

Übersicht:
The Republic of The Gambia
Westafrika
Geographische Lage: 13°N - 14°S / 14°W - 17°W
Gambia liegt an der afrikanischen Atlantikküste und besteht aus einem schmalen Landstreifen, der an keinem Punkt breiter als 50 km ist und sich an beiden Ufern des Flusses Gambia entlang von Ost nach West erstreckt. Gambia, die westlichste und kleinste Nation Afrikas, grenzt im Westen an den Atlantik und ist sonst ausschließlich vom Senegal umschlossen. Das Land besteht überwiegend aus einem niedrigen Plateau, das zum Atlantik hin ansteigt und von einigen Tafelbergen sowie vom Fluß Gambia und seinen Nebenflüssen aufgelockert wird. Die Region um Georgetown wird im Norden von felsigen Hügeln umschlossen. Mangrovensümpfe herrschen an der Küste und den Flußufern vor, nur am unteren Ende des Flusses überwiegen steile rote Ufer, auf denen Bambus und üppiger Regenwald wachsen. Die parkähnliche Savanne, die weitgehend mit Palmen, Mahagoni-, Rosenholz- und Gummibäumen bewachsen ist, macht einen Großteil der Landschaft aus. An der Flußmündung am Atlantik gibt es eindrucksvolle Sandsteinklippen und 50 km Strände.
Zeitzone: MEZ - 1h
Fläche: 11.295 qkm
Höchster Punkt: 53 m
Tiefster Punkt: Atlantischer Ozean 0 m
Längster Fluß: Gambia 1100 km (Anteil Gambia)
Klima: Es herrscht ein tropisches Klima mit einer Regenzeit von Juni bis Oktober und einer Trockenzeit von November bis Mai.
Flora und Fauna: Die Hügel sind von Savanne und dichten Wäldern bedeckt, die allmählich der Landwirtschaft weichen müssen. Der Fluß und seine Ufer bieten vielen Tieren Lebensraum: verschiedenste Vogelarten, Leoparden, Affen, Antilopen, Krokodilen und Flußpferden.
Hauptstadt: Banjul
Bevölkerung: 1,517.000
Bevölkerungsdichte: 134/qkm
Ethnische Zusammensetzung: Mandinka 42%, Fulani 18%, Wolof 16%, Jola 10%
Religion: Muslim 90%, Christen 9%
Sprache: Amtssprache ist Englisch. Manding, Ful und Wolof sind ebenfalls weit verbreitet. Im übrigen werden auch Jola, Serahule und Arabisch gesprochen.
Politisches System: Präsidialrepublik (im Commonwealth) seit 1970. Neue Verfassung seit 1997. Einkammerparlament mit 49 Mitgliedern. 45 Abgeordnete des Parlaments werden auf 5 Jahre gewählt, 4 Mitglieder werden vom Staatsoberhaupt ernannt. Staats- und Regierungschef: Yayah Jammeh, seit 1994. Unabhängig seit 1965 (ehemalige britische Kolonie).
Währung: 1 Dalasi = 100 Butut
Durchschn. Kaufkraft/Jahr: 1.150 EUR
Wirtschaft: Gambia ist überwiegend ein Agrarland, die Wirtschaftspolitik des Landes ist jedoch auf eine größere Diversifizierung ausgerichtet. Der Exportanteil von Erdnüssen und Erdnußprodukten beträgt fast 50%. Die Sektoren Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei beschäftigen 80% der arbeitenden Bevölkerung und erwirtschaften 28% des Bruttoinlandprodukts. Die Industrie macht dagegen weniger als 15% des BIP aus und bietet rund 4% der Erwerbstätigen einen Arbeitsplatz. Produziert werden Getränke und Baumaterialien für den Eigenbedarf. Die Tourismusbranche hat Anfang der neunziger Jahre einen Aufschwung erlebt, die Zahl der Urlaubsreisenden stieg kontinuierlich, und der Tourismus steuerte 10% zum Nationaleinkommen bei.
Durch die politischen Unruhen hat der Tourismus jedoch abgenommen. Eine weitere bedeutende Einnahmequelle sind die gambischen Hafenbehörden. Die Fischerei ist ausbaufähig, und die Regierung ist bestrebt, mit Hilfe des UN-Entwicklungsprogramms (UNDP) die Fangmethoden zu verbessern und die Fischereiflotte zu modernisieren. Seismische Untersuchungen lassen beträchtliche Öl- und Erdgasvorkommen vermuten. Gambia ist Mitglied der Wirtschaftsgemeinschaft Westafrikanischer Staaten (ECOWAS). Zu den wichtigsten Absatzmärkten zählen Belgien, Luxemburg, Japan und Guinea.
