

Übersicht:
South Africa
Republic of South Africa
Südliches Afrika
Geographische Lage: 29°00 S / 24°00 O
Die Republik Südafrika liegt an der Südspitze des afrikanischen Kontinents. Das Land wird im Osten vom Indischen Ozean, im Westen vom Atlantischen Ozean und im Norden von Namibia, Botswana, Simbabwe, Mosambik und Swasiland begrenzt. Lesotho wird von Südafrika eingeschlossen. Drei geographische Regionen dominieren Südafrikas Landschafts: das Binnenhochland, die Berge und die Küstenregion. Das Binnenhochland ist durch eine weitgehend gleichbleibende Höhenlage gekennzeichnet und wird durch Gebirgsabbrüche (die Große Randstufe), die über die Ebenen (Veld) des Hochplateuas emporragen und unterschiedlich hoch und steil sind, von den anderen Landschaftsformen abgegrenzt. Obwohl es zwei große Flußsysteme gibt, den Limpopo und den Orange, ist die Oberfläche des Plateaus wasserarm. An der Küste gibt es sowohl Sandstrände als auch Felsenbuchten, das Hinterland ist mit Sträuchern bewachsen. Die Bergregion, die sich vom Kap der guten Hoffnung entlang der Küste bis zum Limpopo Tal im Nordosten des Landes erstreckt, besteht aus den Drakensberg-, Nuweveldberg- und Strombergketten. Nach den Wahlen von 1994 wurde Südafrika in neun Provinzen eingeteilt: Sie umfassen das Westkap (Provinzhauptstadt: Kapstadt), das Ostkap (Bisho), das Nordkap (Kimberley), KwaZulu-Natal (Pietermaritzburg), Free State (Bloemfontein), North West Province (Mmabatho), Northern Province (Pietersburg), Mpumalanga (Nelspruit) und Gauteng (Johannesburg).
Zeitzone: MEZ + 1h
Fläche: 1,219.090 qkm
Höchster Punkt: Njesuthi 3408 m
Tiefster Punkt: Atlantischer Ozean 0 m
Klima: Die Jahreszeiten sind gegenüber Europa um 6 Monate verschoben, der Winter entspricht demnach dem europäischen Sommer und umgekehrt. Wegen seiner Größe und landschaftlichen Verschiedenheit weist Südafrika die unterschiedlichsten Klimazonen auf (subtropisches bis mediterranes Klima, allerdings kann es abends und nachts sehr kühl werden). Von Oktober bis April Sommerregen in den meisten Teilen des Landes, an der südlichen Küste auch im Winter Regen. Die Temperatur kann im Hochland (Johannesburg) im Winter unter den Gefrierpunkt sinken.
Fauna und Flora: Südafrika kann sich eines enorm artenreichen Tierbestands rühmen, doch sind viele Arten vom Aussterben bedroht und die Mehrzahl ist auf Wildreservate beschränkt. Dort findet man u.a. Löwen, Leoparden, Nashörner, Elefanten, Flußpferde, Giraffen, Antilopen, Strausse und Hyänen. Insgesamt gibt es acht Schutzgebiete einschließlich des berühmten Krüger-Nationalparks und des Addo-Elephant-Nationalparks bei Port Elizabeth an der Südküste. Alle tragen dazu bei, daß die südafrikanische Tierwelt erhalten bleibt.
Hauptstadt: Pretoria
Bevölkerung: 46,888.000
Bevölkerungsdichte: 39/qkm
Ethnische Zusammensetzung: Schwarze 75%, Weiße 14%, Farbige 9%
Religion: Christen 68%, Naturreligionen 30%
Sprache: Amtssprachen sind Zulu, Xhosa, Afrikaans, Englisch, Ndebele, Nordsotho, Südsotho, Setswana, Swati, Tsonga, Venda.
Politisches System: Parlamentarische Republik (im Commonwealth) seit 1961. Neue Verfassung seit 1997. Zweikammerparlament: Nationalversammlung mit 360-400 Mitgliedern und Nationalrat mit 90 Mitgliedern. Staats- und Regierungschef Thabo Mvuyelwa Mbeki, seit 1999.
Währung: 1 Rand = 100 Cents
Durchschn. Kaufkraft/Jahr: 7.600 EUR
Wirtschaft: Südafrika hat die leistungsfähigste Wirtschaft im Südteil des afrikanischen Kontinents. Viehzucht ist weit verbreitet, und Zucker und Getreide werden in großen Mengen erzeugt. Hauptstütze der Wirtschaft ist allerdings der Bergbau. Kohle kommt in großen Mengen vor, und Erze wie Chrom, Mangan, Vanadium und Platin werden ebenfalls abgebaut. Die wertvollsten Mineralien des Landes sind jedoch Gold und Diamanten, mit denen Südafrika seit Jahren den Weltmarkt beherrscht. Der größte Industriezweig ist die Fertigungswirtschaft. Stahl- und Schwerindustrie produzieren Maschinen und Transportmittel. In den letzten Jahren haben High-Tech-Unternehmen und der Dienstleistungssektor einen Aufschwung erlebt. In den achtziger Jahren litt Südafrika unter einer Rezession, obwohl trotz der auferlegten Wirtschaftssanktionen schwere Schäden abgewendet werden konnten. Die Dürre der letzten Jahre hat die Wirtschaftskrise verschärft. Das Bruttosozialprodukt steigt nur minimal, und 1997 lag die Arbeitslosigkeit bei 32,6%. Eine hohe Inflationsrate, beträchtliche Auslandsschulden und eine schwache Währung zwangen die Regierung 1989 zu einer noch nie dagewesenen Umschuldung mit weitreichenden politischen Konsequenzen. Inzwischen ist die Inflation auf 8,8% gesunken. Die Tourismusindustrie erwirtschaftete 1992 rund 2% des Bruttoinlandsproduktes. Seit 1989 ist ein konstanter Anstieg in den Besucherzahlen zu verzeichnen. 1996 kamen 4,9 Mio. Auslandsgäste nach Südafrika. Die USA, Großbritannien, Deutschland, Italien und Japan sind die wichtigsten Handelspartner.
