Landkarte Mauretanien klein

MAURETANIEN (MRT)


Fahne Mauretanien

Übersicht:
Mauritania
Al-Jumhuriyah al-Islamiyah al-Muritaniyah
Islamic Republic of Mauritania
Nordafrika
Geographische Lage: 15°N - 28°N / 5°W - 18°W
Mauretanien grenzt an Algerien, Mali, West-Sahara (Demokratische Arabische Republik Sahara) und den Senegal. Im Westen liegt der Atlantische Ozean. Der Staat besteht überwiegend aus den Wüstenebenen der Sahara mit Sanddünen und stellenweise felsigen Plateaus mit tiefen Schluchten und einsamen Gipfeln. Das 500 m hohe Adrar-Plateau liegt in der Landesmitte, das Tagant-Plateau im Süden steigt auf 600 m an. In dieser Region liegen mehrere Städte, kleine Dörfer und Oasen. Das Nordufer des Flusses Senegal, die Südgrenze des Landes, ist als einzige Region des Landes ganzjährig mit Vegetation bedeckt - auch die Tierwelt ist hier vielfältig.
Zeitzone: MEZ - 1h
Fläche: 1,030.700 qkm
Höchster Punkt: Kediet Ijill 910 m
Tiefster Punkt: Sebkha de Ndrhamcha - 3 m
Längster Fluß: Niger 4200 km (Anteil Mauretanien)
Klima: Trockenes Wüstenklima, zwei Drittel des Landes gehören zur Sahara. Sandstürme sind häufig, die Straßenverbindungen von Sandverwehungen permanent bedroht. Die Temperaturen können im Sommer bis zu 45° Celsius erreichen und im Winter in den Nachtstunden bis auf 10° Celsius fallen.
Flora und Fauna: Das meist fruchtbare Land liegt an der Küste und längs des Senegal-Flusses, der die Südwestgrenze nach Senegal bildet. Hier herrscht grasiges Savannenland vor, auf dem Affenbrotbaum und Palmyrapalme wachsen. Auch im Sahel ist die Vegetation spärlich und in der Sahara ist sie begrenzt auf Oasen und halbtrockene Flußbetten oder Wadis. Trotz aller Schutzmaßnahmen haben Jagd und Umweltzerstörung den Tierbestand stark reduziert. Zu ihm gehören Antilopen, Senegal-Löwen, Warzenschweine, Elefanten, Strauße, Gazellen und Krokodile.
Hauptstadt: Nouakchot
Bevölkerung: 3,069.000
Bevölkerungsdichte: 3/qkm
Ethnische Zusammensetzung: Mischlinge 40%, Mauretanier 30%, Schwarze 30%
Religion: Muslim 100%
Sprache: Amtssprache ist Arabisch; Französisch ist Handels- und Bildungssprache. Die Mauretanier arabischer oder berberischer Abstammung sprechen den arabischen Hassaniya-Dialekt. Daneben auch andere Sprachen, u. a. Solinke, Pulaar und Wolof.
Politisches System: Präsidialrepublik seit 1960. Die Verfassung von 1991 basiert auf dem islamischen Recht (Scharia). Zweikammerparlament: Nationalversammlung mit 79, Senat mit 56 Mitgliedern. Staatsoberhaupt: Oberst Maaouiya Ould Sid'Ahmed Taya, seit 1984. Regierungschef: Sheik Al-Afia Ould Mohammed Khouna, seit 1998. Unabhängig seit 1960 (ehemalige französische Kolonie).
Währung: 1 Ouguiya = 5 Khoums
Durchschn. Kaufkraft/Jahr: 2.100 EUR
Wirtschaft: Die Landwirtschaft konzentriert sich auf einen schmalen Landstreifen entlang des Senegal im Südwesten, wo das Land bewässert wird. Gemüse, Hirse, Reis und Datteln sind die Hauptprodukte. Die Fischerei spielt eine große Rolle, Fisch und Fischprodukte sind Hauptexportgüter. Die wichtigste Industrie ist der Eisenerzbergbau im Norden des Landes, der gegenwärtig weiter ausgebaut wird. Daneben werden auch noch Gips und Gold abgebaut, außerdem existieren Pläne zur Erschließung der Kupfervorkommen. Mauretanien ist ein sehr armes Land und in hohem Maße von Entwicklungshilfe, vor allem aus arabischen Ländern abhängig. Japan und die südlichen EU-Länder (insbesondere Italien und Frankreich) sind die bedeutendsten Exportmärkte des Landes. Importe bezieht Mauretanien vor allem aus Frankreich (26%), Spanien und Deutschland. Mauretanien ist Mitglied der Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS.
Hirse, Mais, Süßkartoffeln, Erdnüsse, Obst, Gemüse, Dattelpalmen, Viehzucht.
Fischfang.
Gewinnung von: Eiseneerz, Salz, Kupfer.
Verarbeitung von Fischen, landwirtschaftlichen Erzeugnissen.
Tourimus.
Exportgüter: Eisenerz, Fische, Gummi arabicum, Vieh.
Landwirtschaft: 25%
Industrie: 31%
Dienstleistung: 44%
Lebenserwartung: 51 Jahre
Analphabetenrate Männer: 49%
Analphabetenrate Frauen: 70%
Information: http://www.mauritania.mr/


