

Übersicht:
Libya
Al-Jamahiriyah al-'Arabiyah al-Libiyah ash-Sha'biyah al-Ishtirakiyah
Socialist People's Libyan Arab Jamahiriya
Nordafrika
Geographische Lage: 20°N - 33°N / 10°O - 25°O
Libyen besteht zum größten Teil aus Wüste. Das Land grenzt im Westen an Tunesien und Algerien, im Osten an Ägypten, im Süden an Niger, Tschad und den Sudan (die Sahara erstreckt sich bis in diese drei Länder). Die Mittelmeerküste ist knapp 2000 km lang. Im Osten zieht sich eine Ebene von der tunesischen Grenze bis zum Gebiet des Jabal Akhdar (Grüner Berg), das Binnenland ist hügelig. Im westlichen Küstengebiet zwischen Zuara und Misurata und im Osten zwischen Susah (Apollonia) und Benghazi wird Landwirtschaft betrieben. In der höhergelegenen Provinz Cyrenaika und auf dem Jabal Akhdar ist die Vegetation etwas üppiger. Im ganzen Land gibt es Oasen, außer im Gebiet des »Sandsees« Sarir Calanscio und der Sahara-Berge von Sarir Tibesti.
Zeitzone: MEZ
Fläche: 1,775.500 qkm
Höchster Punkt: Bikku Bitti 2267 m
Tiefster Punkt: Sabkhat Ghuzayyil - 47 m
Klima: In der Küstenregion (3-5 km schmaler Küstensaum) mediterranes Klima mit heißen Sommern und z.T. hoher Luftfeuchtigkeit; daran anschließend Vorwüstenklima in einem ca. 50 km breiten Streifen; im Rest des Landes extrem trockenes Wüstenklima mit hohen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht.
Flora und Fauna: Libyen hat keine durchgängig wasserführende Flüsse, entsprechend karg ist die natürliche Vegetation, die sich auf Dattelpalmen in Oasennähe, auf Maquis-Buschland (vor allem Wacholder) im Al Jabal al Akhard und auf überweidete Steppenregionen begrenzt. Die Tierwelt besteht vorwiegend aus Wüstentieren wie Schakalen, Springmäusen, Wüstenhasen, Fennek (Wüstenfuchs) und dem marderartigen Zorilla.
Hauptstadt: Tripolis
Bevölkerung: 5,853.000
Bevölkerungsdichte: 3/qkm
Ethnische Zusammensetzung: Araber 50%, Berber 47%
Religion: Muslim 97%
Sprache: Amtssprache ist Arabisch. Berber- und nilosaharanische Sprachen. Es wird etwas Englisch und Italienisch gesprochen.
Politisches System: Islamistisch-Sozialistische Volksrepublik seit 1976. Verfassung von 1977, seit 1994 Scharia (islamisches Recht). Oberstes Staatsorgan: General-Volkskongreß mit rund 2700 Mitgliedern, 7 Generalsekretäre. Staatsoberhaupt: Zentani Muhammed Zentani, seit 1994 (de facto Muammar Al-Gaddafi, seit 1969). Regierungschef: Mubarak Abdullah al-Shamikh, seit 2000. Unabhängig seit 1951 (ehemalige italienische Kolonie).
Währung: 1 Libyscher Dinar = 100 Dirham
Durchschn. Kaufkraft/Jahr: 8.800 EUR
Wirtschaft: Die Erdölförderung ist der bedeutendste Wirtschaftszweig des Landes, der Ölexport macht etwa 95% des gesamten libyschen Exports. Die vollen Staatskassen ermöglichten es Präsident Gaddafi, die Infrastruktur des Landes zu verbessern und die hohen Militärausgaben zu finanzieren. Der schwankende Weltmarktpreis für Erdöl stellt die libyschen Wirtschaftsplaner allerdings vor große Probleme. Libyen hat erhebliche Auslandsschulden, deren Begleichung die Finanzen des Landes stark belastet. In der einst florierenden Binnenwirtschaft gibt es seit einiger Zeit Anzeichen einer Krise, da das infolge von Streitigkeiten mit den USA und Europa verhängte UN-Embargo nun Wirkung zeigt.
