

Übersicht:
Seychelles
Repiblik Sesel
Republic of Seychelles
République des Seychelles
Ostafrika
Geographische Lage: 4°S - 11°S / 46°O - 57°O
Der Seychellen-Archipel umfaßt 400.000 qkm des indischen Ozeans nordöstlich von Madagaskar und besteht aus 115 größeren und kleineren Inseln.
Zeitzone: MEZ + 3h
Fläche: 454 qkm
Höchster Punkt: Morne Seychellois 905 m
Tiefster Punkt: Indischer Ozean 0 m
Größte Insel: Mahe 153 qkm
Klima: Es gibt keine Jahreszeiten im eigentlichen Sinn, sondern nur einen Wechsel von Regen- und Trockenzeit. Von November bis April feucht und heiß, der Rest des Jahres etwas kühler.
Flora und Fauna: Auf den meisten Koralleninseln gibt es kaum Wasser und nur wenige sind bewohnt. Die Hauptinsel dagegen ist reich an Feuchtigkeit und Regen, hier gedeihen die Reste eines üppigen tropischen Regenwalds mit Harthölzern und Kokospalmen, die einst die ganze Insel bedeckten. Die Tierwelt bereichern die Riesenschildkröte und die Grüne Meeresschildkröte. Das Inselparadies hat sehr unter menschlichen Eingriffen gelitten; es wird heute als Touristenattraktion geschätzt. Einige Koralleninseln sind Vogelschutzgebiete.
Hauptstadt: Victoria
Bevölkerung: 84.000
Bevölkerungsdichte: 185/qkm
Ethnische Zusammensetzung: Kreolen 89%, Malagasker 3%
Religion: Christen 98%
Sprache: Amtssprachen sind Kreolisch, Englisch und Französisch.
Politisches System: Präsidialrepublik (im Commonwealth) seit 1976. Neue Verfassung von 1993. Einkammerparlament (Nationalversammlung) mit 34 Abgeordneten. Staats- und Regierungschef: France-Albert René, seit 1977. Unabhängig seit 1976 (ehemalige britische Kolonie).
Währung: 1 Rupee = 100 Cents
Durchschn. Kaufkraft/Jahr: 8.300 EUR
Wirtschaft: Anfang der siebziger Jahre überflügelte der Tourismus die Landwirtschaft als größten Wirtschaftszweig der Seychellen. Der Fremdenverkehr ist heute bei weitem der wichtigste Arbeitgeber und erbringt 70% der Devisen. Das rasche Wirtschaftswachstum der siebziger Jahre infolge des Touristenbooms verlangsamte sich in den achtziger Jahren allmählich - hohe Flugpreise, unzureichende Verbindungen und innenpolitische Unruhen waren hierfür verantwortlich. Um eine Konjunkturflaute so kurz nach der Aussicht auf Wohlstand zu verhindern, bemüht sich die Regierung seither um eine Verbreiterung der Wirtschaftsgrundlage. Die Fischereiflotte soll modernisiert und erweitert und die 200-Seemeilen-Zone um die Inseln besser ausgenutzt werden. Die Industrie beschränkt sich auf Brauereierzeugnisse, Tabak, Plastik, Seife und Waschmittel sowie einige kleinere Fertigungsbetriebe. Eine nationale Ölgesellschaft wurde 1980 gegründet, nachdem vor den Küsten Erdgas gefunden wurde. Die Probebohrungen werden fortgesetzt. Fisch, Kopra und Zimt sind die wichtigsten Exporterzeugnisse; Nahrungsmittel, Brennstoffe, Konsumgüter und Transportmittel werden eingeführt. Die geographische Lage der Seychellen begünstigt das Reexportgeschäft.
Kokosnüsse, Zimt, Kopra.
Fischfang.
Tourismus.
Exportgüter: Kopra, Zimt, Gefrierfisch.
Landwirtschaft: 4%
Industrie: 21%
Dienstleistung: 75%
Lebenserwartung: 70 Jahre
Analphabetenrate Männer: 44%
Analphabetenrate Frauen: 40%
Information: http://www.siba.net/
Das Land
Der Seychellen-Archipel umfaßt 400.000 qkm des indischen Ozeans nordöstlich von Madagaskar und besteht aus 115 größeren und kleineren Inseln. Diese liegen auf einer untermeerischen Schwelle und gliedern sich in zwei auffallend unterschiedliche geologische Kategorien. Die Granitinseln: Eine dichte Gruppe aus 42 gebirgigen Inseln, die einzige Inselgruppe der Welt, die aus Granit besteht. Die üppige tropische Vegetation bringt u. a. Kokosnüsse, Bananen, Mangos, Yamswurzeln und Brotfrucht hervor. Einheimische Wälder gibt es auf höher gelegenen Hängen, auf denen auch Tee und Zimt angebaut werden. Alle Inseln einschließlich der zweitgrößten Insel Praslin sind weniger als 65 km von der Hauptinsel Mahe entfernt.
