Landkarte Liberia klein

LIBERIA (LBR)


Fahne Liberia

Übersicht:
Republic of Liberia
Westafrika
Geographische Lage: 4°N - 8°N / 7°W - 11°W
Liberia grenzt im Norden an die Republik Guinea, im Osten an Côte d'Ivoire und im Nordwesten an Sierra Leone. Die Atlantikküste im Südwesten ist 560 km lang und besteht zu über 50% aus Sandstränden. Parallel zur Küste erstrecken sich drei unterschiedliche Landschaftsgebiete. Die Küste wird durch die flachen Lagunen, zahlreichen Buchten und Mangrovensümpfe bewässert. Dahinter steigt das Land allmählich zu einem mit dichtem Urwald bedeckten Plateau an (500-800 m). Das Landesinnere ist gebirgig, Mount Nimba (1752 m) und Mount Waulo (1400 m) sind die höchsten Erhebungen. Etwa 50% der Bevölkerung leben in den ländlichen Regionen.
Zeitzone: MEZ - 1h
Fläche: 97.754 qkm
Höchster Punkt: Mount Wuteve 1380 m
Tiefster Punkt: Atlantischer Ozean 0 m
Längster Fluß: Cavally 515 km (Anteil Liberia)
Klima: Tropisch-feuchtes Klima mit Regenzeit von Mai bis November.
Flora und Fauna: Regenwald und Elefantengras sind die vorherrschende Vegetation des Nordens. Man findet Zwergflußpferde, Schimpansen und Krokodile, doch werden Wildtiere zunehmend rar.
Hauptstadt: Monrovia
Bevölkerung: 3,283.000
Bevölkerungsdichte: 34/qkm
Ethnische Zusammensetzung: Kpelle 19%, Bassa 14%, Gio 11%, Grebo 9%
Religion: Naturreligionen 40%, Christen 40%, Muslim 20%
Sprache: Amtssprache ist Englisch. Afrikanische Stammessprachen wie Golla, Kpelle, Mande und Kru werden ebenfalls gesprochen.
Politisches System: Präsidialrepublik seit 1847. Verfassung von 1986. Zweikammerparlament: Repräsentantenhaus mit 64 und Senat mit 26 Mitgliedern. Staats- und Regierungschef: Charles Ghankay Taylor, seit 1997.
Währung: 1 Liberian Dollar = 100 Cent
Durchschn. Kaufkraft/Jahr: 1.100 EUR
Wirtschaft: 1994 waren 68% der Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig, die hauptsächlich das Grundnahrungsmittel Reis sowie Palmöl, Kaffee und Kakao für den Export produziert. Naturkautschuk und Eisenerz sind die Hauptexportgüter des Landes. Im Zuge des niedrigen Eisenerzbedarfs auf dem Weltmarkt aufgrund der zurückgehenden Stahlproduktion ging der Anteil des Eisenerzexports an den Exporterlösen von 75% auf 50% zurück. Haupthandelspartner sind die USA, Deutschland sowie die Benelux-Staaten. Liberia ist Mitglied der ECOWAS und der Mano River Union, deren Ziel die engere wirtschaftliche Zusammenarbeit in dieser Region ist.
Reis, Maniok, Bataten, Yamswurzeln, Mehlbananen, Kautschuk, Kaffee, Kakao, Ölpalmen, Forstwirtschaft.
Fischfang.
Gewinnung von Eisenerz, Schwerspat, Bauxit, Blei, Chrom, Zinn, Zink, Mangan, Kolumbit, Diamanten.
Eisenerz- und Kautschukverarbeitung.
Exportgüter: Eisenerz, Kautschuk, Diamanten, Holz.
Landwirtschaft: 50%
Industrie: 15%
Dienstleistung: 35%
Lebenserwartung: 51 Jahre
Analphabetenrate Männer: 30%
Analphabetenrate Frauen: 63%
Information:


Das Land
Hinter einer 10- 50 km breiten, feuchttropischen, teilweise sumpfigen Küstenebene steigt das Land in Stufen zum durchschnittlich 1000 m hohen, trockeneren und von Savannen überzogenen Bergland der Oberguineaschwelle (Liberianisches Schiefergebirge) an. Liberia liegt im tropischen Afrika mit feucht-heißem Klima. Die Hauptniederschläge fallen im Sommer während einer Regenzeit von Anfang Juni bis Ende Oktober, nur im Südosten gibt es zwei Regenzeiten. Die Küste gehört zu den regenreichsten Gebieten des Kontinents.

Die Bevölkerung
Die Bevölkerung (40% Christen, 20% Moslems) besteht aus 16 verschiedenen Stämmen sowie aus Nachkommen der im 19. Jahrhundert eingewanderten "Ameriko-Liberianer", die lange Zeit die wirtschaftliche Oberschicht bildeten. Dazu kommen rund 30 000 Ausländer (besonders Libanesen). Durch den Bürgerkrieg haben viele Menschen das Land verlassen. Trotz allgemeiner Schulpflicht waren 1995 62% der Liberianer Analphabeten.

Die Wirtschaft
Die Landwirtschaft liefert für den Export Kaffee, Kakao, Ölpalmprodukte, Zuckerrohr und Baumwolle. Der Fischfang ist vor allem für den Eigenbedarf wichtig. Haupt-exportgüter sind neben dem Eisenerz (51% des Ausfuhrwerts) und Naturkautschuk (26%) Diamanten, Holz, Kaffee und Palmkerne. Die industrielle Entwicklung steht erst am Anfang. Die Energiewirtschaft ist im Aufbau begriffen. Offiziell besitzt Liberia eine der größten Handelsflotten der Erde. Die unter der Flagge Liberias fahrenden Schiffe gehören allerdings fast ausschließlich Ausländern und laufen das Land nie an. Ihre Registrierung unter liberianischer Flagge hat vor allem steuerpolitische Vorteile für die Eigentümer und deren Heimatländer.

