Landkarte Sierra Leone klein

SIERRA LEONE (SLE)


Fahne Sierra Leone

Übersicht:
Republic of Sierra Leone
Westafrika
Geographische Lage: 8°30 N / 11°30 W
Sierra Leone grenzt im Nordwesten, Norden und Nordosten an die Republik Guinea und im Südosten an Liberia. Im Süden und Südwesten liegt der Atlantische Ozean. Eine bis zu 110 km breite Ebene zieht sich an der Küste entlang, auf der Freetown-Halbinsel erheben sich die Sierra Lyoa Mountains (bis 1000 m). Einigen Küstenregionen sind bis zu 112 km lange Sandbänke vorgelagert. Hinter der feuchten Küstenebene beginnt das z. T. landwirtschaftlich genutzte Waldgebiet, durch das die drei wichtigsten Flüsse fließen. Das Land steigt zu den östlichen Guinea Highlands an, einem Hochplateau mit Erhebungen von über 1830 m in den Loma Mountains und Tingi Hills.
Zeitzone: MEZ - 1h
Fläche: 71.740 qkm
Höchster Punkt: Bintimani 1948 m
Tiefster Punkt: Atlantischer Ozean 0 m
Klima: Es gibt keine Jahreszeiten im eigentlichen Sinn, sondern nur einen Wechsel von Regen- und Trockenzeit. Die Regenzeit dauert von Mai bis November mit den stärksten Niederschlägen zwischen Juli und September.
Flora und Fauna: In den Wäldern herrschen Palmen vor, die Früchte und Öl liefern. Das Landesinnere im Süden ist bewaldet, im Norden überwiegt hügeliges Savannenland, das jahreszeitlichen Überschwemmungen ausgesetzt ist. Im Nordosten erheben sich die Loma-Berge bis zur Bintimani-Spitze und die Tingi-Hügel gipfeln im Sankanbiriwa. Viele Flüsse durchfließen, von Guinea kommend, das Land. Wildtiere sind rar, doch in den Wäldern leben Schimpansen und andere Affenarten. Sierra Leone hat ein heißes Tropenklima mit einer Regenzeit von Mai bis Oktober. Nach Norden hin nimmt die Regenmenge ab, in den nordwestlichen Hochlagen sind die Temperaturen wechselhafter. Dort herrscht von November bis April ein trockener Wind aus der Sahara vor.
Hauptstadt: Freetown
Bevölkerung: 5,525.000
Bevölkerungsdichte: 77/qkm
Ethnische Zusammensetzung: Mende 30%, Temne 30%, Kreolen 10%, Limba 8%
Religion: Muslim 60%, Naturreligionen 30%, Christen 10%
Sprache: Amtssprache ist Englisch; Krio (Kreolisch), Malinké, Mende (Süden), Temne und andere einheimische Sprachen dienen als Umgangssprachen.
Politisches System: Präsidialrepublik (im Commonwealth) seit 1978. Verfassung von 1991. Parlament (House of Representatives) mit 68 Mitgliedern, seit 1997 aufgelöst. Staats- und Regierungschef: Alhaji Ahmad Tejan Kabbah, seit 1996, wiedereingesetzt 1998. Unabhängig seit 1961 (ehemalige britische Kolonie).
Währung: 1 Leone = 100 Cents
Durchschn. Kaufkraft/Jahr: 550 EUR
Wirtschaft: Etwa zwei Drittel der Erwerbspersonen sind in der Landwirtschaft tätig, die in erster Linie Kaffee, Kakao, Ingwer und Maniok produziert. Die Fischerei ist ebenfalls von großer Bedeutung. Stützpfeiler der Wirtschaft und größter Devisenbringer ist jedoch der Bergbau - Rutil (Titanerz) steht dabei an erster Stelle (44% der Exporteinnahmen), Diamanten und Gold sind ebenfalls von großer Bedeutung. Die verstärkte Nutzung von Wasserkraft und Solarenergie ist geplant. Arbeitslosigkeit und Inflation sind hoch. Die wichtigsten Handelspartner sind die USA, Großbritannien, Deutschland und China (VR). Der Bürgerkrieg verschlang 75% des Staatshaushaltes, und das Land ist dem finanziellen Ruin nahe. 1994 wurden neue Kredite vom Internationalen Währungsfonds zugesagt.
Reis, Maniok, Hirse, Mais, Erdnüsse, Ölpalmen, Kaffee, Ingwer, Kolanüsse, Kautschuk, Viehzucht.
Gewinnung von Diamanten, Bauxit, Eisen-, Chromerz, Rutil, Ilmenit, Gold.
Exportgüter: Diamanten, Eisen, Öl, Kaffee, Kakao, Kolanüsse, Kautschuk, Fleisch.
Landwirtschaft: 52%
Industrie: 16%
Dienstleistung: 32%
Lebenserwartung: 75 Jahre
Analphabetenrate Männer: 49%
Analphabetenrate Frauen: 77%
Information: http://www.sierra-leone.org/


Das Land
Das Land reicht von einem breiten, feuchttropischen, teilweise von Mangrove gesäumten und von Regenwald bestandenen Schwemmlandstreifen an der Küste auf die trockenere, von Savannen bewachsene Nordguineaschwelle (Loma Mountains 1948 m) hinauf. Die flache Küste wird durch ein bis 888 m hohes Massiv auf der Halbinsel Sierra Leone bei Freetown unterbrochen.

Die Bevölkerung
Die Bevölkerung besteht aus über 20 autochthonen Stämmen (besonders Mende und Temne) sowie aus den Nachkommen ehemaliger Sklaven (sog. Kreolen); außerdem gibt es eine geringe Zahl von Libanesen. Die Stämme im Norden des Landes bekennen sich zum Islam, an der Küste herrscht das Christentum vor, während die meisten Bewohner vor allem im Innern des Landes Anhänger von Naturreligionen sind.

