

Übersicht:
République du Niger
Republic of Niger
Westafrika
Geographische Lage: 12°N - 23°N / 0° - 16°O
Niger grenzt im Norden an Libyen und Algerien, im Osten an den Tschad, im Süden an Nigeria und Benin und im Westen an Mali und Burkina Faso. Die Hauptstadt Niamey am nördlichen Ufer des Niger ist schon seit langem ein bedeutendes Handelszentrum an diesem stark befahrenen Wasserweg. Der Fluß schlängelt sich 500 km durch den westlichen Teil des Landes. Im Süden entlang der nigerianischen Grenze befindet sich ein Landstrich mit Trockensavanne, der jedes Jahr durch Überweidung 20 km schmaler wird. Die Ténéré-Wüste nimmt bereits heute über 50% der Fläche Nigers ein. Sie wird von einer flachen Bergkette durchzogen, der Aïr ou Azbine. In den südlichen Ausläufern liegt die Provinzhauptstadt Agadez, mitten in der Halbwüste, umgeben von grünen Tälern und heißen Quellen. Die östlich der Bergkette gelegene Geröllwüste verwandelt sich in der Regenzeit in Weideland. Der Norden und Westen bestehen überwiegend aus großen Sandflächen. Am Tschad-See im Südosten wird Ackerbau betrieben.
Zeitzone: MEZ
Fläche: 1,267.000 qkm
Höchster Punkt: Mount Greboun 1944 m
Tiefster Punkt: Niger River 200 m
Längster Fluß: Niger 4200 km (Anteil Niger)
Klima: Kontinental-Sahara Klima mit einer Regenzeit von Juni bis September. Die Trockenzeit dauert von Oktober bis Mai mit den heißesten Temperaturen im April/Mai.
Flora und Fauna: Im Südosten des Landes, in der Umgebung des Tschadsees, liegt das Mangaland, das durch Savannenvegetation geprägt ist. Der Pflanzenreichtum des Landes wird von Mahagoni-, Kapok- und Affenbrotbäumen bestimmt, an den Wüstenrändern gedeihen Dattelpalmen. Die Vielfalt der Tierwelt ist bedroht, zumal es kaum Schutzmaßnahmen gibt.
Hauptstadt: Niamey
Bevölkerung: 13,957.000
Bevölkerungsdichte: 11/qkm
Ethnische Zusammensetzung: Hausa 56%, Djerma 22%, Fula 9%, Tuareg 8%
Religion: Muslim 80%
Sprache: Amtssprache ist Französisch. Umgangssprachen sind u. a. Haussa (75% der Bevölkerung) und Tamaschagh, ein Tuaregdialekt, sowie Songhai-Dscherma und Fulbe.
Politisches System: Präsidialrepublik seit 1960. Verfassung von 1999. Parlament mit 83 Mitgliedern. Staatsoberhaupt: Mamadou Tandja, seit 1999. Regierungschef: Hama Amadou, seit 2000. Unabhängig seit 1960 (ehemalige französische Kolonie).
Währung: 1 CFA Franc = 100 Centimes
Durchschn. Kaufkraft/Jahr: 1.100 EUR
Wirtschaft: Niger ist eines der ärmsten Länder der Welt. 86% der Erwerbstätigen sind in der Landwirtschaft beschäftigt, obwohl der Anteil der Nutz- an der Gesamtfläche nur 5% beträgt. Dürrekatastrophen, fortschreitende Wüstenbildung und Schädlingsbefall machen dem Land zu schaffen. Nur 10% der Agrarprodukte, vor allem Erdnüsse und Baumwolle, sind für den Export bestimmt. Der Nahrungsmittelbedarf der Bevölkerung muß z. T. durch Importe und Entwicklungshilfe gedeckt werden. Die wichtigste Einnahmequelle ist der Uranexport; angesichts des Überangebots bei kaum steigendem Bedarf liegt der Weltmarktpreis jedoch gegenwärtig weit unter dem der siebziger Jahre. Frankreich nimmt Uran zu subventionierten Preisen ab. Frankreich (30% der Importe, 76% der Exporte) und Nigeria (28% der Importe, 11% der Exporte) sind die Haupthandelspartner.
Hirse, Reis, Maniok, Baumwolle, Erdnüsse, Viehzucht.
Gewinnung von Zinn, Uranerz.
Verarbeitung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen.
