Landkarte Guinea Bissau klein

GUINEA BISSAU (GNB)


Fahne Guinea Bissau

Übersicht:
Républica da Guiné-Bissau
Republic of Guinea-Bissau
Westafrika
Geographische Lage: 11°N - 12°N / 13°W - 17°W
Guinea-Bissau grenzt im Norden an den Senegal, im Südwesten an den Atlantik und im Osten an die Republik Guinea. Zu Guinea-Bissau gehören auch das Arquipélago dos Bijagós und die Insel Bolama. Das Land ist vorwiegend flach, die höchste Erhebung (300 m) ist nahe der Grenze zu Guinea. Die Küstenregion besteht aus dichtem Wald und Mangrovensümpfen, das Landesinnere größtenteils aus Savanne.
Zeitzone: MEZ - 1h
Fläche: 36.125 qkm
Höchster Punkt: 300 m
Tiefster Punkt: Atlantischer Ozean 0 m
Klima: Guinea Bissau gehört zu den Randtropen, die Regenzeit dauert von Mai bis November
Flora und Fauna: Erwähnenswert ist der Tierreichtum der Flußregionen mit Krokodilen, Pelikanen und Flamingos.
Hauptstadt: Bissau
Bevölkerung: 1,586.000
Bevölkerungsdichte: 44/qkm
Ethnische Zusammensetzung: Balanta 30%, Fulani 20%, Malinke 14%
Religion: Naturreligionen 50%, Muslim 45%, Christen 5%
Sprache: Amtssprache ist Portugiesisch, die Mehrheit der Bevölkerung spricht jedoch Crioulo (kreolisches Portugiesisch). Westafrikanische Stammessprachen wie Fulani und Balante werden ebenfalls gesprochen.
Politisches System: Präsidialrepublik seit 1984. Neue Verfassung von 1999. Die Nationalversammlung mit 102 Mitgliedern wird alle 5 Jahre gewählt. Staatsoberhaupt: Koumba Yalá Kobde Nhanca, seit 2000. Regierungschef: Caetano N'Tchama, seit 2000. Unabhängig seit September 1974 (ehemalige portugiesische Kolonie).
Währung: 1 CFA Franc = 100 Centimes
Durchschn. Kaufkraft/Jahr: 1.000 EUR
Wirtschaft: Guinea-Bissau ist eines der ärmsten Länder der Welt. Die landwirtschaftlichen Erträge reichen kaum für die Selbstversorgung. Reis ist das Grundnahrungsmittel. Hauptexportgüter im Agrarbereich sind Erd-, Cashew- und andere Nüsse. Der einzige nennenswerte Industriezweig ist die Holzindustrie. Mit Hilfe von EU-Zuschüssen wird die Baumwollproduktion gefördert. Der Bau von Zuckerraffinerien ist geplant, und auch die Fischerei soll mit Hilfe von Förderungsprogrammen weiter ausgebaut werden. Öl- und Bauxitvorkommen sind zur Zeit noch unerschlossen. In absehbarer Zeit wird sich jedoch kaum etwas an der massiven Auslandsverschuldung ändern, das Land wird weiterhin von finanzieller Hilfe aus dem Ausland abhängig sein. Guinea-Bissau ist Mitglied der ECOWAS (Wirtschaftsgemeinschaft der Westafrikanischen Staaten). Seit 1997 gehört das Land der CFA-Franc-Zone an. Haupthandelspartner sind Frankreich, Portugal, Italien und Thailand.
Erd-, Kokosnüsse, Ölpalmen, Reis, Maniok, Fischfang.
Landwirtschaft: 54%
Industrie: 11%
Dienstleistung: 35%
Lebenserwartung: 49 Jahre
Analphabetenrate Männer: 46%
Analphabetenrate Frauen: 76%
Information: http://www.mbendi.co.za/land/af/gb/p0005.htm


Das Land
Das ganze Land ist flaches Tiefland und gehört mit den vorgelagerten Bijagosinseln einer jungen Senkungszone an, was sich an der stark gegliederten Küste zeigt. Ausgedehnte Mangrovebestände werden nach dem Inland zu von einer Regenwaldzone begleitet.

Die Bevölkerung
Die Bevölkerung setzt sich aus verschiedenen Völkern und Stämmen zusammen.

Die Wirtschaft
Die Landwirtschaft erzeugt für den Export vor allem Cashewnüsse, Palmkerne und Erdnüsse; wichtige Exportgüter sind ferner Hölzer und Fisch; Viehzucht (Rinder, Schafe, Ziegen) ist nur in beschränktem Umfang möglich. Die wenig entwickelte Industrie bereitet die Palmprodukte auf.

