

Übersicht:
Gabon
République Gabonaise
Gabonese Republic
Westafrika
Geographische Lage: 2°N - 4°S / 9°O - 14°O
Gabun wird im Westen vom Atlantik, im Norden von Äquatorialguinea und Kamerun und im Süden und Osten von der Republik Kongo begrenzt. Die üppige tropische Vegetation (82% des Landesinneren) geht stellenweise in Savanne über. Die zahlreichen Flüsse sind die Hauptverkehrsadern, an deren Ufern die meisten Siedlungen entstanden. Es gibt etwa 40 Bantu-Gruppen, die größten sind die Fang, Eshira, Adouma, Batéké u. a. Pygmäen leben auch in Gabun. Die Mehrheit der Bevölkerung lebt in der Küstenregion und an den Flußufern.
Zeitzone: MEZ
Fläche: 267.667 qkm
Höchster Punkt: Mont Iboundji 1575 m
Tiefster Punkt: Atlantischer Ozean 0 m
Klima: Tropisch feucht-heißes Wetter mit einer Regenzeit von Oktober bis Mai und der Trockenzeit von Juni bis September.
Flora und Fauna: Dichter Regenwald mit einem reichen Tierbestand bedeckt den größten Teil des Landes.
Hauptstadt: Libreville
Bevölkerung: 1,384.000
Bevölkerungsdichte: 5/qkm
Ethnische Zusammensetzung: Fang 36%, Mpongwe 15%, Mbete 14%
Religion: Christen 65%, Naturreligionen 34%
Sprache: Amtssprache ist Französisch. Fang sowie die Bantu-Sprachen wie Eshira, Batéké, Bapounou und Bandgabi.
Politisches System: Präsidialrepublik seit 1961. Verfassung von 1991, letzte Änderung 1995. Nationalversammlung mit 120 und Senat mit 91 Mitgliedern. Staatsoberhaupt: El Hadj Omar Albert-Bernard Bongo, seit 1967. Regierungschef: Jean-François Ntoutoume, seit 1999. Direktwahl des Staatsoberhauptes alle 5 Jahre. Unabhängig seit 1960 (ehemalige französische Kolonie).
Währung: 1 CFA Franc = 100 Centimes
Durchschn. Kaufkraft/jahr: 7.200 EUR
Wirtschaft: Dank der reichen Bodenschätze, vor allem Erdöl, verlief die wirtschaftliche Entwicklung Gabuns außerordentlich günstig. Man sprach von einem afrikanischen Wirtschaftswunder. Neben Rohöl werden vor allem Uran und Mangan exportiert. Der weltweite Niedergang der Stahlindustrie, welcher zu einer Reduzierung des Manganexports führte, und der relativ niedrige Ölpreis haben die Wirtschaft in den letzten Jahren jedoch beeinträchtigt. Weitere Industriezweige umfassen die Rohölverarbeitung sowie die Produktion von Nutzholz, Tabak, Textilien, Farben, Lacken, Waschmittel und Zement. Expansion in diesen Sektoren ist aufgrund des Facharbeitermangels, der hohen Kosten und der unzureichenden Infrastruktur unwahrscheinlich. Die wichtigsten Agrarerzeugnisse sind Kaffee, Kakao, Zucker und Kautschuk. Die Agrarpolitik steht momentan im Mittelpunkt der Bemühungen der Regierung, die Wirtschaft anzukurbeln. Besonderes Interesse gilt den ausbaufähigen Branchen Fischerei und Holzwirtschaft. Das Land ist Mitglied der Zentralafrikanischen Wirtschafts- und Zollunion UDEAC und gehört der CFA-Franc-Zone an. Gabun hat einen großen Außenhandelsüberschuß, Erdöl erbringt einen Großteil der Exporterlöse. Mit dem Anstieg der Rohölpreise nach dem Golfkrieg verbesserte sich die wirtschaftliche Lage des Landes wieder. Der Tourismus, der etwa 10% zum Volkseinkommen beisteuert, spielt eine immer größere Rolle. Maschinen, Werkzeuge und Nahrungsmittel sind die wichtigsten Importgüter. Haupthandelspartner sind Frankreich, die USA, Japan, Côte d'Ivoire, die Niederlande, Großbritannien, Kamerun und Deutschland.
Maniok, Bananen, Forstwirtschaft.
Gewinnung von: Erdöl, Erdgas, Mangan- und Uranerz.
