

Übersicht:
Federal Republic of Nigeria
Westafrika
Geographische Lage: 4°N -14°N / 3°O - 15°O
Nigeria grenzt im Norden an Niger, im Nordosten an den Tschad, im Osten an Kamerun und im Westen an Benin. Im Süden liegt der Golf von Guinea, einschl. der Bucht von Benin und des Golfs von Biafra. Landschaft und Vegetation sind sehr unterschiedlich; die Küstenregion ist flach mit Lagunen, Sandstränden und Mangrovensümpfen sowie Regenwäldern mit bis zu 30 m hohen Palmen. Von hier aus geht die Landschaft in Savanne und offene Waldgebiete über, die zum zentralen Plateau von Jos ansteigen (2000 m). Der Norden, der südliche Ausläufer der Sahara, besteht aus Wüste und Halbwüste.
Zeitzone: MEZ
Fläche: 923.768 qkm
Höchster Punkt: Chappal Waddi 2419 m
Tiefster Punkt: Atlantischer Ozean 0 m
Längster Fluß: Niger 4200 km (Anteil Nigeria)
Klima: Tropisches feucht-heißes Klima im Süden (im Norden eher trocken) ohne Jahreszeiten im eigentlichen Sinn. Es gibt nur einen Wechsel von Regen- und Trockenzeit. Im Süden dauert die Regenzeit von: Mai bis Anfang November. Trockener Wüstenwind (Harmattan) in den Monaten Dezember bis Februar.
Flora und Fauna: Die Vegetation in Nigeria ist äußerst vielfältig. Im Küstenstreifen und bis weit in das Nigerdelta hinein wachsen Mangroven und tropischer Regenwald. Im Südosten ist der Regenwald bereits vollständig durch Palmenwälder ersetzt worden. Die Tierwelt ist in den stark besiedelten Regionen des Südens und mittleren Nordens erheblich dezimiert.
Hauptstadt: Abuja
Bevölkerung: 131,530.000
Bevölkerungsdichte: 142/qkm
Ethnische Zusammensetzung: Hausa u. Fulani 29%, Yoruba 21%, Ibo 18%
Religion: Muslim 50%, Christen 40%, Naturreligionen 10%
Sprache: Amtssprache ist Englisch. Die drei nigerianischen Hauptsprachen sind Yoruba, Ibo/Igbo und Hausa, daneben werden 400 andere Sprachen gesprochen.
Politisches System: Präsidiale Bundesrepublik (im Commonwealth) seit 1979 (von 1995 bis 1999 von der Mitgliedschaft suspendiert). Neue Verfassung von 1999. Zweikammerparlament: House of Representatives mit 360, Senate mit 190 Mitgliedern. Staats- und Regierungschef: Olusegun Obasanjo, seit 1999. Unabhängig seit 1960 (ehemalige britische Kolonie).
Währung: 1 Naira = 100 Kobo
Durchschn. Kaufkraft/Jahr: 1.100 EUR
Wirtschaft: Nigeria ist ein OPEC-Land. Der Erdölexport, der 90% der Deviseneinnahmen erbringt, ist von entscheidender Bedeutung für die nigerianische Wirtschaft. Nigeria verfügt ferner über große, z. T. noch nicht ausgebeutete, Kohle-, Erdgas- und Mineralvorkommen. 64% der Erwerbstätigen sind noch immer in der Landwirtschaft beschäftigt, die Abwanderung in die Städte hat jedoch in den letzten Jahren stark zugenommen. Die Regierung versucht, der Landflucht entgegenzuwirken und den Lebensstandard der Landbevölkerung zu heben. Die Wirtschaftspolitik zielt darauf ab, die Abhängigkeit von den Erdöleinnahmen zu verringern und die Produktivität der Landwirtschaft zu verbessern, die in den letzten Jahren unter der Dürre und der geringen Investitionstätigkeit litt. Obwohl Nigeria früher Selbstversorger war, muß das Land heute Nahrungsmittel importieren. Hauptexportgüter im Agrarbereich sind Erdnüsse, Kakao und Palmenöl. Die weltweite Rezession Anfang der achtziger Jahre hat sich lähmend auf die gut entwickelte Fertigungswirtschaft ausgewirkt. Einige Branchen hatten angesichts der Devisenknappheit auch mit Ersatzteilmangel zu kämpfen. Die Inflationsrate ist nach wie vor hoch (1992 bei 45%). Die politischen Unruhen und Streiks und die in Frage gestellte Demokratisierung des Landes haben die wirtschaftliche Entwicklung zusätzlich beeinträchtigt. Hauptbezugsgebiete sind Großbritannien, Deutschland, Frankreich und die USA. Die wichtigsten Absatzgebiete sind die USA (40%), Spanien und Deutschland.