Landwirtschaft: 5%
Industrie: 35%
Dienstleistung: 60%
Lebenserwartung: 51 Jahre
Analphabetenrate Männer: 14%
Analphabetenrate Frauen: 15%
Information: http://www.gov.za/
Die Republik ist in 9 Provinzen gegliedert: Kwazulu/Natal, Nord-Kap, Nord-Provinz, Nordwest, Freistaat, Ost-Kap, Mpumalanga, Gauteng, West-Kap.
Das Land
Der größte Teil Südafrikas ist eine 900 bis über 1200 m hohe muldenförmige Hochebene, die von Bergkegeln oder lang gestreckten Gebirgszügen überragt wird. Nach Norden geht sie in das Kalaharibecken, nach Nordosten in die Limpoposenke über. Im Westen, Süden und Osten wird sie von einer aufgewölbten Randstufe gesäumt, die in den Drakensbergen gipfelt. Die der Randstufe vorgelagerte Küstenebene ist meist schmal, nur im Süden schiebt sich das Große Karoobecken zwischen den Hochlandsrand und die Faltenzüge des Kapgebirges (Swartberge 2326 m), die den Kontinent im Süden abschließen.
Das Klima und die Vegetation
Das subtropische Klima wird durch die große Höhenlage des Binnenhochlands und den Steilabfall der Großen Randstufe zur tieferen Küstenzone stark abgewandelt. Die Temperaturen im Hochland sind besonders im Winter niedrig, es tritt auch regelmäßig Frost auf. Im Sommer kommen die höchsten Temperaturen in der Kalahari, am unteren Oranje und im Lowveld vor. Im größten Teil des Landes fallen die Niederschläge im Sommer. Im Winterregengebiet der Provinz West-Kap gedeiht eine Hartlaubvegetation. Hochstämmige, immergrüne Wälder können nur an der Südküste und an der östlichen Großen Randstufe gedeihen. Den größten Teil des Landes beherrschen Savannen. Baumreiche Feuchtsavannen im östlichen Teil gehen nach Westen und Nordwesten, zur Kalahari hin, in Trocken- und Dornsavannen über. Wo im Osten der Provinz Nord-Kap und im westlichen Freistaat die Niederschläge unter 400 mm sinken, stellt sich die Karoovegetation ein, die aus niedrigen Kräutern und Büschen besteht. Die weiten Grasländer in Nord- und Ost-Transvaal sind erst durch Beweidung und Brennholzschlag entstanden.
Die Bevölkerung
Die südafrikanische Statistik unterscheidet zwischen Weißen (Europäer, vor allem niederländischer und britischer Herkunft), Schwarzen (fast ausschließlich Bantu), Mischlingen ("Coloureds" einschließlich sog. Kapmalaien) und Asiaten (meist Inder). 1994 waren von den 41,7 Mio. Einwohnern 76,1% Schwarze, 12,8% Weiße, 8,5% Mischlinge und 2,6% Asiaten. Im April 1994 wurden neben Englisch und Afrikaans auch die neun Bantusprachen Zulu, Xhosa, Tswana, Nordsotho, Südsotho, Tsonga, Swasi, Ndebele und Venda zu offiziellen Amtssprachen erklärt. Die meisten Weißen, rund 36% der Schwarzafrikaner und 85% der Mischlinge sind Protestanten, 5% der Weißen und der Schwarzen sind Katholiken. Unter den Asiaten und Mischlingen gibt es Moslems.1991 wurden die Staatsschulen für alle Rassen geöffnet. Seit Aufhebung der Rassentrennung hat sich der Anteil der schwarzen Studenten an den 20 Universitäten erheblich erhöht.
Die Wirtschaft
In der Landwirtschaft sind rund 12% der schwarzen, aber nur 4% der weißen Erwerbstätigen beschäftigt. Die in den ehemaligen Homelands lebenden Bantu betreiben eine Selbstversorgungswirtschaft mit Hackbau und Viehhaltung nach alter Tradition und mit geringen Erträgen. In neuerer Zeit werden aber mit modernen landwirtschaftlichen Arbeitsmethoden sowie Wasser- und Bodenkonservierungsmaßnahmen die Erträge gesteigert. Die Farmen der Europäer bauen vor allem Mais und Weizen, daneben Zuckerrohr, Kartoffeln, Tabak, Wein und Zitrusfrüchte an. Ein Zehntel des Ackerlands wird künstlich bewässert. Die weit verbreitete Viehzucht (besonders Rinder und Schafe) hat für den Export größere Bedeutung als der Ackerbau. Das wichtigste Produkt ist hier die Wolle. Der Fischfang hat aufgrund der Überfischung der südafrikanischen Hoheitsgewässer nur noch geringe Bedeutung. Südafrika, besonders der Nordostteil, gehört zu den an Bodenschätzen reichsten Ländern der Erde. Mit Ausnahme von Erdöl und Bauxit kommen alle mineralischen Rohstoffe vor. Der Bergbau liefert rund 30% der Weltförderung an Gold (besonders am Witwatersrand bei Johannesburg) sowie große Mengen an Uran, Diamanten, Platin, Eisen, Vanadium, Mangan, Chrom, Kupfer, Asbest und Steinkohle. Bis vor wenigen Jahrzehnten war der Bergbau, der noch immer den Hauptteil des Exports liefert, der wichtigste Wirtschaftszweig. Er ist inzwischen von der vielseitigen Industrie überholt worden. Sie verarbeitet nicht nur Produkte von Landwirtschaft und Bergbau, sondern erzeugt auch Fertigwaren und exportiert u. a. Maschinen, chemische Produkte und Textilien. Elektrische Energie wird vorwiegend mit der billigen Kohle gewonnen. Südafrika betreibt nahe Kapstadt ein Kernkraftwerk. Im Offshore-Bereich bei Mosselbaai werden geringe Mengen Erdgas gefördert.
