

Übersicht:
Kenya
Jamhuri ya Kenya
Republic of Kenya
Ostafrika
Geographische Lage: 5°N - 5°S / 34°O - 42°O
Kenia grenzt im Nordosten an Somalia, im Norden an Äthiopien, im Nordwesten an den Sudan, im Westen an Uganda und im Süden an Tansania. Im Osten liegt der Indische Ozean. Landschaftlich ist Kenia in vier Regionen unterteilt: Wüste im Norden, Savanne im Süden und fruchtbare Ebenen an der Küste und an den Ufern des Victoria-Sees. Das Bergland mit der Haupstadt Nairobi befindet sich im Westen. Nordwestlich von Nairobi liegt das Rift Valley, der Grabenbruch, in dem die Stadt Nakuru und der Aberdare-Nationalpark liegen, unweit des Mount Kenia (5199 m), der ebenfalls einen Nationalpark beherbergt. Ganz im Nordwesten von Kenia liegt der Turkana-See.
Zeitzone: MEZ + 2h
Fläche: 580.367 qkm
Höchster Punkt: Mount Kenya 5199 m
Tiefster Punkt: Indischer Ozean 0 m
Längster Fluß: Tata 700 km
Klima: An der Küste tropisches Monsunklima (Regenzeit: Juni bis November). Im Hochland gemäßigtes Klima mit kühlen Nächten (Regenzeit: November)
Flora und Fauna: Westlich des Hochlands senkt sich das Grasland zum Ufer des Viktoriasees ab. Große Gebiete sind als Wildreservate ausgewiesen, zu nennen sind in erster Linie der Nairobi- und der Tsavo-Nationalpark. Dennoch bleibt die illegale Elfenbeinjagd eine Bedrohung für den Wildbestand, besonders in der Nähe zum Nachbarstaat Somalia.
Hauptstadt: Nairobi
Bevölkerung: 34,256.000
Bevölkerungsdichte: 59/qkm
Ethnische Zusammensetzung: Kikuyu 22%, Luhya 14%, Luo 13%
Religion: Christen 66%, Naturreligionen 26%, Muslim 7%
Sprache: Kisuaheli; daneben werden über 30 afrikanische Sprachen gesprochen, u. a. Kikuyu, Luo und Massai; Englisch ist Handelssprache.
Politisches System: Präsidialrepublik (im Commonwealth) seit 1963. Verfassung von 1963, letzte Änderung 1997. Einkammerparlament (National Assembly) mit 224 Mitgliedern. Staats- und Regierungschef: Daniel Toroitich arap Moi, seit 1978. Direktwahl des Staatsoberhauptes alle 5 Jahre. Unabhängig seit 1963 (ehemalige britische Kolonie).
Währung: 1 Shilling = 100 Cents
Durchschn. Kaufkraft/Jahr: 1.800 EUR
Wirtschaft: Kenia ist ein Agrarland - 75% der Bevölkerung sind in der Landwirtschaft tätig. Die Haupterzeugnisse sind Tee und Kaffee. Kenia ist eines der wenigen afrikanischen Länder mit nennenswerter Milchwirtschaft. Außer Tee und Kaffee sind Petroleumprodukte die Hauptexportgüter des Landes. Das Land importiert große Mengen Rohöl, außerdem Fertigprodukte, die hauptsächlich aus Großbritannien, Deutschland und Japan kommen. Großbritannien, Deutschland und Uganda sind die Hauptabsatzmärkte des Landes. Kenia bezieht Entwicklungshilfe aus Großbritannien; der größte Teil dieser Gelder wird direkt zur Schuldentilgung verwendet. Eine verstärkte wirtschaftliche Zusammenarbeit ist mit den Nachbarländern Uganda und Tansania vorgesehen. Die verworrene politische Lage des Landes sowie Inflation, Arbeitslosigkeit und ein Übermaß an Bürokratie wirkten sich in jüngster Zeit negativ auf die, verglichen mit anderen afrikanischen Nationen, florierende Wirtschaft des Landes aus. Der Tourismus ist wichtigster Devisenbringer.
Kaffee, Tee, Sisal, Zuckerrohr, Baumwolle, Mais, Ananas, Pyrethrum, Viehzucht.
Gewinnung, von Soda, Salz, Kupfer, Gold, Kaolin, Magnesit.
Tourismus.
Exportgüter: Kaffee, Tee, Erdölprodukte, Fleisch, Sisal, Pyrethrum.
Landwirtschaft: 26%
Industrie: 18%
Dienstleistung: 56%
Lebenserwartung: 48 Jahre
Analphabetenrate Männer: 11%
Analphabetenrate Frauen: 24%
Information: http://www.magicalkenya.com/
Das Land
Dem Tiefland im Osten steht das Hochland im Westen gegenüber, das durch den nordsüdlich verlaufenden Ostafrikanischen Graben (Rift Valley) mit dem Turkanasee im Norden und dem Aberdaregebirge als östliche Begrenzung sowie durch zahlreiche erloschene Vulkane (Mt. Kenia 5199 m) stärker gegliedert ist. Im Westen grenzt das Land an den Victoriasee. Die Lage zu beiden Seiten des Äquators bedingt zwei Regenzeiten: Das kühle Hochland empfängt mit Ausnahme der trockeneren Graben-zone reichlich Niederschläge und ist mit seinen fruchtbaren vulkanischen Verwitterungsböden das Hauptsiedlungsgebiet. Im trockenen Grabengebiet und auf den östlichen Ebenen gedeiht nur Dornsavanne, im Norden sogar nur Halbwüste.
Die Bevölkerung
Die Bevölkerung besteht zu 60% aus Bantuvölkern (Kikuyu, Luhya, Kamba u. a.) sowie Niloten und Hamiten (Massai, Galla, Somali); daneben gibt es 42 000 Araber, 89 000 Asiaten und 35 000 Europäer.
So vielfältig wie das Land, so unterschiedlich sind die Bewohner Kenias, in dessen Staatsgebiet etwa 30 Millionen Menschen leben, die mehr als 40 ethnischen Gruppen angehören.