Das Land
Der größte Teil von Mauretanien gehört zur Sahara. An die z. T. mit Dünen bedeckte Küstenebene im Westen schließen sich die Sandsteinplateaus Adrar und Tagant an, die mit Geröll bedeckt sind und sich nach Nordosten zum Dünengebiet El Djouf senken. Die Dornsavanne des Sahel im Süden geht nach Norden bald in vegetationslose Wüste über. Im Süden ist Mauretanien Anlieger am Senegal, der der einzige dauernd fließende Fluss des Landes ist und das günstige Siedlungs- und neben den Oasen das wichtigste Anbaugebiet ist. Das Klima gehört zum tropischen Bereich. Im Sommer weht feuchte Luft aus dem Golf von Guinea bis in den Süden Mauretaniens, im Winter herrscht der Nordostpassat, oft in Form des extrem trockenen Harmattan.

Die Bevölkerung
Die islamische Bevölkerung besteht überwiegend aus hellhäutigen Mauren, daneben gibt es verschiedene westafrikanische Stämme. Hauptsiedlungsgebiet ist der Süden, während das Gebiet nördlich des 18. Breitengrades praktisch menschenleer ist. Rund 10% der Bevölkerung sind Nomaden, die mit ihren Viehherden die Steppen- und Wüstengebiete durchziehen.

Die Wirtschaft
Ackerbau ist nur im Überschwemmungsgebiet des Senegal und auf kleinen Flächen des Sahel möglich; es werden Hirse, Reis, Erdnüsse und Gemüse angebaut, in den Oasen vor allem Datteln. Die Viehzucht (Schafe, Ziegen, Kamele, Rinder) ist Lebens-grundlage der Nomaden. Wichtig für den Export ist der Abbau von Eisen. Außerdem gibt es Kupfer-, Phosphat-, Gips- und Schwefellagerstätten. Die Industrie verarbeitet die Erzeugnisse der Viehzucht und des Fischfangs.

Der Verkehr
1995 standen dem Straßenverkehr in Mauretanien rund 7636 km Straßen zur Verfügung, davon waren 1710 km asphaltiert. Die einzige Eisenbahnlinie dient fast ausschließlich dem Transport von Eisenerz von Zouerate zur Küste bei Nouadhibou. Die wichtigsten Häfen und Flughäfen sind Nouadhibou und Nouakchott. Im Landesinneren haben viele Ortschaften eigene Flugplätze.

Die Geschichte
Französische Truppen besetzten 1902-1910 das Wüstengebiet des heutigen Mauretanien; es wurde als Teil Französisch-Westafrikas verwaltet, erhielt 1958 Autonomie und am 28. 11. 1960 die Unabhängigkeit. Präsident der Republik wurde der Jurist M. O. Daddah. Er setzte den Anspruch seines Landes auf Selbständigkeit gegen die territorialen Forderungen Marokkos durch, das erst 1970 mit Mauretanien normale Beziehungen anknüpfte. 1975 wurde Spanisch-Sahara (Westsahara) zwischen Mauretanien und Marokko aufgeteilt. 1978 wurde Daddah durch einen Putsch gestürzt. Danach regierten die Militärs. 1979 verzichtete Mauretanien auf seinen Anteil an der Westsahara. 1991 trat eine neue Verfassung in Kraft. Auf Basis dieser Verfassung fanden 1992 und 1996/97 Präsidentschafts- bzw. Parlamentswahlen statt, die das Regime des 1984 durch einen Putsch an die Macht gekommenen Staats-präsidenten Taya bestätigten.

