Landkarte Namibia klein

NAMIBIA (NAM)


Fahne Namibia

Übersicht:
Republic of Namibia
Südliches Afrika
Geographische Lage: 17°S - 29°S / 12°O - 25°O
Namibia liegt im südwestlichen Afrika. Das überwiegend karge Land grenzt im Norden an Angola, im Osten an Botswana und im Süden an Südafrika, der Caprivi Zipfel, eine schmale Landzunge im Nordosten des Landes, grenzt an Sambia und Simbabwe. Der 1280 km lange Küstenstreifen ist einer der eindruckvollsten der Welt. Die riesigen Wanderdünen der Namib Wüste an der Küste erstrecken sich 80-130 km landeinwärts (bedecken damit 15% der gesamten Landesfläche). Die Ausläufer eines von Nord nach Süd verlaufenden Plateaus senken sich nach Osten zur Kalahari Wüste hin ab. Im Nordwesten erheben sich die 66.000 qkm umfassenden Kaokoveld Berge, tiefer im Landesinneren erstreckt sich die riesige Etoscha Pfanne. Gras- und Buschland umgibt diesen flachen, oft ausgetrockneten Salzsee, der Heimat zahlloser Wildtiere ist. Das Etoscha Tierreservat ist eines der schönsten Afrikas und von Menschenhand fast völlig unangetastet.
Zeitzone: MEZ + 1h
Fläche: 824.292 qkm
Höchster Punkt: Brandberg 2606 m
Tiefster Punkt: Atlantischer Ozean 0 m
Klima: Die Jahreszeiten sind gegenüber Europa um 6 Monate verschoben, der Winter entspricht demnach dem europäischen Sommer und umgekehrt. Die heißesten Monate sind Oktoberbis Jänner. Die namibischen Wintermonate (Mai - September) sind normalerweise warm (Tagestemperaturen 20-25°C), nachts kann es jedoch Frost geben.
Flora und Fauna: In der Namib Wüste gedeihen lediglich Sukkulenten und die außergewöhnliche Welwitscha, die die Feuchtigkeit der Seeluft aufnehmen kann. Die Welwitscha, oft als lebendes Fossil beschrieben,, kann sehr alt werden. Einige Exemplare dieser Art werden auf etwa 2000 Jahre geschätzt. Im Landesinneren ist die Landschaft weniger karg; hier findet man Trockensavanne mit den typischen Dornsträuchern und Hartgräsern und im äußersten Norden auch Baumsavanne. Die artenreiche Tierwelt ist charakteristisch für Südafrika und umfaßt Giraffen, Elefanten, Zebras, Leoparden,
Geparden, Paviane, Kudu-Antilopen, Löwen, Greifvögel und Flamingos; Seelöwen leben an der Küste.
Der Etoscha Nationalpark gehört zu den größten Wildreservaten der Welt.
Hauptstadt: Windhoek
Bevölkerung: 2,031.000
Bevölkerungsdichte: 3/qkm
Ethnische Zusammensetzung: Wambo 51%, Nama 13%, Kavango 10%, Herero 8%
Religion: Christen 85%, Naturreligionen 15%
Sprache: Amtssprache ist Englisch. Oshiwambo ist, in sieben Untergruppen geteilt, die weitverbreitetste Sprache neben Oshiherero. Afrikaans und Deutsch ist nur mehr auf Farmen bzw. Firmen aus altem Kolonialbesitz gebräuchlich.
Politisches System: Republik (im Commonwealth) seit 1990. Verfassung von 1990. Parlament: Nationalversammlung mit 78, Nationalrat mit 26 Mitgliedern. Staatsoberhaupt: Samuel (Sam) Daniel Nujoma, seit 1990; Direktwahl alle 5 Jahre. Regierungschef: Hage Gottfried Geingob, seit 1990. Namibia wurde als letzte Kolonie Afrikas 1990 unabhängig (ehemalige deutsche Kolonie Südwestafrika, seit 1920 von Südafrika verwaltet).
Währung: 1 Namibien $ = 100 Cents
Durchschn. Kaufkraft/Jahr: 4.800 EUR
Wirtschaft: In den Minen Namibias werden Diamanten, Kupfer, Gold, Blei, Zink und Uran abgebaut. Dieser Sektor bestreitet etwa 35% des Bruttosozialproduktes. Ein kleinerer Prozentsatz stammt aus Landwirtschaft und Fischfang. Viehzucht spielt eine größere Rolle als Ackerbau. Ein Großteil der Bevölkerung baut Weizen, Mais und Hirse für den Eigenbedarf des Landes an. Namibia hat einige der besten Fischgründe der Welt. Ein besonderes Problem der neuen SWAPO-Regierung ist die Kontrolle der Wirtschaft. Die Erwartungen der ärmeren schwarzen Bevölkerung sollen erfüllt werden, ohne die von Weißen geführten multinationalen Konzerne zu provozieren, die immer noch einen Großteil der namibischen Wirtschaft kontrollieren. Der Tourismus spielt eine immer größere Rolle. 1993 erwirtschafte dieser Sektor ca. 20% des Bruttosozialproduktes. Südafrika ist der bedeutendste Handelspartner. Weitere wichtige Handelspartner sind Großbritannien, Deutschland und Japan.
Landwirtschaft: 12%
Industrie: 30%
Dienstleistung: 58%
Lebenserwartung:
43 Jahre
Analphabetenrate Männer: 17%
Analphabetenrate Frauen: 19%
Information: http://www.natron.net/tour.htm