Mais, Hirse, Reis, Maniok, Bananen, Zitrusfrüchte, Gemüse, Kakao, Erdnüsse, Palmkerne und Palmöl, Kautschuk, Kokosnüsse, Tabak, Baumwolle, Viehrucht, Forstwirtschaft.
Fischfang.
Gewinnung von Steinkohle, Erdöl, Ergas, Columbit, Zinn, Gold.
Textil-, Lebensmittelindustrie, Erdölraffinerien, Metall-, Holzverarbeitung, Kraftfahrzeugmontage.
Exportgüter: Erdöl, Kakao, Erdnüsse, Zinn.
Landwirtschaft: 33%
Industrie: 42%
Dienstleistung: 25%
Lebenserwartung: 52 Jahre
Analphabetenrate Männer: 28%
Analphabetenrate Frauen: 44%
Information: http://www.motherlandnigeria.com/
Das Land
Der am Golf von Guinea gelegene Staat erstreckt sich vom tropisch feuchtheißen Süden mit äquatorialen Regenwäldern über Feucht- und Trockensavannengebiete bis in die Dornbuschsavannen der Sahelzone im Norden. Von der versumpften Küstenebene steigt das Land nach Norden zu einer 300-500 m hohen und von dichten Regenwäldern bestandenen Hügel- und Tafellandzone an, die jenseits der breiten Talungen des Niger und Benue allmählich zu den weiten Hochflächen des Nordnigerianischen Plateaus (Bauchiplateau 2010 m) überleitet, das den Zentralraum des Landes einnimmt und Savannen sowie durch Rodung entstandene Sekundärwälder trägt.
Die Bevölkerung
Nigeria gilt als der bevölkerungsreichste Staat Afrikas. Am stärksten besiedelt sind der Südwesten zwischen der Golfküste und dem Yorubaland sowie der Südosten. Die Mehrheit der Bevölkerung lebt auf dem Land. Rund 40% der Nigerianer wohnen in Städten, die jedoch vielfach in ihrem Charakter mehr einem Großdorf ähneln. In ethnischer Sicht ist Nigeria ein Vielvölkerstaat, in dem mehr als 400 verschiedene Stämme und Sprachgruppen leben. Die bedeutendsten Völker sind die im Norden ansässigen Haussa, die Yoruba im Südwesten, die Ibo im Südosten und die Fulbe. Im Norden ist der Islam vorherrschend, dem etwa die Hälfte aller Nigerianer angehört. Gut ein Drittel der Bevölkerung sind Christen, die vor allem im dicht besiedelten Süden leben. Die Spannungen zwischen Nord- und Südnigerianern sind z. T. religiös begründet: Christliche Missionen konnten nur in den südlichen, nichtislamischen Regionen wirken; hier erhielten fast alle Kinder eine Grundschulausbildung; aus diesem Kulturgefälle resultiert auch ein soziales und wirtschaftliches von Süden nach Norden. Die Analphabetenquote beträgt noch über 40%.
Die Wirtschaft
Die Landwirtschaft liefert für den Export Erdnüsse und Erdnussöl, Kakao, Kautschuk und Palmprodukte. Die Viehzucht (Rinderhaltung) ist auf den Norden beschränkt. Nigeria war eines der wichtigsten afrikanischen Ausfuhrländer für Edelhlzer. Die fortschreitende Zerstörung der Regenwälder hat zu einem Ausfuhrverbot für Edelhölzer geführt. Die Industrialisierung ist im Aufbau begriffen. Schwerpunkt ist die Verarbeitung von Agrarprodukten. In der Textilindustrie wird vor allem Baumwolle verarbeitet. Besondere Bedeutung für die weitere Industrialisierung hat die Förderung der reichen Erdölvorräte (Erdöl erbringt 94% des gesamten Ausfuhrwerts). Nigeria verfügt auch über reiche Vorkommen von Erdgas, Steinkohle, Zinn, Kolumbit, Eisen und Zirkon. Wichtig für die Energieerzeugung ist der 1969 fertig gestellte Kainji-Staudamm am Niger.