Exportgüter: Erdöl, Holz, Magan-, Uranerz.
Landwirtschaft: 10%
Industrie: 60%
Dienstleistung: 30%
Lebenserwartung: 50 Jahre
Analphabetenrate Männer: 20%
Analphabetenrate Frauen: 38%
Information:
Das Land
Das feuchttropische, überwiegend von Regenwald bestandene Land zu beiden Seiten des Äquators zieht sich über eine bis 200 km breite Küstenebene auf das Hochland von Gabun hinauf, das bis 1370 m hoch ist. An der Küste gibt es Mangrove. Hauptwasserader des Landes ist der Ogooue.
Die Bevölkerung
Die überwiegend christliche Bevölkerung besteht neben einigen Tausend Europäern aus vielen kleinen Bantustämmen; daneben gibt es im Regenwald Pygmäen. Neben der Verkehrssprache Französisch werden vor allem Stammessprachen wie Fang und Bateke gesprochen.
Die Wirtschaft und der Verkehr
Neben den Nahrungsmitteln zur Eigenversorgung, wie Maniok, Mehlbananen, Mais, Erdnüssen, Reis und Palmöl, liefert die Pflanzungswirtschaft noch Kakao, Kaffee und Kautschuk. Wichtige Exportartikel sind die Edelhölzer, besonders die Mahagoniart Gabun(holz) oder Okoume und in noch größerem Maß die Bodenschätze Erdöl, Mangan, Uran (Förderung 1999 eingestellt), Eisen und Gold. 1998 stammten 82% der Exporterlöse aus dem Erdölgeschäft; allerdings sind die Erdölvorkommen in abseh-barer Zeit erschöpft. Der Ausbau des Verkehrswesens beginnt erst. Das Holz wird meist auf den Flüssen verflößt. Die Haupthäfen in Gabun sind Libreville und Port-Gentil; Tiefwasserhafen Owendo. Dem Luftverkehr kommt große Bedeutung zu.
Die Geschichte
Das Land wurde 1472 durch die Portugiesen entdeckt. Vom 14. bis zum 18. Jahr-hundert beherrschten Sklavenhändler die Küste. Seit 1839 wurde das Land allmählich von Franzosen besetzt. Die Gründung von Libreville als französische Hafen- und Siedlungskolonie für befreite Sklaven erfolgte 1848. Seit 1854 war Gabun französische Kolonie und seit 1910 ein Teil von Französisch-Äquatorialafrika. 1958 wurde Gabun autonome Republik; am 17. 8. 1960 erhielt es die Selbständigkeit. Erster Staats-präsident war Leon M´ Ba (1961-1967); die erste Regierung ging aus einer Koalition der beiden groüen Parteien Union Democratique et Socialiste Gabonaise (UDSG) und Bloc Democratique Gabonais (BDG), dem auch M´ Ba angehörte, hervor. Die marxistisch orientierte UDSG wurde zunehmend in die Opposition gedrängt. Als M´ Ba 1964 das Parlament auflöste und Neuwahlen mit einer Einparteienliste ansetzte, kam es zu einem von der UDSG und dem Militär getragenen Putsch, der durch französische Truppen niedergeschlagen wurde. Die politische Opposition wurde in der Folge gewaltsam ausgeschaltet. Nach M´ Bas Tod 1967 folgte dessen Vizepräsident Albert B. Bongo als Staatschef. Er gründete 1968 als Nachfolgepartei des BDG die Parti Democratique Gabonais (PDG). 1979 und 1986 ließ sich Bongo durch Wahlen im Amt bestätigen. 1990 wurde ein Mehrparteiensystem eingeführt. Parlamentswahlen im gleichen Jahr gewann die PDG. Am 14. 3. 1991 verabschiedete das Parlament eine neue Verfassung. Die demokratischen Reformen veränderten die bestehenden Macht-verhältnisse jedoch kaum. Die Wahlen 1996 gewann wiederum die PDG. Bongo wurde zuletzt 1998 von den Wählern im Präsidentenamt bestätigt.
Reiseinformation
Die größten Städte Gabuns sind Libreville, Port-Gentil, Lambaréné, Moanda, Oyem, Mouila und Franceville.
