Landkarte Somalia klein

SOMALIA (SOM)


Fahne Somalia

Übersicht:
Soomaaliya
Ostafrika
Geographische Lage: 2°N - 12°N / 41°O - 52°O
Somalia grenzt im Norden an den Golf von Aden, im Süden und Westen an Kenia, im Westen an Äthiopien und im Nordwesten an Dschibuti. Im Osten liegt der Indische Ozean. Somalia ist karg und trocken mit halbwüstenartigen Ebenen im Landesinneren, einer subtropischen südlichen Region und einer schmalen Küstenebene. Der Norden ist überwiegend gebirgig. Der Großteil des Landes besteht aus einem fast wasserlosen Plateau. Die Strände werden durch ein Korallenriff geschützt, das sich von Mogadischu bis zur kenianischen Grenze erstreckt und zu den längsten der Welt gehört. Die zwei Flüsse des Landes, Juba und Shebelle, entspringen in der Ogaden-Region Äthiopiens. An ihren Ufern wird Landwirtschaft betrieben.
Zeitzone: MEZ + 2h
Fläche: 637.657 qkm
Höchster Punkt: Shimbiris 2416 m
Tiefster Punkt: Indischer Ozean 0 m
Längster Fluß: Webi Shebeli 2010 km (Anteil Somalia)
Klima: Nach Nordosten zu weniger Niederschläge und Wüstencharakter. Von Dezember bis März Trockenzeit, Regenzeit von April bis Juni. Bis September frischeres Klima mit Regenschauern im Süden. An der Küste von September bis Dezember kleine Regenzeit.
Flora und Fauna: Nur im Süden und an den nördlichen Berghängen gibt es genug Regen, um einen kleinen Waldbestand und Grasland zu erhalten, ansonsten ist Somalia von Halbwüste und Trockensavanne bedeckt. Charakteristische Tiere der Region sind Elefanten, Zebras, Giraffen, Antilopen und Leoparden.
Hauptstadt: Mogadischu
Bevölkerung: 8,228.000
Bevölkerungsdichte: 13/qkm
Ethnische Zusammensetzung: Somali 85%, Bantu, Araber 15%
Religion: Muslim 99%
Sprache: Amtssprachen sind Somali und Arabisch. Swahili wird besonders im Süden gesprochen, teilweise auch Englisch, Französisch und Italienisch.
Politisches System: Republik seit 1979. Verfassung von 1979, letzte Änderung 1990, seit Ausbruch des Bürgerkriegs 1991 außer Kraft. Seit 2000 Übergangsparlament mit 245 ernannten Mitgliedern. Staats- und Regierungschef: Abdulkassim Salad Hassan, seit 2000. Unabhängig und vereint seit 1960 (ehemals Britisch- und Italienisch-Somaliland). Ausrufung der international nicht anerkannten unabhängigen Republik Somaliland 1991.
Währung: 1 Shilling = 100 Cents
Durchschn. Kaufkraft/Jahr: 700 EUR
Wirtschaft: Aufgrund der jahrelangen Unruhen und des andauernden Bürgerkriegs ist die somalische Wirtschaft fast völlig zusammengebrochen. Somalia gehört heute zu den ärmsten Ländern der Welt. Landwirtschaft und Viehzucht beschäftigen die Mehrheit der erwerbstätigen Bevölkerung, jeglicher Fortschritt oder Produktionssteigerungen wurden jedoch bislang durch primitive Methoden, widrige Boden- und Klimaverhältnisse und den chronischen Mangel an Fachkräften behindert. In einigen Regionen werden mit Hilfe von künstlicher Bewässerung Bananen für den Export angebaut, außerdem Baumwolle, Mais, Sorghum und andere Getreide für den Eigenbedarf. Die Fischerei ist ausbaufähig. Es gibt kaum Industrie. Somalia hat einige Bodenschätze, die erforderlichen Investitionen, der Fachkräftemangel und die instabile politische Lage haben bisher allerdings eine kommerzielle Ausbeutung verhindert. Hauptbezugsgebiete sind Italien, die USA, Deutschland, Kenia und Großbritannien.
Bananen, Zuckerrohr, Erdnüsse, Sesam, Baumwolle, Hirse, Mais, Gemüse.
Salzgewinnung, Vorkommen von Eisenerz, Gips, Sulfaten, Titanerz, Uran.
Verarbeitung von landwirtsch. Erzeugnissen, Handwerksbetriebe.
Exportgüter: Bananen, Zuckerrohr, Erdnüsse, Sesam, Baumwolle.
Landwirtschaft: 59%
Industrie: 10%
Dienstleistung: 31%
Lebenserwartung: 46 Jahre
Analphabetenrate Männer: 64%
Analphabetenrate Frauen: 86%
Information: http://www.somalianews.com/


