Landkarte Mali klein

MALI (MLI)


Fahne Mali

Übersicht:
République du Mali
Republic of Mali
Westafrika
Geographische Lage: 10°N - 25°N / 4°O - 12°W
Mali hat keine Küsten und grenzt im Nordosten an Algerien, im Südosten an Niger und Burkina Faso, im Süden an Côte d'Ivoire, im Südwesten an die Republik Guinea und im Nordwesten an Mauretanien und Senegal. Die endlosen Ebenen werden von den Flüssen Senegal (im äußersten Westen) und Niger durchflossen. Auf seinem Weg nach Norden fließt der Niger mit dem Bani zusammen und bildet ein großes Inlanddelta, die Sümpfe von Macina, die 450 km lang und stellenweise bis zu 200 km breit sind. Die Landesmitte besteht aus der unfruchtbaren Sahelzone. Bei Timbuktu erreicht der Niger die Wüste und fließt zunächst nach Osten und dann bei Bourem nach Südosten zum Atlantik. In der Wüste, nahe der algerischen und nigerischen Grenze im Nordosten des Landes, erhebt sich das bis zu 800 m hohe Adrar-des-Iforas-Massiv. Der Norden des Landes besteht aus Wüste; entlang der alten Trans-Sahara-Karawanenstraßen gibt es einige Oasen. Die Mehrheit der Bevölkerung lebt in der Savanne im Süden.
Zeitzone: MEZ - 1h
Fläche: 1,240.192 qkm
Höchster Punkt: Hombon Tondo 1155 m
Tiefster Punkt: Senegal River 23 m
Längster Fluß: Niger 4200 km (Anteil Mali)
Klima: Wüstenklima im Norden. Im Süden tropisches Savannenklima ohne Jahreszeiten im eigentlichen Sinn, sondern nur einen Wechsel von Regen- und Trockenzeit. Die Regenzeit dauert von Juni bis Oktober, die anschließende Trockenzeit ist bis Februar eher kühler, danach heiß.
Flora und Fauna: Nur der Süden, der vom großen Niger-Fluß und seinen Nebenflüssen durchströmt wird, hat genug Regen und Feuchtigkeit für ein reicheres Pflanzen- und Tierleben zu bieten. Die landwirtschaftlichen Nutzflächen liegen sämtlich im Süden und bedecken lediglich 2% der Gesamtfläche. Daneben herrscht im Süden die Savanne mit Mahagoni-, Kapok- und Affenbrotbäumen vor, die nach Norden hin durch Palmenarten und durch Sträucher abgelöst werden. Die Tierwelt mit Löwen, Antilopen, Hyänen, Schakalen und einer Vielzahl kleinerer Arten ist typisch für Afrika. Zu ihrem Schutz wurde ein Nationalpark eingerichtet.
Hauptstadt: Bamako
Bevölkerung: 13,518.000
Bevölkerungsdichte: 11/qkm
Ethnische Zusammensetzung: Mande 50%, Peul 17%, Voltaic 12%
Religion: Muslim 90%, Naturreligionen 9%
Sprache: Amtssprache ist Französisch. Umgangssprachen sind Arabisch, Bambara, Songhai-Jerma, Manding, Soninké und Ful.
Politisches System: Präsidialrepublik seit 1960. Verfassung von 1992, letzte Änderung 1997. Parlament (Nationalversammlung) mit 160 Mitgliedern. Staatsoberhaupt: Alpha Oumar Konaré, seit 1992. Regierungschef: Mande Sidibe, seit 2000. Erste freie Wahlen zur Nationalversammlung fanden 1992 statt. Unabhängig seit 1960 (ehemalige französische Kolonie).
Währung: 1 CFA Franc = 100 Centimes
Durchschn. Kaufkraft/Jahr: 900 EUR
Wirtschaft: Mali ist eines der ärmsten Länder der Welt; die Landwirtschaft ist effektiv der einzige Wirtschaftszweig, obwohl nur auf knapp 2% der Fläche Anbau möglich ist. Die Bevölkerung betreibt Viehzucht und baut Grundnahrungsmittel wie Hirse, Sorghum, Mais und in jüngster Zeit auch Reis an. Falls genug Regen fällt kann die Überschußproduktion exportiert werden. Die anderen Exportgüter sind Baumwolle und Erdnüsse sowie Obst und Gemüse. Entwicklungshilfe und Kredite sollen das Staatsbudget entlasten und dem Land dabei helfen, die Wirtschaft weiter auszubauen. Die neue Regierung fördert Dezentralisierung und die Liberalisierung der Wirtschaft, außerdem bemüht sie sich, die Touristikindustrie zu stimulieren und den Bergbau zu erweitern. Frankreich und Côte d'Ivoire sind Malis Haupthandelspartner. Mali ist Mitglied von ECOWAS und anderer multinationaler westafrikanischer Wirtschaftgemeinschaften.
Hirse, Mais, Maniok, Reis, Baumwolle, Erdnüsse, Viehzucht.
Fischfang.
Exportgüter: Rinder, Fische, Erdnüsse, Baumwolle.
Landwirtschaft: 46%
Industrie: 21%
Dienstleistung: 33%
Lebenserwartung: 47 Jahre
Analphabetenrate Männer: 64%
Analphabetenrate Frauen: 84%
Information: http://www.maliembassy-usa.org/