Exportgüter: Uranerze, Erdnüsse, Vieh, Häute.
Landwirtschaft: 40%
Industrie: 18%
Dienstleistung: 42%
Lebenserwartung: 41 Jahre
Analphabetenrate Männer: 76%
Analphabetenrate Frauen: 91%
Information:
Das Land
Der tropische, mit Trockensavanne bestandene Süden geht nach Norden über die breite Sahelzone mit spärlicher Dornsavanne in die Wüste der Sahara über. Das Hauptsiedlungs- und Wirtschaftsgebiet ist der Süden, in dem noch Regenzeit-Feldbau möglich ist, und besonders der vom Niger durchflossene äußerste Südwesten. Die Weideregion der Wanderhirten sind die Sahelzone und das Gebirge von Air (Mt. Greboun 1944 m), das im Sommer noch etwas Regen erhält. Es wird im Westen von der wüstenhaften Landschaft Talak und im Osten von der Sandwüste Tenere begrenzt. Hier gibt es nur in den Oasen Lebensmöglichkeiten.
Die Bevölkerung
Die vorwiegend islamische Bevölkerung besteht im Süden aus Ackerbau treibenden Sudanstämmen der Haussa (54% der Bevlkerung), Dscherma, Songhai u. a.; in den Weidegebieten leben die nomadisierenden Fulbe und Tuareg; einige tausend Europäer sind meist Franzosen.
Die Wirtschaft
In der Wirtschaft macht sich der Wassermangel bemerkbar; nur etwa 10% der Gesamtfläche können landwirtschaftlich genutzt werden. Der Hackbau liefert Erdnüsse für den Export; in Oasenkulturen werden Dattelpalmen, Obst, Gemüse u. a. angebaut. Wichtig sind die Viehzucht und die Fischerei am Tschadsee und am Niger. Der Berg-bau liefert Uran (wichtigstes Exportprodukt Nigers), Zinn, Braunkohle, Kaolin, Natron und Salz.
Der Verkehr
Straßen gibt es nur im Nigergebiet und an der Südgrenze. Ein internationaler Flughafen liegt bei Niamey.
Die Geschichte
Zwischen dem 14. und 16. Jh. gehörte Niger dem Mali- bzw. Songhaireich an und wurde dann von Bornu erobert. Ende des 19. Jh. besetzte Frankreich das Gebiet (seit 1911 ein Teil von Französisch-Westafrika). Nach dem 1. Weltkrieg wurde die "Niger-Kolonie" aus den Kolonien Obersenegal und Niger gebildet; ihr waren 1932-1947 Teile Obervoltas angegliedert. 1958 wurde Niger autonome Republik innerhalb der Französischen Gemeinschaft. Die 1946 gegründete Fortschrittspartei (Parti Progressiste Nigerien, PPN) setzte sich als Einheitspartei durch. Seit dem 3. 8. 1960 ist Niger unabhängig; Staatspräsident wurde der PPN-Vorsitzende H. Diori. 1974 wurde Diori durch eine Militärjunta gestürzt; ihr Anführer, Oberstleutnant S. Kountche, übernahm die Funktionen des Staatschefs. 1987 starb Kountche; ihm folgte Ali Seybou im Präsidentenamt. 1991 wurde eine Reform des politischen Systems eingeleitet. Die Bevölkerung stimmte in einem Referendum 1992 für eine neue Verfassung. Bei Parlamentswahlen 1993 gewann das Oppositionsbündnis Alliance des forces du changement die absolute Mehrheit der Mandate. Die Bevölkerung wählte den Sozialdemokraten M. Ousmane zum Staatspräsidenten. Er wurde im Januar 1996 vom Militär unter Führung von Oberst I. B. Mainassara gestürzt. Der neue Machthaber ließ im Mai 1996 ein Referendum abhalten, in dem eine neue präsidiale Verfassung angenommen wurde. Mainassara wurde zum Präsidenten gewählt. Die Opposition zweifelte an der Korrektheit des Urnengangs. Nach der Ermordung Mainassaras im April 1999 übernahm das Militär unter Führung von D. M. Wanke die Macht. Per Referendum wurde im Juli 1999 eine neue Verfassung angenommen. Die Präsidentschaftswahlen im November 1999 gewann T. Mamadou. Innenpolitische Spannungen gibt es mit den Tuareg im Norden des Landes.