Das Land
Somalia nimmt den größten Teil der Somalihalbinsel ein. Die dem äthiopischen Hochland vorgelagerte Somalitafel fällt nach Südosten zum Indischen Ozean hin ab, wo sie in ein flaches Tiefland übergeht. Nach Norden steigt sie allmählich auf Höhen von über 2000 m an und fällt dann steil zum Golf von Aden ab. Korallenriffe liegen vor der Küste im Nordwesten und im äußersten Süden. Die Nordküste von Somalia gehört zu den heißesten Gegenden Afrikas. Im jahreszeitlichen Wechsel der Monsune bekommt die Südostküste im Sommer Niederschläge, während am Golf von Aden episodische Regen im Winter fallen. Die Niederschlagsmengen nehmen von Süden nach Norden ab, die höheren Lagen erhalten mehr Feuchtigkeit als die tiefer gelegenen. Dementsprechend geht die Trockensavanne mit Akazien im Südwesten nach Norden in Halbwüste über. Entlang den meist nur periodisch Wasser führenden Flüssen wachsen Galeriewälder.

Die Bevölkerung
Die Bevölkerung gehört überwiegend dem osthamitischen Volk der Somal an, daneben gibt es rund 100.000 Bantu, rund 30.000 Araber sowie kleine italienische, britische und indische Minderheiten. Somalia ist der einzige Staat Afrikas mit einheitlichem Staatsvolk und beansprucht die von Somal bewohnten Randgebiete seiner Nachbarstaaten Äthiopien und Kenia. Staatsreligion ist der Islam. In Mogadischu wurde 1959 die Staatsuniversität eröffnet.

Die Wirtschaft
Somalia gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Durch das Klima bedingt, ist die Viehzucht die beherrschende Wirtschaftsform, 50% der Bevlkerung leben von ihr, davon ein Großteil als Nomaden. Exportiert werden Schlachtvieh (Schafe, Ziegen, Rinder), Fleischkonserven, Häute und Felle. Der Ackerbau bedarf künstlicher Bewässerung. Der Bananenexport macht etwa 40% des Gesamtexports aus. Weitere Produkte sind Zuckerrohr, Mais, Hirse, Baumwolle. Somalia deckt drei Viertel des Weltbedarfs an Weihrauch. An der Küste sind Salzgewinnung und Fischerei von wirtschaftlicher Bedeutung. Die Industrie verarbeitet Agrarprodukte und stellt Fischkonserven sowie Textilien und Lederwaren her.

Der Verkehr
Es gibt keine Eisenbahn. Das Straßennetz ist noch ungenügend. Haupthäfen des Überseeverkehrs sind Mogadischo, Marka, Kismaayo, Berbera. Internationale Flughäfen gibt es bei Mogadischo, Hargeysa und Kismaayo.