Das kenianische Volk unserer Zeit ist aus verschiedenen historischen und neuzeitlichen Einwanderungsbewegungen hervorgegangen. In den vergangenen Jahrtausenden waren es Stämme aus ganz Afrika, die in diese fruchtbare ostafrikanische Region zogen. Eine der größten afrikanischen Einwanderergruppen waren die Bantu, die in mehreren Wellen aus dem Westen und Südwesten nach Ostafrika kamen. Zu den Bantu sprechenden Völkern gehören auch die Kikuyu, die heute mit 3 Millionen die zahlenmäßig stärkste Ethnie sind. Sprecher nilotischer und kuschitischer Sprachen dagegen zogen aus dem Norden beziehungsweise Nordosten des Kontinents hierher.
Die kuschitischen Volksgruppen bahnten sich von der somalischen Halbinsel in zahlreichen Kämpfen ihren Weg nach Süden, wobei sie die Bantu und Araber aus ihren Küstensiedlungen vertrieben. Danach schwenkten sie landeinwärts ins zentrale Hochland. Die kuschitische Sprachgruppe teilt sich deutlich in zwei Untergruppen. Zur größeren gehören die Somali, die als Hirtennomaden den östlichen Teil des nordöstlichen Dürregebiets besiedeln. Die Stämme der zweiten Untergruppe leben im westlichen Teil dieser Region, zu ihr rechnet man vor allem die Rendille und Orma. Die Sprecher kuschitischer Sprache leben in einer Region, die nicht für den Ackerbau geeignet ist. Ihr Hirtenleben ist daher eine Anpassung an die schwierigen Umweltbedingungen.
Die größte afrikanische Bevölkerungsgruppe sind auch heute noch die Bantu, deren Sprache zur Niger-Kongo-Sprache gehört. Nach der Volkszählung von 1989 beträgt der Bantu-Anteil an der Gesamtbevölkerung 60%. Gegenwärtig konzentrieren sich die Bantu-Völker südlich einer gedachten Linie zwischen dem Mount Kenya und der Stadt Lamu am Indischen Ozean. Dort treten sie vorwiegend in drei geographischen Regionen auf: im Viktoria See Becken, in den East Rift Highlands und im Küstengürtel. Zur Hauptgruppe der Bantu zählen neben den Kikuyu auch die Embu, die Meru, die Mbere, die Kamba und die Tharaka. Sie leben hauptsächlich im fruchtbaren zentralen Hochland, das von den Nyambene Hills im Distrikt Meru und der Nord- und Südseite des Mount Kenya bis zu den ersten Anhöhen der Nyandarua-Berge reicht. Der Rest der afrikanisch-stämmigen Kenianer läßt sich, grob gesagt, zwei weiteren Sprachgruppen zuordnen, der nilotischen und der kuschitischen. Vertreter des Nilotischen sind die Luo, die Kalenjin, die Maasai und verwandte Stämme.
Die Kikuyu sind die größte Ethnie, mit einem Anteil von 20% an der Gesamtbevölkerung. Die sieben größten Stämme, die Kikuyu, Luhya, Luo, Kamba, Kalenjin, Kisii und Meru, haben zusammen einen Anteil von 81,3% an der Bevölkerung.
Völkerwanderungen
Die Kuschiten konnten sich einer völligen Unterwerfung und Absorption durch andere Stämme widersetzen. Ihre Nachkommen, darunter die Somali, die Galla oder Oromo, die Rendille und die Boni, besiedeln heute die nördlichen und östlichen Teile Kenias.
Die Bantu, die mit Abstand die größte Sprachgruppe Kenias bilden, drangen von Süden und Westen her in das Land ein.
Die Niloten, die beträchtliche Teile Ostafrikas besiedeln, lassen sich in drei Gruppen unterteilen. Die Fluß-See-Niloten, die Flachland- sowie die Hochlandniloten. In der nilotischen Sprachgruppe existiert eine der kleinsten ethnischen Gemeischaften Kenias, die El Molo, die bei der Volkszählung von 1979 nur noch 538 Stammesangehörige umfaßten. Die El Molo sind ein Seitenzweig der Turkana und leben als Fischer am Turkana See.
Einige Ethnien in Kenia:
Boran
In der Turkana-Region lebt auch der Hirtenstamm der Boran, der mit den kuschitischen Stämmen Südäthiopiens verwandt ist. Die Boran glauben an eine höhere Gottheit, mit der sie durch einen Schamanen sowie durch Opfer und Gebete kommunizieren.
Wie die meisten afrikanischen Stämme sind auch bei den Boran die Kinder fest in das Stammesleben eingebunden. Rituale und Feiern begleiten ihre Geburt und Namengebung. Während die einleitende Zeremonie ausschließlich im Kreis der Verwandten und der engsten Freunde stattfindet, dankt man in einer öffentlichen Feier der höchsten Gottheit und erfleht ihren Segen.
Einem Jungen schert der Vater das Haar, bevor er ihm nach weiteren Zeremonien einen Namen gibt. Am Morgen darauf wird ein vorher gesegneter Rinderbulle geopfert, aus dessen Haut anschließend dünne Armbänder für das Kind und seine Verwandten gefertigt werden. Ein Priester weissagt das Geschick des Jungen, und das Fleisch des geopferten Bullen wird gemeinsam verzehrt. Da den Mädchen des Stammes eine geringere Bedeutung zukommt, ist dementsprechend die Zeremonie der Namensgebung viel einfacher.
Mit langen Haaren darf sich ein Boran-Jüngling erst wieder zeigen, nachdem er seine Mannestugenden unter Beweis gestellt hat, sei es, daß er einen Löwen, Elefanten oder Krieger aus einem anderen Stamm tötet, oder eine eigene Familie gründet und auf diese Weise seinen Stamm stärkt.
Jeder Boran-Stamm ist hierarchisch in fünf Generationsgruppen gegliedert. Alle acht Jahre wechselt ein Boran durch ein jeweils anderen.
El Molo
"Il torobo" - arme Teufel. Mit diesem Allgemeinausdruck bezeichnen die Maasai alle diejenigen, die keine Herden besitzen. Keine Kühe besitzen bedeutet, auf andere Beschäftigungen angewiesen sein, auf die Jagd wilder Tiere oder auf die Fischerei. Dies war für die Maasai gleichbedeutend mit Armut und Grund zur Mißachtung.