Der Verkehr
Obwohl das nigerianische Verkehrsnetz im Vergleich zu anderen afrikanischen Ländern gut ausgebaut ist, ist es insgesamt doch zu weitmaschig und für das Verkehrsaufkommen ungenügend. In den 1990er Jahren umfasste das Eisenbahnnetz rund 3600 km, das Straßennetz 112 000 km, wovon rund 31 400 km eine feste Decke hatten. Die Binnenwasserstraßen (6400 km) spielen für den Güterverkehr eine entscheidende Rolle. Die wichtigsten Seehäfen sind Lagos (Apapa und Tin Can Island), Calabar, Warri, Port Harcourt und der Erdölhafen Bonny. Die Flughäfen Lagos, Kano und Port Harcourt haben internationale Bedeutung.
Die Geschichte
In vorkolonialer Zeit gründeten u. a. die Yoruba, Hausa und Nupe politisch und kulturell bedeutende Staaten auf dem Gebiet des heutigen Nigeria. 1804 rief der islamische Gelehrte Usman dan Fodio einen "Heiligen Krieg" aus, der zur Errichtung des Fulbe-Reichs von Sokoto führte. Dieses griff erobernd nach Osten und Südwesten aus, bis es 1903 von den Briten unterworfen wurde. Nachdem verschiedene europäische Staaten seit 1500 Sklaven- und anderen Handel in Nigeria getrieben hatten, setzten sich die Briten seit 1861 an der Küste fest. 1914 wurde eine einheitliche britische Kolonialverwaltung für Nigeria geschaffen. Moderne politische Bewegungen der Afrikaner entstanden schon seit 1920; sie formierten sich nach 1945 zum National-kongress für Nigeria und Kamerun (NCNC) und zur Action Group. England gewährte stufenweise Verfassungsreformen, steigerte den Anteil der Afrikaner an Regierung und Verwaltung und sicherte die föderative Struktur Nigerias. Am 1. 10. 1960 wurde Nigeria unabhängig, drei Jahre später Republik. Das parlamentarisch-demokratische Regierungssystem, in dem die Konservativen des Nordens (Northern People's Congress, NPC) das Übergewicht hatten, verlor durch Korruption und Wahl-fälschungen rasch sein Ansehen. Die soziale Spannung zwischen den breiten Volks-massen und einer dünnen Amts- und Bildungselite entlud sich zum Teil in Stammes- und Parteikonflikten. 1966 versuchten jüngere Offiziere einen Staatsstreich, setzten sich jedoch nicht völlig durch. Mehrere führende Politiker wurden ermordet (A. Bello, T. Abubakar u. a.); die Regierung wurde 1966 von einer Gruppe von Offizieren und zivilen Beamten unter Leitung Y. Gowons übernommen. Die Abspaltung der Ost-region (Biafra) am 30. 5. 1967 führte zu einem dreijährigen Bürgerkrieg, in dem die Zentralregierung von Großbritannien und der UdSSR Militärhilfe erhielt. Auch die meisten afrikanischen Staaten unterstützten den Anspruch Nigerias, die Einheit des Staates zu erhalten. Nach dem Bürgerkrieg stieg Nigerias Bedeutung als Führungs-macht in Schwarzafrika aufgrund seiner hohen Bevölkerungszahl und seines Wirtschaftswachstums; aber die sozialen Gegensätze wuchsen trotz der großen Einnahmen aus dem Erdölexport. 1975 wurde Gowon gestürzt. General Murtala Ramat Mohammed verfügte im Rahmen eines "korrektiven Regimes" die Massen-säuberung der Verwaltung und verkündete ein Neun-Punkte-Programm zur Demokratisierung des Landes, das nach seiner Ermordung durch Putschisten im Januar 1976 von seinem Nachfolger General O. Obasanjo weiterverfolgt wurde. Nach Zulassung von Parteien und der Verkündung einer neuen Verfassung 1978 fanden 1979 allgemeine Wahlen statt, bei denen die National Party of Nigeria (NPN) knapp siegte. Staatspräsident wurde A. S. Shagari, unter dem Nigeria eine Politik enger Zusammenarbeit mit den westlichen Industriestaaten verfolgte. Shagari wurde 1983 mit großer Mehrheit wieder gewählt, aber noch im selben Jahr vom Militär gestürzt, das die Verfassung suspendierte. Ein weiterer Putsch brachte 1985 General I. Babangida an die Macht. 1991 wurde Abuja zur neuen Hauptstadt proklamiert. 1992 fanden Parlamentswahlen statt, aus denen die Social Democratic Party als Siegerin hervorging. Die Befugnisse des Parlaments blieben jedoch eng begrenzt. Die von blutigen Unruhen überschatteten Präsidentschaftswahlen im Juni 1993 ließ Babangida annullieren. Im August 1993 trat er zurück und übertrug die Macht auf eine Interims-regierung, deren politische Legitimation jedoch zweifelhaft blieb. Im November 1993 übernahm wieder das Militär die Regierungsgewalt. Neuer Machthaber wurde General S. Abacha, der diktatorisch regierte, und dessen Repressionspolitik mit der Hinrichtung des Schriftstellers und Umweltschützers Ken Saro-Wiwa und acht weiterer Regime-kritiker im November 1995 einen Höhepunkt erreichte. Das Verhalten der nigerianischen Regierung rief internationale Proteste hervor. Nach Abachas Tod 1998 übernahm General Abdulsalam Abubakar die Staatsführung, der die Rückkehr zu einem zivilen Regierungssystem einleitete. Bei Parlamentswahlen im Februar 1999 konnte die People's Democratic Party (PDP) die absolute Mehrheit erringen. Im selben Monat stattfindende Präsidentschaftswahlen gewann der frühere Militärherrscher O. Obasanjo als Kandidat der PDP. Nigeria spielt eine aktive Rolle in der inner-afrikanischen Politik (z. B. Engagement im liberianischen Bürgerkrieg).
