erteilte der Weltsicherheitsrat das Mandat für die Stationierung von UNO-Friedenstruppen. Parlamentswahlen im selben Jahr gewann die Partei Patasses, der bei den Präsidentschaftswahlen 1999 im Amt bestätigt wurde.
Reiseinformation
Bangui: Die Stadt ruht auf Felsboden inmitten tropischer Vegetation. Das Stadtbild wird von modernen Gebäuden und Mangoalleen geprägt. 5 km westlich der Innenstadt an der Kreuzung Avenue Boganda/Avenue Koudougou liegt das afrikanische Viertel Kilometre Cinq. Hier befinden sich der größte Markt der Stadt sowie Bars und Diskotheken. Auf dem geschäftigen Markt im Zentrum in der Nähe des Place de la République wird Malachitachmuck verkauft. Das Boganda-Museum, die Schule für Kunst und Handwerk, die Kathedrale, das Haussa-Viertel und die Saint-Paul-Mission sind einen Besuch wert. Die Grande Corniche führt zu den Ufern des Ubangi, dort eröffnet sich eine malerische Aussicht auf die Rundhütten und die Boote der Fischer.
Außerhalb von Bangui: Im Waldgebiet Lobaye und in der Nähe von M'Baiki, ca. 100 km südwestlich der Hauptstadt, leben Pygmäen in kleinen Lianenhütten. Am Waldrand gibt es überall Kaffeeplantagen. Das Dorf Boali und die gleichnamigen Wasserfälle ganz in der Nähe sind ein lohnendes Ausflugsziel (90 km nordwestlich von Bangui). Die Wasserfälle sind 250 m breit und 50 m hoch, und der Ausblick vom Restaurant, das am oberen Ende liegt, ist atemberaubend. Die mächtigen Kembe-Fälle westlich von Bangassou sind ebenfalls sehenswert.
In Bouar im Osten des Landes gibt es Grabstätten, deren hochaufragende Megalithen (Tanjunu) einige tausend Jahre alt sein sollen.
SAFARIS: Die Mehrzahl der Nationalparks liegt im äußersten Norden des Landes, in der Nähe der Grenzen zum Tschad und zum Sudan. Sie sind nur während der Trockenzeit von Birao aus mit Geländewagen erreichbar. Der Tierreichtum ist beeindruckend, obwohl skrupellose Wilddiebe und Trophäenjäger die Bestände erheblich dezimiert haben. Da es keine Unterkünfte gibt, müssen Schlafsack und Lebensmittel mitgebracht werden. Am besten organisiert man die Touren direkt im Land; man sollte aber genug Zeit für die Planung veranschlagen.
Verkehrsmittel:
FLUGZEUG: Regelmäßige Flüge nach Bangui gibt es nur von Berbérati; in Bangui kann man fünfsitzige Passagierflugzeuge chartern.
SCHIFF: Fähren verbinden Bangui mit mehreren Städten am Ubangi und Congo und am Sangha, einige sind recht komfortabel.
BUS/PKW: Die wenigen größeren Ortschaften des Landes werden durch gute Straßen miteinander verbunden; viele sind während der Regenzeit unpassierbar, und mit Verspätungen muß gerechnet werden. Außerhalb der Stadtgebiete gibt es nur wenige Fahrzeuge, und Ersatzteile haben Seltenheitswert. Jeder Autofahrer sollte mehrere Benzinkanister mitführen, Tankstellen außerhalb der Stadtgebiete werden nur sehr unregelmäßig beliefert. Bus: Preiswerte Linienbusse verkehren zwischen den Städten, die Fahrt kann allerdings anstrengend sein. Gegen Bezahlung wird man auch von LKW-Fahrern mitgenommen, die zu allen größeren Städten fahren. Mietwagen: Fahrzeuge mit und ohne Chauffeur können von der örtlichen Hertz-Agentur und einheimischen Firmen gemietet werden.
STADTVERKEHR: Bangui hat ein kleines Busnetz mit zwei Fahrpreiszonen, Taxis gibt es nur in Stadtgebieten. Der Fahrpreis muß vor Reiseantritt ausgehandelt werden, es gibt keine Taxameter.
Unterkunft:
HOTELS: In Bangui haben einen hohen Standard, einige sind sehr exklusiv und teuer. Die besseren Hotels bieten Klimaanlagen und Swimmingpools. Vorausbuchung empfohlen. Außerhalb von Bangui sind gute Unterkünfte schwer zu finden; in einigen Kleinstädten gibt es Pensionen.
CAMPING: Wird im Centre d'Accueil des Touristes am Kilometre Cinq angeboten. Die notwendigen Ausrüstungen und Lebensmittel sollten mitgebracht werden.