Die Koralleninseln: Die Koralleninseln bedecken ein großes Gebiet des indischen Ozeans südwestlich der Granitinseln. Sie liegen nur wenige Meter über dem Meeresspiegel, sind aber dank jahrelanger reichhaltiger Guano-Düngung dicht und üppig bewachsen. Diese Inselgruppe ist nicht ganzjährig bewohnt. Aldabra ist das größte Atoll der Welt, macht ein Drittel der Landfläche der Seychellen aus und ist zum UNESCO-Naturdenkmal erklärt worden.
Das Klima ist tropisch-maritim mit einer Regenzeit von Dezember bis Februar. Der tropische Regenwald ist größtenteils von der Plantagenwirtschaft verdrängt worden. Für die Tierwelt gibt es ein Schutzgebiet mit Forschungsstation auf dem Aldabra-Atoll, besonders für die nur noch hier vorkommenden Riesenschildkröten.
Die Bevölkerung
90% aller Einwohner leben auf Mahe, 34% allein in der Hauptstadt Victoria. Die meisten Inseln sind unbewohnt. Die Mischbevölkerung aus Schwarzen, Mulatten und Kreolen spricht Kreolisch; außerdem ist Englisch und Französisch gebräuchlich.
Die Wirtschaft
Die Landwirtschaft liefert mit Kopra, Bananen, Gewürznelken, Zimt und Vanille wichtige Exportprodukte. Fisch (insbesondere Thunfisch) ist das wichtigste Exportgut. Die Industrie steckt noch in den Anfängen; vorwiegend sind Betriebe der Konsumgüterindustrie und der Verarbeitung der land- und forstwirtschaftlichen Erzeugnisse sowie des Fischfangs. Bedeutend ist der Fremdenverkehr, der 70% der Deviseneinnahmen bringt.
Der Verkehr
Nur die Hauptinsel Mahe verfügt über ein gut ausgebautes Straßennetz. Untereinander sind die Inseln durch Schiffs- und nur die größeren durch Flugverkehr verbunden. Der Hauptsee- und Flughafen ist in Victoria auf Mahe.
Die Geschichte
Bis zur Besiedlung durch französische Kolonisten Mitte des 18. Jahrhunderts war die Inselgruppe unbewohnt. Die Franzosen legten Gewürzplantagen an. Während der Französischen Revolution besetzte Großbritannien die Seychellen und bekam sie im Pariser Frieden 1814 zugesprochen. 1948 fanden erste Wahlen statt, 1975 erhielten die Seychellen Autonomie und am 28. 6. 1976 die Unabhängigkeit im Rahmen des Commonwealth. Nach einem Putsch 1977 etablierte F.-A. Rene mit der Progressiven Volksfront (SPPF) ein Einparteiensystem. Erst 1991 wurde eine Demokratisierung eingeleitet. Die Bevölkerung stimmte 1993 in einem Referendum für eine neue Verfassung. Parlaments- und Präsidentschaftswahlen 1993 und 1998 gewannnen die SPPF und Rene.
Reiseinformation
Granitinseln
Mahe: ist die größte Insel beider Gruppen und liegt 4° südlich des Äquators. Auf der 27 km langen und 8 km breiten Insel leben 90% der Bevölkerung. Hier befindet sich auch die Landeshauptstadt mit dem Haupthafen Victoria. Mahé ist eine typische Granitinsel, hügelig und überwiegend mit Dschungel bedeckt; höchster Punkt der Insel und auch des Landes ist der Morne Seychellois mit 905 m. Die abgelegene Lage der Seychellen hat dem Artenreichtum der Tier- und Pflanzenwelt eine einzigartige Entwicklung ermöglicht. Eine Reihe von Nationalparks und Naturschutzgebieten schützen diesen erstaunlichen Artenreichtum.
Auf Mahé erwarten den Besucher an die 70 Strände mit feinem, weißem Pulversand und üppigem Pflanzenwuchs. Ausflüge kann man im Glasbodenboot von Victoria aus zum nahegelegenen Ste. Anne Marine National Park unternehmen, der die Inseln Ste. Anne, Cerf, Long, Round und Moyenne einschließt. Interessant ist auch eine Tour mit dem Bus zum Markt, zum Botanischen Garten und zu den im Kolonialstil erbauten Herrenhäusern, die sogar noch im Stadium des Verfalls würdevoll aussehen. Weiter geht es durch die alten Vanille- und Zimtplantagen und immer wieder durch den allgegenwärtigen Dschungel. Am höchsten Punkt der Insel liegt der Morne Seychellois National Park. Das National Museum in Victoria informiert über Geschichte, Musik und Folklore der Seychellen.
