Landkarte Togo klein

TOGO (TGO)


Fahne Togo

Übersicht:
République Togolaise
Republic of Togo
Westafrika
Geographische Lage: 8°00 N / 1°10 O
Togo grenzt im Norden an Burkina Faso, im Osten an Benin und im Westen an Ghana; im Süden bildet der Atlantische Ozean eine natürliche Grenze. Das schmale Land steigt hinter den Küstenlagunen und Sumpfebenen zu einem hügeligen Plateau an. Im Norden senkt es sich zu einer großen Ebene, die vom Fluß Oti bewässert wird. Das Landesinnere ist dicht bewaldet, während sich im Norden und Süden Savanne ausdehnt. Der Fluß Mono mündet im Osten ins Meer. Endlose palmengesäumte Sandstrände sind typisch für den schmalen Küstenstrich zwischen Lomé und Cotonou.
Zeitzone: MEZ - 1h
Fläche: 56.785 qkm
Höchster Punkt: Mont Agou 986 m
Tiefster Punkt: Atlantischer Ozean 0 m
Längster Fluß: Mono 400 km
Klima: Das Klima ist tropisch, im Norden trocken-heiß, im Süden feucht-heiß. Die Regenzeit dauert von April bis Juni bzw. September bis November.
Flora und Fauna: In den niederen Lagen herrscht Savanne vor, dort leben Antilopen und Elefanten.
Hauptstadt: Lome
Bevölkerung: 6,145.000
Bevölkerungsdichte: 108/qkm
Ethnische Zusammensetzung: Ewe 43%, Kabre 27%, Mina 13%, Gurma 16%
Religion: Naturreligionen 70%, Christen 20%, Muslim 10%
Sprache: Amtssprache ist Französisch. Afrikanische Sprachen wie Kabyé und Ewé dienen als Umgangssprache. Englisch wird nur wenig gesprochen.
Politisches System: Präsidialrepublik seit 1967. Verfassung von 1993, letzte Änderung 1998. Einkammerparlament mit 81 Mitgiedern. Staatsoberhaupt: General Gnassingbé Eyadéma, seit 1967; 1998 wiedergewählt. Regierungschef: Agbeyome Messan Kodjo, seit 2000. Unabhängig seit 1960 (ehemaliges französisches Treuhandgebiet).
Währung: 1 CFA Franc = 100 Centimes
Durchschn. Kaufkraft/Jahr: 1.900 EUR
Wirtschaft: Die Mehrheit der Erwerbstätigen ist in der Landwirtschaft beschäftigt, größter Devisenbringer sind jedoch die Phosphaterze. Die Bandbreite der landwirtschaftlichen Produktion reicht von Kakao über Kaffee, Baumwolle, Kopra, Erdnüssen, Maniok, Reis und Hirse bis hin zu Mais. Exportiert werden hauptsächlich Baumwolle, Kaffee und Kakao. Die Industrie des Landes konzentriert sich auf die Verarbeitung dieser Erzeugnisse. Wichtigste Handelspartner sind die EU-Länder. Auch zu Côte d'Ivoire und Senegal bestehen gute Handelsbeziehungen. Die Wirtschaft leidet unter niedrigen Warenpreisen und mangelnder Investitionstätigkeit, die durch die andauernden politischen Unruhen hervorgerufen wurde. Die Bedeutung Togos als Export-Drehscheibe für benachbarte Länder ohne Zugang zum Meer hat seit den frühen neunziger Jahren aufgrund der politischen Unruhen abgenommen. Auch der Tourismus hat darunter gelitten. Togo zählt zur französischen Währungszone und ist Mitglied der Wirtschaftsunion ECOWAS.
Hirse, Mais, Maniok, Baumwolle, Kaffee, Kakao, Palmkerne, Kopra.
Exportgüter: Phosphate, Kaffee, Kakao.
Landwirtschaft: 42%
Industrie: 21%
Dienstleistung: 37%
Lebenserwartung: 55 Jahre
Analphabetenrate Männer: 28%
Analphabetenrate Frauen: 57%
Information: http://www.republicoftogo.com/