Der Verkehr
Südafrika verfügt über ein relativ dichtes Eisenbahn- und Straßennetz. Die Streckenlänge der Eisenbahn beträgt 21.303 km. Von den 182.580 km Straßen sind 61.679 km asphaltiert. Das Inlandflugnetz ist bedeutend, ebenso der internationale Flugverkehr vom Jan Smuts Airport zwischen Johannesburg und Pretoria. Die wichtigsten Seehäfen sind Durban, Kapstadt, East London, Port Elizabeth, Richards Bay und Saldanha.
Die Geschichte
Große Teile des Gebiets des heutigen Südafrika wurden spätestens im 15. Jahrhundert von schwarzafrikanischen Völkern besiedelt (Östliches Kapland, Natal, Transvaal), im westlichen Kapland lebten sogenannte khoisanide Völker. 1652 errichtete Jan van Riebeeck im Auftrag der Niederländisch-Ostindischen Kompanie die erste weiße Siedlung am Kap der Guten Hoffnung (Kapstadt). Nach 1818 gründete Tschaka den Militärstaat der Zulu. Seine blutigen Eroberungszüge lösten weit reichende "Wanderungskriege" aus, die zur Bildung weiterer schwarzafrikanischer Nationen führten: Basotho (Lesotho), Swasi, Ndebele u. a. 1806 besetzte England die holländische Kapkolonie und annektierte sie 1814. Es führte die Grenzkriege der weißen Siedler gegen die Xhosa in Transkei ("Kaffernkriege") weiter. Mit der britischen Herrschaft wegen der Aufhebung der Sklaverei (1833) unzufriedene holländischen Siedler, die Buren, wanderten 1835-1840 aus ("treckten") und gründeten weiter östlich die Republiken Natal, Oranjefreistaat und Transvaal. 1843 annektierten die Engländer Natal und erklärten 1877 Transvaal zur Kolonie, mussten dem Land aber nach einem Aufstand der Buren 1881 die Unabhängigkeit bis auf die Außenpolitik zugestehen. Durch die Entdeckung der Diamantenfelder von Kimberley (1867) im Oranjefreistaat und der Goldfelder vom Witwatersrand in Transvaal (1884) nahm der Zustrom der Einwanderer ständig zu. 1871 besetzten die Engländer die Diamantenfelder von Kimberley. 1895/96 konnte Präsident P. Kruger den bewaffneten Einfall von L. Jameson in Transvaal, der von C. Rhodes unterstützt wurde, zurückschlagen. Burische Maßnahmen gegen die zunehmende englische Einwanderung nahm England zum Anlass, im Burenkrieg 1899-1902 den Burenstaaten ihre Selbständigkeit zu nehmen.
1910 vereinigten sich die Kapkolonie, Natal, Oranjefreistaat und Transvaal zur Südafrikanischen Union (Union of South Africa). Sie wurde ein britisches Dominion. Die Union eroberte im 1. Weltkrieg (1915) Deutsch-Südwestafrika und erhielt vom Völkerbund ein C-Mandat über dieses Gebiet. Gegenüber der Südafrikanischen Partei (L. Botha, J. Smuts) erstarkte die Nationale Partei unter J. Hertzog und kam 1924 an die Regierung. Sie forderte stärkere Selbständigkeit Südafrikas und traf Maßnahmen gegen den politischen Einfluss der Farbigen (Afrikaner, Inder). Im Westminsterstatut (1931) erhielt Südafrika volle Selbstregierung ohne Einspruchsrecht von London zuerkannt. Die Parteien von Hertzog und Smuts schlossen sich 1934 zur Vereinigten Südafrikanischen Nationalpartei zusammen, und die Regierung Hertzog betrieb eine erfolgreiche Wirtschaftspolitik. Da Hertzogs Antrag, im 2. Weltkrieg neutral zu bleiben, abgelehnt wurde, trat er 1939 zurück, und Südafrika nahm unter Smuts (1939-1948 Ministerpräsident) am Krieg teil. 1940 vereinigten sich die Anhänger Hertzogs und D. Malans zur Nationalen Partei, die für eine Politik der Apartheid eintrat. Nach ihrem Wahlsieg 1948 wurde Malan Ministerpräsident. Er und seine Nachfolger (1954-1958 J. G. Strijdom, 1958-1966 H. F. Verwoerd, 1966-1978 B. F. Vorster, 1978-1989 P. W. Botha) verwirklichten konsequent das Programm der "getrennten Entwicklung": Die Schwarzafrikaner erhielten eng begrenzte Autonomie in "Homelands" ("Bantustans"), die etwa 13% der Fläche Südafrikas ausmachten. In den übrigen, "weißen" Gebieten hatten Nichtweiße keine politischen Rechte, Schwarzafrikaner durften dort nur als Arbeitskräfte leben. Auch im Alltagsbereich setzte das Regime die Apartheid systematisch durch (Trennung der Rassen in Schulen, öffentlichen Verkehrsmitteln, Restaurants, im Umgang der Geschlechter usw.). Diese Rassenpolitik führte zu Spannungen zwischen Südafrika und den übrigen Commonwealthländern. Am 31. 5. 1961 trat Südafrika aus dem Commonwealth aus und erklärte sich zur Republik. Die große Mehrheit der Weißen billigte die Politik der Rassentrennung. Die Nationale Partei und die rechts von ihr stehende Konservative Partei verfügten über eine Dreiviertelmehrheit im House of Assembly, der parlamentarischen Vertretung der Weißen. Daneben gab es seit 1984 (neue präsidiale Verfassung) je eine Kammer für die Mischlinge und die Asiaten. Seit den Aktionen passiven Widerstands, die 1960 zur Schießerei von Sharpeville führten, waren die politischen Organisationen der Schwarzen verboten; sie arbeiteten bis 1990 illegal und aus dem Exil weiter (älteste Organisation: African National Congress, ANC). 