Praslin: Die zweitgrößte Insel ist zwei bis drei Stunden mit dem Schiff oder 15 Min. mit dem Flugzeug von Mahé entfernt (es gibt 20 Linienflüge pro Tag). Die Insel ist berühmt für das Tal Vallée de Mai, aus dem die Coco-de-Mer-Palme mit der riesigen, eindrucksvoll geformten Seychellennuß stammt. Regelmäßige Touren zu den kleineren Inseln wie Cousin, Aride, Curieuse und La Digue werden angeboten. La Digue liegt eine drei- bis dreieinhalbstündige Schiffsreise von Mahé oder eine halbe Stunde mit dem Flugzeug entfernt. Hier gibt es kaum Autos, und der Ochsenkarren ist weiterhin das Hauptverkehrsmittel. Man kann aber auch Fahrräder mieten, um majestätischen alten Plantagenhäusern wie dem Château St. Cloud, den Vanilleplantagen, Kopra-Betrieben und herrlichen Stränden einen Besuch abzustatten.
Frégate liegt 15 Flugminuten von Mahé entfernt. Die Seychellenschamadrossel ist hier zuhause.
Die Insel Thérèse ist für ihre Thermalquellen und Schildkröten-Kolonie berühmt. Cousin liegt zwei Stunden mit dem Schiff von Mahé entfernt und wurde 1968 vom internationalen Verband für Vogelschutz gekauft und zum Vogelschutzgebiet erklärt. Hier sind u. a. die seltene und geschützte Feen-Seeschwalbe, der Toc-Toc-Vogel und der Bürstenrohrsänger beheimatet. Die beste Besuchszeit ist Mai oder April, wenn rund eine Viertelmillion Vögel hier nisten. Die Besichtigung der Insel ist nur für Gruppen möglich. Sie dauert ein bis zwei Stunden und wird von Reisebüros vor Ort organisiert, meist in Verbindung mit einem Ausflug zu mehreren Inseln.
Aride liegt zwei Stunden von Mahé entfernt, ist die nördlichste der Granitinseln und Heimat einer riesigen Seevogelkolonie. Besuchern ist die Insel von Oktober bis Ende April zugänglich.
Curieuse ist mit dichtem Gebüsch und großen Takamaka-Bäumen überwachsen und etwa 3 km lang. Die Insel ist ein Schutzgebiet für Riesenschildkröten, die von Aldabra eingeführt wurden. Besuche können von Praslin aus organisiert werden. Silhouette hat ca. 200 Einwohner und ist vom Beau-Vallon-Strand auf Mahé aus zu sehen. Ein traditionelles Plantagenhaus aus Holz kann hier besichtigt werden.
Koralleninseln
Denis: Eine fünf- bis siebenstündige Schiffsreise oder 30 Flugminuten von Mahé entfernt liegt die Insel Denis am Rande des kontinentalen Sockels. Zahlreiche Tiefseeangler zieht es hierher, von Oktober bis Dezember wird hier Fächerfisch gefangen. Seevögel haben über die Jahre eine dicke Schicht Guano hinterlassen, die den üppigen Pflanzenwuchs fördert. Mindestaufenthalt zwei Tage.
Bird: Liegt sechs bis acht Schiffsstunden oder 30 Flugminuten von Mahé entfernt und ist für die Millionen schwarzer Rußseeschwalben berühmt, die zwischen Mai und September hier brüten. Die Insel liegt am Rand des kontinentalen Sockels (der Meeresboden fällt hier auf 2000 m Tiefe ab), was sie zu einem bevorzugten Ziel für Fischer macht. Die dritte Attraktion der Insel ist Esmeralda, von der gesagt wird, daß sie 150 Jahre alt und die größte Schildkröte der Welt ist.
Desroches ist die größte Insel des Amirantes-Archipels und 193 km (eine Flugstunde) südwestlich von Mahé gelegen. Das Korallenriff um die Insel hält die Küstengewässer ruhig und macht sie ideal für alle Wassersportarten. Obwohl die Insel erst vor kurzem als Urlaubsgebiet erschlossen wurde, kann man bereits Schnellboote und Ausrüstungen zum Wasserskifahren, Windsurfen, Segeln, Fischen und Tauchen mieten. Tauchen ist hier ein besonderes Vergnügen, die Unterwasserlandschaft mit ihren Höhlen und unzähligen Fischarten ist faszinierend. Es werden auch Tauchkurse angeboten. Von September bis Mai ist das Wasser am klarsten. Zur Unterkunft stehen 20 Häuschen zwischen Kokospalmen und Kasuarina-Bäumen zur Verfügung.
