

Übersicht:
Comoros
Jumhuriyat al-Qumur al-Ittihadiyah al-Islamiyah
République Fédérale Islamique des Comores
Federal Islamic Republic of the Comoros
Südliches Afrika
Geographische Lage: 12°S - 13°S / 43°O - 45°O
Die Inselgruppe der Komoren liegt im Indischen Ozean, nordwestlich von Madagaskar. Sie besteht aus vier Hauptinseln vulkanischen Ursprungs, die von Korallenriffen umgeben sind: Njazidja (Grande Comore), Nzwani (Anjouan) und Mwali (Moheli). Das unter französischer Verwaltung stehende Mahore (Mayotte) wird von der Islamischen Bundesrepublik der Komoren beansprucht.
Zeitzone: MEZ + 2h
Fläche: 1.862 qkm
Höchster Punkt: Kartala 2360 m
Tiefster Punkt: Indischer Ozean 0 m
Größte Insel: Njazidja 1148 qkm
Klima: Während der heißen Jahreszeit (November bis April) hohe Luftfeuchtigkeit; Regenfälle praktisch das ganze Jahr über.
Flora und Fauna: Der tropische Regenwald, der die Inselgruppe ursprünglich bedeckte, wurde durch Brandrodung und Raubbau an Edelhölzern weitgehend zerstört und ist nur noch in höheren unzugänglichen Lagen zu finden. Die übrigen Gebiete sind von Savannen und Plantagen geprägt. An den Küsten dominieren Mangroven. Lemuren sind mit zwei Arten auf den Inseln vertreten. Besonders häufig ist der Mongozmaki. Er hat ein durchgehend braunes Fell und kann die Größe einer Katze erreichen. Mohrenmakis, die es nur auf den Komoren und auf Madagaskar gibt, haben ihren Namen vom tiefschwarzen Fell der Männchen. Eine Berühmtheit ist der Komoren-Quastenflosser. Dieser urzeitliche Fisch galt lange Zeit als ausgestorben, wird aber vereinzelt nach wie vor in 150 bis 400 m Meerestiefe entdeckt.
Hauptstadt: Moroni
Bevölkerung: 600.000
Bevölkerungsdichte: 322/qkm
Ethnische Zusammensetzung: Antalote, Kaffern, Makoa, Oimatsaha, Sakalava
Religion: Muslim 98%, Christen 2%
Sprache: Komorisch, eine dem Kisuaheli verwandte Sprache; Arabisch und Französisch. Einige Bantu-Sprachen werden ebenfalls gesprochen.
Politisches System: Islamische Bundesrepublik seit 1982. Neue Verfassung von 1996, seit 1999 außer Kraft. Einkammerparlament mit 42 Abgeordneten; Legislaturperiode: 5 Jahre. Staats- und Regierungschef: Azali Assoumani, seit 1999. Die von der Partei RND gebildete Regierung wurde nach dem Militärputsch im April 1999 gestürzt und das Parlament aufgelöst. Unabhängig seit 1975 (ehemalige französische Kolonie).
Währung: 1 Euro = 100 Cent
Durchschn. Kaufkraft/Jahr: 800 EUR
Wirtschaft: Die Wirtschaft der Komoren ist kaum entwickelt und stark von französischer Finanzhilfe abhängig. Der wichtigste Wirtschaftszweig ist die Landwirtschaft, Hauptexportprodukte sind Vanille (78%), Ylang-Ylang und Gewürznelken, außerdem wird Kopra ausgeführt. Fischfang zu erwerbstätigen Zwecken wird nur in geringem Umfang betrieben. Der Fremdenverkehr hat in den neunziger Jahren stark zugenommen, sodaß der Dienstleistungssektor insgesamt nun die Hälfte der heimischen Wirtschaftsleistung erbringt. Dennoch bleiben die Komoren nach wie vor von den Weltmarktpreisen für ihre Hauptexportgüter abhängig. Haupthandelspartner ist Frankreich, das 36% der Importe liefert und 41% der Exporte abnimmt. Wichtige Bezugsländer sind außerdem China, Kenia, Tansania und Madagaskar.
