Landkarte Uganda klein

UGANDA (UGA)


Fahne Uganda

Übersicht:
Republic of Uganda
Ostafrika
Geographische Lage: 1°00 N / 32°00 O
Uganda grenzt im Norden an den Sudan, im Osten an Kenia, im Südosten an den Victoria-See, im Süden an Tansania und Ruanda sowie im Westen an der demokratischen Republik Kongo. Die Hauptstadt Kampala liegt am Ufer des Victoria-Sees, dessen wichtigster Abfluß der Weiße Nil ist, der durch einen Großteil des Landes fließt. Tropische Wälder, die terrassenartigen Hügel von Kigezi und die Teeplantagen an den Hängen der schneebedeckten Ruwenzori Mountains prägen das Landschaftsbild. Die unfruchtbare Karamoja-Ebene liegt an der sudanesischen Grenze, die üppig-grüne Region Buganda weist die höchste Bevölkerungsdichte auf.
Zeitzone: MEZ + 2h
Fläche: 241.548 qkm
Höchster Punkt: Mount Stanley Margherita Peak 5110 m
Tiefster Punkt: Albertsee 621 m
Größter See: Victoriasee 62.940 qkm (Anteil Uganda)
Klima: Es gibt keine Jahreszeiten im eigentlichen Sinn, sondern nur einen Wechsel von Regen- und Trockenzeit. Das tropische Klima wird durch die Höhenlage (1200m) und den Victoriasee (größter Binnensee) stark beeinflußt. Die Maximaltemperaturen liegen bei 26 - 29° Celsius.
Flora und Fauna: Die Vegetation richtet sich nach den Niederschlagsverhältnissen mit tropischem Sekundärwald um den Viktoriasee und parkartiger Savanne in der Landesmitte und im Norden. In zahlreichen Nationalparks und Wildreservaten wird die artenreiche Tierwelt Ugandas geschützt.
Hauptstadt: Kampala
Bevölkerung: 28,816.000
Bevölkerungsdichte: 119/qkm
Ethnische Zusammensetzung: Baganda 17%, Karamojong 12%, Basogo 8%
Religion: Christen 66%, Naturreligionen 18%, Muslim 16%
Sprache: Amtssprachen sind Englisch und Kisuaheli; daneben zahlreiche Bantusprachen wie Buganda, Banyoro, west- und ostnilotische Sprachen.
Politisches System: Präsidialrepublik (im Commonwealth) seit 1967. Neue Verfassung von 1995. Parlament mit 276 Mitgliedern, von denen 214 gewählt und 62 vom Präsidenten ernannt werden. Staatsoberhaupt: Yoweri Kaguta Museveni, seit 1986 (1996 im Amt bestätigt). Regierungschef: Apollo Nsibambi, seit 1999. Unabhängig seit 1962 (ehemaliges britisches Protektorat).
Währung: 1 Shilling = 100 Cents
Durchschn. Kaufkraft/Jahr: 1.200 EUR
Wirtschaft: Ugandas wichtigster Wirtschaftssektor ist die Landwirtschaft. Neben Kaffee als Hauptexportgut werden Tee, Kakau, Tabak und Zuckerrüben angebaut. Der ehemals wichtige Abbau von Phosphor, Kupfer und Wolfram hat sich erholt und erbringt einen beachtlichen Teil der Exporterlöse. Beim Wiederaufbau der Fertigungsindustrie wurden gleichfalls Erfolge verzeichnet, besonders erwähnt seien hier Tabakerzeugnisse, Zuckerraffinerien und Brauereien. Obwohl die Aussichten Ende der achtziger Jahre aufgrund hoher Verteidigungsausgaben weniger rosig waren, brachten die letzten Jahre einen überraschenden Aufschwung. Seit 1995 wurden Uganda mehrmals Teilbeträge seiner Auslandsverschuldung vom Internationalen Währungsfonds und der Weltbank erlassen. Im Gegenzug mußte sich die Regierung zu verschiedenen Reformen verpflichten, wie zum Beispiel zur Beseitigung der Preiskontrollen und Handelsbeschränkungen sowie zu einer Kürzung der öffentlichen Ausgaben. Uganda ist Mitglied der Afrikanischen Entwicklungsbank und des COMESA (Common Market for Eastern and Southern Africa). Haupthandelspartner sind Kenia, Großbritannien, die USA, Japan, die Vereinigten Arabischen Emirate und Indien.
Bananen, Hirse, Mais, Süßkartoffeln, Bohnen, Kaffee, Baumwolle, Zuckerrohr, Tee, Tabak, Viehzucht.
Binnenfischerei.
Gewinnung von Zinn, Wolfram, Phosphat, Kupfer.
Kupferhütte, Stahl- und Walzwerke, Textil-, chem., Nahrungsmittelindustrie.
Exportgüter: Kaffee, Baumwolle, Kupfer, Tee.
Landwirtschaft: 44%
Industrie: 17%
Dienstleistung: 39%
Lebenserwartung: 43 Jahre
Analphabetenrate Männer: 22%
Analphabetenrate Frauen: 43%
Information: http://www.ugandaweb.com/utb/
http://www.visituganda.com


