

Übersicht:
Eritrea
Ostafrika
Geographische Lage: 12°N - 18°N / 36°O - 43°O
Nachbarländer der am Roten Meer gelegenen Republik sind Äthiopien im Südwesten, Djibouti im Südosten und der Sudan im Nordwesten. Im Küstentiefland herrscht feucht-heißes Klima. Das gebirgige Landesinnere ist fruchtbar und wird landwirtschaftlich genutzt.
Zeitzone: MEZ + 2h
Fläche: 121.144 qkm
Höchster Punkt: Soira 3018 m
Tiefster Punkt: Denakil Senke - 75 m
Klima: Das Land erstreckt sich über drei Klimazonen. Im Hochland gemäßigt und regenreich, heiß und trocken an der Küste.
Flora und Fauna: Die Pflanzenwelt an der Küste des Landes ist von Halbwüste und Dornstrauchsavanne geprägt. Hier wachsen Sukkulenten wie Aloe und Sanseviera neben Akazien und Myrrhe. An der Küste gibt es Mangroven. Eine Vollwüste ist der Denakil. Die Vielfalt der Tierwelt hat unter der Zerstörung der Wälder gelitten. Dennoch gibt es noch zahlreiche Antilopenarten. Mantelpaviane und Meerkatzen sind ebenfalls in Eritrea heimisch.
Hauptstadt: Asmara
Bevölkerung: 4,401.000
Bevölkerungsdichte: 36/qkm
Ethnische Zusammensetzung: Tigrinya 50%, Tigre und Kunama 40%
Religion: Muslim, Christen
Sprache: Nachbarländer der am Roten Meer gelegenen Republik sind Äthiopien im Südwesten, Djibouti im Südosten und der Sudan im Nordwesten. Im Küstentiefland herrscht feucht-heißes Klima. Das gebirgige Landesinnere ist fruchtbar und wird landwirtschaftlich genutzt.
Politisches System: Republik seit 1993. Verfassung von 1997. Übergangsparlament mit 104 Mitgliedern. Staats- und Regierungschef der Übergangsregierung: Isayas Afewerki (seit 1993). 1941-1952 unter britischer Führung; ab 1962 Provinz von Äthiopien, seitdem herrschten ständig Unruhen und Bürgerkriege. Eritrea und Äthiopien haben am 18. 06. 2000 ein Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet. Unabhängig seit 1993.
Währung: 1 Nafka = 100 Cents
Durchschn. Kaufkraft/Jahr: 850 EUR
Wirtschaft: Nach Jahrzehnten des Bürgerkriegs befindet sich Eritreas Wirtschaft in einem äußerst schlechten Zustand und steht seit dem Ausbruchs des Grenzkriegs mit dem Nachbarland Äthiopien 1998 vor dem völligen Zusammenbruch. Zuvor stand der Aufbau einer Marktwirtschaft im Vordergrund der Wirtschaftspolitik. Staatliche Industrien sollten nach und nach privatisiert werden. Die Regierung war bestrebt, Investitionen aus dem In- und Ausland zu fördern, um den Lebensstandard der Bevölkerung möglichst rasch anzuheben und die Wirtschaft anzukurbeln. Moderne Technologien sollten eingeführt und das technische Know-how durch Ausbildungsprogramme vermittelt werden.
Eritrea ist ein Agrarland, rund 80% der Bevölkerung arbeiten in der Landwirtschaft. Angebaut werden in erster Linie einheimische Getreidesorten, Mais, Weizen und Sorghum. Die Produktivität ist in den letzten Jahren aufgrund von Dürre und Krieg beträchtlich gesunken, mehr als die Hälfte der Anbaufläche liegt brach. Das Land ist weiterhin stark von ausländischen Hilfslieferungen abhängig. Am 18. 06. 2000 haben Eritrea und Äthiopien ein Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet. Zur Zeit ist allerdings noch nicht absehbar, ob es auch von Dauer sein wird. Seit 1994 ist das Land Mitglied des Internationalen Währungsfonds.
Landwirtschaft: 18%
Industrie: 20%
Dienstleistung: 62%
Lebenserwartung: 56 Jahre
Analphabetenrate Männer: 33%
Analphabetenrate Frauen: 55%
Information: http://www.eritrea.org/
Das Land
Hinter der trockenheißen Küstenzone am Roten Meer erhebt sich das parallel zur Küste verlaufende Bergland von Eritrea (3018 m); im Westen gemäßigt trockenes, aus vulkanischen Gesteinen aufgebautes Hochland. Südöstlich der Danakilsenke erheben sich die bis zu 2218 m hohen Danakilberge, ein aus vulkanischen Gesteinen aufgebautes Berg- und Hügelland.