1962/63 versuchten militante Geheimorganisationen vergeblich, zum bewaffneten Widerstand überzugehen. Die innenpolitische Radikalisierung steigerte sich, als der ANC Politiker Nelson Mandela 1964 zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Seit 1976 kam es immer wieder zu Unruhen. 1986 wurde der Ausnahmezustand verhängt. Das Ende der portugiesischen Kolonialherrschaft in Angola und Mosambik (1975) verschlechterte die Position des Minderheitsregimes in Südafrika und machte es in einigen Punkten konzessionsbereiter. Als letzte Konsequenz der Apartheidpolitik gewährte Südafrika den "Homelands" Transkei (1976), Bophuthatswana (1977), Venda (1979) und Ciskei (1981) die Unabhängigkeit, die international nicht anerkannt wurde. Die UN verurteilten mehrfach die südafrikanische Rassenpolitik. Seit 1983 kam es zu diplomatischen Entspannungsschritten zwischen Südafrika und den angrenzenden schwarzafrikanischen Staaten. 1988 unterzeichneten Südafrika, Angola und Kuba ein Friedensabkommen. Sie einigten sich über den Rückzug der kubanischen Truppen aus Angola sowie über die Unabhängigkeit Namibias. 1989 wurde F. W. de Klerk Nachfolger von Staatspräsident P. W. Botha. De Klerk leitete die Abkehr von der bisherigen Politik ein. Er veranlasste 1990 die Freilassung N. Mandelas. Der Ausnahmezustand sowie alle wesentlichen Apartheidgesetze wurden aufgehoben. Verhandlungen über eine neue politische Ordnung wurden von zahlreichen Gewalttaten überschattet. Trotzdem gelang 1993 die Verabschiedung einer Übergangsverfassung, mit der die Alleinherrschaft der weißen Bevölkerung beendet wurde. Das zwischen Südafrika und Namibia umstrittene Gebiet der Walfischbucht ging 1994 endgültig in namibischen Besitz über. Im April 1994 fanden freie Wahlen statt, die mit einem überwältigenden Sieg des ANC endeten. N. Mandela wurde zum Staatspräsidenten gewählt. Eine Regierung der nationalen Einheit, an der sich neben dem ANC die Nationalpartei und die Inkatha- Freiheitspartei beteiligten, bildete die Exekutive. Die Homelands wurden aufgelöst und in neun neu geschaffene Provinzen integriert. Südafrika wurde Mitglied der OAU und trat auch wieder dem Commonwealth bei. Im Mai 1996 wurde die von einer verfassunggebenden Versammlung ausgearbeitete neue Verfassung verabschiedet. Die Nationalpartei verließ im gleichen Jahr die Regierung der nationalen Einheit. Bei den Parlamentswahlen 1999 verfehlte der ANC die Zweidrittelmehrheit nur um 1 Mandat. Er gewann 266 von 400 Mandaten. Größte Oppositionspartei wurde die Demokratische Partei mit 38 Mandaten. Am 14. Juni 1999 wählte das Parlament Thabo Mbeki zum neuen Staatspräsidenten.
Reiseinformation
Südafrika gilt wegen seiner abwechselungsreichen Landschaft und dem umfangreichen Angebot and Aktivitäten als "World in One Country". Ganz oben in der Besuchergunst stehen das Westkap, KwaZulu/Natal und das Ostkap.
Gauteng:
In dieser Region gibt es erfrischende Seen, auf denen man Bootsfahrten unternehmen, angeln oder Vögel beobachten kann, außerdem zahlreiche Parks, Naturschutzgebiete und Grünanlagen.
Johannesburg ist eine moderne Geschäftsstadt, Weltzentrum der Goldgewinnung und wirtschaftlicher Mittelpunkt Südafrikas.
Besichtigungen: Das 202 m hohe Carlton Panorama bietet eine ausgezeichnete Aussicht über Johannesburg. Northcliff Ridge ist der höchste natürliche Punkt der Stadt. Gold Reef City ist eine rekonstruierte Goldgräberstadt mit Hotels, Bars, Geschäften und Theatern. In der Johannesburg Art Gallery ist eine Sammlung englischer, holländischer, französischer und südafrikanischer Kunstwerke ausgestellt. Das Planetarium, der Kunstgewerbemarkt am Zoo Lake ist ebenfalls einen Besuch wert. Eine Vielzahl unterschiedlicher Vogelarten läßt sich im Florence-Bloom Vogelpark und im Melrose Vogelpark beobachten. Vom Harvey Wildblumenpark in Linksfield genießt man eine schöne Aussicht auf Johannesburg und Magaliesberg. Außerdem gibt es einen Zoo und einen Botanischen Garten mit exotischen Bäumen und über 4000 Rosenarten.
Museen: Das Adler Museum für Medizin umfaßt ein afrikanisches Herbarium und die Praxis eines Medizinmannes. Das Africana Museum beherbergt eine große völkerkundliche Sammlung. Das Bensusan Museum bietet eine Sammlung alter Fotoausrüstungen, und im Bernberg Museum sind Kleidungsstücke aus dem 18. und 19. Jahrhundert ausgestellt. Im Jewish Museum erhält man einen Einblick in die Geschichte des Judentums in Südafrika.
Sehr beliebt ist ein Bummel durch die Einkaufsstraßen des noblen Johannesburger Vorortes Sandton mit seinem abwechslungsreichen Angebot an Boutiquen und Restaurants.