Erdnüsse, Reis, Hirse, Maniok, Palmkerne, Forstwirtschaft.
Tourismus.
Exportgüter: Erdnüsse und Erdnussprodukte.
Landwirtschaft: 23%
Industrie: 13%
Dienstleistung: 64%
Lebenserwartung: 53 Jahre
Analphabetenrate Männer: 56%
Analphabetenrate Frauen: 70%
Information: http://www.gambia.com
Das Land
Gambia zieht sich als schmaler Streifen beiderseits des Flusses Gambia 320 km landeinwärts. Es hat eine flachwellige Oberflächenform, die zumeist von Savanne, Sumpfland und einigen Wäldern bedeckt ist, und gehört dem wechselfeuchten Klimabereich der randlichen Tropen an.
Die Bevölkerung
Die überwiegend islamische Bevölkerung gehört größtenteils zu den westafrikanischen Völkerstämmen der Malinke, Fulbe, Wolof und Dyola.
Die Wirtschaft und der Verkehr
Die wirtschaftliche Grundlage des Landes sind der Fremdenverkehr und die Land-wirtschaft. Die Erdnusskultur als vorherrschender Wirtschaftszweig liefert geschälte Erdnüsse, Erdnussöl und Ölkuchen für den Export. Zweitwichtigstes Ausfuhrprodukt ist die Baumwolle. Für den Eigenbedarf werden Reis, Hirse, Mais, Bananen u.a. angebaut. Die Fischereiwirtschaft hat wachsende Bedeutung. Die Industrie ist bis auf mehrere Ölmühlen noch wenig entwickelt. Hauptverkehrsader ist der Fluss Gambia.
Die Geschichte
Das heutige Gambia war wie Senegal im 13. und 14. Jahrhundert Teil des Mali-Reiches. Mitte des 15. Jahrhunderts wurde die Küste von Portugiesen entdeckt; 1588-1752 kämpften englische und französische Kaufleute um die Handelsvollmacht an der Gambia-Mündung, die 1765 britisch wurde und zusammen mit Senegal als Kolonie Senegambien verwaltet wurde. 1807 kam Senegal an Frankreich, während Gambia britischer Besitz blieb und 1821 Sierra Leone unterstellt wurde. 1843-1902 war es britische Kolonie, erhielt dann den Status eines Protektorats und 1963 innere Autonomie. Seit 1965 ist Gambia unabhängiger Staat im Commonwealth. Durch die neue Verfassung von 1970 wurde das Land präsidiale Republik. Staatspräsident bzw. Regierungschef war seit der Unabhängigkeit Sir D. K. Jawara, Führer der "People's Progressive Party" (PPP). Korruption, steigende Arbeitslosigkeit, niedrige Löhne und Auswüchse des modernen Tourismus schufen ein Klima der Unzufriedenheit, das 1981 zu sozialistischen Putschversuchen führte, die nur mit Hilfe senegalesischer Truppen niedergeschlagen werden konnten. Diese Abhängigkeit beschleunigte den schon lange geplanten Zusammenschluss der beiden Staaten zu der Konföderation Senegambia (1982). Die Konföderation bestand bis 1989. 1994 wurde Jawara durch einen Militärputsch gestürzt. Eine Junta unter Führung von Y. Jammeh übernahm die Macht. 1996 stimmte die Bevölkerung in einem Referendum einer neuen Verfassung zu. Im selben Jahr wurde Jammeh zum zivilen Präsidenten gewählt.
Reiseinformation
Gambia ist Afrikas kleinste Nation, bietet aber trotzdem eine Vielfalt an verschiedenen Landschaften und Sehenswürdigkeiten, die von breiten Sandstränden am Atlantik über üppige Tropenwälder, Sumpf- und Marschgebiete bis zu endlosen bewaldeten Savannen reichen.
Der Fluß Gambia ist an der Mündung in der Nähe von Kap St. Mary über 10 km breit, bei Banjul verengt er sich jedoch auf 5 km. Die Stadt, Regierungssitz und einzige größere Stadt des Landes, liegt an einem tiefen, geschützten Hafen auf St. Mary's Island. Die Gegend um den MacCarthy Square hat eine Kolonialatmosphäre mit schönen Bauwerken aus dem 19. Jahrhundert. Ganz in der Nähe befindet sich der Kunsthandwerksmarkt. Das Nationalmuseum ist ebenfalls einen Besuch wert. Souvenirs kann man auch auf den Bengdulalu (Einzahl: Bengdula) am Wadner Beach, vor den Hotels Sunwing, Fajara und Senegambia und am Kotu Beach kaufen. Bengdula heißt »Treffpunkt« auf Manding und ist eine Ansammlung von Verkaufsständen im afrikanischen Stil, die Kunstgewerbe und Souvenirs aller Art anbieten. Südlich von Banjul bietet die Atlantikküste einige der besten Strände Afrikas. Viele Hotels gibt es in der Gegend um Banjul, Kombo und St. Mary.
