Landkarte Mosambik klein

MOSAMBIK (MOZ)


Fahne Mosambik

Übersicht:
Mozambique
República de Moçambique
Republic of Mozambique
Südliches Afrika
Geographische Lage: 11°S - 27°S / 31°O - 41°O
Mosambik grenzt im Norden an Tansania, im Nordwesten an Sambia und Malawi, im Westen an Simbabwe sowie im Süden an Südafrika und Swasiland. Im Osten liegt der Indische Ozean; die Küste ist annähernd 2700 km lang mit Stränden, Lagunen, Korallenriffen und Inselketten. Nach Westen und Norden verläuft ein großes Plateau, das zu den Bergen hin ansteigt und etwa 50% der Landesfläche einnimmt. Das Plateau besteht aus trockener Savanne mit einigen Wäldern und Steppenregionen. Der Sambesi ist der größte und wichtigste der 25 Flüsse und fließt durch Mosambik in den Indischen Ozean. Die Mehrheit der Bevölkerung (98% sind Bantus) lebt an der Küste oder in den fruchtbaren Tälern, besonders in den Provinzen Sambesi und Gaza.
Zeitzone: MEZ + 1h
Fläche: 799.380 qkm
Höchster Punkt: Monte Binga 2436 m
Tiefster Punkt: Indischer Ozean 0 m
Klima: Im Norden und im Zentrum des Landes wechselfeuchtes Tropenklima, im Süden subtropisch. Es gibt keine Jahreszeiten im eigentlichen Sinn, sondern nur einen Wechsel von Regen- und Trockenzeit. Im Norden bringt der Nordostmonsun den Niederschlag (Dezember bis März). Im Zentrum des Landes treten zyklonale Niederschläge in der Zeit von November bis März auf. Heiß und niederschlagsreich ist es im Süden von Oktober bis März, sonst eher kühl.
Flora und Fauna: Baumsavanne und Grasland sind die vorherrschenden Vegetationsformen; an der Küste wachsen Mangroven und Palmen. Zu den regionaltypischen Bäumen gehören Harthölzer wie Ebenholz und Khaya, in der Trockensavanne überwiegend Mopani und Affenbrotbaum. Bambus und Spartgras kommen häufig in Fluß- und Sumpfgebieten vor. Trotz rücksichtsloser Jagd ist der Tierbestand noch vielfältig. Man findet Weiße Nashörner, Zebras, Warzenschweine und verschiedene Affenarten. Vielfältig ist auch die Vogelwelt mit Flamingos, Kranichen, Ibissen und weiteren Arten.
Hauptstadt: Maputo
Bevölkerung: 19,792.000
Bevölkerungsdichte: 25/qkm
Ethnische Zusammensetzung: Makua 47%, Tsonga 23%, Malawi 12%, Shona 11%
Religion: Naturreligionen 50%, Christen 30%, Muslim 20%
Sprache: Amtssprache ist Portugiesisch. Kisuaheli, Makua, Nyanja und andere Bantu-Sprachen werden ebenfalls gesprochen.
Politisches System: Republik seit 1990 (im Commonwealth seit 1995). Verfassung von 1990. Parlament mit 250 alle fünf Jahre gewählten Mitgliedern. Staatsoberhaupt: General Major Joaquím Alberto Chissano, seit 1986. Regierungschef: Pascoal Manuel Mocumbi, seit 1994. Ein erstes Friedensabkommen zwischen der Regierung und den rechtsgerichteten Renamo-Rebellen wurde 1992 unterzeichnet. 1994 fanden die ersten freien Wahlen statt, bei denen General Chissano im Amt bestätigt wurde. Unabhängig seit 1975 (ehemalige portugiesische Kolonie).
Währung: 1 Metical = 100 Centavos
Durchschn. Kaufkraft/Jahr: 1.100 EUR
Wirtschaft: Die Nahrungsmittel- und Textilindustrie, Brauereien und andere Branchen der Leichtindustrie haben die Wirren der letzten Jahre relativ unbeschadet überstanden. Schwerindustrie und Bergbau sind durchaus ausbaufähig, jedoch fehlt die nötige Infrastruktur. Noch immer sind 81% der Beschäftigten in der Landwirtschaft tätig, deren Erträge jedoch kaum für den Export ausreichen. Die Hauptexporterzeugnisse sind Krustentiere, Cashewnüsse, Tee, Zucker, Sisal, Baumwolle, Kopra, pflanzliche Öle und Zitrusfrüchte. Dürre und Trockenheit haben vor allem in den achtziger Jahren der Landwirtschaft zugesetzt. Mosambik ist in hohem Maße von Entwicklungshilfe abhängig. Das Wirtschaftsförderungsprogramm, das 1987 eingeleitet wurde, trägt jedoch langsam erste Früchte. Haupthandelspartner sind Südafrika, die USA und Portugal.
Mais, Hirse, Reis, Maniok, Zuckerrohr, Baumwolle, Sisal, Erdnüsse, Kokosnüsse, Kashewnüsse, Tee, Viehzucht.
Gewinnung von Kohle, Eisenerz, Gold, Bauxit, Kupfer.
Landwirtschaft: 34%
Industrie: 18%
Dienstleistung: 48%
Lebenserwartung: 38 Jahre
Analphabetenrate Männer: 40%
Analphabetenrate Frauen: 71%
Information: http://www.mozambique.mz/


