Landkarte Kap Verde klein

KAP VERDE (CPV)


Fahne Kap Verde

Übersicht:
Cape Verde
República de Cabo Verde
Republic of Cape Verde
Westafrika
Geographische Lage: 15°N - 17°N / 22°W - 26°W
Kap Verde liegt ca. 560 km nordwestlich von Senegal im Atlantischen Ozean und besteht aus zehn vulkanischen Inseln und fünf kleinen Inseln, die sich in Barlavento und Sotavento aufteilen. Die Barlavento-Inselgruppe besteht aus São Vicente, São Antão, São Nicolau, Santa Lucia, Sal und Boa Vista sowie aus den kleineren Inseln Branco und Raso. São Tiago, Maio, Fogo und Brava sowie die kleineren Inseln Rei und Rombo bilden die Sotavento-Inseln. Die meisten Inseln sind gebirgig, der höchste Gipfel ist der Pico do Cano, ein aktiver Vulkan auf Fogo.
Zeitzone: MEZ - 2h
Fläche: 4036 qkm
Höchster Punkt: Monte Fogo 2829 m
Tiefster Punkt: Atlantischer Ozean 0 m
Größte Insel: Sao Tiago 991 qkm
Klima: Zwischen Mai und Oktober sind Temperatur und Luftfeuchtigkeit sehr hoch, von August bis Oktober fallen die wenigen, unregelmäßigen Niederschläge. Stets sehr windig.
Flora und Fauna: Die Vegetation ist karg und setzt sich vorwiegend aus Sträuchern, Aloen und anderen Pflanzen mit geringem Wasserbedarf zusammen. Auch die Fauna der Inselgruppe besteht aus Tieren, die an längere Trockenperioden angepaßt sind. Zu ihnen gehören Geckos und Skinke. Auch mindestens 75 Vogelarten sind auf den Inseln heimisch.
Hauptstadt: Praia
Bevölkerung: 507.000
Bevölkerungsdichte: 126/qkm
Ethnische Zusammensetzung: Kreolen (Mulatten) 71%, Schwarze 28%, Weiße 1%
Religion: Christen 99%
Sprache: Amtssprache ist Portugiesisch, das einheimische Crioulo wird von den meisten Inselbewohnern gesprochen. Mitunter versteht man auch Englisch oder Französisch.
Politisches System: Republik seit 1975. Verfassung von 1992. Einkammerparlament mit 72 Mitgliedern. Staatsoberhaupt: António M. Mascarenhas Gomes Monteiro, seit 1991. Regierungschef: José Maria Neves, seit 2001. Unabhängig seit 1975 (ehemalige portugiesische Kolonie).
Währung: 1 Escudo = 100 Centavos
Durchschn. Kaufkraft/Jahr: 1.650 EUR
Wirtschaft: Die Kapverden sind nach wie vor ein Agrarland. Angebaut werden hauptsächlich Mais, Bananen, Kartoffeln, Zuckerrohr und Bohnen. Etwa 700.000 Kapverdier leben und arbeiten im Ausland, vor allem in den USA. Großen wirtschaftlichen Stellenwert haben weiterhin die Überweisungen der Exil-Kapverdier sowie Entwicklungshilfezahlungen. Das Außenhandelsdefizit des Landes ist riesig, das Importvolumen übersteigt das Exportvolumen um mehr als das zehnfache. Hauptexportgüter sind Fisch, Fischprodukte (54%) und Bananen (36%). Außer einigen Fischverarbeitungsfabriken gibt es keine Industrie auf den Inseln.
Die Tourismusindustrie soll behutsam, mit Rücksicht auf den traditionellen Lebensstil, ausgebaut werden. Portugal und die Niederlande liefern 41% der Importe, wichtigste Absatzgebiete sind Portugal (81%), Niederlande und Spanien. Kap Verde ist Mitglied der Wirtschaftsgemeinschaft Westafrikanischer Staaten (ECOWAS).
Mais, Bohnen, Bananen, Südfrüchte.
Fischfang.
Gewinnung von Salz, Porzellanerde.
Getränkeindustrie, Fischverarbeitung.
Exportgüter: Bananen, Thunfisch.
Landwirtschaft: 13%
Industrie: 19%
Dienstleistung: 68%
Analphabetenrate Männer: 15%
Analphabetenrate Frauen: 34%
Information:


Das Land
Die Inselrepublik liegt vor der afrikanischen Westküste bei Kap Verde im Atlantischen Ozean und besteht aus 10 größeren und mehreren kleineren Inseln. Bei dem vorherrschenden Nordostpassat liegt die Nordreihe mit den Inseln Santo Antao, Santo Vicente, Santa Luzia, Santo Nicolau, Sal und Boa Vista sowie den Eilanden Branco und Raso "Über dem Winde" ("Barlavento"), die Südreihe mit den Inseln Brava, Fogo, Santo Tiago und Maio sowie den Eilanden Rei und Rombo "Unter dem Winde" ("Sotavento"). Die Inseln sind vulkanischen Ursprungs und bestehen zu 80% aus Basaltgesteinen. Die drei östlichen Inseln sind niedrig (ca. 400 m hoch), auf den übrigen erheben sich z. T. über 1000 m hohe Vulkane (Pico de Fogo, 2829 m, auf Fogo). Das tropische Klima zeigt wenig Temperaturunterschiede. Die geringen, sommerlichen Niederschläge können gelegentlich ausbleiben, was dann zu Dürre-katastrophen führt.