Reiseinformation
Die Hauptstadt Mauretaniens Nouakchott wurde erst 1960 im traditionellen Berberstil gebaut. Sie liegt in einer Ebene nahe eines Sees und ruht auf den Fundamenten von Ksar, einer alten maurischen Ortschaft. Sehenswert sind der Plage du Wharf und die Moschee. Die Ksar (Altstadt) mit ihrem Markt, der afrikanische Markt und der Kamelmarkt laden zum Stöbern ein. Es lohnt sich, das Kunsthandwerkszentrum, die Maison de la Culture und die Teppichfabrik zu besuchen. Von Nouakchott aus kann man auch zu Angelfahrten aufbrechen.
Der Hafen Nouâdhibou ist das Zentrum der Fischindustrie. Nouâdhibou liegt auf einer Halbinsel am nördlichen Ende der Bucht von Levrier.
Mauretaniens Küste ist ein 8000 km langer Sandstrand ohne jegliche Vegetation, aber mit einer erstaunlichen Anzahl von Vogelarten. Die Küstengewässer sind sehr fischreich, und einige Küstenstriche sind trotz des Süßwassermangels bewohnt. Bevor man sich in die Adrar-Region aufmacht, sollte man unbedingt Informationen über etwaige Reisebeschränkungen einholen, da manchmal eine Erlaubnis der Regierung für Reisen in dieses Gebiet erforderlich ist. Das Adrar-Massiv besteht aus rosafarbenen und braunen Plateaus, die durch Dünen vergoldet und von Tälern aufgelockert werden. Diese Region im nördlichen Landesteil beginnt ca. 320 km nordöstlich von Nouakchott.
Die Provinzhauptstadt Atar ist eine Oase an der Salzkarawanenstraße und Marktzentrum für die Nomaden im nördlichen Mauretanien. Die schöne Altstadt, die Ksar, besteht aus Häusern mit flachen Dächern sowie einem Palmenhain. Die Oase Azoughui war im 11. und 12. Jahrhundert Hauptstadt der Almoraviden, und es gibt auch heute noch befestigte Gebäude aus dieser Zeit. Ein Tagesausflug von Atar führt über den atemberaubenden Bergpaß von Homogjar nach Chinguetti, einer heiligen islamischen Stadt (im 13. Jh. gegründet). Die mittelalterliche Moschee und die Bibliothek sind besonders sehenswert. Ein Großteil der Altstadt liegt unter Treibsand begraben.
Ein Ausflug in die Regionen Affole und Assaba, südlich bzw. südöstlich von Tagant, lohnt sich. Von Kiffa, Tamchakett und Ayoun el Atrouzum bietet sich eine Fahrt zum Plateau von El Agher an. Die archäologischen Ausgrabungsstätten bei Koumbi Saleh (70 km von Timbedra) sind über eine gute Sandpiste erreichbar. In der Nähe von Tamchakett liegt Tagdawst, das frühere Aoudaghost, die alte Hauptstadt des Berber-Reiches. Oualata (100 km von Néma entfernt) liegt am Ende einer Wüstenpiste. Die befestigte mittelalterliche Stadt mit ihrer guten Bibliothek wurde terrassenförmig auf einem felsigen Berghang angelegt und war jahrhundertelang ein Zufluchtsort für Gelehrte. Ganz in der Nähe liegt der Friedhof von Tirzet.

Verkehrsmittel:
FLUGZEUG: Air Mauritanie (MR) bietet Inlandflüge zwischen Nouakchott und anderen größeren Städten an. Gegenwärtig gibt es zwei Flüge pro Tag zwischen Nouâdhibou und Nouakchott.
BAHN: Die Strecke zwischen Nouâdhibou und Zouérate wurde für die Eisenerzbergwerke gebaut. Die Fahrt ist zwar kostenlos, jedoch lang und anstrengend.
BUS/PKW: Straßen verbinden Nouakchott mit Rosso im Süden (gepflasterte Straße) sowie mit Akjoujt im Norden des Landes. Die gepflastere La Route de l'Espoir führt von Nouakchott in den Osten des Landes, bis nach Néma. Alle anderen Straßen, z. B. die Verbindung von Atar im Westen mit Ain Ben Tilli im Norden, sind Sandpisten, die nur mit Fahrzeugen mit Allradantrieb befahrbar sind. In einigen Regionen sind die Straßen während der Regenzeit unpassierbar. In der Trockenzeit verdeckt Treibsand manchmal die Sandpisten; ohne erfahrenen Fahrer sollte man sich nicht in diese unwirtliche Gegend wagen. Mietwagen sind in Nouakchott, Nouâdhibou und Atar erhältlich. Fahrzeuge mit Allradantrieb und Fahrer sind sehr teuer.
STADTVERKEHR: Taxis in Nouakchott und Nouâdhibou sind sehr teuer. Einheitspreise. Ein kleines Trinkgeld wird erwartet.

Unterkunft:
HOTELS: Das Hotelangebot ist nicht sehr groß, und man sollte im voraus buchen. Die wenigen Hotels in Nouakchott sind sehr komfortabel (Klimaanlagen), aber recht teuer.
PENSIONEN: Im ganzen Land gibt es staatliche Rasthäuser.


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