Die ersten europäischen Reisenden und Forscher der unbekannten Gegend der sogenannten Nordgrenze von Kenia stießen auf Stämme, deren Sprache ihnen ganz unverständlich waren. Als Führer und Träger dienten ihnen im allgemeinen die Maasai, und wenn diese mit den Völkern "ohne Herden" zusammenstießen, nannten sie sie "il torobo". Die Forscher schrieben also gewissenhaft in ihr Notizbuch das Wort il torobo und entstellten es allmählich, so daß Ndorobo, Dorobo und sogar Wandorobo daraus wurde. Die Vorsilbe wa entstammte der kisuaheli Sprechart. So kam es schließlich, ohne eigentliche Schuld der Forscher, daß eine gute Anzahl Stämme und Gruppen ihren echten Namen verloren und alle gemeinsam Ndorobo genannt wurden. Es existieren in Wahrheit über 12 Gruppen Ndorobo, die auf den Berggraten des Rift-Valley wohnen, jede mit ihren ursprünglichen Namen, (gewöhnlich maasaischen Ursprungs, denn diese Gruppen wurden da und dort von den Maasai zurück gelassen, wenn sie von den Berggraten hinabstiegen und das Rift-Valley überquerten). Sogar einige Samburu wurden als Samburu Ndorobo klassifiziert. Einigen Gruppen gelang es, sich von diesem Spitznamen zu befreien, aber anderen gelang es nicht, und so werden sie auch heute noch, beim offiziellen Einwohneramt Kenias, Nderobo (und nicht Ndorobo) genannt. Es handelt sich um die beträchtliche Anzahl von über zwanzigtausend Menschen. Auch die El Molo wurden als "il torobo" klassifiziert. Tatsächlich konnten ja ihr Leben und ihre tägliche Tätigkeit nicht mit bedeutsameren Worten beschrieben werden.
Die Benennung El Molo scheint Kuschitischen Ursprungs zu sein und wahrscheinlich, was die Maasai mit dem Ausdruck "il torobo" sagen wollten, zum mindesten ein Volk, das sich auf dem See (dem Turkana-See) der Fischerei widmet.
Der El Molo-Stamm ist heute einer der Kleinsten Stämme Kenias. Einige Missionare und Ethnographen behaupten, die El Molo reinen Blutes dürften nicht mehr als vierzig sein, währen die mit Turkana- oder Samburu-Blut 200 Menschen umfassen.
Die Harpune scheint die einzige Waffe der El Molo zu sein. Sie besteht aus einem Stück Eisen, an dem ein pflanzlicher Strick befestigt ist (aus Dumpalmenfasern). Dieser Strick ermöglicht es, sich der Harpune selbst und der Beute zu bemächtigen und beides aufs Floß zu ziehen. Der lange Griff wird aus der Wurzel einer Akazienpflanze hergestellt, die an einem gestimmten Ort wachsen muß, der als frei von jeglicher Art Tabu gilt.
Kikuyu
Landbesitz hat bei den Kikuyu traditionell einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert. Aber sie gelten nicht nur als gute Landwirte, sondern auch als begabte Händler und Unternehmer.
Heute leben viele Kikuyu in Nairobi und bekleiden wichtige Positionen in Wirtschaft und Politik. Auch Jomo Kenyatta, der erste Präsident des Unabhängigen Kenia, war ein Kikuyu.
Die Mythen der Kikuyu erzählen von einem Stammelternpaar namens Gikuyu und Mumbi. Ihr Gott Ngai schuf den Berg Kirinyaga und wies dem Mann Gikuyu seinen Anteil an den Tälern und Tieren zu. Vom Gipfel des Berges aus zeigte der Gott Gikuyu die Schönheit des Landes, besonders einen Platz unter großen Feigenbäumen an dem Gikuyu sein Heim errichten sollte. Dort fand er Mumbi, die er zur Frau nahm und mit der er neun Töchter hatte. Die Töchter wurden erwachsen, und nirgends war ein Mann, den sie hätten heiraten können.
Gikuyu flehte Ngai um Hilfe an und brachte ihm ein Lamm und ein Zicklein als Opfer dar und als er das nächste Mal die Opferstelle betrat, warteten dort neun Männer auf ihn, die er glücklich zu seiner Familie brachte. Doch mit der Heirat war Gikuyu nur einverstanden, wenn die Männer versprachen, nach der Hochzeit nicht mit ihren Frauen weg zu ziehen, und wenn sie das Matriarchat anerkannten. So lebten sie alle weiter als Gruppe zusammen, die sich zu Ehren der Mutter "Mbari ya Mumbi" nannte. Erst als die Eltern gestorben waren, gründete jede Tochter mit ihren Nachkommen einen eigenen Familienverband, doch das Zusammengehörigkeitsgefühl der einzelnen Clans blieb weiter bestehen. Über viele Generationen herrschten die Frauen über die Familie, so wie es vereinbart worden war. Doch den Männern mißfiel im Laufe der Zeit die immer anmaßendere Haltung der Frauen und die Vielmännerei. So verschworen sie sich gegen sie, doch nicht mit Gewalt, sondern mit List und Tücke. Die Frauen wurden umworben und verführt, und als alle Frauen schwanger waren, übernahmen die Männer die Herrschaft. Von da an war alles umgekehrt. Oberhaupt der Gemeinschaft waren jetzt die Männer, die ebenfalls polygam lebten. Das einzige Privileg, das man den Frauen ließ war, daß sie die Namenspatroninen der neun wichtigsten Kikuyu-Clans blieben.
Luo
Der zweitgrößte Stamm Kenias sind die Luo, die sich vor allem in der Nähe des Viktoria Sees in den Distrikten South und North Nyanza angesiedelt haben und dort von Fischfang und Landwirtschaft leben. Auch aus ihren Reihen sind viele bedeutende Politiker hervorgegangen.
Früher lebten die Luo als halbnomadisierende Viehhirten, doch wegen ihres starken Bevölkerungszuwachses wanderten sie ins Hochland und ließen sich dort als Bauern und Fischer nieder. Hatte für sie ursprünglich Landbesitz keinen besonders hohen Wert, änderte sich das mit der Seßhaftigkeit. Land war das gemeinsame Eigentum des Volkes und sicherte die soziale Stellung jedes Einzelnen. Die Zuteilung der Felder entschied der Ältestenrat nach den Bedürfnissen und der Größe einer Familie. Das Volk der Luo hat so berühmte Persönlichkeiten wie Tom Mboya und Oginga Odinga hervorgebracht. Odinga, Oppositionsführer und Verfechter der Demokratie, starb im Januar 1993. Neben ihren politischen Aktivitäten sind die Luo jedoch vor allem als besonders geschickte Fischer bekannt. Im Winam Golf und an den Ufern des Viktoria Sees fangen sie mit Schwebenetzen oder Angeln den Tilapia.