Pretoria ist die Verwaltungshauptstadt Südafrikas mit zahlreichen Parks und Gartenanlagen, in denen Aloen, Akazien und Feigenbäume wachsen.
Besichtigungen: Es gibt zahlreiche Museen, darunter das Militärmuseum Fort Klapperkop, das Geologische Museum (Fossilien- und Edelsteinsammlung), das Pretoria Art Museum und das Transvaal Museum für Naturgeschichte. Besonders interessant ist das State Theatre, das allen darstellenden Künsten gewidmet ist. Das Austin-Roberts Vogelschutzgebiet beheimatet unzählige Wasservögel. Weitere Naturschutzgebiete sind der Derdepoort Regional Park, Fountains Valley Nature Reserve, Wonderboom Nature Reserve, die National Botanical Gardens und Meyers Park Nature Reserve.
Ausflüge: Die Magalies-Bergkette beeindruckt durch ihre vielfältige Flora und Fauna. Es gibt zahlreiche private Tier- und Naturreservate. In dieser Region befindet sich der Hartebeespoort Damm mit beliebten Wassersport- und Campinganlagen und Gelegenheit zum Angeln und Bergsteigen. Ein Aquarium, 3 km vom Damm entfernt, beheimatet exotische Fische, Krokodile und Robben. Außerdem gibt es einen Zoo, einen Schlangenpark und ein Naturschutzgebiet. In der Nähe von Krugersdorp befinden sich die Sterkfontein-Höhlen, in denen ein Frauenschädel gefunden wurde, der eine Million Jahre alt sein soll.
Mpumalanga (Osttransvaal):
Das baumlose Grasland des Plateaus erstreckt sich über Hunderte von Kilometern bis zur Kette der Drakensberge. Hier geht die Landschaft in ein subtropisches Waldgebiet (Lowveld) über.
Der weltbekannte Krüger Nationalpark, dessen Ausdehnung ungefähr der Fläche Belgiens entspricht, ist Habitat für Elefanten, Löwen, Leoparden, Nilpferde, Büffel, Zebras, Giraffen, Gnus und viele andere Tierarten. Ausgezeichnete Unterkünfte stehen zur Verfügung. An der Entstehung einer Mountainbike-Route wird derzeit gearbeitet. (Internet: http://www.parks-sa.co.za) An der Westgrenze des Krüger Nationalparks gibt es einige private Tierparks, die die Flora und Fauna des Lowveld schützen (Klaserie, Timbavati, Sabi-Sand Reserve und Umbata Nature Reserve).
Es gibt mehrere gute Besichtigungsrouten durch die Region, die bekannteste ist jedoch die Summit Route, die über den 2150 m hohen Long Tom Pass führt, über Sabie vor der großartigen Kulisse von Mauchsberg und Mount Anderson. Weiter geht es über Graskop, ein Walddorf, das an den Ausläufern der Drakensberge liegt; über Pilgrim's Rest, eine Stadt aus der Goldgräberzeit; das Schutzgebiet am Mount Sheba mit zahlreichen Schluchten und Wasserfällen; Pinnacle Rock, eine freistehende Granitsäule und das 1000 m hohen God's Window mit herrlicher Aussicht über das Lowveld. Hier kann man die Lissabon- und Berlin Fälle bewundern. Die Bourke's Luck Potholes sind tiefe Löcher im Fels, die über die Jahre durch Kieselsteine im Flutwasser ausgewaschen worden sind. Die Summit Route führt weiter durch den Blyde River Canyon und das Blyderivierspoort Nature Reserve, einer riesigen Schlucht; über das F. H. Odendaal Camp mit guten Aussichtspunkten und Unterkünften; Sybrand Van Niekerk (Swadini Camp), das vom Mariepskop überragt wird und außerhalb des Naturschutzparks einen Reptilienpark bietet; das Museum of Man mit archäologischen Ausgrabungen; die Echo Caves im Molopong Valley, in denen Werkzeuge aus der Stein- und Eisenzeit zu sehen sind und über den Abel Erasmus Paß und durch den J. G. Strijdom Tunnel, die 335 m oberhalb des Ohrigstad River liegen. Auf der letzten Etappe führt die Straße 700 m abwärts zum Olifant River. Nelspruit ist ein guter Ausgangspunkt für eine Besichtigung der berühmten Sudwala Höhlen, die tief in den Mankelekele Berg eindringen. Einige der Seitenhöhlen sind ausgesprochen groß, wie etwa die P. R. Owen Hall, ein unterirdisches Amphitheater. Geführte Besichtigungstouren werden angeboten. Der nahegelegene Saurierpark bietet lebensgroße Nachbildungen der prähistorischen Riesen, die vor 250 Mio. Jahren Südafrika bevölkerten. Ganz in der Nähe liegt das Exeter Game Lodge.
KwaZulu/Natal:
Diese Provinz grenzt im Norden an Mpumalanga, Swasiland und Mosambik, im Osten an den Indischen Ozean, im Westen an den Free State und Lesotho und im Süden an das Ostkap.
Durban: Die Strandpromenade (Golden Mile), der Hafen, zahlreiche Tempel (Temple of Understanding), Moscheen (Jumah Mosque) und Basare geben der Stadt ein buntes Erscheinungsbild.