Das Land
Uganda nimmt den Norden des Hochbeckens zwischen dem Ost- und dem Zentralafrikanischen Graben ein, das aus durchschnittlich 1030-1300 m hoch gelegenen Rumpfflächen besteht, im Norden mit zahlreichen Inselbergen. Im Osten und Nordosten wird Uganda von Vulkanen überragt, u. a. vom Elgon (4321 m), im Westen vom vergletscherten Hochgebirge des Ruwenzori (5110 m). Aus dem Victoriasee im Süden durchfließt der Victorianil das Land, weitet sich zum sumpfigen Kyogasee und stürzt über die Kabelegafälle in den Zentralafrikanischen Graben. Rutanzige und Albertsee sowie Albertnil sind die Gewässer des Zentralafrikanischen Grabens im Westen.

Das Klima und die Vegetation
Das tropische Höhenklima ist gemäßigt warm. Der gut beregnete Kern des Landes ist dicht besiedelt und intensiv bebaut, so dass sich Regen- und Feuchtwälder nur noch in Resten finden. Im trockeneren Westen und Nordosten herrschen Trocken- und Dornsavanne vor. Charakteristisch für das flache Innere sind ausgedehnte Papyrussümpfe, besonders am Kyoga- und Salisburysee. Die hohen Gebirge tragen oberhalb des Bergwalds Nebelwälder.

Die Bevölkerung
Reste der Urbevölkerung sind wenige Pygmäen im äußersten Südwesten. über die Hälfte der Bevölkerung bilden Ackerbau treibende Bantustämme, im Westen mit starkem äthiopidem Anteil. Im Norden und Nordosten wohnen nilotische und hamitische, teilweise halbnomadische Hirtenstämme. Außerdem gibt es indische, europäische und arabische Minderheiten. Rund 66% der Gesamtbevölkerung sind Christen, 16% Moslems, die übrigen Anhänger einheimischer, meist monotheistischer Religionen. Seit 1970 besitzt Uganda eine Staatsuniversität in Kampala. 1995 betrug die Analphabetenquote noch 38%. Neben den Staatssprachen Englisch und Kisuaheli sind die wichtigsten Verkehrssprachen Buganda und Banjoro.

Die Wirtschaft
Die Landwirtschaft ist der wichtigste Wirtschaftszweig. Sie liefert für den Eigenbedarf Mehlbananen, Mais, Hirse, Bohnen, Bataten, Maniok, Erdnüsse, Weizen und Sesam, für den Export vor allem Kaffee (69% der Gesamtausfuhr), daneben auch Baumwolle, Tee, Sesam und Tabak. Die Viehzucht ist gering. Sehr wichtig ist der Fischfang. An Bodenschätzen gibt es Kupfer, Wolfram, Kobalt, Zinn, Beryllium, Eisen, Phosphat und Salz. Die Industrie verarbeitet Agrarprodukte, daneben wird eine Metall- und Verbrauchsgüterindustrie aufgebaut. Sie konzentriert sich um Jinja, wo das Wasser-kraftwerk an den Owenfällen mit billiger Energie zur Verfügung steht, und um Kampala. Der Fremdenverkehr wird nach seinem völligem Erliegen wieder aktiviert.

Der Verkehr
Zwei Eisenbahnlinien (zusammen 1241 km) verbinden das Binnenland Uganda mit Nairobi und dem Hafen Mombasa in Kenia. Das Straßennetz ist engmaschig und recht gut (28 690 km). Rege ist die Schifffahrt auf dem Albertsee, dem Kyogasee und dem Victoriasee. Entebbe hat einen internationalen Flughafen.