Maasai
Der bekannteste Stamm Kenias sind die Maasai, die heute im Süden des Landes leben. Ein Teil des kriegerischen Hirtenvolkes lehnt noch immer alle Neuerungen der modernen Zeit ab und ist stolz auf seine althergebrachten Traditionen.
Wer sind die Maasai? Woher kommen sie?
Die Sprachforscher ordnen die Maasai der Gruppe der Ostniloten zu, deren Sprache, das Maa, allerdings stark vom Kuschitischen beeinflußt ist. Bis heute ist die Geschichte der Maasai wenig erforscht. Als sicher gilt, daß sie bis ins 15. Jh. in der Gegend um den Turkana-See lebten. Nur langsam zogen sie von dort in kleinen Gruppen weiter südwärts. Über lange Zeit waren sie unbestrittene Herrscher in den weiten Savannen Zentralkenias und im Süden des Landes bis weit nach Tansania hinein.
Mijikenda
Die Mijikenda behaupten von sich, ihr Ursprungsort sei Shungwaya, ein mysthischer Ort, der irgendwo nördlich der Insel Pate liegen soll. Heute leben sie im Kwale- und Kilifi-Distrikt, sich selbst nennen die Mijikenda "Makaya Chenda". Und sie sind das Volk, das in den Aufzeichnungen von Europäern des 18. Jahrhunderts immer unter dem Namen Wanyika oder Monica, "Menschen der Wildnis", auftaucht. Damals standen die Mijikenda in engen Kontakt mit der Stadt Mombasa, für die sie als Zwischenhändler Elfenbein und Holz von den Völkern im Landesinneren aufkauften.
Die Mijikenda teilen sich in neun Volksgruppen auf: in die Digo, Rabai, Giriama, Kauma, Ribe, Kambe, Jibana, Chonyi und Duruma. Der berühmteste Stamm unter ihnen sind heutzutage sicher die Giriama, die schon früh eine interessante Tanz- und Musikkultur hatten.
Pokot
Am Fuße der Cherangani Hügel erstrecken sich die nordwestlichen wüstenähnlichen Gebiete Nordkenyas ins fast unendliche. Dieses Land am Fuße der Bergkette ist die Heimat der Pokot. Von den Maasai Suk genannt, gibt es deren etwa 220.000. Ihr Land, das an Uganda grenzt konnten nie genau festgelegt werden, weil die Pokot auf der Suche nach Weideland regelmäßig in das Gebiet der Karamojong eindringen. Etwa 2/3 der Pokot leben vom Vieh und 1/3 sind Bauern. Während die Viehalter pi pa tix genannt werden, heißen die anderen pi pa pax, die Getreideleute.
Die nomadische Lebensweise der Pokot erlaubt es nicht, sich in größeren Zentren niederzulassen. So wird man kaum größeren Pokotdörfern begegnen, sondern nur Familiengruppen.
Die Hütten der Pokot sind sehr einfach und klein, sie haben keine Fenster und nur eine schmale Tür. Sie sind rund mit flachen Dach und Wänden, die aus einer Mischung von Sand, Lehm und Kuhmist hergestellt werden. Drum herum führt ein Zaun, der aus Zweigen eines Dornenbaumes gefertigt ist und das ganze Viehgehege einschließt.
Die Kinder
In den ersten Lebensjahren werden die Kinder als die Hoffnung für die Zukunft betrachtet. Gewöhnlich bleiben die Mädchen zu Hause, während den Jungen schon von 3-4 Jahren an die Kälber und Kühe anvertraut werden.
Als Grundlage für das Erwachsenwerden gilt die Beschneidung. Die jungen Leute werden hereingenommen in die Verantwortung des Stammeslebens. Jungen im Alter zwischen 15 und 20 Jahren, Mädchen nach dem 12. Lebensjahr.
Der Junge wird zum Verteidiger seines Stammes, er beginnt eigenes Vieh zu halten und er gehört zu denen, die ausgeschickt werden, um Vieh auf Kosten anderer ethnischer Gruppen zu rauben. Die Mädchen werden reif zur Heirat.
Rendille
An der Südostseite des Turkana-Sees leben die mit den Somali verwandten Rendille. Über ihren Ursprung berichtet eine Legende. Ihr zufolge verirrten sich vor Jahrhunderten neun Somalikrieger beim Kamele hüten und gelangten so schließlich ins Gebiet der Samburu. Deren Stammesälteste erlaubten ihnen zwar die Hochzeit mit Samburufrauen, aber nur unter der Bedingung, daß die Somalikrieger dem Islam und ihren damit verbundenen Bräuchen entsagten, was sie prompt taten und so einen neuen Stamm begründeten, eben die Rendille. Heute leben die halbnomadischen Rendille mit ihren wenigen Milchkamelen teilweise in festen Siedlungen. Auf der Suche nach guten Weideplätzen für ihre großen Kamelherden sind Knaben und junge Männer mitsamt ihren mobilen Lagerstätten in ständiger Bewegung, während Schafe und Ziegen von den Mädchen gehütet werden.
Samburu
Ein alter Name, unter dem sie einmal bekannt waren, ist "Burkineji".
Der Stamm der Samburu lebt im Norden Kenias auf einem Gebiet von ca. 28.000 qkm, das sowohl das Lerogi Plateau mit seinen Zedernwäldern als auch das trockene Buschland des Norden einschließt. Kulturell wie auch sprachlich sind die Samburu den Maasai eng verwandt, von denen sie sich im 16. Jahrhundert, im Laufe ihrer Wanderungen den Nil hinab nach Süden, abgespalten haben. Der Lebensstil der Samburu hat sich über die Jahre hinweg ebenfalls nur wenig verändert. Er ist der am nördlichsten lebende Stamm, der Maa spricht.
Turkana
In ethnischer Hinsicht sind die Turkana des nordwestlichen Kenia nomadische Nilo-Hamiten, die das Gebiet zwischen dem Turkana-See, im Osten, und dem Grabenbruch an der Grenze zu Uganda, im Westen, durchstreifen.