Besichtigungen: Durban Harbour ist Südafrikas größter Hafen. Hier werden zahlreiche Vergnügungskreuzfahrten angeboten. Sehenswürdigkeiten sind das Maritime Museum auf einem alten Dampfer, Sea World Aquarium and Dolphinarium, das Killie-Campbell-Africana Museum mit der Killie-Campbell-Africana Bibliothek, der Mashu Sammlung für Ethnologie und die William-Campbell Möbelsammlung, das Local History Museum und das Old House Museum. Die City Hall im Kolonialstil beherbergt das Natural History Museum. Ganz in der Nähe befindet sich die Durban Art Gallery, die Kunst und Kunsthandwerk aus Südafrika ausstellt. Im African Art Centre stehen exquisite Objekte lokaler Kunst zum Verkauf. Durban bietet außerdem zahlreiche bunte Märkte wie den Victoria Street Market, einen orientalischen Markt mit exotischen Schmuckstücken, Obst und Gewürzen oder den Flohmarkt, der am letzten Sonntag des Monats im Amphitheatre Garden stattfindet. Die Stadt besitzt außerdem schöne Gartenanlagen: den Botanischen Garten, die Japanischen Gärten und die Amphitheatre Gardens.
Die Midlands und Drakensberge:
Zwischen der Küste KwaZulu/Natals und dem Drakensberg-Gebirge liegen die Midlands, eine landschaftlich reizvolle Gegend mit bewaldeten Hügeln, Ackerland und saftig-grünen Ebenen mit kleinen Städten, Dörfern und Gasthöfen. Hier leben zahlreiche Wild- und Vogelarten. Das Drakensgebirge ist die größte Gebirgskette des Landes und ein beliebtes Ferienziel, das sich gut zum Wandern, Bergsteigen und Reiten eignet.
Sehenswerte National- und Naturschutzparks sind z. B. der Royal Natal National Park, das Spioenkop Public Resort Nature Reserve, das Kamberg Nature Reserve, das Giant-s Castle Game Reserve und das Vergelegen Nature Reserve. Wanderungen zum Cathkin Peak (3149 m), Cathedral Peak (3004 m) und dem Champagne Castle (3377 m) bieten sich an. Von mehreren Pässen hat man eine fantastische Aussicht auf die umliegenden Berge und Täler: Oliviershoek Pass, Sani Pass und Van Reenen-s Pass.
Pietermaritzburg liegt im Herzen des Zululandes. Besonders reizvoll wird diese Stadt im September zur Azaleenblüte. Zu den interessantesten Museen der Stadt gehören das Macrorie House Museum, das Natal Museum und das Voortrekker Museum. Pietermaritzburg ist der ideale Ausgangsounkt für Ausflüge zu den Howick Falls, den Karkloof Falls und dem Albert Falls Public Resort and Nature Reserve.
Die Küste und das Landesinnere:
Im Norden der Provinz Kwa Zulu/ Natal gibt es die schönsten Wild- und Naturparks mit reicher Tier- und Pflanzenwelt: das Hluhluwe-Umfolozi Game Reserve, das Kosi Bay Nature Reserve, das Mkuzi Game Reserve, das Ndumu Game Reserve, den Sodwana Bay National Park und das Itala Game Reserve. Die Küste bietet traumhafte weiße Sandstrände wie Tongaat Beach, Marina Beach und Ifafa Beach. An der Südküste liegen viele der bekanntesten Urlaubsorte.
Ostkap:
Die östliche Kapregion bietet eine außerordentliche landschaftliche Vielfalt, die vom Ödland der Great Karoo über den Knysna-Wald bis zum fruchtbaren Ackerland zwischen den Ebenen Little Karoo und dem Long Kloof reicht.
Port Elizabeth hat ein reges kulturelles Leben; im Opera House werden Ballett-, Opern-, Musik- und Theaterproduktionen aufgeführt, und das Mannville Open Air Theatre im St. George-s Park ist für seine Shakespeare-Inszenierungen bekannt. An den Stränden der Stadt kann man zahlreiche Wassersportarten ausüben.
Besichtigungen: Zu den Sehenswürdigkeiten zählen der Apple Express (einer der letzten Schmalspurzüge mit Dampflok), der seit 1906 Port Elizabeth mit Loerie am Long Kloof verbindet. Die Stadthalle und der Marktplatz sowie das Denkmal von Prester John. An der Küstenpromenade von Humewood befinden sich das Ozeanarium, der Schlangenpark und das Tropenhaus. Die Kunsthalle King George IV beherbergt Werke aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Im Settler-s Park Nature Reserve sind einheimische Pflanzen zu bewundern. Der St. George's Park bietet Freiluft- und Kunsthandwerksausstellungen sowie Theateraufführungen.
Ausflüge: Der Addo-Elephant Nationalpark liegt 72 km nördlich von Port Elizabeth und wurde 1931 zum Schutz der Elefanten der Region angelegt. Auch Schwarze Nashörner, Büffel, Antilopen und über 170 verschiedene Vogelarten sind hier anzutreffen.
Der Zuurberg Nationalpark in den Winterhoek Bergen beheimatet eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten; im Alexandria Forest brüten die seltenen Schwarzen Adler. East London liegt an der Ostküste, die zur Romantic Coast gehört. Hier gibt es ausgezeichnete Strände wie Eastern Beach, Nahoon Beach und Orient Beach. Die Stadt bietet gute Freizeiteinrichtungen und Unterhaltungsmöglichkeiten. Das Stadtmuseum hat eine naturgeschichtliche Sammlung.
Das Karoo ist ein großes Hochland, das für atemberaubende Sonnenuntergänge bekannt ist. Ein Abstecher zum Mount-Zebra Nationalpark an den Nordhängen der Blankenbergkette lohnt sich. Mitten im Karoo Naturreservat, am Fuß der Sneeu Berge, liegt die Stadt Graaff-Reinet mit zahlreichen Bauwerken aus dem 18. und 19. Jahrhundert sowie Parks und Museen. Von hier aus kann man Ausflüge in die Umgebung unternehmen.