Das Land
Namibia lässt sich in drei Großlandschaften gliedern: die Küstenwüste der Namib, das Südwestafrikanische Hochland des Inneren (1000-1500 m hoch) als Teil der Großen Randstufe und das Kalaharibecken. In dem Trockenklima sind die Niederschlagsmengen gering und unregelmäßig. Die Flüsse führen nur während kurzer Perioden in der Regenzeit Wasser. Entsprechend der großen Trockenheit ist die Vegetation äußerst dürftig. Die Namib ist eine fast vegetationslose Wüste, im Norden Halbwüste. Der östliche und zentrale Teil des Landes wird von der Dornsavanne der Kalahari eingenommen. Der zentrale Süden trägt eine aus niedrigen Kräutern und Büschen bestehende lockere Karoovegetation.

Die Bevölkerung
Die Bevölkerung umfasst: Bantuvölker (Wambo, Kavango, Herero), Bergdama, Khoe-Khoe, San, ca. 82 000 Weiße (davon sind 20 000 Deutsche) und Mischlingsgruppen. Insgesamt gliedert sich die Bevölkerung in 11 Nationalitäten, die Weißen und 10 nichtweiße Bevölkerungsgruppen. Neben der Amtssprache Englisch sind die Bantusprachen Oshiwambo und Oshiherero wichtige Verkehrssprachen. Rund 37% der Bevölkerung leben in Städten, davon fast die Hälfte in der Hauptstadt Windhoek, der einzigen Großstadt des Landes.

Die Wirtschaft
Die Wambo im Norden sind Hackbauern, die Herero und Khoe-Khoe meist nomadische Viehzüchter, die San und Bergdama meist Jäger und Sammler. In der Wirtschaft der Weißen überwiegt die Viehzucht (Schafe im Süden, Rinder im Norden). Es werden Fleisch, Butter, Käse, Häute und Karakulfelle ausgeführt. Die Fischerei ist ein wichtiger Wirtschaftszweig (vor allem Langusten), sie nutzt die fischreichen Gewässer des Benguelastroms. Der Bergbau liefert den Hauptteil des Exports, vor allem Diamanten und Uran, ferner Kupfer, Zink, Blei, Zinn, Silber, Gold, Wolfram und Lithium. Neuerdings werden Kupfer und Blei im eigenen Land verhüttet. Steigende Bedeutung hat der Fremdenverkehr, der sich bisher auf den Etoscha-Wildpark im Norden konzentriert.

Der Verkehr
Das Straßennetz umfasst rund 42 000 km, das Eisenbahnnetz rund 2300 km. Haupthäfen sind Walfischbucht und Lüderitz. Windhuk hat einen internationalen Flughafen.