Die wunderschöne Hauptstadt Libreville liegt am Meer. Besonders sehenswert sind das Kunsthandwerkerdorf und das Musée National, in dem einige der schönsten Holzschnitzarbeiten Afrikas ausgestellt sind; der Schnitzstil der Fang beinflußte Picassos Skulpturen und Büsten. Auch ein Besuch der schönen Peyrie-Gärten in der Stadtmitte und der beliebten Viertel Akebe und Nombakele lohnt sich sowie die Besichtigung des Hafens, der Kathedrale von St. Michel (deren Fassade mit Mosaiken und Holzschnitzereien bedeckt ist) und des Mont-Boouét-Marktes. Andere Landesteile: Eine Straße schlängelt sich von Libreville durch einen Wald mit riesigen Urwaldbäumen zum Cap Estéria. Man sollte einen Ausflug zu den Kinguele-Wasserfällen am Fluß M'Bei machen oder nach Lambaréné fahren, der Wirkungsstätte von Albert Schweitzer. Sein Krankenhaus ist für Besucher geöffnet.
Abenteuerausflüge zu den Stromschnellen des Okano im Okanda-Nationalpark werden angeboten. Weiter südlich liegen die Dörfer M'Bigou und Eteke, die für ihre Kunstschnitzereien und ihre Goldminen bekannt sind, und im Westen, zwischen dem Meer und einem See, liegt Mayumba. Im Osten schließt sich die Region des Bateke-Plateaus an mit einer eindrucksvollen Mischung aus Savanne und Wäldern, unterbrochen von wilden Flüssen wie dem Poubara, den Mutige auf einer echten Lianenbrücke überqueren können.
Die Tierwelt ist außerordentlich artenreich. Mit Glück kann man Waldelefanten, Büffel, Gorillas, Panther, Krokodile, Affen und Papageien beobachten. Im Meer leben Haie, Barracudas, Thunfische und Rochen. Die Nationalparks Wonga-Wongué, Okanda und Lopé und einige andere Wildreservate sind ideal für Hobbyfotografen.
Verkehrsmittel:
FLUGZEUG: Es gibt an die 200 Start- und Landebahnen. Air Gabon (GN) betreibt das Inlandsflugnetz mit Linienflügen von Libreville nach Franceville, Port-Gentil, Lambaréné, Tchibanga und Oyem. Inlandsflughäfen in Franceville und Port-Gentil (POG). Busse und Taxis stehen zur Verfügung.
SCHIFF: Fähren und Barkassen verbinden u. a. Lambaréné und Libreville mit Port-Gentil.
BAHN: Die Trans-Gabon-Eisenbahn fährt von Libreville nach N'djolé, außerdem nach Booué und Franceville. Die Strecke wird nach Belinga im Norden verlängert. Fahrkarten sollten im voraus gekauft werden, da im Zug der doppelte Fahrpreis verlangt wird.
BUS/PKW: Das Straßennetz umfasst 7518 km, davon sind nur 614 km asphaltiert. Der Großteil des Landes besteht aus undurchdringlichem Urwald mit fast unbefahrbaren Straßen. Vor allem während der Regenzeit wird von Autofahrten abgeraten. Von Port-Gentil gibt es keine Straßenverbindung nach Libreville oder in andere Landesteile. Fernbus: Die Verbindung zwischen den Städten erfolgt durch Minibusse oder Lastwagen. Es gibt tägliche Minibusverbindungen zwischen Libreville und Lambaréné, Mouila, Oyem und Bitam (die Fahrt nach Oyem und Bitam schließt i. allg. eine Übernachtung ein). Sitzplätze kann man in Libreville reservieren. Nach Mouila (und auf anderen Strecken von Mouila aus) verkehren auch größere Busse. Mietwagen kann man in den größeren Hotels oder am Flughafen mieten.
STADTVERKEHR: Zahlreiche Sammeltaxis stehen in allen größeren Ortschaften zur Verfügung. Preise sind unterschiedlich.
Unterkunft:
HOTELS: Es gibt mehrere Spitzenhotels in Libreville und erstklassige Hotels in Port-Gentil, Franceville, Mouila, Lambaréné, Oyem, Koulamoutou, Makokou und Tchibanga. Die meisten Unterkünfte sind recht teuer. Es gibt immer mehr komfortable Übernachtungsmöglichkeiten, besonders an der Küste und in den Städten in der Nähe von Nationalparks. Aber auch in anderen Landesteilen findet man Hotels in größeren Städten.
CAMPING: Ist kostenlos, aber die Möglichkeiten sind begrenzt.