Das Volk der Turkana setzt sich zusammen aus den Nimonia, einem in den Waldgebieten lebenden Stamm, und den Nocuru, einem Stamm, der vorwiegend in der Savanna lebt. Beide Stämme sind in 20 Clans gegliedert, die sich "ategerin" nennen und in einem übergeordneten Verband, dem "adakar"; lose zusammenleben. Jeder Turkana-Mann ordnet sich einer von zwei totemistischen Gruppen zu, entweder den "nimur"(Stein) oder den "neisai" (Leoparden)
Die einheimische Bevölkerung bekennt sich zu etwa 70% zum Christentum (2/3 Protestanten); weiterhin gibt es Anhänger von Naturreligionen und des Islams.
Die höchsten Bevölkerungsdichten findet man im gut beregneten Hochland. Staatssprache ist seit 1974 Kisuaheli, Verkehrs- und Bildungssprache Englisch.
Die Wirtschaft
Die Landwirtschaft bildet für 3/4 der Bevölkerung die Existenzgrundlage. Für die Ernährung werden Mais, Weizen, Gerste, Hafer, Bohnen, Süßkartoffeln, Hirse, Zuckerrohr, Erdnüsse, Sesam, Bananen, Orangen, Mangos und an der Küste Kokos-nüsse produziert. Exportgüter sind: Kaffee, Tee, Pyrethrum und Sisal. Bedeutend ist die Viehzucht. An Bodenschätzen werden bisher Magnesit, Gold, Salz und Soda gewonnen. Kenia verfügt über keine eigenen Energierohstoffe. Dennoch ist die Industrie gegenüber den umliegenden Ländern weiter entwickelt; sie verarbeitet Agrarprodukte und erzeugt auch schon Verbrauchsgüter (Möbel, Textilien, Schuhe, Papier u. a.). Das Handwerk hat durch den Tourismus neuen Aufschwung genommen: Holzschnitzereien, Sisalflechtereien und handgeschmiedete Massai-Waffen werden als Andenken angeboten und exportiert. Der Fremdenverkehr mit seiner Spitzenstellung in Afrika bringt viele Devisen ins Land.
Der Verkehr
Das Verkehrsnetz ist in den südlichen Landesteilen (Hochland) gut ausgebaut, im nördlichen Tiefland ist es dagegen noch kaum entwickelt. Hervorzuheben sind die Ugandabahn mit ihren Abzweigungen im westlichen Hochland, die Rundstraße um den Mount Kenia und die Kap-Kairo-Straße, die Nairobi berührt. Haupthafen ist Mombasa. Gut entwickelt sind die internationalen Flugverbindungen.
Die Geschichte
Vor der Kolonisation bildete Kenia keine politische Einheit. 1895 kam das ganze Land unter britische Kolonialverwaltung. Seit 1902 wurde das fruchtbare Hochland an weiße Siedler verteilt. Diese europäische Minderheit förderte und lenkte die wirtschaftliche Erschließung, besonders nach 1945; 1919 erreichte sie auch Mitsprache in der Verwaltung. Die afrikanische Nationalbewegung entzündete sich, besonders unter den Kikuyu, an der Landnot. 1952 brach der Mau-Mau-Aufstand aus, den England militärisch niederschlug, danach (1957) wurden politische Reformen eingeleitet. Das Land erhielt 1963 die Unabhängigkeit. Als Regierungspartei setzte sich die Kenya African National Union (KANU) unter J. Kenyatta durch, die zunächst vorwiegend eine Partei der Kikuyu und der Luo war; 1966 spaltete sich die Links-partei Kenya People's Union (KPU) ab, errang im Luo-Gebiet Wahlerfolge, wurde jedoch 1969 verboten. Kenyatta wurde 1963 Ministerpräsident und regierte von 1964 bis zu seinem Tod 1978 autokratisch als Staatspräsident. Zu seinem Nachfolger wurde der bisherige Vizepräsident Daniel Arap Moi gewählt. Dieser versuchte die Vorherrschaft der Kikuyu und des Kenyatta-Clans abzubauen. Seit Ende der 1980er Jahre wuchs der Druck auf Daniel Arap Moi, Kenia zu demokratisieren. Gleichzeitig verschlechterte sich die Wirtschaftslage durch Flüchtlingsströme aus den Nachbar-ländern und schlechte Ernten. Es kam zu blutigen Unruhen. Nach einer Verfassungs-reform, die ein Mehrparteiensystem institutionalisierte, fanden 1992 erstmals nach 26 Jahren freie Parlaments- und Präsidentschaftswahlenwahlen statt. Die frühere Einheitspartei KANU gewann die absolute Mehrheit. Bei den Präsidentschaftswahlen konnte sich Arap Moi gegen die Kandidaten der Opposition durchsetzen. Auch bei den Wahlen 1997 wurde Moi im Amt bestätigt. Die KANU blieb stärkste Partei. Die Opposition erhob den Vorwurf der Wahlmanipulation. Ein Terroranschlag auf die US-amerikanische Botschaft in Nairobi forderte im August 1998 weit über 200 Todesopfer.
Reiseinformation
Das mittlere Hochland
Nairobi ist als "grüne Stadt an der Sonne" bekannt. Das moderne Kenyatta-Konferenzzentrum und das attraktive Stadtbild haben Nairobi zu einer bedeutenden internationalen Handels- und Konferenzstadt gemacht. Nairobi wirkt sehr gepflegt, trotzdem ist die Kriminalität wie in anderen Hauptstädten hoch, und als Ortsfremder sollte man manche Viertel vor allem nachts meiden. Manche Besucher empfehlen sogar, den Uhuru-Park nicht allein zu betreten. Die Einkaufsmöglichkeiten sind vielfältig, die Palette reicht von Einkaufszentren im amerikanischen Stil bis hin zu afrikanischen Märkten mit Holzbuden. Groß ist auch das Angebot an Restaurants und Nachtklubs. Zu den Sehenswürdigkeiten in und um Nairobi gehören das Kulturzentrum Bomas of Kenya, etwas außerhalb des Stadtzentrums, wo u. a. Tanzaufführungen stattfinden; das Kenya National Museum mit einer Völkerkundeabteilung und der Snake Park (Schlangenpark) gegenüber dem Museum, in dem man Bekanntschaft mit fast allen ostafrikanischen Schlangenarten machen kann.