Die Garden Route führt durch die Outeniqua-Berge im Landesinneren, die kargen Ebenen der Little Karoo, den Tsitsikamma Coastal Park und die Swart Berge mit den unterirdischen Cango Höhlen. Ihren Namen erhielt die Strecke aufgrund der außerordentlichen Pflanzenvielfalt. Jeffrey-s Bay ist insbesondere bei Wellenreitern beliebt. St. Francis Bay bietet breite Strände zum Baden und Muschelsammeln. Die Lagune am Paradise Beach ist ein Vogelschutzgebiet mit Flamingos und Schwänen. Knysna liegt in einem lauschigen Wald und ist ein beliebtes Touristenziel. Die Knysna Lagune gehört zu einem Nationalpark, der sich von Buffels Bay nach Noetzie erstreckt. In beiden Orten gibt es schöne Sandstrände. Zwischen Knysna und George liegt ein schönes Seengebiet. Den Beinamen Garden City verdankt George dem eindrucksvollen Baumbestand, der das Städtchen ziert. Bei Oudtshoorn gibt es mehrere Straußenfarmen.
West- und Südkap:
Die außergewöhnlich schöne Landschaft dieser Region erstreckt sich von den westlichen Felsgebieten hinter Lambert´s Bay bis hin zu den Bergen im Süden der Halbinsel und ist für ihre edlen Weine bekannt.
Kapstadt: Südafrikas Parlamentssitz liegt am Fuß des Tafelbergs mit Blick auf den Atlantischen Ozean. Zu den Sehenswürdigkeiten zählen das Castle of Good Hope, das Kulturgeschichtliche Museum, das Malaiische Viertel, der Nico-Malan Theaterkomplex und das Alte Stadthaus am Greenmarket Square (Sammlung flämischer und holländischer Gemälde). Ausgezeichnete Sport- und Einkaufsmöglichkeiten sind ebenfalls vorhanden. Victoria and Alfred, der viktorianische Hafen von Kapstadt, wurde zu einem Vergnügungszentrum ausgebaut.
Ausflüge: Die Insel Robben Island (ehemalige Gefängnisinsel). Im Cape of Good Hope Nature Reserve an der Südspitze der Kaphalbinsel gibt es unzählige Pflanzen- und Tierarten. Entlang der Bucht findet man Fischerdörfer und die Urlaubsorte Llandudno, Hout Bay, Kommetjie und Fish Hoek. Zum Gipfel Chapman´s Peak gelangt man auf einer Straße mit herrlicher Aussicht von Hout Bay aus.
Stellenbosch ist ein Zentrum der Weinproduktion mit zahlreichen hübschen Gebäuden, einschl. des Dorfmuseums und der Holländisch-Reformierten Kirche. In Franschhoek, ebenfalls im Weinanbaugebiet, wohnten einst aus Frankreich eingewanderte Hugenotten, die ihre Weinbaukunst mit nach Südafrika brachten. Im Drakenstein Valley gibt es malerische Weinberge, Obstgärten und Bauernhöfe zu besichtigen. Man kann mehreren "Weinstraßen" folgen.
Im Bontebok-Nationalpark in der Nähe von Swellendam gibt es besonders viele Tierarten.
An der zerklüfteten Westküste sind zahlreiche Schalentiere zu finden.
Nordkap:
Diese große und oft unzugängliche Wildnis erstreckt sich von der Westküste entlang der Grenzen zu Namibia und Botswana bis zur North West Province und dem Free State. Der Südwesten des Nordkap verwandelt sich in den Frühlingsmonaten in ein riesiges Blumenmeer; der Süden ist Teil des Great Karoo, während der Norden in die Kalahari Wüste hineinreicht.
Kimberley ist eine attraktive Stadt mit breiten Alleen und guten Einkaufszentren. Zu den Sehenswürdigkeiten zählen das Big Hole, die größte Ausgrabungsstätte der Welt sowie das Bergbaumuseum mit Nachbauten aus der Zeit des Goldfiebers (19. Jh.). Im De-Beers-Hall Museum ist eine Ausstellung über Rohdiamanten und geschliffenen Diamanten untergebracht. Der berühmte "616", der 616karätige, größte Rohdiamant der Welt sowie der "Eureka" Diamant (der erste in Südafrika entdeckte Diamant) sind hier zu bewundern. Die William Humphreys Art Gallery bietet eine hervorragende Kunstsammlung.
Olifantshoek bei Witsand (70 km entfernt) ist als das »Tor zum weißen und lauten Sand« bekannt, hier gibt es schöne Felszeichnungen zu sehen. Wenn der Sand der 100 m hohen Sandberge aufgewühlt wird, gibt er, besonders bei heißem Wetter, seltsame Klagelaute von sich.
Der Vaalbos National Park in der Nähe von Kimberley beheimatet Antilopen, Kudus, Giraffen und andere Herdentiere. Wonderwerk Cave ist eine archäologische Fundstätte von großer Bedeutung, hier findet man einige der ältesten Nachweise über die Nutzung von Feuer.
Die Wasserfälle von Augrabies, die 56 m tief in eine 20 m breite Schlucht fallen, liegen 120 km westlich von Uppington, einer beschaulichen Wüstenstadt an den Ufern des Orange River.
Der Kalahari-Gemsbok Nationalpark grenzt an den Botswana Nationalpark und ist mit 127.135 qkm der größte Naturschutzpark Afrikas und eines der größten noch erhaltenen Ökosysteme der Welt.
Namaqualand ist eine schwer zugängliche Halbwüste, die sich nach einem ausgiebigen Winterregen in ein Blumenmeer verwandelt. In diesem Gebiet befindet sich auch der touristisch noch nicht erschlossene Richtersveld Nationalpark, dessen einzigartige Vegetation vor allem durch die verschiedensten Arten von Sukkulenten fasziniert.
Verkehrsmittel:
FLUGZEUG: Tägliche Flüge der South African Airways (SA) verbinden Kapstadt, Durban, Pretoria, Port Elizabeth, East London, Kimberley und Bloemfontein. Von diesen Flughäfen gibt es außerdem Verbindungsflüge zu den Provinzstädten.