Reiseinformation
Niamey, am Nordufer des Niger, ist eine weitläufige Stadt mit moderner Innenstadt und Elendsquartieren in den Vororten. Der Kleine und der Große Markt sind einen Besuch wert. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Große Moschee, das Nationalmuseum (großer Park mit Botanischem Garten, Zoo und Kunstgewerbeausstellung), das französisch-nigerische Kulturzentrum und das Hippodrom. Stadtrundfahrten werden angeboten.
Südlich von Niamey liegt der bekannte Parc National du W, in dem Büffel, Elefanten, Löwen, Hyänen, Schakale, Paviane und viele verschiedene Vogelarten leben. Der Niger-Fluß fließt hier durch die Mékron-Schlucht.
Agadez, die malerische Hauptstadt der Tuareg, ist noch immer ein Karawanenknotenpunkt, hier wird rege Handel getrieben. In den Nebenstraßen kann man schöne Silber- und Lederwaren kaufen. Das Minarett der Moschee ist aus getrocknetem Lehm gebaut worden und ist fast 500 Jahre alt. Man kann Ausflüge in die Berge zu den Quellen in Igouloulef und Tafadek machen, oder zur prähistorischen Stätte bei Iférouane. Das nördlich von Agadez gelegene Aïr-Gebirge hat etwas mehr Niederschlag als die Halbwüste, von der es umgeben ist. Als Folge der Dürre, die sich bis hierher ausgewirkt hat, nimmt der Tierbestand rapide ab. Für Reisen in dieses Gebiet ist u. U. eine Sondergenehmigung erforderlich. Weiter im Norden finden sich die berühmten Sanddünen von Temet. Abenteuerlustige können die Wüste Ténéré durchqueren und die Djado-Berge besuchen.
Zinder war bis 1927 die Hauptstadt Nigers. In der Nähe der Stadtmitte befinden sich der Sultanspalast und die Moschee, von deren Minarett man einen Rundblick hat. Der Stadtteil Zengou war früher ein Lager- und Rastplatz für Karawanen. Donnerstags findet ein Markt statt, auf dem man Lederwaren kaufen kann. Auf der Strecke nach Zinder liegt Dosso, das im 13. Jahrhundert nach dem Fall der Gao von den Zarma gegründet wurde. Der Palast und der belebte Dorfplatz, auf dem viele Festivals und offizielle Feierlichkeiten stattfinden, sind sehenswert. Nigers wirtschaftliches Zentrum ist Maradi. Der Palast des Sultans und die Moschee sind einen Besuch wert.
Ayorou an der Grenze zu Mali ist ein alter Handelsposten; sonntags findet hier ein Kamel-Markt statt. Wer ein bißchen Glück hat, kann in der Gegend um Tillabéri Giraffen sehen. In Niamey kann man Zweitagestouren buchen.
Verkehrsmittel:
FLUGZEUG: Air Niger bietet Verbindungen von Niamey nach Agadez, Zinder, Arlit und Maradi. Charterflüge können durch Air Niger oder Transniger in Niamey organisiert werden.
BUS/PKW: Es gibt über 10.000 km Allwetterstraßen. Die Hauptverkehrsstraßen des Landes führen von Niamey nach Zinder, Tahoua, Arlit und Gaya. Viele Nebenstraßen sind während der Regenzeit nicht befahrbar. Die beste Zeit für Überlandfahrten ist von Dezember bis März. Tankstellen sind recht selten, und Reparaturen sind außerordentlich teuer. Man darf nur auf der Route reisen, die am Ausgangsort polizeilich im Reisepaß vermerkt wurde. Bus: Zwischen den größeren Ortschaften gibt es relativ gute Busverbindungen. Von Niamey verkehren Busse nach Zinder, Agadez, N'guemi und Tera. In anderen Landesteilen fährt man normalerweise als Passagier in Lastwagen; falls man in der Fahrerkabine sitzen möchte, muß man einen Zuschlag bezahlen. Buschtaxis verkehren im ganzen Land. Mietwagen kann man mit und ohne Fahrer mieten, außerhalb der Hauptstadt nur mit Fahrer.
Unterkunft:
Gute Hotels findet man in Niamey, Zinder, Ayorou, La Tapoa, Maradi und Agadez. Außerdem gibt es Encampments in Agadez, Boubon, Namaro und Tillabéri.