Kokosnüsse, Vanille, Kaffee, Sisal, Zuckerrohr, Gewürze, Kakao, Parfümpflanzen, Reis.
Exportgüter: Vanille.
Landwirtschaft: 40%
Industrie: 5%
Dienstleistung: 55%
Lebenserwartung: 60 Jahre
Analphabetenrate Männer: 37%
Analphabetenrate Frauen: 51%
Information: http://www.comores-online.com/
Das Land
Die Komoren sind eine Gruppe von vier großen (Ngazidja, Mwali, Nzwani sowie das politisch nicht zur Republik Komoren gehörende Mayotte) und einigen kleineren Inseln. Sie liegen zwischen Madagaskar und Ostafrika, sind vulkanischen Ursprungs und gebirgig (tätiger Vulkan Kartala auf Ngazidja, 2360 m). Die Küsten sind steil und von Korallenriffen begleitet. Das tropisch-maritime Klima wird im Südsommer vom Regen bringenden Nordwestmonsun bestimmt, im Südwinter vom trockenen Südost-passat. Die natürliche Vegetation war bis zum 18. Jahrhundert dichter Regenwald mit wertvollen Holzarten, der aber bis auf Reste in höheren Lagen gerodet wurde.
Die Bevölkerung
Die Bevölkerung setzt sich aus Arabern, Malaien, Madegassen und Schwarzen zusammen und gehört überwiegend dem Islam an.
Die Wirtschaft und der Verkehr
Die Wirtschaft wird bestimmt durch die großenteils von europäischen Gesellschaften und komorischen Großgrundbesitzern betriebenen Plantagen, die für den Export ätherische Öle (Parfumessenzen), Vanille, Sisal, Kopra, Kakao, Kaffee, Gewürznelken und Pfeffer liefern. Für den Eigenbedarf bauen die Einheimischen Maniok, Mais, Süßkartoffeln, Reis und Zuckerrohr an. Die Viehzucht hat geringe, der Fischfang größere Bedeutung. Die Industrie dient vorwiegend zur Aufbereitung der Plantagen-produkte. Ausfuhrhäfen sind Moroni und Mutsamudu, internationaler Flughafen Moroni-Hahaya.
Die Geschichte
Vor der Besetzung durch Frankreich im 19. Jh. waren die Komoren ein Schlupfwinkel für Seeräuber. 1886 wurden die Komoren Protektorat, 1909 Kolonie, 1946 erhielt die Kolonie den Status eines Überseeterritoriums. 1961 wurde Autonomie gewährt. Ende der 60er Jahre entstand im Exil in Tansania die komorische Unabhängigkeitsbewegung Molinaco, und seit 1973 wurde die Unabhängigkeit mit Unterstützung der OAU (Organisation für die Einheit Afrikas) vorbereitet. Am 6. 7. 1975 erklärten die Komoren einseitig die Unabhängigkeit (ohne Mayotte). 1978 wurde durch Volksab-stimmung eine neue Verfassung der "Islamischen Bundesrepublik der Komoren" eingeführt. Zum Staatspräsidenten wurde Ahmed Abdallah Abderemane gewählt, der 1989 bei einem Putschversuch ermordet wurde. Sein Nachfolger wurde Said Mohammed Djohar. 1992 trat eine neue Verfassung in Kraft. 1996 wurde Mohamed Taki Abdulkarim zum Präsidenten gewählt. Im selben Jahr stimmte die Bevölkerung in einem Referendum für eine neue Verfassung, die dem Präsidenten weit reichende Befugnisse einräumt. 1997 sagten sich die Insel Mwali und Nzwani von der Zentral-regierung los. Eine Militärintervention gegen die Separatisten scheiterte. Zur Friedens-sicherung entsandte die OAU Truppen nach Nzwani. Im November 1998 starb überraschend Präsident Mohamed Taki Abdulkarim. Sein Nachfolger Tadjiddine Ben Said Massonde wurde im 1999 durch einen Militärputsch unter Führung von Oberst Azali Assoumani gestürzt.