Die Geschichte
Ende des 19. Jahrhunderts errichtete Großbritannien sein Protektorat über die König-reiche im ostafrikanischen Seengebiet (Buganda, Bunyoro, Ankole, Toro) und verband sie mit weiter nördlich gelegenen Gebieten zu der neuen Gebietseinheit Uganda. Nach dem 2. Weltkrieg regte sich vor allem in Buganda eine nationale Bewegung, die jedoch an Gesamtuganda nicht interessiert war. Dagegen organisierte sich unter Führung M. Obotes 1960 der Uganda People's Congress (UPC). 1962 wurde Uganda unabhängig bei Verbleib im Commonwealth, 1963 Republik mit föderativer Verfassung; Staats-oberhaupt war der Kabaka (König) von Buganda. 1966 stürzte Obote den Kabaka, machte sich zum Präsidenten und gab Uganda 1967 eine zentralistische Verfassung, die die traditionellen Königreiche nicht mehr berücksichtigte. 1971 wurde Obote durch einen Militärputsch unter General Idi Amin gestürzt. Amin errichtete eine despotische Terrorherrschaft (schätzungsweise 250 000 Todesopfer), wies 1972 rund 50 000 in Uganda lebende Asiaten aus und führte den wirtschaftlichen Niedergang des Landes herbei. Er wurde 1979 mit tansanischer Hilfe gestürzt; tansanische Truppen besetzten das Land. Eine Regierung der "Vereinigten Nationalen Befreiungsfront" gewann keine Autorität. Aus den 1980 abgehaltenen Wahlen gingen, mit Hilfe von Wahlfälschung, der aus dem tansanischen Exil zurückgekehrte ehemalige Präsident Obote und dessen Uganda People's Congress als Sieger hervor. Es gelang Obote jedoch nicht, die zerrütteten Verhältnisse im Lande zu ordnen, insbesondere das Militär zu disziplinieren, das weiter raubte und mordete. Sein Regime wurde in der Folge von Untergrundorganisationen im Landesinnern und in der Hauptstadt Kampala bekämpft. 1983/84 war besonders das Volk der Ganda in Buganda, das in Opposition zu Obotes Regime stand, Repressionen ausgesetzt: Weit über 100 000 Gandas wurden in Internierungslagern unter unmenschlichen Bedingungen festgehalten. Nach Stammesauseinandersetzungen innerhalb des Heeres wurde Obote 1985 durch das Militär gestürzt, das unter General T. Okello die Macht übernahm. Die Guerilla-Organisation "Nationale Widerstandsarmee" stürzte das Okello-Regime 1986. Neuer Staatspräsident wurde Y. Museveni. 1993 gestattete er die Wiedereinrichtung der 1967 aufgelösten Königreiche. Bei den Wahlen zu einer verfassunggebenden Versammlung im März 1994 gewannen die Anhänger des Präsidenten eine Zweidrittelmehrheit. Die 1995 in Kraft getretene Verfassung untermauerte die starke Stellung des Präsidenten. Aktivitäten politischer Parteien blieben verboten. Museveni gewann die Präsident-schaftswahlen 1996. Blutige Konflikte mit verschiedenen Rebellenbewegungen destabilisierten die innenpolitische Lage. Außenpolitisch intervenierte Uganda militärisch im Bürgerkrieg in der Demokratischen Republik Kongo.

Reiseinformation
Kampala: In der Hauptstadt befinden sich das interessante Uganda Museum sowie Moscheen und Paläste des alten Königreichs Buganda. Zahlreiche Geschäfte, Straßenmärkte und lebhafter Verkehr zeichnen die Innenstadt aus. Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten zählen die Kabaka Tombs auf dem Kasubi Hill, die Gräber der Könige der Buganda. Die Kibuli-Moschee, die katholische Rubaga-Kathedrale, die anglikanische Namirebe-Kathedrale und der riesige Sikh-Tempel sind ebenfalls besuchenswert.
Der internationale Flughafen in Entebbe in der Nähe von Kampala ist für viele Ausgangspunkt einer Ugandareise. Die Stadt hat einen Botanischen Garten und einen Badestrand am See (Bilharziosegefahr).
Von Kasese bieten sich Ausflüge in die Ruwenzori Mountains und zu den Edward- und George-Kraterseen an.
Fort Portal ist ideal für Fahrten zu den Thermalquellen von Bundibugyo und zum Tororo-Tierschutzgebiet.
Ein Abenteuer ist die Gorillabeobachtung im Gebiet des Mount Muhavura und des Mount Mgahinga. Kisoro ist Ausgangspunkt der Bergtouren in das Habitat des größten Menschenaffens der Welt. In der Nähe gibt es sieben Seen mit guten Fischgründen.
Mbale liegt in einer fruchtbaren Ebene. Dieser Ort in der Nähe des Mount Elgon ist bei Bergwanderern und Bergsteigern gleichermaßen beliebt. Nationalparks: Die größten sind Kabalega, Ruwenzori und Kidepo. Kabalega und Ruwenzori bieten gute Unterkunftsmöglichkeiten; der Ruwenzori-Nationalpark (auch Queen-Elizabeth-Nationalpark genannt) gilt als einer der großartigsten afrikanischen Parks überhaupt. Im East National Park in der Nähe von Kampala gibt es Lodges, Banda (Hütten) und Campingplätze.

Verkehrsmittel:
FLUGZEUG: Uganda Airlines (QU) fliegt von Entebbe aus alle größeren Städte einschließlich Arua und Kasese an. Auch Charterflüge sind möglich.
BUS/PKW: Linksverkehr. Der Zustand der Straßen ist unterschiedlich. Die Hauptstadt Kampala ist Verkehrsknotenpunkt; im Norden nur wenige Straßen. Polizeikontrollen können vorkommen. Busse fahren in fast alle Regionen, sind jedoch nicht gerade für ihre Pünktlichkeit bekannt und oft überfüllt.

Unterkunft:
In den größeren Städten gibt es mehrere einfache Hotels mit zweckmäßiger Ausstattung. Die Bettenkapazität soll erhöht werden. Einige der großen Nationalparks bieten ebenfalls Unterkünfte.


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