Die Landwirtschaft konzentriert sich fast ausschließlich auf die Deckung des heimischen Bedarfs. Viehzucht spielt eine wichtige Rolle, in den fruchtbareren Teilen des Landes werden aber auch Gerste und Weizen angebaut. Die Regierung ist bemüht, die Wirtschaft mit allen Mitteln anzukurbeln, so daß Privatbesitz und ausländische Investitionen nun in begrenztem Umfang erlaubt sind. Darüber hinaus soll es Pläne zur Privatisierung von Staatsbetrieben geben. Italien und Deutschland sind Libyens wichtigste Handelspartner.
Oliven, Datteln, Feigen, Erdnüsse, Zitrusfrüchte, Wein, Gemüse, Mandeln, Viehzucht.
Erdöl- und Erdgasförderung.
Erdölraffinerien, Erdgasverflüssigungsanlagen, Lebensmittel-, Textil-, Zement-, Tabakindustrie.
Exportgüter: Erdöl, Erdgas.
Landwirtschaft: 7%
Industrie: 47%
Dienstleistung: 46%
Lebenserwartung: 75 Jahre
Analphabetenrate Männer: 9%
Analphabetenrate Frauen: 32%
Information:
Das Land
Von einem schmalen Küstenstreifen mit Mittelmeerklima abgesehen, ist das ganze Land subtropisch heiß und trocken, von Wüsten verschiedener Art eingenommen (vor allem Sand-, Geröll-, Kies-, Basalt- und Lehmwüsten), in denen nur die seltenen Oasen mit ihren Wasserstellen Lebensmöglichkeiten bieten. In Küstennähe breitet sich Steppe aus.
Die Bevölkerung
Libyen gehört zu den am dünnsten besiedelten Ländern der Erde. Etwa 90% der Bevölkerung konzentrieren sich im Küstengebiet, die Wüstengebiete sind bis auf die Oasen menschenleer. Die Bevölkerung besteht aus rund 35% Arabern, 25% Berbern, 30% arabisch-berberischen Mischlingen, 6% arabisch-türkischen Mischlingen. 97% aller Bewohner sind Moslems.
Die Wirtschaft
Im Küstengebiet und in Oasen werden auf künstlich bewässertem Land Dattelpalmen, Ölbäume, Tabak, Wein, Gemüse sowie Erdnüsse, Weizen und Gerste angebaut. Die nomadisch betriebene Viehzucht ist recht bedeutend; ein neu erschlossenes Schafzucht-zentrum sind die erst 1879 entdeckten Kufra-Oasen im Südosten des Landes, wo man fossiles Grundwasser zur Beregnung der Futterpflanzenfelder fördert und das Schlachtvieh per Flugzeug zu den Verbrauchern an der Küste bringt. Gewisse Bedeutung hat auch die Küstenfischerei. An Bodenschätzen gibt es vor allem hochwertiges Erdöl, daneben Kali und Salz. Die Ausfuhr von Erdöl macht rund 90% der Exporterlöse aus. Die Industrie erarbeitet Agrarprodukte und stellt Chemikalien, Textilien und Maschinen her.
Der Verkehr
Wichtigster Verkehrsweg ist die Küstenstraße Litoranea (1822 km). Haupthäfen sind Tripolis und Bengasi, die wichtigsten von 5 Rohölexporthäfen Marsa Al Burayqah und Harega bei Tobruk. Flughäfen sind in Tripolis, Sebha und Bengasi.
