Landkarte Kongo klein

KONGO (COG)


Fahne Kongo

Übersicht:
Congo
République du Congo
Republic of the Congo
Westafrika
Geographische Lage: 1°00 S / 15°00 O
Kongo grenzt im Norden an Kamerun und die Zentralafrikanische Republik, im Osten an die Dem. Rep. Kongo, im Südwesten an den Atlantik und die angolanische Enklave Cabinda und im Westen an Gabun. Große Gebiete des Landes bestehen aus Sümpfen, Savannen und dichten Wäldern. Die Flüsse sind die einzigen Verbindungen ins Landesinnere. Der gewaltige Strom Kongo und seine Nebenflüsse bilden den größten Teil der Grenze zur Dem. Rep. Kongo und entwässern gleichzeitig die Sümpfe im nördlichen Landesteil. Die schmale, sandige Küstenebene wird von Lagunen aufgelockert, hinter denen die Mayombe-Berge aufragen. Die Mehrheit der Bevölkerung lebt im Süden des Landes.
Zeitzone: MEZ
Fläche: 342.000 qkm
Höchster Punkt: Mount Berongou 903 m
Tiefster Punkt: Atlantischer Ozean 0 m
Klima: Tropisches, feucht-heißes Klima mit Regenzeit von Oktober bis April.
Flora und Fauna: Im dichtem Regenwald leben Büffel, Gorillas und die seltenen Okapis. In den Savannengebieten finden sich Giraffen und Nashörner.
Hauptstadt: Brazzaville
Bevölkerung: 3,999.000
Bevölkerungsdichte: 12/qkm
Ethnische Zusammensetzung: Kongo 48%, Sangha 20%, Teke 17%
Religion: Christen 50%, Naturreligionen 48%, Muslim 2%
Sprache: Amtssprache ist Französisch. Lingala, Monokutuba, Sanga, Téké, Ubangi und Kikongo sind ebenfalls gebräuchlich.
Politisches System: Republik seit 1992. Verfassung von 1992, seit 1998 ist eine Übergangsverfassung in Kraft. Übergangsparlament mit 75 ernannten Mitgliedern. Staats- und Regierungschef: Denis Sassou-Nguesso, seit 1997. Unabhängig seit 1960 (ehemalige französische Kolonie). Aufgrund der politischen Umorientierung von Militärherrschaft zu demokratischem Mehrparteiensystem kommt es immer wieder zu Unruhen.
Währung: 1 CFA Franc = 100 Centimes
Durchschn. Kaufkraft/Jahr: 1.700 EUR
Wirtschaft: Erdöl und Erdölprodukte sind die wichtigsten Exportgüter des Landes. Die Forstwirtschaft ist einer der Haupterwerbszweige. Etwa 60% der Staatsfläche ist bewaldet, die Hälfte davon ist Nutzwald. Ca. 60% der Erwerbstätigen sind in der Forst- und Landwirtschaft beschäftigt. Für die eigene Nahrungsmittelversorgung ist der Kongo dennoch zum Teil auf Lebensmittelimporte angewiesen. Angebaut werden vor allem die Grundnahrungsmittel Maniok und Kochbananen für den Eigenverbrauch sowie Palmöl, Zucker, Kakao und Kaffee für den Export. Weitere 12% der Erwerbstätigen sind in der Industrie beschäftigt, die Erdölgewinnung ist der wichtigste Industriezweig. Die USA, Frankreich und Italien sind die wichtigsten Exportabnehmer. Importe werden hauptsächlich aus Frankreich (37%), Italien und den USA bezogen. Der Kongo ist Mitglied der CFA-Franc-Zone und der Zentralafrikanischen Wirtschafts- und Zollunion UDEAC. 1994 wurde in Kongo, unterstützt durch den Internationalen Währungsfonds und die Weltbank, ein Strukturanpassungsprogramm in Angriff genommen. Die Umsetzung der notwendigen Maßnahmen wird allerdings durch die politischen Unruhen behindert.
Erdnüsse, Zuckerrohr, Palmkerne, Reis, Kaffee, Kakao, Tabak, Maniok, Hirse, Batate.
Fischfang.
Gewinnung von Kalisalzen, Blei, Zink, Erdöl.
Lebensmittel-, Zigaretten-, Zementfabriken, Holz-, Metallverarbeitung, Textilindustrie.
Exportgüter: Holz, Diamanten, Erdöl, Palmöl, Kakao, Kaffee, Tabak, Bananen.
Landwirtschaft: 10%
Industrie: 59%
Dienstleistung: 31%
Lebenserwartung: 47 Jahre
Analphabetenrate Männer: 12%
Analphabetenrate Frauen: 26%
Information: http://www.congo-online.com/