Das Land
Während teilweise sumpfiges Flachland die Küste begleitet und den Süden einnimmt, erhebt sich im Norden und beiderseits des Sambesi ein 1000-2000 m hohes, an Inselbergen reiches Rumpfflächenland. Bis auf den subtropischen äußersten Süden gehört Mosambik zum Bereich der wechselfeuchten, vom Monsun bestimmten Tropen. Demgemäß wird der größte Teil des Landes von Trockenwald und Savanne mit Galeriewäldern eingenommen. Im Küstenflachland wachsen üppiger Regenwald und gebietsweise auch ausgedehnte Mangrovenwälder.

Die Bevölkerung
Die Bevölkerung setzt sich zu 99% aus etwa 60 verschiedenen Bantustämmen zusammen. 50% der Bevölkerung gehören animistischen Naturreligionen an, 12% sind katholische, 18% evangelische Christen, 20% Moslems.

Die Wirtschaft
Mosambiks Wirtschaftslage hat sich seit der Unabhängigkeit drastisch verschlechtert. Der durch die Ausweisung von über 200 000 Weißen bedingte Mangel an Fach-arbeitern und an Kapital führte in Verbindung mit der überstürzt durchgeführten Verstaatlichung von Grund und Boden zu einem starken Rückgang der landwirt-schaftlichen und industriellen Produktion. Rund 81% der Bevölkerung leben von der Landwirtschaft, die überwiegend nur der Selbstversorgung dient. Obwohl 70% des Staatsgebiets landwirtschaftlich nutzbar sind, werden erst 3,9% der Fläche im Feldbau und weitere 8% als Weideland genutzt. Neben den drei wichtigen Exportprodukten Cashewnüsse, Baumwolle und Zuckerrohr werden vor allem Mais, Maniok, Reis, Hülsenfrüchte, Erdnüsse, Bananen, Zitrusfrüchte, Tee, Tabak und Kokospalmen angebaut. Die Viehzucht hat wegen der Verbreitung der Tsetsefliege geringe Bedeutung. Der Abbau von Kohle, Eröl, Eisen, Bauxit, Uran, Magnesit, Kupfer und Glimmer hat erst begonnen. Das Wasserkraftwerk Cabora Bassa am Sambesi ist der wichtigste Produzent elektrischer Energie.