Das Land
Den Südwesten des Landes nimmt das westsudanische Tafelland ein. In der nördlichen Landeshälfte hat Mali Anteil an der Sahara. Im Nordosten erhebt sich darüber das Gebirgsland des Adrar des Iforas. Das Klima reicht vom wechselfeuchten Sudan mit sechs humiden Monaten bis zur vollariden Sahara. Die Feucht- und Trockensavannen mit ihren Galeriewäldern im Süden gehen über die Dornsavannen des Sahel in Halbwüste und schließlich vegetationslose Wüste im Norden über. Am Niger, der oberhalb von Timbuktu ein großes Binnendelta bildet, sind die bedeutendsten Siedlungen des Landes entstanden.

Die Bevölkerung
Etwa 90% der Bevölkerung gehören dem Islam an, 9% sind Anhänger von Naturreligionen, außerdem gibt es rund 1% Christen. Im dichter besiedelten Bereich des Niger leben Hackbau treibende Stämme. Nomadische und halbnomadische Fulbe finden sich besonders an den Zuflüssen des Senegal. Den wüsten- und halbwüstenhaften Norden von Mali durchziehen berberische Tuareg und Mauren.

Die Wirtschaft
Die landwirtschaftlichen Anbaugebiete liegen im Süden und Südwesten des Landes und im Nigerdelta. Die Landwirtschaft liefert Erdnüsse, Baumwolle, Reis, Maniok, Mais und Hirse. Wichtig ist die von Nomaden betriebene Viehzucht, die auch Exportgüter erbringt. Bedeutung hat auch der Fischfang in Flüssen. Abgebaut werden Gold, Marmor, Kalk und Steinsalz. Die wenig entwickelte Industrie erzeugt Nahrungsmittel, Baustoffe und einfache Verbrauchsgüter. Auch das Handwerk spielt eine wichtige Rolle.

Der Verkehr Das Straßennetz ist bisher nur für den Südwesten des Landes ausreichend. Wichtige Verkehrsträger sind die Eisenbahnlinie Dakar-Bamako, die Binnenschifffahrt auf dem Niger und dem Senegal und der Flugverkehr (Flughafen Bamako).