Die Bevölkerung
Die Bevölkerung (71% Mulatten, 28% Schwarze, 1% Weiße) ist aus den von den Portugiesen im 15. bis 17. Jahrhundert angesiedelten Sklaven und portugiesischen Einwanderern hervorgegangen. Staatssprache ist Portugiesisch, Umgangssprache "Crioulo" ein von afrikanischen Sprachelementen durchsetztes Portugiesisch. 98% sind Katholiken.

Die Wirtschaft
In der Landwirtschaft herrscht der afrikanische Hackbau vor. Zur Ausfuhr werden vor allem Kaffee, Südfrüchte, Bananen, Rizinus, Tabak und Purgiernüsse angebaut. Bedeutung haben ferner Viehzucht, Fischfang (Thunfisch), Fischkonservenherstellung und Meersalzgewinnung. Der Fremdenverkehr, bisher nur auf Boa Vista, befindet sich noch in den Anfängen.

Der Verkehr
Das Straßennetz ist noch nicht genügend ausgebaut. Güter werden auf Tragtieren oder als Kopflasten befördert. Zwischen den Inseln bestehen Luftverbindungen, auf Sal gibt es einen internationalen Flughafen. Der Haupthafen ist Mindelo-Porto Grande auf Santo Vicente.

Die Geschichte
Kap Verde wurde um 1445 von dem Portugiesen Diego Gomes entdeckt. Seit 1495 waren die Inseln portugiesische Kolonie. Der Sklavenhandel, der erst 1876 endgültig verboten wurde, war auf Kap Verde neben dem Kaffee-Export die Haupteinnahme-quelle. 1951 erhielten die Inseln den Status einer portugiesischen Überseeprovinz und waren seitdem in der Nationalversammlung in Lissabon vertreten. Nach dem Sturz des Caetano-Regimes 1974 erklärte sich Kap Verde am 5. 7. 1975 für unabhängig. Zum Staatsoberhaupt wurde A. Pereira gewählt, der ein undemokratisches Einparteiensystem etablierte. 1990 setzten Demokratisierungsbemühungen ein, es wurde ein Mehrparteiensystem eingeführt. Die freien Parlamentswahlen 1991 gewann die Bewegung für Demokratie (MPD), deren Vorsitzender C. A. W. de Carvalho Veiga Premierminister wurde. Die Präsidentschaftswahlen gewann A. Mascarenhas Monteiro. Die MPD gewann unter Führung von Ministerpräsident C. A. W. de Carvalho Veiga auch die Wahlen 1995. 1996 wurde Mascarenhas Monteiro als Staatsoberhaupt wieder gewählt.

Reiseinformation
Die Küsten der Inseln sind ein wahres Taucherparadies, da zahlreiche Wracks aus dem 16. Jahrhundert hier zu finden sind. Die meisten Inseln haben eine schöne Berglandschaft und herrliche, menschenleere Strände wie in Tarrafal und den Buchten bei São Francisco auf São Tiago. Die Insel ist das landwirtschaftliche Zentrum Kap Verdes. In der Hauptstadt Praia konzentriert sich das bunte Treiben auf den Marktplatz. Die Kathedrale und der Platz der Republik sind die wesentlichen Sehenswürdigkeiten. In der Cidade Velha, außerhalb von Praia, gibt es die Ruinen der alten Hauptstadt zu sehen - die umliegende Landschaft ist eindrucksvoll. Auf Fogo gibt es einen imposanten Vulkan, der zuletzt 1951 ausbrach, und Strände mit schwarzem Sand und erfrischender Brandung. Die Hauptstadt São Felipe ist klein und verschlafen. Mindelo auf São Vicente hat einige sehenswerte Häuser aus der portugiesischen Kolonialzeit und ist wohl die lebhafteste Stadt der Kapverden - hier wird oft Live-Musik gespielt, und es gibt mehrere Hotels. In Hafennähe erhebt sich eine kleine Burg, der Torre de Belem. Das Centro Nacional Artesanato stellt Kunsthandwerk aus. São Antão ist die zweitgrößte und die grünste der Kapverden. Im Norden der Insel ist die Landschaft atemberaubend schön, mit Nadelbäumen und Terrassenhängen um den Krater Cova. Im Gegensatz hierzu ist auf São Nicolau Wassermangel ein großes Problem - viele der Häuser sind verlassen, und da es keinen Bus gibt, sind Besucher auf Taxis oder Fahrräder angewiesen. Die Strände sind jedoch schön, und im Norden der Insel erhebt sich der Monte Gordo, der zum Wandern einlädt.

Verkehrsmittel:
FLUGZEUG: Alle bewohnten Inseln, außer Brava und Santo Antão, werden angeflogen.
SCHIFF: Boote und Fähren verkehren zwischen allen Inseln. Eine neue Fährverbindung verkehrt zwischen Praia und den Inseln Brava und Fogo.
BUS/PKW: Ein Drittel des Straßennetzes ist gepflastert und wird gegenwärtig ausgebessert. Taxifahrpreise sollten im voraus vereinbart werden. Die Busverbindungen sind relativ gut. Mietwagen sind auf den Hauptinseln erhältlich.

Unterkunft:
Das Angebot an Unterkünften wird derzeit erweitert. Auf Sal gibt es internationale Hotels. In Praia wurde ein Feriendorf gebaut, auf São Vicente, Sal und Fogo gibt es kleinere Hotels. Pensoes (Pensionen) sind einfache Unterkünfte, oft mit Ventilatoren, für wenig Geld. Jugendherbergen oder Campingplätze gibt es nicht.


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