Die Geschichte
Ende des 15. Jh. landeten Portugiesen an der namibischen Küste. Im 19. Jahrhundert bestanden in Südwest- afrika Spannungen zwischen den schwarzafrikanischen Herero und den aus dem Kapland zugewanderten Nama (Khoe-Khoe); beide Völker waren Rinderzüchter. 1884 wurde Südwestafrika deutsches Schutzgebiet. Große Aufstände der Herero und Nama wurden 1904-1906 in einem Vernichtungskrieg niedergeschlagen; seitdem gewannen weiße Siedler maßgeblichen Einfluss auf die Politik. Im 1. Weltkrieg eroberten südafrikanische Truppen das Land, das 1919 der Südafrikanischen Union als C-Mandat des Völkerbunds überlassen wurde. Nach 1945 weigerte sich Südafrika, die UN als Rechtsnachfolger des Völkerbunds anzuerkennen, denn die UN setzten Unabhängigkeit unter einer einheimischen Mehrheitsregierung als Endziel der Treuhandverwaltung fest. Stattdessen übertrug Südafrika nach 1948 die Apartheid-Politik auf Südwestafrika, verwies die Nichtweißen auf begrenzte "Heimatländer" (Homelands) und sicherte den Weißen die Erhaltung ihrer Vorrechte zu. Dagegen organisierte sich der innenpolitische Widerstand vor allem durch die Befreiungsbewegung SWAPO (South West African People's Organization). 1966 erklärte die UN Vollversammlung das Mandat für erloschen, setzte 1967 einen Internationalen Verwaltungsrat ein und gab dem Land 1968 den Namen Namibia.
Unter internationalem Druck und angesichts der seit 1975 veränderten Lage in der Region erklärte sich die Regierung von Südafrika bereit, Namibia bis Ende 1978 die Unabhängigkeit zu gewähren. Über die Verfahrensweise (besonders die Anwesenheit von UN Truppen) kam jedoch keine Einigung mit den UN zustande. Die SWAPO wurde von den UN mehrfach zur legitimen Vertreterin Namibias erklärt. Sie führte von Angola aus einen Guerillakrieg gegen die südafrikanischen Truppen in Namibia.
1978 abgehaltene Wahlen ohne Teilnahme der SWAPO wurden von den UN nicht anerkannt. Nachdem seit 1985 eine schwarze Interimsregierung ohne die SWAPO amtierte, kam es 1988 zwischen Angola, Kuba und Südafrika zu einer Einigung über freie Wahlen in Namibia und den Abzug kubanischer Truppen aus Angola. 1989 wurde eine verfassunggebende Versammlung gewählt, in der die SWAPO die Mehrheit gewann. Am 21. 3. 1990 erfolgte die Proklamation der Unabhängigkeit des Landes, das nach seiner Verfassung eine präsidiale Republik ist. Die SWAPO stellte mit S. Nujoma den ersten Staatspräsidenten. Namibia wurde Mitglied des Commonwealth und der UNO. 1994 ging die Exklave Walfischbucht endgültig in namibischen Besitz über. Bei Wahlen im selben Jahr wurde Nujoma im Amt bestätigt. Die SWAPO gewann eine Zweidrittelmehrheit im Parlament, die sie bei den Wahlen 1999 verteidigen konnte. Nujoma gewann 1999 zum dritten Mal die Präsidentschaftswahlen.

Reiseinformation
Zu Namibias Hauptattraktionen zählen die zehn Nationalparks, die vom Ministerium für Umwelt und Tourismus verwaltet werden. Vorausbuchung wird unbedingt empfohlen.
Etoscha-Nationalpark und Wildreservat:
Dieser ganzjährig geöffnete Nationalpark mit der berühmten Etoscha Pfanne ist eines der bekanntesten Tierschutzgebiete der Welt. Die in 1065 m Höhe liegende Mulde bildet ein riesiges, salzhaltiges Becken, das nur zeitweilig mit Wasser gefüllt ist. Hier leben große Herden der verschiedensten Tierarten, u. a. Elefanten, Löwen, Zebras, Giraffen und Springböcke. Gute Unterkunftsmöglichkeiten sind vorhanden.
Der Fish River Canyon im Süden des Landes ist mit 161 km Länge, 27 km Breite und bis zu 550 m Tiefe eines der größten Naturwunder Afrikas. Am besten gelangt man von Keetsmanshoop zum Fish River, an dem auch der Hardap Damm liegt. Ai-Ais und Groß-Barmen sind Urlaubsorte mit heißen Quellen.
In der Twyfelfontein Region nordwestlich von Windhoek kann man uralte Felszeichnungen besichtigen. Nordöstlich von Twyfelfontein (westlich von Khorixas) befindet sich der "versteinerte Wald" mit seinen 30 m langen, auf ein Alter von 200 Mio. Jahren geschätzten, versteinerten Baumstämmen.
Das Brandbergmassiv ragt einsam aus der Halbwüste auf, sein Hauptgipfel ist mit 2573 m der höchste Berg des Landes. In den Schluchten und Höhlen des Brandbergmassivs gibt es Felszeichnungen und Steingravierungen.
Die bis zu 300 m hoch aufragenden Sanddünen der Namib Wüste an der Westküste sind die höchsten Sanddünen der Welt (am höchsten bei Sossusvlei). Die Namib gehört zu den ältesten und trockensten Wüsten weltweit. Der Namib-Naukluft Park ist mit 49.768 qkm das viertgrößte Naturschutzgebiet der Erde. Campingplätze gibt es in Sesriem und Naukluft.
Der Skelettküstenpark ist eine Küstenlandschaft an den Wüstenausläufern im Norden des Landes mit endlosen Dünen, Nebelschwaden und Luftspiegelungen. Zahlreiche Schiffswracks und verlassene Minen verstärken die unheimliche Atmosphäre.
Im Badeort Swakopmund erinnern manche Gebäude noch daran, daß Namibia einst eine deutsche Kolonie war. Die charmante Hafenstadt Lüderitz liegt im Süden der Namib Region. Lüderitz war die erste deutsche Siedlung im ehemaligen Deutsch-Südwestafrika. Sie verdankt ihren Namen dem Bremer Kaufmann Adolf Lüderitz, der die heute rund 4000 Einwohner zählende Kleinstadt 1884 gegründet hat. Charakteristisch sind die vielen Jugendstilbauten an den schwarzen Felsen. Windhoek, die lebhafte Hauptstadt im Zentrum des Landes, liegt mitten im Gebirge. Wie in einigen anderen Städten des Landes gibt es auch hier zahlreiche Beispiele deutscher Kolonialarchitektur, z. B. die Christuskirche, die Alte Feste und der Tintenpalast; dieser prachtvolle Palast ist damals wie heute Regierungssitz.