Der Verkehr
Die Eisenbahnstrecken dienen nur dem Erztransport. Von den rund 10 300 km Straßen können nur wenige ganzjährig befahren werden. Der bedeutendste Seehafen ist Monrovia.

Die Geschichte
Liberia wurde 1822 gegründet als Siedlung von freigelassenen amerikanischen Sklaven auf einem von der American Colonization Society angekauften und verwalteten Gelände, dem Gebiet der späteren Hauptstadt Monrovia; am 26. 7. 1847 wurde es unabhängige Republik. Regierungspartei war seit 1878 ununterbrochen die True Whig Party, die die Interessen der "ameriko-liberianischen" Führungsschicht vertrat. Gegen die Ameriko-Liberianer, die Wirtschaft und Politik als ihre Domäne betrachteten, richtete sich 1980 ein blutiger Militärputsch, dessen Anführer, Samuel Doe, Staatspräsident wurde. 1984 wurde eine neue Verfassung durch eine Volksab-stimmung angenommen. Aus allgemeinen Wahlen gingen Doe und die von ihm gegründete National Democratic Party 1985 als Sieger hervor. Seit 1989 kämpfte eine Rebellenbewegung (National Patriotic Front, NPF) unter C. Taylor gegen die Regierung Doe. Von der NPF spaltete sich im Verlauf der Auseinandersetzungen eine rivalisierende Gruppe unter Führung von P. Johnson ab. Trotz der Intervention einer westafrikanischen Friedenstruppe (ECOMOG) entwickelte sich ein blutiger Bürgerkrieg. Doe wurde im September 1990 von Soldaten Johnsons ermordet. Eine von der ECOMOG gestützte Interims-Regierung erlangte keine Durchsetzungskraft. Immer wieder brachen schwere Kämpfe zwischen der ECOMOG, der NPF, den Anhängern Does und anderen Gruppierungen aus. Verschiedene Waffenstillstands-bemühungen scheiterten. Die Zivilbevölkerung litt unter der Zerstörung der Infrastruktur und der unzureichenden Nahrungsmittelversorgung. Erst 1996 einigten sich die verschiedenen Konfliktparteien unter Vermittlung der westafrikanischen Staaten auf einen Friedensplan. 1997 durchgeführte Präsidentschaftswahlen gewann C. Taylor.

Reiseinformation
Die Hauptstadt Monrovia ist eine weitläufig angelegte Küstenstadt. Um die Gurley Street findet man mehrere Nachtklubs, Restaurants und Bars. In der Nähe der Stadt gibt es einige gute Sandstrände. Auf Providence Island kamen Anfang des 19. Jahrhunderts die ersten amerikanischen Siedler an. Ein Museum, in dem auch Beispiele einheimischer Kunst und regionalen Kunsthandwerks ausgestellt sind, erinnert an dieses Ereignis. 80 km von der Hauptstadt entfernt liegt der Lake Piso mit Angel-, Schwimm- und Wassersportmöglichkeiten. Es bietet sich ein Tagesausflug zur 50 km entfernten Firestone-Gummiplantage an. Einige der schönsten Strände Liberias liegen in der Nähe von Robertsport.

Verkehrsmittel:
FLUGZEUG: Es gibt über 60 Landepisten für Kleinflugzeuge.
SCHIFF: Die Küstenschiffe befördern manchmal Passagiere, verkehren allerdings nur unregelmäßig. Auf vielen Flüssen des Landes werden kleine Boote als Verkehrs- und Transportmittel benutzt. Kanu-Safaris können in Friedenszeiten in den Monaten Dezember bis März ausgehend von Greenville, einem kleinen Küstenhafen (200 km südöstlich von Monrovia) flußaufwärts gemacht werden.
BUS/PKW: Man muß mit langen Fahrzeiten im Verkehr auf den Küstenstraßen rechnen, da die Lagunen und Flußmündungen schwierig zu umfahren sind. Umleitungen und Verzögerungen sind häufig. Eine Straße verbindet Monrovia mit den östlichen und westlichen Landesteilen. Viele Straßen sind bisher nicht geteert, Autos sind ebenfalls noch selten. Die Busverbindungen zwischen den Städten sind schlecht. Mietwagen mit und ohne Chauffeur sind in Monrovia erhältlich.
STADTVERKEHR: In Monrovia verkehren Minibusse. Taxis stehen zur Verfügung.

Unterkunft:
HOTELS: In und außerhalb der Hauptstadt sind Unterkünfte teuer. Es gibt klimatisierte Hotels, die internationalem Standard entsprechen, sowie einige preiswertere Hotels und Motels, wobei der Komfort meist auf das absolute Minimum berschränkt ist.
PENSIONEN: Es gibt mehrere Pensionen mit Kochgelegenheiten etwa 4 km vom Stadtzentrum entfernt. Die Preise sind gegenüber den Hotels um einiges billiger.
JUGENDHERBERGEN: Die Jugendherberge (YMCA) befindet sich an der Ecke von Broad Street und McDonald Street.
CAMPING: Keine offiziellen Campingplätze. Freies Camping ist gestattet.


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