Die Geschichte
Im Altertum war Libya Bezeichnung für ganz Nordafrika westlich von Ägypten. Die Ägypter hatten immer wieder die Einfälle der Libyer abzuwehren. Der östliche Teil des heutigen Libyen, die Cyrenaica, wurde in der 1. Hälfte des 1. vorchristlichen Jahrtausends von Griechen kolonisiert; der westliche Teil, Tripolitanien, war bis 200 v. Chr. karthagische Provinz, beide wurden im 1. Jahrhundert v. Chr. römisch. 644-647 besetzten die Araber das Land. Das Land wurde vollständig islamisiert und weit-gehend arabisiert. 1517 wurde Libyen türkisch. Im Tripolis-Feldzug (italienisch-türkischer Krieg) 1911/12 besetzten die Italiener Tripolitanien und die Cyrenaica, eroberten bis 1925 den südlichen Fessan und erwarben 1926 die Oase Djaghabub. Alle diese Gebiete wurden 1934 zur italienischen Kolonie Libyen vereinigt. Im 2. Weltkrieg eroberten britische Truppen das Land. Italien verzichtete 1947 auf Libyen, und am 24. 12. 1951 wurde es auf Beschluss der UN selbständiges Königreich. König Idris I. überließ Großbritannien und den USA Militärstützpunkte und zentralisierte 1963 die Verwaltung. Nach 1961 brachte die rasch wachsende Erdölförderung Reichtum für den Staat und die Oberschicht. 1969 stürzten Offiziere unter Führung von Oberst Muammer Al Ghadafi die Monarchie. Seitdem steuert Libyen einen nationalistischen Kurs. Trotz einer militant panarabischen Politik scheiterten bisher alle Fusionsversuche mit anderen arabischen Staaten. 1977 wurde (formal) eine auf den Koran gestützte "direkte Demokratie" eingeführt, die Bezeichnung "Republik" durch "Volks-öffentlichkeit" (Volks-Dschamahirija) ersetzt. Libyen unterstützte eine Reihe von Untergrundbewegungen afrikanischer und außerafrikanischer Länder sowie den internationalen Terrorismus. Dies führte mehrfach zu Konfrontationen mit den USA, die 1986 alle Wirtschaftsbeziehungen abbrachen. In der Folgezeit kam es auch zu militärischen Aktionen gegen Libyen. Nach der libyschen Weigerung, zwei Angehörige des Geheimdienstes, die verdächtigt werden, 1988 ein Sprengstoffattentat auf ein US-amerikanischens Linienflugzeug verübt zu haben, an Großbritannien und die USA auszuliefern, verhängte die UNO 1992 und 1993 Sanktionen gegen Libyen, das zu den entschiedensten Gegnern einer Verständigung der arabischen Länder mit Israel gehört. Erst im April 1999 lieferte Libyen die Tatverdächtigen aus. Daraufhin wurden die UNO-Sanktionen ausgesetzt.
Reiseinformation
Die Altstadt von Tripolis ist typisch nordafrikanisch mit unzähligen engen Gassen. Das Hafengebiet darf unter keinen Umständen fotografiert werden. Das alte Fort der Malteserritter ist einen Besuch wert, und am Al-Jazaiyr-Platz findet man Häuser aus der Kolonialzeit.
Besonders sehenswert sind folgende Städte: das römische Leptis Magna (gut erhaltenes Amphitheater), 120 km östlich von Tripolis, Cyrene (griechische Akropolis), 245 km östlich von Benghazi und Sabratha (graeco-römisches Theater), 75 km westlich von Tripolis. Ghadames, die »Perle der Wüste«, liegt 800 km südlich von Tripolis und kann per Flugzeug erreicht werden.
Verkehrsmittel:
FLUGZEUG: Jamahiriya Libyan Arab Airlines (LN) bietet schnelle und regelmäßige Verbindungen zwischen Tripolis und Benghazi, Sebha, Beida, Mersa Brega, Tobruk, Misurata, Ghadames und Kufra an. Zwischen Tripolis und Benghazi gibt es einen stündlichen Shuttleservice.
BAHN: Keine Passagierzüge.
BUS/PKW: Die wichtigste Durchgangsstraße von West nach Ost verläuft die Küste entlang. Einige der größeren Straßen führen auch ins Landesinnere, u. a. nach Sebha, Ghadames und Kufra. Seit 1969 dürfen nur Straßenschilder mit arabischer Schrift benutzt werden, sie sind außerhalb größerer Ortschaften nur selten zu sehen. Benzin ist überall erhältlich und preiswert, verläßliche Stadtpläne gibt es nicht. Ersatzteile sind kaum zu finden, Reparaturen werden nicht zuverlässig ausgeführt. Bus: Zwischen Tripolis und Benghazi verkehrt ein Linienbus, zwischen Benghazi und Tobruk ein Minibus. Taxi: Fahrpreise sollten im voraus vereinbart werden. Mietwagen sind in Tripolis und Benghazi erhältlich.
STADTVERKEHR: In Tripolis und Benghazi gibt es ein öffentliches Busnetz mit drei Preiszonen. Die Busse sind überfüllt und fahren unregelmäßig.
Unterkunft:
HOTELS: In Tripolis und Benghazi gibt es einige gut ausgestattete Hotels der gehobenen Mittelklasse. Außerdem gibt es akzeptable Hotels in Beida, Cyrene (Shahat), Ghadames, Homs, Sebha, Tobruk und Derna.