Verkehrsmittel:
FLUGZEUG: Das schnellste und praktischste Verkehrsmittel für Langstrecken in Namibia ist das Flugzeug. Air Namibia (SW) fliegt alle größeren Ortschaften sowie die Etoscha Pfanne an (vom Eros-Flughafen, 3 km von Windhoek).
BAHN: Die Hauptbahnstrecken in Namibia sind Windhoek - Keetmanshoop - De Aar, Walvis Bay - Swakopmund -Windhoek - Tsumeb und Lüderitz - Keetmanshoop. Wagen der 1. und 2. Klasse stehen auf diesen Strecken zur Verfügung, in Nachtzügen sind auch Schlafwagen erhältlich. Kinder unter 2 Jahren fahren gratis, Kinder zwischen 2 und 11 Jahren zahlen die Hälfte. Der Luxuszug Desert Express verkehrt zwischen Swakopmund und Windhoek (Fahrzeit 19 Std. 30 Min.). Bei zahlreichen Halten während der Fahrt hat man Gelegenheit, Löwen in freier Wildbahn zu beobachten und auf Spaziergängen durch die Sanddünen der Namib Wüste zu wandern. Ein 3gängiges Abendessen und die Übernachtung im Schlafwagen sind im Reisepreis eingeschlossen.
BUS/PKW: Linksverkehr. Das verhältnismäßig gut instandgehaltene Straßennetz umfaßt 64.799 km, wovon 7841 km geteerte Straßen sind. Wegen erhöhter Unfallgefahr ist äußerste Vorsicht auf Schotterstraßen geboten. Weitere Auskünfte von der Automobil Association, Carl List Gebäude 15, Independence Avenue, Postfach 61, Windhoek. Busse pendeln viermal wöchentlich zwischen den größeren Ortschaften Namibias. Ferner werden von Veranstaltern vor Ort Bustouren durch das Land organisiert. Mietwagen sind am Flughafen und in größeren Orten erhältlich.

Unterkunft:
HOTELS: In Windhoek, Swakopmund und anderen Städten stehen Hotels der gehobenen Mittelklasse zur Verfügung. Hotelzimmer sind jedoch nur in begrenztem Umfang vorhanden, rechtzeitige Vorausbuchung wird empfohlen. Einige Hotels und Lodges haben auch Einrichtungen für behinderte Reisende. Es gibt viele Gästefarmen. Hotels werden mit 1-5 Sternen ausgezeichnet.
LODGES: Unterkünfte gibt es u. a. in der Nähe der berühmten Dünen von Sossuvlei und im Namib-Naukluft Park. Außerdem befinden sich gut ausgestattete Buschcamps im Etoscha Nationalpark und in anderen Tierschutzgebieten.
CAMPING: Campingplätze gibt es in einigen Tierschutzgebieten, u. a. im Etoscha Nationalpark; außerdem in Ai-Ais, am Hardap Damm im Süden, in Groß-Barmen in der Nähe von Okahandja, an den Popa Fällen in Kavango und an verschiedenen Küstenorten.


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