Das Land
Das flachwellige Küstenland geht nach Nordosten in die 500-800 m hohe Nieder-guineaschwelle über, die sich weiter nach Nordosten sanft zu dem in etwa 300 m Höhe gelegenen Kongobecken am Kongo und Ubangi abdacht. Nur der Norden des Landes, das beidseitig des Äquators liegt, hat echtes Äquatorialklima mit reichlichen Niederschlägen. Dem Klima entsprechend sind das Beckeninnere und ein Teil der Schwelle von Regenwald bedeckt, nur das etwas regenärmere Küstenland und die Ostabdachung des Batekehochlands tragen Feuchtsavanne; an der Küste findet sich Mangrove.

Die Bevölkerung
Die Bevölkerung besteht großenteils aus Bantu (Kongo, Bateke, Mboschi u. a.). Der Süden ist dichter besiedelt als der Norden des Landes. Neben der Amtssprache Französisch werden noch Bantudialekte gesprochen.

Die Wirtschaft
In der Landwirtschaft, in der 44% der Erwerbspersonen arbeiten, die aber nur 10% des Bruttoinlandsprodukts liefert, überwiegt der tropische Wanderhackbau, der zumeist der Selbstversorgung dient. Einige moderne Großbetriebe liefern Kaffee, Kakao, Ölfrüchte und Tabak für den Export. Die Viehzucht kann den Inlandbedarf nicht decken. Die Wälder erbringen Edelhölzer. Bedeutendstes Ausfuhrprodukt ist Erdöl; außerdem werden an Bodenschätzen noch Blei- und Zinkerz sowie etwas Gold gewonnen. Die Energieversorgung wird zu 99% durch Wasserkraftwerke sichergestellt.

Der Verkehr
Das Verkehrsnetz ist unzureichend. Das Straßennetz umfasst 12 700 km , doch handelt es sich überwiegend um nichtbefestigte Nebenstraßen und Pisten. Im Norden sind der Kongo und einige Nebenflüsse die einzigen Verkehrswege. Eine Eisenbahn verbindet den Hafen Pointe-Noire mit Brazzaville. Internationale Flughäfen sind in Brazzaville und Pointe-Noire.

Die Geschichte
Vor der Entdeckung durch Europäer gab es eine Reihe kleiner Königreiche nördlich des Kongoflusses, u. a. das Loangareich, dessen Hauptstadt bei Pointe-Noire lag, und das Königreich Bateke. 1880 schloss der französische Forschungsreisende S. de Brazza mit dem König der Bateke im Namen Frankreichs einen Vertrag, der ihm erlaubte, wenige Jahre später das Land nördlich des Kongo zu besetzen. 1888 wurde das Gebiet mit Gabun vereinigt und 1891 zur Kolonie Französisch-Kongo (Mittelkongo) erklärt. 1910 wurde das Land Teil der französischen Kolonie Französisch-Äquatorialafrika. Hauptstadt war Brazzaville. Nach dem 2. Weltkrieg war die Kolonie Überseeterritorium innerhalb der Französischen Gemeinschaft, 1957 erhielt das Gebiet Autonomie. Nachdem der Zusammenschluss der verschiedenen Territorien von 1910 aufgelöst worden war, wurde Kongo als Kongo-Brazzaville am 15. 8. 1960 unabhängige Republik in der Französischen Gemeinschaft. 1963 wurde der erste Staatspräsident F. Youlou gestürzt; es folgten verschiedene Umsturzversuche. 1969 wurde Staatspräsident A. Massemba-Debat abgesetzt, die Staatsführung übernahm ein Nationaler Revolutionsrat mit M. Ngouabi an der Spitze. Unter Ngouabi wurde Kongo 1969 zur Volksrepublik erklärt. Das Regime knüpfte enge Ver-bindungen mit den kommunistischen Staaten - so holte es kubanische Militär- und Zivilberater ins Land -, blieb aber assoziiertes Mitglied der EG. Im angolanischen Bürgerkrieg diente Brazzaville der Sowjetunion als Nachschubbasis für die MPLA. Die innenpolitischen Verhältnisse blieben labil, wozu in besonderem Maße die katastrophale Wirtschaftslage des Landes beitrug. Ngouabi wurde 1977 ermordet, sein Nachfolger J. Yhombi-Opango 1979 gestürzt. Seitdem war Oberst D. Sassou-Nguesso Staats- und Parteichef, der, ungeachtet eines 1981 mit der Sowjetunion geschlossenen Freundschaftspaktes, eine verstärkte Zusammenarbeit mit dem Westen verfolgte. Die von Sassou-Nguesso 1990 eingeleitete Demokratisierung gewann rasch an Eigen-dynamik. Die bisherige Einheitspartei PCT (Kongolesische Arbeiterpartei) verzichtete auf ihr Machtmonopol und sagte sich vom Marxismus los. 1991 tagte eine National-konferenz, die die Umbenennung des Landes in Republik Kongo beschloss. 1992 trat eine neue präsidiale Verfassung in Kraft. Es fanden freie Parlaments- und Präsidentschaftswahlen statt. P. Lissouba von der L'union panafricaine pour la democratie sociale wurde zum Staatspräsidenten gewählt. Spannungen zwischen Anhängern Sassou-Nguessos und regierungsnahen Kräften entluden sich im Juni 1997 in blutigen Auseinandersetzungen, die zum Sturz Lissoubas und zur erneuten Machtübernahme Sassou-Nguessos führten.