Reiseinformation
Njazidja (Grande Comore):
Die Hauptstadt Moroni ist eine malerische, ruhige Stadt mit modernen Regierungsgebäuden und großen Plätzen sowie engen Gassen und einem Marktplatz. Die Moscheen, einschl. der Vendredi-Mosque, von deren Minarett man eine gute Aussicht hat, sind sehr sehenswert.
Mont Karthala:
Besucher können den Berg besteigen und einen Blick in den Krater werfen - Der Vulkan Mont Karthala (2761 m) brach 1977 zum letzten Mal aus. Man sollte eine Übernachtung in den vorhandenen Berghütten einplanen.
Das Fischerdorf Itsandra (6 km von Moroni entfernt) hat einen wunderschönen Sandstrand. Die alte Festung und die Königsgräber sind einen Besuch wert. Ausflüge: Am Lac Sale gibt es heiße Schwefelquellen, und bei Iconi liegt ein Dorf aus dem 14. Jahrhundert. Mitsamiouli ist eine Stadt im Norden der Insel, die für ihre guten Tauchgründe und die Komoran-Tänzer bekannt ist.
Mwali (Moheli):
Am Strand von Fomboni werden immer noch Dhaus gebaut. In der Nähe von Miringoni gibt es einen Wasserfall. Riesenwasserschildkröten kann man in der Niumashuwa-Bucht bestaunen.
Nzwani (Anjouan):
Herrliche Wasserfälle und üppige Vegetation bestimmen das Landschaftsbild. Die Hauptstadt Mutsamudou wurde im swahilischen Shirazi-Stil erbaut. Die Häuser stammen überwiegend aus dem 17. Jahrhundert. Gewinkelte Gassen, eine Moschee und eine Zitadelle laden zum Erforschen ein. Die ehemalige Hauptstadt Domoni ist ebenfalls sehenswert. Ausgezeichnete Strände findet man in der Nähe von Bimbini. In Bambao kann man Parfüm-Destillerien besichtigen.
Mahore (Mayotte):
Diese Insel wird weiterhin von Frankreich verwaltet. Sie ist von einem Korallenriff umgeben und bietet traumhafte Strände und ausgezeichnete Tauchmöglichkeiten. Besucher können die angeblich größte Lagune der Welt per Einbaum erkunden. Die Stadt Dzaoudzi hat einige interessante Befestigungsanlagen. Pamanzi ist eine kleine bewaldete Insel, die 5 km entfernt liegt. In Sulu rauscht ein Wasserfall ins Meer. In Tsingoni gibt es Überreste einer Moschee, außerdem kann man Zuckerraffinerien aus dem 19. Jahrhundert besichtigen.
Verkehrsmittel:
FLUGZEUG: Jede Insel hat eine Landepiste. Aeromarine und Air Archipel bieten Flüge zwischen Moroni, Mwali (Moheli) und Nzwani (Anjouan) sowie zwischen Moroni und Dzaoudzi (Mahore) an.
SCHIFF: Die Inseln werden durch regelmäßige Fähren miteinander verbunden. Besucher können Motor- und Segelboote sowie Kanus in den Dörfern und Städten am Meer mieten. Ein Boot ist besonders auf Mwali (Moheli) angebracht, da das Straßennetz hier recht dürftig ist.
BUS/PKW: Buschtaxis (Taxis-brousse), Miet- oder Privatwagen sind die einzigen Verkehrsmittel auf den Inseln. Besonders während der Regenzeit sind im Landesinneren und auf den entfernteren Inseln Fahrzeuge mit Allradantrieb angebracht. Man sollte vorsichtig fahren, da die Straßen schmal sind und Nutzvieh oft frei herumläuft.
Unterkunft:
Es gibt nur wenige Hotels und Pensionen, die meisten befinden sich auf Moroni und Mutsamudu und sind sowohl auf Geschäftsreisende und Diplomaten als auch auf andere Besucher ausgerichtet. Einfache Unterkünfte (Gîtes) gibt es auf Mahore (Mayotte) und an den Hängen des aktiven Vulkans Karthala.