Reiseinformation
Der Südwesten
Lagos, die angeblich teuerste Stadt der Welt, ist geschäftig und überfüllt. In der Stadtmitte liegt die Insel Lagos, die durch zwei Brücken mit dem Festland verbunden wird. Die Inseln Ikoyi und Victoria sind ebenfalls mit der Insel Lagos verbunden. Im Nationalmuseum in Onikan auf der Insel Lagos kann man Gebrauchsgegenstände alter nigerianischer Zivilisationen bewundern und im angeschlossenen Handwerkszentrum nigerianisches Kunstgewerbe erstehen. Auf dem Jankara-Markt der Insel ist das Handeln erlaubt. Hier werden bedruckte Baumwoll- und handgewebte Stoffe, Gewürze und Lederartikel angeboten. Ibadan ist berühmt für seine Universität und den Markt, der zu den größten Nigerias zählt. Von hier aus kann man die alten Städte des Western State besuchen.
In der ehemaligen Hauptstadt des Yoruba-Königreiches Oyo gibt es einige alte portugiesische Kolonialgebäude.
In Oshogbo wurde die international bekannte Oshogbo-Kunstschule gegründet. Hier sind auch die berühmten Oshun-Schreine und der Oshun-Hain der Yoruba-Göttin der Fruchtbarkeit zu Hause.
Ile-Ife ist der ehemalige Name der Stadt Ife, der Wiege der Yoruba-Kultur. Im Museum werden Bronze- und Terrakottaskulpturen aus dem 13. Jahrhundert ausgestellt. Die sieben Olumirin-Wasserfälle erreicht man am besten von Akure aus.
Die Nigermündung
Benin City ist eine moderne und schnellwachsende Großstad. Das Nationalmuseum mit seiner Ausstellung königlicher Kunst ist einen Besuch wert. Für einen Abstecher zum Oba's Palace sollte man rechtzeitig eine Erlaubnis in Lagos beantragen.
Zahlreiche Dörfer im Cross River State sind für ihr Kunsthandwerk und überlieferte magische Rituale bekannt, aber nur mit dem Kanu oder zu Fuß erreichbar. Sapoba, Abaraka, Sapele, Warri und Auchi können auch auf dem Straßenweg erreicht werden.
Auf einem Hügel oberhalb des gleichnamigen Flusses liegt die Stadt Calabar. Ikot Ekepne ist bekannt für seine Korbwaren und Holzschnitzereien. Im Museum von Oron sollte man einen Blick auf die ausgestellten Ibibio- und Efik-Schnitzereien werfen. An der Straße nach Kamerun liegt Ikom, dessen kreisförmig angeordnete Monolithen zahlreiche Besucher anziehen.
Port Harcourt ist seit langer Zeit ein bedeutender Hafen und neuerdings Zentrum der Erdölindustrie.