Preisnachlässe: Ausländischen Besuchern, die mit einer IATA-Fluggesellschaft einreisen, steht der Africa Explorer zur Verfügung. Dieser Flugpaß berechtigt zu verbilligten Inlandflügen der SAA; Gültigkeit mindestens sieben Tage, maximal einen Monat. Ausgangsflughafen ist jeder beliebige Inlandflughafen, der von SAA Star angeflogen wird. Jede Strecke darf nur einmal geflogen werden. Apex, Slumber, Super-Saver und Saver Fares bieten weitere günstige Fahrpreisermäßigungen.
SCHIFF: Starlight Cruises verkehren zwischen den Haupthäfen des Landes.
BAHN: Die wichtigsten InterCity-Züge sind der Blue Train, der zwischen Pretoria, Johannesburg und Kapstadt verkehrt (jeden zweiten Tag); der Trans-Oranje zwischen Kapstadt und Durban über Kimberley und Bloemfontein (zweimal wöchentlich); der Luxuszug Trans-Natal-Express zwischen Durban und Johannesburg (täglich) und der Trans-Karoo-Express zwischen Kapstadt, Johannesburg und Pretoria (täglich). Rovos Rail bietet Dampflok-Safaris nach Mpumalanga, Transnet Museum durch Südafrika und Simbabwe. Alle Langstreckenzüge haben Schlafwagen, die meisten auch Speisewagen. Auf allen Hauptstrecken sollte rechtzeitig gebucht werden. In den Stadtgebieten von Pretoria/Johannesburg und Kapstadt verkehren in kurzen Abständen Nahverkehrszüge. Alle Züge haben Wagen 1. und 2. Klasse.
BUS/PKW: In den bewohnten Regionen ist das Straßennetz gut. Ein Drittel der Straßen des Landes sind asphaltiert (darunter alle Hauptstraßen). Bußgelder für Geschwindigkeitsüberschreitungen sind sehr hoch. Reservebenzin darf nicht mitgeführt werden. Tankstellen sind täglich von 07.00-19.00 Uhr geöffnet, einige auch rund um die Uhr. Linksverkehr. Bus: Zahlreiche Firmen bieten Langstreckenverbindungen an, die Busse sind grundsätzlich klimatisiert. Taxis gibt es in allen Städten, an Flughäfen und vor Hotels, sie fahren meist nach festgesetzten Tarifen. Auf Langstrecken sollte man vor der Fahrt die Preise vergleichen. Mietwagen: Autovermieter wie Avis, Imperial und Budget findet man in allen Städten und an den Flughäfen.
STADTVERKEHR: In allen größeren Städten gibt es gute Bus- und Bahnnetze, in Johannesburg auch Oberleitungsbusse. Die Fahrpreise in Kapstadt und Johannesburg werden nach Fahrzonen berechnet. Man kann Einzel- und Sammelfahrkarten (Clipcards für 10 Fahrten) an den Kiosken kaufen. In Pretoria gibt es viele verbilligte Fahrscheine. In Durban wird den städtischen Bussen von Minibussen und Sammeltaxis (legalen und illegalen) Konkurrenz gemacht, die man auch in allen anderen südafrikanischen Städten findet und die mit Vorsicht zu benutzen sind. Die Tarife regulärer Taxen sind innerhalb der Städte höher als auf Langstrecken. Taxifahrer erwarten 10% Trinkgeld.
Unterkunft:
HOTELS: Beinahe alle namhaften Hotels sind beim südafrikanischen Fremdenverkehrsverband registriert, der auch den Standard überprüft. 1994 wurde ein landesweites Klassifizierungssystem eingeführt. Die Beteiligung ist freiwillig. Hotels werden mit 1-5 Sternen ausgezeichnet. Die beiden zusätzlichen Farbkategorien geben Aufschluß über den Standard der Bedienung und der Gastlichkeit: Weinrot - Guter Standard des Serviceangebots, der Bedienung und Gastlichkeit, zusätzlich zum üblichen Service. Silber - Ausgezeichneter Standard des Serviceangebots, der Bedienung, Gastlichkeit, Qualität und des Ambientes. An jedem Hotel, das an dieser Kategorisierung teilnimmt, findet man eine Plakette, die die Sternekategorie und die zusätzliche Klassifikationsfarbe anzeigt.
FERIENWOHNUNGEN: In den Haupturlaubsgebieten und Kurorten findet man Ferienwohnungen, Bungalows und Unterkünfte auf Bauernhöfen. Das Klassifizierungsprogramm für Ferienwohnungen ist Teil des Anfang 1994 eingeführten landesweiten Klassifizierungssystems. Ferienwohnungen bekommen zwischen 1 und 5 Sternen, je nach Bedienungsstandard und Gastlichkeit. Die Zusatzklassifikation wird in drei Kategorien aufgeteilt.
CAMPING: Caravanparks gibt es in allen beliebten Urlaubsgebieten und entlang der Ferienstraßen, der Standard ist meist hoch. Von einigen Firmen kann man auch vollausgerüstete Motorhomes mieten. Die Klassifizierung erfolgt nach dem Klassifizierungsprogramm für Ferienwohnungen.
TIERPARKS: In den Tierparks findet man geschützte Camps, deren Unterkünfte aus strohgedeckten Rundhütten oder kleinen Häuschen bestehen (z. T. luxuriös und mit Klimaanlage). Die meisten Häuser und Rundhütten bieten Bäder und Duschen, einige haben Küchen. Einkaufsmöglichkeiten sind meist vorhanden, in den größeren Camps gibt es auch Restaurants.
JUGENDHERBERGEN: In Südafrika gibt es 14 Jugendherbergen und 15 CVJMs.