Das Land
Hinter einer Nehrungs- und Lagunenküste erhebt sich zwischen einer Fastebene mit Inselbergen im Süden und dem Tafelland der Oti-Ebene im Norden das in Südwest-Nordost-Richtung ziehende Togo-Atakora-Gebirge mit dem Mont Agou (1020 m). Das Klima ist warm und zeigt an der Küste den äquatorialen Typ mit je zwei Regen- und Trockenzeiten, etwa vom 8. Breitengrad nach Norden den sudanesischen Typ mit nur einer Regen- und Trockenzeit; die Niederschlagsmengen nehmen nach Norden zu ab. Der größte Teil Togos wird von einer ölpalmenreichen Feuchtsavanne einge-nommen; das nördliche Togo trägt Trockensavanne. Im Togogebirge gibt es Reste des immergrünen Regenwalds.

Die Bevölkerung
Innerhalb der meist sudaniden Bevölkerung lassen sich 40 Stammesgruppen unterscheiden. Als wichtigste sind die Ewe (43%) und die Kabre zu nennen. Etwa 20% der Bevölkerung sind Christen, 10% Moslems (besonders im Norden); die übrigen Anhänger von Naturreligionen. Die Staatsuniversität von Togo wurde 1970 in Lome gegründet.

Die Wirtschaft
64% der Erwerbstätigen sind in der Landwirtschaft beschäftigt. Die Landwirtschaft als Haupterwerbsquelle baut für den Eigenbedarf Mais, Hirse, Reis, Maniok und Süßkartoffeln an. Die wichtigsten Agrarerzeugnisse für den Export sind Kakao, Kaffee, daneben Kokosnüsse, Baumwolle, Erdnüsse. Die Viehzucht (Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen) hat geringere Bedeutung. Infolge von verstärktem Holzeinschlag für die Brennholzgewinnung bedecken die tropischen Regen- und Savannenwälder nur noch 24% der Landesfläche. Die Küstengewässer und Lagunen Togos sind sehr fischreich, doch verhindern veraltete Fangmethoden höhere Erträge. Der Bergbau, der rund die Hälfte der Exporterlöse liefert, beschränkt sich auf den Abbau der großen Phosphatlager am Togosee und auf den Abbruch von Marmor. Die Industrie verarbeitet besonders Agrarprodukte, daneben gibt es Textil- und Baustoffindustrie.

Der Verkehr
Das Eisenbahnnetz verfügt über 525 km, das Straßennetz über 7870 km. Lome ist der Haupthafen und auch internationaler Flughafen.