Der Norden
Die Verwaltungshauptstadt Kaduna mit ihren schönen Gebäuden und modernen Anlagen wurde von den Briten erbaut. Die alte von Stadtmauern umgebene Stadt Zaria im Norden konnte sich einen Großteil ihres alten Charakters bewahren. Außerhalb von Katsina, an der Grenze zu Niger, befinden sich einige Grabhügel der Haussa. In der Stadt finden auch die eindrucksvollen Sallah-Festivals statt. Kano: Die von Mauern umgebene Altstadt hat eine mittelalterliche Atmosphäre. Auf dem Kurmi-Markt kann man Souvenirs wie reich bestickte Fulani-Pferdedecken und Festdekorationen erstehen. Die Färbgruben (Kofar Mata) gehören zu den ältesten Afrikas. Die Große Moschee und der Palast des Emirs sind interessant. Das angenehme Klima von Jos (1200 m. ü. M.) macht diese Stadt zu einem beliebten Urlaubsziel. Das Museum hat eine Sammlung von Keramik-Gegenständen, die aus dem ganzen Land zusammengetragen wurden. Das Architekturmuseum beherbergt eine Sammlung lebensgroßer Nachbildungen der verschiedenen nigerianischen Bauweisen. Auch der kleine Zoo ist interessant; Ausflüge zu den Assob-Wasserfällen sind einfach zu organisieren. In Maiduguri wird drei Monate nach dem Eid al-Fitr das Sallah-Festival gefeiert. Die Borno-Reiter zeigen auf diesem Fest ihr Können. Bei einem Stadtbummel sollte man sich auch den Palast, den Zoo und die Museen ansehen. Die flache Umgebung des Tschad-Sees ist während und nach der Regenzeit oft überflutet. Diese Region ist ein Paradies für Ornithologen und Naturliebhaber. Ein Gegengewicht dazu bildet die einzigartige und faszinierende Berglandschaft um Biu und in Richtung der Grenze nach Kamerun. Abuja, seit 1991 neue Bundeshauptstadt, ist für den Tourismus noch nicht gerüstet. Die wunderschöne Lage ermöglicht jedoch einen herrlichen Blick über die Savanne.
Verkehrsmittel:
FLUGZEUG: Nigeria Airways (WT) verbindet Lagos mit Ibadan, Benin, Port Harcourt, Enugu, Calabar, Kaduna, Kano, Jos, Sokoto, Maiduguri und Yola. Charterflugzeuge kann man in Lagos bei Aero Contractors, Pan-African Airlines und Delta Air Charter erhalten. Inlandflüge sollten im voraus gebucht werden, mit langen Verspätungen muß gerechnet werden.
SCHIFF: An der Südküste und auf den Flüssen Niger und Benue verkehren Fähren.
BAHN: Die beiden täglich befahrenen Hauptstrecken verlaufen von Lagos nach Kano (über Ibadan, Oyo Ogbombosho, Kaduna und Zaria) und von Port Harcourt nach Maiduguri (über Aba, Enugu, Makurdi und Jos). In Kaduna und Kafanchan kann man von der einen auf die andere Hauptstrecke umsteigen. Beide Hauptstreckenzüge verkehren täglich. Weitere Nebenstrecken verbinden Zaria mit Gusau und Kaura Namoda. Schlafwagenplätze müssen im voraus gebucht werden. Drei Klassen.Einige Züge haben Speisewagen und Klimaanlage. Züge sind langsamer als Busse, aber preiswerter.
BUS/PKW: Das Straßennetz verbindet alle größeren Städte miteinander. In einigen abgelegeneren Regionen sind Straßen während der Regenzeit unbefahrbar. Busse und Taxis (Ford Transits) verkehren zwischen den größeren Städten. Mietwagen sind am besten in Lagos und Abula erhältlich.
STADTVERKEHR: Das öffentliche Verkehrswesen in Lagos ist verwirrend. Die Stadt leidet unter chronischen Verkehrsstaus, und Fährpläne können besonders in den Stoßzeiten nicht eingehalten werden. In Lagos gibt es ein staatliches Busnetz, zwei private Busfirmen und Tausende privater Minibusse. Für die gelben Taxis in Lagos sollte man Fahrpreis und Trinkgeld vor Antritt der Fahrt aushandeln. Eine Fähre pendelt zur Insel Lagos.
Unterkunft:
HOTELS: In Lagos und in den anderen größeren Städten gibt es Spitzenhotels, die jedoch häufig ausgebucht sind.
ANDERE UNTERKÜNFTE: Staatliche Rest Houses, die meist in alten Kolonialhäusern untergebracht sind, gibt es im ganzen Land. Christliche Missionen bieten gute, einfache und preiswerte Unterkünfte. Die Universitäten haben eigene Guest Houses für Gastakademiker, in denen manchmal auch Touristen unterkommen können. In den meisten größeren Städten bieten Sportklubs preiswerte Unterkünfte mit Mahlzeiten, man muß allerdings meist eine zeitlich begrenzte Mitgliedschaft erwerben. Als Zentrum der Erdölindustrie bietet Port Harcourt vielfältige Unterkunftsmöglichkeiten.