Reiseinformation
Die Hauptstadt Brazzaville liegt an der Westseite des Malebo-Beckens am Kongo. Die alte Kathedrale St. Firmin, der Vorort Poto Poto, die Tempelmoschee, die Märkte in Ouendze und Moungali und das Nationalmuseum gehören zu den Hauptsehenswürdigkeiten. Der Stadtpark lädt zu Spaziergängen ein. 150 km nördlich der Hauptstadt liegt das historische Dorf M'Bé, die Hauptstadt König Makokos. Beliebte Ausflugsziele sind ferner der Bleu-See und das Tal der Schmetterlinge.
Südlich von Brazzaville liegen die tosenden Stromschnellen des Kongos, die Foulakari-Fälle und das Trou de Dieu, das einen Rundblick über die umliegende Landschaft bietet.
Die größte Küstenstadt, Pointe-Noire, ist für ihren abendlichen Markt bekannt. Herrliche Strände finden Sonnenhungrige in der Region Côte Sauvage. An der gesamten Küste, in den Flüssen und den Seen Nago und Kayo gibt es gute Fischgründe. In Mayombé (150 km im Landesinneren) und an der Lagune von Gounkouati ist die Landschaft besonders reizvoll.

Verkehrsmittel:
FLUGZEUG: Die nationale Fluggesellschaft Lina Congo (GC) bietet Linienflüge nach Pointe-Noire mit Zwischenstopps in Loubomo und Ouesso an. Es gibt private Charterflugdienste nach Owando, Zanaga und Impfondo.
SCHIFF: Dampfer verkehren von Brazzaville aus auf dem Kongo und dem Ubangi. Die Flüsse sind als Verkehrswege von großer Bedeutung.
BAHN: Das Streckennetz wird durch die Congo-Océan-Eisenbahngesellschaft betrieben. Täglich drei Verbindungen zwischen Brazzaville und Pointe-Noire (Fahrzeit 11-20 Std., einmal täglich mit Liegewagen) sowie täglichen Zugverkehr von Mbinda nach Pointe-Noire; alle Züge haben Speisewagen.
BUS/PKW: Straßen sind meist unbefestigte Sandpisten und nur in der Trockenzeit mit Allradantrieb befahrbar. Rund 1240 km (10%) des gesamten Straßennetzes sind asphaltiert. Von Nachtfahrten wird abgeraten. Mietwagen: Zahlreiche Verleihfirmen haben Niederlassungen in Brazzaville.
STADTVERKEHR: In Brazzaville verkehren Minibusse. In Brazzaville, Pointe-Noire und Loubomo gibt es Taxis - ohne Taxameter, der Fahrpreis sollte vor der Abfahrt vereinbart werden.

Unterkunft:
Die Unterkunftsmöglichkeiten beschränken sich im wesentlichen auf Brazzaville, Loubomo und Pointe-Noire. Das Hotelangebot in den genannten Städten ist relativ gut.


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