Der Nairobi-Nationalpark liegt nur 8 km außerhalb der Stadt. Der älteste Nationalpark Kenias sieht noch heute wie auf alten Fotografien aus - ursprüngliches, welliges Weideland, auf dem außer Elefanten alle ostafrikanischen Wildtiere der Ebene grasen. Das Hilton-Hotel organisiert Touren. Der Naivasha-See liegt eine Autostunde von der Hauptstadt entfernt. Die Aussicht von hier ist einmalig; Vogelfreunde kommen bei der großen Anzahl von Vögeln und dem Artenreichtum auf ihre Kosten. Es bieten sich auch gute Gelegenheiten zum Felsenklettern.
Nanyuki ist eine kleine Stadt an der Westseite des Mount Kenya und einer der Ausgangspunkte für Bergsteiger. Nakuru liegt im Rift Valley, ca. 230 km westlich von Nairobi. Die geschäftige Stadt ist ein wichtiger Knotenpunkt der Region und die viertgrößte Stadt Kenias, aber so staubig und trocken, daß Touristen meist nur auf der Durchreise hier kurz Halt machen. Schön ist der nahegelegene Nakuru-See-Nationalpark, von dem gesagt wird, daß er einst 50% der rosa Flamingos der ganzen Welt beheimatete. In der Nähe erhebt sich der Menengai Crater, ein erloschener Vulkan. 50 km nördlich von Nakuru erreicht man über eine relativ gute Straße den Baringo-See. Er ist kleiner als der Nakuru-See, der Artenreichtum der Vogelwelt ist jedoch genauso eindrucksvoll. Auf der »Halbmondinsel« (Crescent Island), in der Mitte des Sees, gibt es einen Zeltplatz und man kann Boote mieten.
Kisumu ist ein Handelszentrum am Victoria-See. Von hier aus kann man den Mount-Elgon-Nationalpark besuchen.
Die Küste
Mombasa, die zweitgrößte Stadt Kenias, liegt 500 km von Nairobi entfernt. Mombasa ist eine wichtige Hafenstadt, die von ihrer Lage an der einzigen Bahnstrecke ins Landesinnere profitiert. Herrliche Strände erstrecken sich südlich und nördlich der Stadt. Interessant ist die Old Town, das fast völlig islamische Altstadtviertel mit engen Gassen und Straßenhändlern, die Handarbeiten anbieten. Die Festungsanlage Fort Jesus wurde 1593 von den Portugiesen erbaut und 1698 nach 33monatiger Belagerung von den Omani-Arabern erobert. Hier ist heute ein Museum untergebracht. Kikoi- und Khanga-Tücher kann man in der Biashara Street kaufen. Das Fremdenverkehrsamt befindet sich in der Moi Avenue.
Malindi liegt 125 km nördlich von Mombasa und ist der älteste Urlaubsort Kenias. Entlang der Küste liegen die Malindi- und Watamu-Wasserschutzgebiete, in denen man die Unterwasserwelt der Korallenriffe vom Glasbodenboot aus beobachten kann. Tauchen ist hier ebenfalls beliebt. In der Nähe von Watamu, im Gedi-Nationalpark, liegt eine Ruinenstadt aus dem 13. Jahrhundert. Das kleine Dorf Mambui, nördlich von Malindi, ist ebenfalls einen Ausflug wert.
Die Insel Lamu liegt 200 km nördlich von Malindi und lockt mit feinsandigen Palmenstränden, an denen malerische Dhaus vorbeisegeln, und einer faszinierenden Inselstadt. Die engen Gassen sind nur mit Eseln oder Handwagen passierbar; auf der Insel ist kein motorisierter Verkehr gestattet. Bei einem Stadtbummel stößt man auf Basare, Moscheen und arabische Häuser mit geschnitzten Holztüren. In der Mwango Road steht auch ein Hindutempel. Angelfahrten auf Dhaus werden angeboten; mit den Bootseigentümern kann man Tagesausflüge zu den ca. 600 Jahre alten Ruinen auf den nahegelegenen Inseln Pate und Manda machen.
Vor der Küste südlich von Mombasa liegt ein Korallenriff, hier gibt es schöne und geschützte Strände. Zu den Touristenregionen gehören Likoni, Tiwi und Diani Beach. Ein Stück weiter südlich liegt die Halbinsel Shimoni, das Zentrum der Sportfischerei in Kenia.
An der Küste nördlich von Mombasa liegen die Urlaubsorte Bamburi, Kenya, Watamu und Casuarina Beach. Auch hier gibt es herrliche Strände. Streckenweise wurden große Hotelkomplexe errichtet.
Nationalparks
Der Artenreichtum ihrer Tier- und Pflanzenwelt hat Kenias Nationalparks in aller Welt berühmt gemacht. 10% der Fläche des Landes besteht aus Nationalparks. In den 40 Parks sind alle verschiedenen Lebensräume vertreten, von Wüste über Bergwald bis hin zu Wasserschutzgebieten am Indischen Ozean. Die Tourismus-Einrichtungen sind außerordentlich gut. Es gibt zahlreiche organisierte Safaris, aber man kann auch Fahrzeug und die entsprechende Ausrüstung mieten. Immer beliebter werden Ballonflüge, die die Möglichkeit bieten, die Wildtiere aus der Vogelperspektive zu beobachten; vor allem im Masai-Mara-Nationalreservat empfiehlt es sich, frühzeitig zu buchen. Alle nachstehenden Nationalparks (ausgenommen Masai-Mara-Nationalreservat und Samburu-Wildpark) stehen unter der Verwaltung von Kenya Wildlife Service.
Der Aberdare-Nationalpark umfaßt eine dichtbewaldete Bergkette, die nahe beim Mount Kenia liegt und bis auf 4000 m Höhe ansteigt. Hier leben Elefanten, Nashörner, seltene Waldantilopen wie Bongo- und Dik-Dik-Antilopen, Leoparde, Löwen und verschiedene Affenarten. Die meisten Besucher ziehen es vor, das Wild von den beiden erhöhten Lodges aus zu beobachten (Treetops und The Ark), die eine bei Nacht beleuchtete Schneise überblicken. Im Nebel der höheren Hänge wachsen üppige Bergpflanzen. Es gibt zahlreiche Wasserfälle, der größte ist der 300 m hohe Guru-Wasserfall.