Die Wirtschaft
Die Landwirtschaft produziert vorwiegend in Kleinbetrieben Ölpalmprodukte, Kaffee, Kakao, Piassava und Kolanüsse für den Export sowie für den Inlandbedarf Reis, Hirse, Süßkartoffeln und Maniok. Viehzucht wird hauptsächlich im Savannengebiet des Nordens betrieben (meist kleinere Ndama-Rinder, die gegen die Tsetse-Fliege sehr widerstandsfähig sind), sie reicht aber für den Eigenbedarf des Landes nicht aus. Die Fischerei (Hering, Thunfisch) ist für die Versorgung der Bevölkerung besonders wichtig. Hauptausfuhrgüter sind Diamanten, Bauxit, Gold und Rutil (Titandioxid), die ca. 85% des Exports ausmachen. Der langjährige Bürgerkrieg hat der industriellen Entwicklung sehr geschadet.

Der Verkehr
Die Verkehrserschließung des Landes steht noch am Anfang. Der öffentliche Eisenbahnverkehr wurde 1974 eingestellt. Von den 11700 km Straüen sind 1300 km befestigt. Freetown ist der Haupthafen. Internationaler Flughafen ist Lungi bei Freetown.

Die Geschichte
Um 1450 wurde Sierra Leone von Portugiesen entdeckt und beschrieben, 1562 entwickelte sich als Folge einer englischen Landung ein ausgedehnter Sklavenhandel, um 1650 entstanden englische Faktoreien; seit 1787 wurden aus England und Amerika freigelassene Sklaven in dem neu gegründeten Freetown angesiedelt. 1808 wurde Freetown britische Kronkolonie, 1825 wurden die Insel Sherbro und das Hinterland eingegliedert. 1951 erhielt Sierra Leone eine neue Verfassung. 1956 fanden erste allgemeine Wahlen statt, nachdem M. A. S. Margai als Führer der Sierra Leone People's Party (SLPP) schon 1954 die Regierung übernommen hatte. 1961 wurde die Unabhängigkeit proklamiert. 1967/68 übernahm eine Militärjunta die Macht, 1968 wurde Siaka P. Stevens (All People's Congress, APC) Regierungschef. Er erklärte das Land zur Republik. Einzige zugelassene Partei war seit 1978 der "All People's Congress" (APC). Stevens´ Nachfolger, von diesem selbst vorgeschlagen, wurde 1985 Generalmajor J. Momoh. Seit 1990 entwickelte sich ein blutiger Bürgerkrieg mit aus Liberia eingedrungenen Rebellen (Revolutionary United Front, RUF). 1991 trat eine neue Verfassung in Kraft, die ein Mehrparteiensystem vorsah. 1992 stürzte das Militär Momoh und setzte die Verfassung außer Kraft. Neuer Staatschef wurde V. Strasser. Er wurde im Januar 1996 durch einen weiteren Militärputsch gestürzt. Präsidentschaftswahlen im März 1996 gewann Ahmad Tejan Kabbah. Nach einem neuerlichen Militärputsch 1997 übernahm J. P. Koroma die Macht, die er aber 1998 aufgrund der Intervention der westafrikanischen Friedenstruppe ECOMOG wieder an Kabbah zurückgeben musste. Die RUF reagierte mit einer brutalen Terrorkampagne gegen die Zivilbevölkerung und einer neuen Offensive gegen die Regierungstruppen und die ECOMOG. Nach schwierigen Verhandlungen konnte im Juli 1999 ein Friedensabkommen geschlossen werden. Die Vereinten Nationen stationierten eine Friedenstruppe. Die innenpolitischen Verhältnisse blieben jedoch instabil. Im Mai 2000 nahmen aufständische Rebellen rund 500 Blauhelmsoldaten als Geiseln.

Reiseinformation

Verkehrsmittel:
FLUGZEUG: Sierra National Airlines (LJ) bietet derzeit keine Inlandflüge an. Privatflugzeuge können gemietet werden.
SCHIFF: Fähren verbinden alle Küstenhäfen miteinander.
BUS/PKW: Die Hauptstraßen sind geteert, während Nebenstraßen nur schlecht instandgehalten und in der Regenzeit oft unpassierbar sind. Nachts befinden sich auf den Hauptstraßen in der Nähe der Städte oft Straßenblockaden. Bus: Die Sierra Leone Road Transport Corporation sorgt für Verbindungen im Nah- und Fernverkehr. Die Busse sind schnell, preiswert und verkehren zwischen allen größeren Städten.
STADTVERKEHR: Die Road Transport Corporation betreibt in Freetown Busliniendienste in begrenztem Umfang. Ein Großteil der öffentlichen Verkehrsmittel sind Minibusse und Sammeltaxis.

Unterkunft:
In Freetown gibt es mehrere Hotels von internationalem Standard; Vorausbuchung wird empfohlen. Auf der Freetown-Halbinsel befinden sich bei Lakka und Tokay drei weitere Luxushotels. Das YMCA (CVJM) in Freetown bietet preiswerte Unterkünfte mit Gemeinschaftsbädern und Kochgelegenheiten. Im Landesinneren sind nur wenige Hotels vorhanden, aber in Bo gibt es ein Hotel von internationalem Standard, und in Kenema stehen einige einfache Unterkünfte zur Verfügung. Manche Rasthausplätze kann man nur über das Innenministerium buchen, man sollte seine eigene Bettwäsche bzw. einen Schlafsack mitbringen.


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