Die Geschichte
1446 entdeckte Nuno Tristao die im nördlichen Westafrika gelegene Küste von Guinea-Bissau. Die portugiesische Kolonialherrschaft setzte sich 1879 durch. 1951 wurde Guinea-Bissau als "Übersee-Provinz" zum festen Bestandteil des Mutterlandes erklärt und erhielt 1955 ein gewisses Maß an Autonomie. 1956 gründeten Mitglieder der kleinen Gruppe von Assimilados (vornehmlich von den ebenfalls portugiesischen Kapverdischen Inseln) die linksextreme Befreiungsbewegung Partido Africano da Independencia de Guinea-Bissao e Cabo Verde (PAIGC). Obwohl die Kolonialtruppen in Guinea-Bissau über eine moderne Ausrüstung verfügten, wurden sie von der Guerilla in einen ausweglosen Kampf hineingezogen; dies führte 1974 zum Aufstand der portugiesischen Armee gegen das Regime Caetano in Lissabon. Die 1973 einseitig vom PAIGC erklärte Unabhängigkeit wurde im September 1974 von Portugal offiziell anerkannt. Der PAIGC blieb nach der Erlangung der Unabhängigkeit politisch bestimmend. Die bereits im Namen der Partei ausgesprochene Einheit mit den Kapverdischen Inseln kam praktisch nie zustande. Die fortbestehende Vorherrschaft der (meist gemischtrassigen) Kapverdianer in Regierung und Verwaltung führte in Guinea-Bissau 1980 zum Staatsstreich durch Major J. B. Vieira gegen Präsident Luis Cabral, den Bruder des Parteigründers. Die 1976 gewählte Nationalversammlung und der Staatsrat wurden aufgelöst. Die neue Staats- und Parteileitung wurde jetzt mehrheitlich von Schwarzafrikanern gestellt. Am 16. 5. 1984 wurde eine neue Verfassung verabschiedet, die den PAIGC als führende politische Kraft bestätigte. Staatschef blieb Vieira. Seit Beginn der 1990er Jahre leitete das Regime vorsichtig demokratische Reformen ein. 1991 wurde ein Mehrparteiensystem eingeführt. Auf Basis dieser Reformen fanden 1994 fanden erstmals freie Parlaments- und Präsident-schaftswahlen statt, bei denen der PAIGC mit Abstand die meisten Stimmen gewann und Vieira im Präsidentenamt bestätigt wurde. Am 7. 6. 1998 putschten Teile der Armee gegen Vieira. Truppen aus den Nachbarstaaten Guinea und Senegal griffen in die Auseinandersetzungen ein, die im November 1998 durch ein Friedensabkommen zunächst beendet wurden. Mit einem neuerlichen Putsch im Mai 1999 gelang dem Militär dann aber der Sturz Vieiras. Eine Junta unter Führung von A. Mane übernahm die Macht. Im Juli 1999 verabschiedete das Parlament eine neue präsidiale Verfassung. Im Januar 2000 wählte die Bevölkerung K. Yala zum neuen Staatspräsidenten.

Reiseinformation
Die Hauptstadt Bissau ist eine malerische Stadt mit rund 300.000 Einwohnern. Sehenswert sind vor allem die Bauwerke aus der Kolonialzeit. Paradebeispiel ist der Sitz des Präsidenten in der Avenida Amílcar Cabral. Das Museu Nacional mit seiner Sammlung afrikanischer Kunst ist sehr interessant. In den überdachten Markthallen herrscht buntes Markttreiben.
In Cacheu kann man eine alte portugiesische Festung besichtigen (16 Jh.). Bolama, die ehemalige Hauptstadt Guinea-Bissaus, ist heute eine »malerische Ruine«. Die alten, etwas heruntergekommenen Kolonialgebäude zeugen vom einstigen Glanz. Die gleichnamige Insel hat wunderbare Strände und ist ein erholsames Urlaubsziel.
Bubaque ist ebenso eine von vielen idyllischen Küsteninseln des Bijagós Archipelago, die bislang kaum touristisch erschlossen und noch sehr ursprünglich sind.

Verkehrsmittel:
FLUGZEUG: Es gibt 10 kleine Landepisten. Die nationale Fluggesellschaft bietet Inlandflüge an, u. a. zu den vorgelagerten Inseln.
SCHIFF: Die meisten Städte kann man per Schiff erreichen, Flußboote verkehren in fast allen Regionen. Es gibt Fährverbindungen Bissau nach Bolama (von den Gezeiten abhängig) sowie von Bissau nach Bafatá, wobei mehrere kleine Häfen auf der Strecke angelaufen werden. Küstenfähren verbinden die Nordküste mit Bissau.
BUS/PKW: Das Straßennetz umfaßt 4150 km, 360 km davon sind asphaltiert und etwa weitere 20% wetterfest. Verbesserungen sind geplant. Es gibt Langstreckentaxis und einen begrenzten Busdienst. Bei Fahrten über Land besteht Minengefahr. Es wird geraten, nicht bei Nacht, alleine oder abseits von befestigten Straßen zu reisen.

Unterkunft:
HOTELS: Es gibt mehrere große Hotels (inkl. eines 4-Sterne-Sheraton-Hotels in Bissau und eines Freizeitkomplexes auf der Insel Maio) sowie verschiedene kleine, preiswerte Hotels.
CAMPING: Es gibt keine offiziellen Zeltplätze.


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