Die Geschichte
Funde aus dem Paläolithikum und Felszeichnungen lassen darauf schließen, daß die Somalihalbinsel seit ältester Zeit bewohnt wird. Seit dem 3. Jh v. Chr. schickten ägyptische Pharaonen Handelsschiffe in das "Weihrauchland" Punt. Vermutlich war das Land damals von Somalistämmen bewohnt. Auch in den letzten Jahrhunderten v. Chr. riss der Handel, vor allem mit Südarabien und Ägypten, nicht ab. Während der ersten Jahrhunderte n. Chr. gehörte Somaliland zum Aksumitischen Reich. Der Hafen (Aunlit/Zeila/Saylac) war einer der bedeutendsten aksumitischen Transithäfen für den Handel mit Indien. Im 7. Jh. gründeten islamische Araber aus Jemen mehrere Stadtstaaten (Zeila, Ifat und Hadja) in Somaliland. Seit dem 13. Jh. übte die Stadt Zeila (Reich Adal) die Vorherrschaft in Somaliland aus. 1500 besetzte ihr Herrscher das äthiopische Harrar und 1527/41 fast ganz Äthiopien. Die Eroberung Nordsomalias durch osmanische Türken beendete im 16. Jh. die Selbstständigkeit der dortigen islamischen Stadtstaaten. Als mit dem Bau des Suezkanals begonnen wurde, erlangte Somaliland für Frankreich und Großbritannien strategische Bedeutung. 1875/84 hatten ägyptische Truppen Zeila und Berbera besetzt, dann aber wegen des Mahdiaufstandes im Sudan wieder aufgegeben. Sofort schloss Großbritannien mit Häuptlingen dieser Gebiete Schutzverträge ab und besetzte 1884 Zeila, Berbera und Bulhar. 1887 wurden die Erwerbungen zum Protektorat Britisch-Somaliland zusammengefasst. Das Land der im 16. Jahrhundert islamisierten Somal wurde zwischen 1887 und 1891 unter England, Italien und Frankreich (Britisch-, Italienisch- und Französisch-Somaliland) aufgeteilt. Die Aufstände der Somal unter dem "verrückten Mullah" Mohammed Ibn Abdullah Hassan begannen 1899 und wurden erst 1920 endgültig niedergeschlagen. Italienisch-Somaliland kam nach dem 2. Weltkrieg als UN-Treuhandgebiet wieder an Italien, es erhielt 1956 eine halbautonome Regierung und im Juni 1960 die volle Unabhängigkeit. Zur gleichen Zeit wurde auch Britisch-Somaliland unabhängig, und beide Gebiete vereinigten sich am 1. 7. 1960 zur Republik Somalia. 1969 übernahm die Armee unter General M. S. Barre die Macht und leitete zunächst unter Anlehnung an die UdSSR eine sozialistische Entwicklung ein. 1977/78 suchte Somalia die hauptsächlich von Somal bewohnte äthiopische Provinz Ogaden zu erobern, wurde aber zurückgeschlagen. Da die UdSSR Äthiopien unterstützte, brach Somalia mit ihr. Seit Ende der 1980er Jahre kämpften verschiedene Rebellengruppen gegen das Regime von M. S. Barre, der schließlich 1991 gestürzt wurde. Ali Mahdi Mohamed wurde zum Präsidenten einer Übergangsregierung ernannt. Der Norden Somalias (das ehemalige Britisch-Somaliland) wurde im Mai 1991 zur unabhängigen Republik Somaliland proklamiert. Zwischen den Rebellengruppen kam es zu blutigen Kämpfen. Diese Entwicklungen führten 1992 zu einer Hunger- und Flüchtlings-katastrophe. Seit Dezember 1992 ermöglichten UNO-Soldaten im Rahmen der Operation "Neue Hoffnung" die Verteilung von Hilfsgütern an die Bevölkerung. 1993/94 wurden auch deutsche Soldaten unter UNO-Kommando eingesetzt. 1995 beendete die UNO ihre Mission, ohne eine Befriedung Somalias erreicht zu haben. Im Dezember 1997 schlossen die verschiedenen Bürgerkriegsparteien in Kairo ein Versöhnungsabkommen. Eine innenpolitische Stabilisierung erfolgte jedoch nicht.
Mit der Beseitigung der Herrschaft des Regimes von M. S. Barre im Jahr 1991 hörte Somalia auf zu bestehen. Auch die Ernennung von Mahdi Mohamed zum Präsidenten einer Übergangsregierung änderte daran nichts. Der Norden Somalias, das ehemalige Britisch-Somaliland erklärte im Mai 1991 als "Somaliland" seine Unabhängigkeit. Aus dem staatenlosen Restgebiet spaltete sich, im Norden des ehemaligen Italienisch-Somaliland, im Jahre 1998 der Staat "Puntland" ab. Die verbleibenden Territorien des ehemaligen Somalia verfielen in Anarchie und Gewalt, und werden von Stämmen, Clans und regionalen Warlords beherrscht.

Reiseinformation
Verkehrsmittel:
FLUGZEUG: Somali Airlines fliegt alle größeren Städte des Landes an.
SCHIFF: Somalia besteht überwiegend aus einem breiten, wüstenartigen Küstenstreifen. Die Küstenschiffahrt ist im Güter- und Personenverkehr besonders wichtig.
BUS/PKW: Die Straßenbenutzung außerhalb Mogadischus kann mit Schwierigkeiten verbunden sein. Straßen führen von der Hauptstadt nach Burao und Baidoa. Weiterhin gibt es befestigte Straßen zwischen Mogadischu und Kismayo sowie zwischen Mogadischu und Hargeisa. Passagiere werden fast ausschließlich auf Lastwagen befördert, Autos und Busse sind weniger zahlreich. In Friedenszeiten war das Busnetz im Süden zwischen den größeren Städten verhältnismäßig gut. Taxis gibt es in den größeren Städten.
STADTVERKEHR: In Mogadischu verkehren Minibusse und Sammeltaxis.

Unterkunft:
HOTELS: Mogadischu und Hargeisa bieten Hotels mit internationalem Standard. Weitere Hotels befinden sich in Afgoi, Berbera, Borama, Burao, Kismayo und Marka.
REST HOUSES: In vielen Ortschaften gibt es staatliche Rest Houses mit Schlafsälen für 4-10 Personen.
LODGES: Die Nationalparks in Bush-Bush, am Lac Badana und in anderen Regionen bieten Lodges als Touristenunterkünfte.


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