Der Amboseli-Nationalpark ist für Kenias Verhältnisse mit seinen knapp 400 qkm beinahe klein und liegt an der Grenze zu Tansania, 220 km von Nairobi entfernt. Die schöne Aussicht auf den schneebedeckten Kilimanjaro, Afrikas höchsten Berg, zieht viele Besucher an. Der Park besteht aus Savannenlandschaft und Sumpfgebieten und ist vor allem für seine Elefantenpopulation bekannt. Außerdem gibt es an die 400 verschiedenen Vogel-, Amphibien- und Reptilienarten. Es werden unter anderem auch Vorträge angeboten, in denen man etwas über die Kultur der Maasai erfahren kann.
Das Masai-Mara-Nationalreservat liegt 390 km von Nairobi entfernt im äußersten Südwesten des Landes. Die weite Ebene, wird einmal im Jahr von riesigen Herden von Gnus, Zebras, Gazellen und Antilopen überquert, die von der Serengeti des Nachbarstaates Tansania aus gen Norden ziehen. Die Tiere werden oft von Löwen, Geparden, Leoparden und Hyänen verfolgt. Erschöpft sammeln sie sich an einer Stelle des Mara-Flusses, wo sie in langen Reihen auf die Überquerung warten. Das Schauspiel kann am besten von einem der drei Heißluftballons aus beobachtet werden, die vom Grosvenor's Camp aus aufsteigen. Es gibt 13 Buschlager und zwei Lodges (Mara Serena Lodge und Keekorok Lodge) im Reservat. Grosvenor's Camp verfügt über eine Landebahn und ist das am besten ausgestattete Lager. Am Steilhang außerhalb des Reservats hat man ein Luxushotel gebaut mit guter Aussicht auf die Ebene.
Der Meru-Nationalpark, 280 km von Nairobi entfernt, erstreckt sich über eine Fläche von 870 qkm. Hier leben Elefanten, Nilpferde, Giraffen, Zebras, Gazellen, Kudus und Oryx. Außerdem beheimatet er über 300 Vogelarten. Dieser Park ist einer der wilderen und ursprünglicheren Naturschutzgebiete.
Der Äquator führt durch den 600 qkm großen Mount-Kenya-Nationalpark, der aus Wald, nacktem Fels und Schneefeldern auf den Berggipfeln besteht. Das Schutzgebiet beginnt in 1800 m Höhe und steigt auf über 5000 m an. Der Aufstieg ist sehr schön, professionelle Ausrüstung ist nicht erforderlich; man sollte sich jedoch genügend Zeit nehmen, um Höhenkrankheit zu vermeiden. Es ist ratsam, die Tour in Begleitung eines Führers anzutreten. Unterwegs kann man in Berghütten übernachten. Warme Kleidung, einen Schlafsack und Nahrungsmittel muß man selbst mitbringen. Der Berg ist einer der letzten Jagdgründe des schwarzen Leoparden und der Lebensraum des seltenen schwarzweißen Colobus-Affen. Samburu-Wildpark: Dieser wüstenähnliche Park liegt zwischen Nairobi und dem Turkana-See. Hier kann man die seltenen Oryx-Antilopen, Gerenuks, netzförmig gemusterte Giraffen und Grevys-Zebras sehen. Strauße und Elefanten sind in der freien Wildbahn leicht zu ersichten. In der Samburu Lodge und der River Lodge im Nationalpark können Besucher von der Bar aus durch Köder angelockte Leoparden beobachten.
Der Tsavo-Nationalpark besteht aus einem Ost- und einem Westteil und ist mit insgesamt 21.000 qkm der größte Park Kenias. Der größte Teil des Landes ist offene Savanne und Buschland, das von Elefanten, Büffeln, Löwen, Antilopen, Gazellen, Giraffen und Zebras bevölkert ist. Bei Mzima Springs im Westen des Parks kann man Krokodile und Flußpferde sehen.
Am Turkana-See im Norden Kenias liegen mehrere Naturschutzgebiete. In diesem See, der sich mehrere hundert Kilometer durch weitgehend unbewohnte Wüste erstreckt, gibt es einige nur hier vorkommende Fischarten und Wasserpflanzen. Manche Urlauber kommen vor allem zum Fischen hierher. Am Ostufer hat man für Angeltouristen mehrere Lodges errichtet. Trotz des unwirtlichen Klimas trifft man hier viele der bekannteren Tierarten Kenias an. Im See liegen zwei große vulkanische Inseln. Der mit Wasser gefüllte Krater der südlichen Insel beheimatet außergewöhnlich große Krokodile.
Verkehrsmittel:
FLUGZEUG: Kenya Airways (KQ) verbindet Mombasa, Malindi, die Insel Lamu und Kisumu (am Westufer des Victoria-Sees) mit Nairobi. AirKenya bietet Linienflüge von Nairobi nach Mombasa, Malindi, Lamu, Kiwayu, Amboseli, Samburu, Masai Mara, Nanyuki, Tsavo und Kilimanjaro. Außerdem fliegt Air Kenya alle Wildreservate im Land an. Regional Air bietet ebenfalls Inlandflüge von Nairobi aus an. Rundreisen zu den Nationalparks und zur Küste werden angeboten. Man kann auch Flugzeuge chartern.
Neu im Flugplan: Südküste - Nairobi
Air Kenya fliegt jetzt Ukunda an. Diese Nachricht wurde nicht nur von Touristen freudig aufgenommen, auch viele Bewohner der Südküste nutzen fleißig diese Verbindung. Fünf mal pro Woche kann man morgens vom Ukunda- Airstrip über Mombasa nach Nairobi fliegen und am Abend geht eine Maschine retour. Bald soll dieser Service täglich angeboten werden.
Bisher mussten die Südküstler zum Flughafen nach Mombasa fahren, was oft durch Wartezeiten an der Fähre lange dauerte. Jetzt ist man in dieser Zeit bereits schon in Nairobi, alleine wegen der Zeitersparnis ist dieses Flugangebot ein echter Gewinn.
Air Kenya landet auf dem Wilson Airport in Nairobi, der kleinere Flughafen der Stadt, die Abfertigung geht schnell und zur Innenstadt ist es nur halb so weit, wie vom "Jomo Kenyatta International Airport". Für ca. 130 Euro können Sie hin- und zurückfliegen, dies ist ein weiterer Grund für die hohen Buchungszahlen. Wer nur bis nach Mombasa mitfliegen will, zahlt ca. 25 Euro, eine echte Konkurrenz zum Taxi.