Die Geschichte
Nach 1450 gehörten Teile des heutigen Mosambik zum Reich des Monomotapa, das über die arabisch beeinflussten Küstenstädte (Sofala) seinen Handel mit der Außenwelt trieb. 1505 besetzte Portugal die Küste und verteidigte sie im 17.Jahrhundert gegen islamische Gegenangriffe aus Südarabien. Auch im Sambesital ließen sich früh portugiesische Siedler nieder, und afrikanische Grundherren nahmen portugiesische Lebensart sowie das katholische Christentum an. Nach 1880 musste Portugal Teile seines Einflussbereichs (Rhodesien, Malawi) den Briten überlassen. Auf der Berliner Kongo-Konferenz wurden die Grenzen Mosambiks endgültig festgelegt. Die wirtschaftliche Erschließung des Landes begann erst nach 1930 unter dem portugiesischen Diktator A. Salazar. Eine afrikanische Nationalbewegung, die Frelimo, entstand 1962 im Exil in Tanganjika unter E. Mondlane, nach dessen Ermordung 1969 S. Machel die Führung übernahm. 1964 begann die Frelimo einen Guerillakampf, der die nördlichen Provinzen von Mosambik unter ihren Einfluss brachte. Nach dem Sturz der Diktatur in Portugal (1974) wurde der Weg frei für die Unabhängigkeit Mosambiks. Am 25. 6. 1975 wurde die Volksrepublik Mosambik proklamiert. Machel übernahm das Amt des Staatspräsidenten. Die Frelimo wurde Staatspartei und gab sich ein marxistisch-leninistisches Programm. Mosambik lehnte sich eng an die kommunistischen Staaten an. Gegen das herrschende Regime kämpfte die von Südafrika unterstützte Wider-standsbewegung Renamo. Dem tödlich verunglückten Machel folgte 1986 J. A. Chissano als Staatspräsident. Er leitete seit 1989 eine Liberalisierung des marxistischen Einparteiensystems ein. 1990 trat eine neue Verfassung in Kraft. Die Volksrepublik Mosambik wurde zur Republik. 1992 unterzeichneten Chissano und der Renamo-Führer A. Dhlakama ein Friedensabkommen. UNO-Truppen überwachten die Einhaltung des Abkommens. 1994 fanden freie Parlaments- und Präsidentschaftswahlen statt, bei denen Chissano im Amt bestätigt wurde. Die Frelimo gewann die meisten Parlamentssitze. Im folgenden Jahr erlangte Mosambik die Mitgliedschaft im Commonwealth. Präsidentschafts- und Parlamentswahlen im Dezember 1999 gewannen erneut Chissano und die Frelimo. Im Februar/März 2000 wurde das Land von einer verheerenden Flutkatastrophe heimgesucht.

Reiseinformation
Verkehrsmittel:
FLUGZEUG: Flugzeuge bieten die sicherste Reisemöglichkeit für längere Strecken. Linien- und Charterflüge verbinden Maputo mit Blantyre, Inhambane, Beira, Quelimane, Tete, Lichinga, Nampula und Pemba. Der Flughafen in Maputo hat je nach Jahreszeit unterschiedliche Verkehrszeiten. Flugtaxidienste stehen zur Verfügung.
BAHN: Keine Verbindung zwischen Maputo und Beira. Zugverkehr zwischen Beira und Tete; weitere Verbindungen über den Gleisanschluß Monapo von den Städten Moçambique und Naçala nach Nampula und Lichinga. Züge fahren von Maputo nach Goba und Ressano Garcia sowie Richtung Norden auf der Strecke nach Simbabwe. Drei Klassen. Schlafwagen sind selten, Speisewagen und klimatisierte Abteile sind nicht vorhanden. Sitzplätze und Schlafwagen muß man im voraus buchen. Verspätungen sind häufig.
BUS/PKW: Geteerte Straßen verbinden Maputo mit Beira und Beira mit Tete. Längere Fahrten über Land sind aufgrund der weitverbreiteten Verminung und bewaffneter Raububerfälle gefährlich. Es wird empfohlen, die Reiseroute mit der Botschaft vor Ort zu besprechen. Linksverkehr. Busse fahren in fast alle Regionen und sind das preiswerteste Verkehrsmittel. Auf längeren Fahrten sollte man Wasser und Lebensmittel mitnehmen. An der Grenze nach Simbabwe und im Norden des Landes muß man mit häufigen Straßen- und Ausweiskontrollen rechnen. Taxis in Maputo haben Taxameter, für längere Fahrten sollte der Fahrpreis im voraus vereinbart werden. Es gibt kaum Taxis außerhalb Maputos. Taxifahrer erwarten 10% Trinkgeld. Mietwagen sind bei drei Firmen erhältlich. Bezahlung nur in Devisen. Unterlagen: Internationaler Führerschein.
STADTVERKEHR: Das Busliniennetz in Maputo wurde vor kurzem erweitert, und neue Busse erhöhen den Fahrkomfort.
HOTELS: In Maputo und Beira findet man Hotels von internationalem Standard, Unterkünfte in kleineren Städten sind eher einfach.

Unterkunft:
FERIENHÄUSER UND -WOHNUNGEN: Einige preiswerte Ferienhäuser, Bungalows und sogenannte Rondavels (runde strohgedeckte Häuser) können gemietet werden.
CAMPING: An den Stränden sowie im Gorongosa-Nationalpark gibt es Campingplätze. Zelten ist auch auf den Grundstücken mehrerer christlicher Missionen möglich.


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