Der Fluß dominiert das Landschaftsbild, ist Hauptverkehrsader, dient der Bewässerung und bietet Angel- und Segelmöglichkeiten. Das ausgedehnte Fluß- und Mündungsnetz (Bolong) ist ein wahres Paradies für Vogel- und Naturliebhaber. Von Interesse ist das Abuko-Naturschutzgebiet, in dem man Affen, Krokodile, Vögel und Antilopen aus der Nähe beobachten kann.
Die Flußmündung: Fort Bullen liegt am Barra Point und wurde vor 200 Jahren von den Briten erbaut. Dieses Fort löste die Festung auf James Island (von den Franzosen zerstört) als Hauptverteidigungspunkt der Kolonie ab. Oyster Creek liegt in einer von verschiedenen Flüssen durchzogenen Gegend und ist problemlos von Banjul aus erreichbar.
Von Banjul flußaufwärts: Bevor die Franzosen das Land verließen, war Albreda eine bedeutende Handelsniederlassung. In der Nähe liegt Juffure, Heimat der Vorfahren des amerikanischen Schriftstellers Alex Haley, der den Roman »Roots« geschrieben hat. Wer mehr sehen möchte, setzt mit der Fähre von Banjul nach Barra über, fährt weiter nach Juffure und Albreda (Fahrzeit ca. 50 Min.) und setzt dann mit dem Kanu nach Fort James Island über. Das Fort ist 1651 von den Deutschen erbaut und zehn Jahre später von den Briten erobert worden.
Tendaba ist ein neues Urlaubszentrum, das 160 km von Banjul entfernt liegt und auf dem Land- und Flußweg erreichbar ist. Weiter flußaufwärts, in der Nähe von Wassu, stehen faszinierende Steinkreise - über 1200 Jahre alte Begräbnisstätten. Nicht weit von Wassu liegt der Baboon Islands Nationalpark.
Georgetown war während der Kolonialzeit die zweitgrößte Stadt des Landes und ist weiterhin das Handels- und Verwaltungszentrum dieser Region. Basse Santa Su ist ein wichtiges Handelszentrum am Oberlauf des Gambia mit schönen Gebäuden von der Jahrhundertwende.
Am Flußufer bei Perai Tenda stößt man auf zahlreiche verlassene Läden, die einst von europäischen, einheimischen und libanesischen Händlern betrieben wurden. Sutukoba war früher eine geschäftige Handelsstadt und portugiesischer Umschlagplatz für Güter aus dem Landesinneren.
Verkehrsmittel:
SCHIFF: Der Fluß Gambia war einst die wichtigste Transportroute des Landes. Heute gibt es aber keine regelmäßigen Langstreckenverbindungen mehr. Wer dennoch Lust auf Bootsfahrten hat, sollte sich an Privatanbieter vor Ort wenden, die kürzere Ausflugsfahrten organisieren. Die Fähre von Barra nach Banjul fährt stündlich (Fahrzeit 30 Min.).
BUS/PKW: Das Straßennetz ist ca. 2400 km lang, davon sind 450 km asphaltiert, vor allem die Straßen um Banjul. Es gibt zwei Hauptverkehrsverbindungen: Eine geteerte Straße entlang der Südseite des Flusses Gambia und eine Staubstraße entlang des nördlichen Ufers. Die Gambia Public Transport Corporation unterhält auf der südlichen Route Busverbindungen ins Landesinnere; nördlich des Flusses sind vor allem Buschtaxis im Einsatz. Unbefestigte Straßen sind in der Regenzeit oft unpassierbar. Das Straßenbauprogramm sieht eine neue Verbindung zwischen Banjul und Serekunda (einer Vorstadt von Banjul) sowie eine weitere zwischen Lamin Koto und Passimas vor. Mietwagen sind erhältlich.
Unterkunft:
Mehrere Hotels in Gambia sind auf Pauschalreisen ausgerichtet. In der Hauptsaison (Nov. - Mai) sind Unterkünfte oft ausgebucht, man sollte deshalb im voraus buchen und auf eine Bestätigung bestehen. Die Zimmer sind nicht immer klimatisiert. Informationen vom Gambia Tourist Office in London. Die Anzahl der Hotels hat in den letzten Jahren stark zugenommen, inzwischen gibt es allein in Banjul und an der Küste 24 Hotels mit insgesamt mehr als 6000 Betten.