Die Maschinen sind gut, die Gesellschaft renommiert, also kein Grund zur Angst. Buchen kann man direkt bei Air Kenya, deren Büro befindet sich im Barclays Center Diani.
SCHIFF: Fährverkehr zwischen Mombasa, Malindi und Lamu. Weitere Einzelheiten von den örtlichen Behörden und Reiseveranstaltern.
BAHN: Die Kenya Railways Corporation betreibt Passagierzüge zwischen Mombasa und Nairobi. Normalerweise fahren die Züge über Nacht, die Fahrt dauert 13-14 Std. Es gibt auch Nebenstrecken, die Taveta und Kisumu an das Passagiernetz anschließen. Ein Nachtzug verkehrt täglich in beiden Richtungen zwischen Nairobi und Kisumu (14 Std. Fahrzeit). Die Züge sind im allgemeinen modern und haben Speisewagen. Es gibt drei Klassen: Wagen 1. Klasse sind äußerst bequem mit 2-Bett-Abteilen, Einbauschrank usw; die der 2. Klasse sind einfacher, aber komfortabel; die der 3. Klasse sind einfach. Der Speisewagen-Service auf der Strecke Nairobi-Mombasa wird selbst hohen Ansprüchen gerecht.
BUS/PKW: Linksverkehr. Alle Hauptstraßen sind asphaltiert, die Nebenstraßen werden ständig verbessert, vor allem im Nordwesten. In weiten Teilen des Nordens ist das Straßennetz nicht besonders gut. Da die Beschichtung der Nebenstraßen sehr von der der Hauptstraßen abweicht, sollte man vorsichtig sein, wenn man die Schnellstraßen verläßt, vor allem in der Regenzeit. Tankstellen findet man an den meisten größeren Straßen. Die Kilifi-Brücke, die Mombasa mit Malindi verbindet bietet eine gute Alternative zur Kilifi-Fähre. Busse und Minibusse (Matatu) privater Unternehmen verkehren auf Lang- und Kurzstrecken. Die Fahrpreise der Busse und Minibusse sind ähnlich, Busse sind jedoch im allgemeinen das sicherere Verkehrsmittel. In einigen Städten haben Busse und Minibusse dieselben Endbahnhöfe. Taxi: In Kenia verkehren gute Langstreckentaxis, die bis zu sieben Personen befördern können. Am besten ist dieser Service zwischen der Hauptstadt und Mombasa sowie Nakuru. An der Küste sind Taxis und Minibusse die günstigsten Verkehrsmittel. Touren und Safaris: Unzählige Reiseunternehmen in Nairobi bieten Rundreisen zu den Safariparks und anderen Sehenswürdigkeiten an. Die Firma Rhino Safaris verfügt über 100 Fahrzeuge, die alle Wildparks und Reservate anfahren. Vor der Buchung sollte man genau feststellen, was für den Inklusivpreis geboten wird. Mietwagen: In Mombasa, Nairobi und Malindi kann man in einigen Reisebüros Wagen mit oder ohne Chauffeur mieten. Dies kann teuer sein, man sollte vor allem das Kilometergeld der einzelnen Firmen vergleichen und nur Wagen mit Allradantrieb in Betracht ziehen.
STADTVERKEHR: Nairobi hat ein gut funktionierendes Busnetz. Man kann nur Einzelfahrscheine beim Schaffner kaufen. Es verkehren auch Minibusse (Matatu), die jedoch häufig sehr überladen sind. Die Taxis von Kenatco sind zuverlässig. Die älteren Taxis mit dem gelben Streifen haben keine Taxameter, und der Fahrpreis sollte im voraus vereinbart werden. 10% Trinkgeld ist üblich. Taxis können nicht auf der Straße angehalten werden.
Unterkunft:
HOTELS: Viele Hotels in Nairobi entsprechen dem internationalen Spitzenstandard. Es gibt auch preiswerte Hotels. Hotelrechnungen müssen in Fremdwährung oder über ein ausländisches Konto beglichen werden. Kategorien: Die Unterkünfte sind in vier Gruppen aufgeteilt: Stadthotels, Urlaubshotels, Landhotels und Lodges. Innerhalb dieser Gruppen richtet sich die Klassifikation nach dem angebotenen Service und den zur Verfügung stehenden Einrichtungen. Die Kategorisierung erfolgt nach strengen Gesichtspunkten, die Komfort, Service, sanitäre Anlagen und Sicherheit widerspiegeln.
JUGENDHERBERGEN: In allen größeren Städten.
CAMPING: Offiziell ist Zelten in Kenia nirgends verboten, kann jedoch in abgelegenen Gegenden gefährlich sein. Man muß mit wilden Tieren und Shifta (bewaffneten Banditen) rechnen, letzteren begegnet man vor allem im äußersten Norden des Landes. Ein Verzeichnis der Campingplätze ist vom Verkehrsbüro erhältlich.
Für Cineasten:
Kenia im Film:
Mogambo. USA 1953. Regie: John Ford. Mit Ava Gardner, Clark Gable. Playgirl auf der Durchreise in kenianischem Safaricamp verliebt sich in rauhen Großwildjäger.
Jenseits von Afrika (Out of Africa). USA 1985. Regie: Syndey Pollack, mit Meryl Streep und Robert Redford. Dänische Kaffeefarmerin erlebt in Kenia die große Liebe ihres Lebens und reift zur berühmten Autorin. Nach der gleichnamigen biographischen Erzählung von Karen Blixen ("Afrika, dunkel lockende Welt"). Soundtrack komponiert von John Barry.
Die letzten Tage in Kenya (White Mischief) GB 1987. Regie: Michael Radford. Mit Greta Scacchi, Charles Dance. Die wahre Geschichte eine Mordfalls im Nairobi des Jahres 1941, in der notorisch freizügigen britischen Kolonie.
Der Geist und die Dunkelheit (The Ghost and the Darkness). USA 1996. Regie: Stephen Hopkins, mit Michael Douglas, Val Kilmer. Die wahre Geschichte der menschenfressenden Löwen von Tsavo, die im Jahr 1898 mehr als 130 Eisenbahnarbeiter töteten.
Nirgendwo in Afrika. Deutschland 2001. Regie: Caroline Link, mit Juliane Köhler, Merab Ninidze. Eine Jugend in Kenia, auf der Flucht vor dem Dritten Reich. Nach dem gleichnamigen Roman von Stefanie Zweig.