Die Pflanzen- und Tierwelt
Dank der außerordentlichen Geschichte dieser abgelegenen Inseln gibt es auf den Seychellen Pflanzen, die nirgendwo anders auf diesem Planeten gedeihen. 81 seltene Pflanzenarten sind die Nachkommen des üppigen tropischen Waldes, der die Inseln vor dem relativ späten Eintreffen der Menschen (vor 200 Jahren) bedeckte. Einzigartig und besonders hervorzuheben ist die auf Praslin im Vallée de Mai wachsende Coco-de-Mer-Palme. Besonders auffällig ist die eigenartige Form ihrer Samenschoten - sie sind die größten, die in der Natur vorkommen. Unter den zahlreichen Orchideenarten findet man Vanille, die zur Gewinnung von Vanilleessenz vor allem früher viel angebaut wurde. Die meisten seltenen Pflanzenarten kann man auch im Botanischen Garten von Victoria bewundern. Die Seychellen üben außerdem eine große Anziehungskraft auf Vogelkundler aus. Millionen von Seeschwalben nisten auf einigen Inseln - unter ihnen die anmutigsten Seevögel überhaupt, die Feen-Seeschwalben. Bis zu zwei Millionen Rußseeschwalben nisten alljährlich auf der Insel Bird, und auf Aride können die größten Kolonien der Welt von rosaroten Seeschwalben und anderen tropischen Vögeln beobachtet werden. Auf der Insel La Digue gibt es nur noch 30 Pärchen des Paradiesfliegenschnäppers. Die Seychellenschamadrossel gibt es nur auf Frégate, den Wasapapagei nur auf Praslin und die melodische Seychellen-Grasmücke nur auf Cousin und Aride.
Verkehrsmittel:
FLUGZEUG: Air Seychelles (HM) bietet ein gutes Flugnetz mit Charter- und Linienflügen von Mahé zu den Inseln Praslin, Denis, Bird, Frégate und Desroches an. Helicopter Seychelles bietet einen Shuttle-Service zwischen den Inseln.
SCHIFF: Private Schoner fahren regelmäßig zwischen den Inseln Mahé, Praslin und La Digue.
BUS/PKW: Auf den größeren Inseln wie Mahé, Praslin und La Digue gibt es befestigte Straßen, die anderen Inseln haben Sandpisten. Bus: Auf Mahé fahren regelmäßig Busse zwischen Victoria und den ländlichen Gegenden. Auf Praslin und auf La Digue gibt es Linienbusse. Einige Minibusse dienen als Flughafenzubringer und zu Ausflugsfahrten. Die Fahrpreise sind günstig. Taxi: Auf Mahé und Praslin gibt es ca. 135 Taxis, die Fahrpreise sind von der Regierung festgesetzt. Die Fahrpreise auf Praslin sind rund 25% teurer als auf Mahé. Zwischen 20.00 und 06.00 Uhr wird auf beiden Inseln ein Zuschlag verlangt. Mietwagen: Es gibt über 550 Mietwagen auf Mahé, auf Praslin ist das Angebot jedoch begrenzt. Reservierung im voraus ist zu empfehlen. Die Miet- und Versicherungsbedingungen sollte man sich sehr genau durchlesen. Das Mindestalter ist 21 Jahre, Benzin ist teurer als in Europa. Auf La Digue können auch Fahrräder gemietet werden. Unterlagen: Führerschein des eigenen Landes. Verkehrsbestimmungen: Linksverkehr, die Höchstgeschwindigkeit ist 65 km/h außerhalb und 40 km/h innerhalb von Ortschaften, auf Praslin überall 40 km/h.
Unterkunft:
Es gibt etwa 4500 Hotelbetten auf den Inseln, und vor allem während der Hauptsaison von Dezember bis Januar und im August empfiehlt es sich, im voraus mit Anzahlung zu buchen. Es gibt keine Jugendherbergen, und Zelten ist nicht gestattet.
HOTELS UND PENSIONEN: Alle neueren Hotels entsprechen dem internationalen Standard; es gibt einige größere Resort-Hotels, die Klimaanlage, Zimmer mit Bad, Swimmingpool und vielfältige Sporteinrichtungen bieten. Ältere Hotels und Pensionen haben nicht immer alle diese Annehmlichkeiten. Viele der ehemaligen Plantagenhäuser sind behutsam modernisiert und in Hotels oder Pensionen mit freundlicher Atmosphäre umgewandelt worden. Auf den abgelegensten Inseln findet man Häuschen und Pensionen mit Strohdächern.
FERIENWOHNUNGEN: Ferienwohnungen für Selbstverpfleger gibt es auf allen größeren Inseln.