Die Geschichte
Um 1100 entstand am oberen Niger ein Großreich Mali, das sich bis ins 14. Jahr-hundert weit nach Norden und Osten ausdehnte und durch Salz- und Goldhandel sehr reich wurde. Als das Reich im 15. Jahrhundert zerfiel, ging die Macht in diesem Gebiet zunächst an das Songhai-Reich über, das im 17. Jahrhundert Beute der Marokkaner und von Nomadenstämmen wurde. Die Franzosen unterwarfen seit 1883 das ganze Gebiet am Senegal und Niger. Als Französisch-Sudan wurde es 1904 ein Glied Französisch-Westafrikas. 1958 erhielt die französische Kolonie innere Autonomie innerhalb der Französischen Gemeinschaft und schloss sich im April 1959 mit der Republik Senegal zur Mali-Föderation zusammen; als die Föderation 1960 zerfiel, nahm die Republik Sudan den Namen Mali an. Unter Präsident Modibo Keita bemühte sich Mali um eine sozialistische Politik. Es bildete 1961 zusammen mit Ghana und Guinea die Union Afrikanischer Staaten, die sich jedoch 1963 wieder auflöste. Als wirtschaftliche Schwierigkeiten überhand nahmen, rissen junge Offiziere 1968 durch Staatsstreich die Regierung an sich; Präsident wurde Moussa Traore.Traore führte das Land, das zu den ärmsten Afrikas zählt, mit diktatorischen Vollmachten und unter Missachtung der Menschenrechte. Seit Ende der 1980er Jahre geriet das Regime innenpolitisch zunehmend unter Druck. Die Opposition forderte die Demokratisierung des Landes. Im Januar und März 1991 kam es zu schweren Unruhen. Am 26. 3. 1991 wurde Traore vom Militär gestürzt. Am 12. 1. 1992 wurde per Referendum eine neue Verfassung angenommen. Erstmals fanden Wahlen im Rahmen eines Mehrparteiensystems statt. Erster demokratisch gewählter Staatspräsident Malis wurde im April 1992 A. O. Konare. Er gewann auch die Präsidentschaftswahlen 1997.

Reiseinformation

Verkehrsmittel:
FLUGZEUG: Air Mali verkehrt auf einigen Inlandflügen. Kleinflugzeuge können von der Société des Transports Aériens (STA) gemietet werden.
SCHIFF: Von Juli bis Dezember gibt es wöchentliche Fährverbindungen auf dem Niger zwischen Bamako über Timbuktu nach Gao. Wegen der Dürre in der Sahelzone sollte man mit Unterbrechungen und Verzögerungen rechnen. Die 1300 km lange Fahrt nimmt 5-7 Tage in Anspruch, auf den Fähren kann man Lebensmittel kaufen. Eingeschränkter Fährverkehr von Dezember bis März, die Fähren verkehren dann nur zwischen Mopti und Gao. Für Fahrten von Timbuktu und Mopti kann man auch Pirogues mit und ohne Motor mieten.
BAHN: Es gibt eine Verbindung zwischen Bamako und Kayes auf der Strecke nach Dakar (Senegal). Züge verkehren außerdem zwischen Bamako und Koulikoro.
BUS/PKW: Die Straßenqualität reicht von mittelmäßig bis fast unbefahrbar. Die Hauptverkehrsstraße verbindet Sikasso im Süden mit Bamako, Mopti und Gao. Während der Regenzeit, wenn der Niger und sein Nebenfluß Bani über die Ufer treten, ist die Straße zwischen Mopti und Gao unpassierbar. Fernbus: Busse verbinden die größeren Städte untereinander. Internationaler Führerschein wird empfohlen. Außer auf den Hauptstraßen sollte man im Konvoi fahren und ausreichend Ersatzteile mitnehmen.
Taxi: Sammeltaxis in den Städten sind preiswert, es gelten Einheitstarife.

Unterkunft:
HOTELS: Nur in Bamako entsprechen die Hotels internationalem Standard. In den anderen Städten gibt es einfache Unterkünfte, von denen einige Klimaanlagen haben. Die Unterkunftsmöglichkeiten sind begrenzt und die Preise dementsprechend hoch, daher sollte man unbedingt im voraus buchen. Nähere Informationen vom Office Malien du Tourisme et de l'Hôtellerie.
LODGES: Im La-Boucle-du-Baoule-Nationalpark (120 km von Bamako entfernt) gibt es einige Buschcamps.


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