Die Geschichte
1884 wurde Togo deutsches Schutzgebiet unter dem Gouverneur Gustav Nachtigal. In der Zeit der deutschen Herrschaft galt Togo als Musterkolonie, die als Erste seit etwa 1900 wirtschaftliche Rentabilität erreichte. 1920 wurde Togo teils britisches, teils französisches Mandatsgebiet. Nach dem 2. Weltkrieg bemühten sich die Ewe um politische Vereinigung ihres Volks, drangen jedoch bei den UN nicht durch. In Britisch-Togo ergab eine Volksabstimmung 1956 insgesamt (nicht jedoch im Ewe-Gebiet) eine Mehrheit für den Anschluss an Ghana (damals noch britische Kolonie Goldküste). Frankreich gewährte seinem Mandatsgebiet Französisch-Togo 1955 ein Autonomiestatut. Das britische Gebiet wurde Ghana angegliedert. Im ehemaligen französischen Gebiet übernahm N. Grunitzky die Regierung, wurde jedoch nach der Wahl 1958 durch S. Olympio abgelöst. Nach der Erklärung der Unabhängigkeit am 27. 4. 1960 kam es zu Spannungen mit Ghana. 1963 wurde Präsident Olympio von meuternden Soldaten erschossen, Grunitzky übernahm wieder die Präsidentschaft, musste aber 1967 dem Armeebefehlshaber G. Eyadema weichen. Er verfolgte innen-politisch eine repressive Politik. Nach schweren Unruhen wurde 1991 eine General-amnestie für politische Häftlinge verkündet u. die Einführung eines demokratischen Systems beschlossen. Eyadema musste zahlreiche Machtbefugnisse an eine Übergangsregierung abtreten. Obwohl eine Mehrheit der Bevölkerung 1992 die Einführung einer neuen Verfassung billigte (präsidiale Republik mit Mehrparteiensystem), versuchte Eyadema in der Folgezeit mit Hilfe des Militärs, den Demokratisierungsprozess rückgängig zu machen. Im Januar 1993 kam es zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen der Armee u. Anhängern der Demokratiebewegung. Bei den von der Opposition boykottierten Präsidentschaftswahlen 1993 wurde Eyadema im Amt bestätigt. Die innenpolitischen Konflikte setzten sich fort. Nach den umstrittenen Präsidentschaftwahlen 1998 wurde Eyadema zum Wahlsieger erklärt, obwohl die Opposition den Sieg für ihren Kandidaten, den im Exil in Ghana lebenden G. Olympio (Sohn des früheren Präsidenten), reklamierte.

Reiseinformation
Die Hauptstadt Lomé liegt direkt an der Grenze nach Ghana. Es gibt einige Beispiele deutscher Kolonialarchitektur, wie die neugotische Kathedrale und die alte Werft. Interessant sind die verschiedenen Märkte der Stadt, besonders der Grand Marché. Auf dem Marché des Féticheurs, dem größten Fetischmarkt Westafrikas, wird traditionelle Medizin angeboten. Die Strände in der Nähe von Lomé sind gut.
In Togoville wurde der Kolonialvertrag zwischen den Deutschen und Mlapa III. unterzeichnet. Der Dorfälteste zeigt Besuchern noch heute den Vertrag. Im Dorf gibt es zahlreiche Voodoo-Grabstätten. Es gibt außerdem eine römisch-katholische Kirche, die von den Deutschen gebaut wurde. Der Lake Togo ist ein beliebtes Ausflugsziel von Wassersportlern.
Die Peter-und-Paul-Kirche, die Protestantische Kirche und der Deutsche Friedhof in Aného, Hauptstadt Togos bis 1920, zeugen ebenfalls von der Kolonialzeit. An den palmengesäumten Stränden stehen vereinzelt malerische Fischerdörfer.
Zu Togos Nationalparks gehört der Fazao-Malfacassa-Nationalpark außerhalb von Sokodé, im Malfacassa-Gebirge; hier leben viele Affen und eine der letzten Elefantenherden Togos. Im Kéran-Nationalpark in der Nähe von Kara sind Paviane und Antilopen beheimatet. Auch in der Fosse aux Lions stößt man auf einige der selten gewordenen Elefanten des Landes.

Verkehrsmittel:
FLUGZEUG: Air Togo fliegt Sokodé, Mango, Dapango, Lama-Kara, Niamtougou und Lomé an.
SCHIFF: Fähren verbinden die Küstenhäfen.
BAHN: Mindestens einmal täglich verkehren Züge zwischen Lomé, Atakpamé und Blitta.
BUS/PKW: Die meisten Ortschaften werden durch Straßen verbunden, die jedoch während der Regenzeit größtenteils unbefahrbar sind. Bus/Taxi: Die einheimischen Bus- und Taxiunternehmen sind verhältnismäßig gut und preiswert. Mietwagen stehen in Lomé zur Verfügung.

Unterkunft:
HOTELS: Unterkünfte, die internationalem Niveau entsprechen, stehen nur in Lomé und Lama-Kara zur Verfügung, Hotels gibt es jedoch in allen größeren Städten.
CAMPING: Die Benützung der Campingplätze ist kostenlos.


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