Die Bevölkerung
Die Bevölkerung setzt sich vorwiegend aus Tigrinya und Tigre zusammen. Sie bekennt sich vor allem zum koptischen Christentum und sunnitischen Islam. Hauptsiedlungsgebiet ist das Bergland von Eritrea. Nur 17% der Bevölkerung leben in Städten. Die Analphabetenrate ist mit 80% noch sehr hoch.
Die Wirtschaft und der Verkehr
Die Landwirtschaft beschäftigt fast 90% der erwerbstätigen Bevölkerung, kann aber den Inlandsbedarf an Nahrungsmitteln bei weitem nicht decken. Hauptanbaugebiet ist das Bergland, wo mit künstlicher Bewässerung Getreide, Kaffee, Baumwolle und Tabak angebaut werden. In der Küstenzone überwiegt die zum Teil nomadisch betriebene Viehwirtschaft. Die Industrie beschränkt sich auf Textil-, Zement- und Nahrungsmittelfabriken. Die Bodenschätze (Gold, Silber, Kupfer, Schwefel, Nickel u.a) sind bisher kaum erschlossen. Eritrea verfügt über ein Straßennetz von rund 1000 km. Zwischen Mitsiwa und Asmera besteht eine rund 120 km lange Eisenbahnverbindung. Die wichtigsten Häfen sind Mitsiwa und Assab, über den der Großteil des äthiopischen Außenhandels abgewickelt wird. In Asmera gibt es einen internationalen Flughafen.
Die Geschichte
Eritrea war seit alters ein Teil Äthiopiens und wurde 1890 italienische Kolonie. 1940 wurde es von britischen Truppen besetzt. Bei Wahlen 1947 gewannen diejenigen Kräfte, die die Unabhängigkeit des Landes anstrebten, eine knappe Mehrheit. Aufgrund eines UNO-Beschlusses von 1950 kam Eritrea jedoch 1952 als autonomes Gebiet zu Äthiopien. 1962 hob Äthiopien die Autonomie auf und machte Eritrea zur Provinz ohne Sonderstatus. Unabhängigkeitsbestrebungen, die von arabischen Staaten unterstützt wurden, hatten schon vorher eingesetzt. 1961 entstand die Eritreische Befreiungsfront (ELF), von der sich 1970 die Eritreische Volksbefreiungsfront (EPLF) abspaltete. Nach der Abschaffung der Monarchie in Äthiopien spitzte sich der Konflikt zu. Der Zentralregierung gelang es trotz der Unterstützung durch kubanische Truppen nicht, die Befreiungsbewegung dauerhaft auszuschalten. 1987 erhielt Eritrea den Status einer autonomen Region. Inzwischen waren aufgrund der anhaltenden Bürgerkriegswirren rund 500 000 Menschen ins Ausland geflohen. 1989 begannen die Rebellen der EPLF mit einer Großoffensive gegen die Regierungstruppen. Nach dem Sturz des Mengistu-Regimes 1991 erkannte die neue äthiopische Regierung den Anspruch Eritreas auf Souveränität an. In einem Referendum im April 1993 sprach sich die eritreische Bevölkerung für die Unabhängigkeit des Landes aus, die am 24. 5. 1993 proklamiert wurde. Erster Staats- und Regierungschef wurde I. Afewerki. 1998 eskalierten Handels- und Grenzstreitigkeiten mit Äthiopien zum militärischen Konflikt, der trotz internationaler Vermittlungsbemühungen nicht endgültig beigelegt werden konnte. Im Mai 2000 kam es erneut zu heftigen Kämpfen, die sich zu einem Grenz-krieg entwickelten, bei dem Eritrea schwere Verluste hinnehmen musste; im Juni wurde ein Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet.
Reiseinformation
Trotz der Kriegsschäden in einigen Städten, vor allem in der Provinz Sahel, gibt es viel zu sehen. Rund 1000 km Küstenlandschaft und einige der besten Tauchgründe der Region erwarten den Besucher. Trekking und Bergsteigen sind im Hochland möglich und viele interessante historische Stätten warten darauf, entdeckt zu werden. Die eritreische Hauptstadt Asmara war Ende des 19. Jahrhunderts nichts weiter als eine kleine Ansammlung von Dörfern. Die italienische Kolonialregierung verlegte 1897 den Regierungssitz von Massawa nach Asmara. Italienische Architektur prägt das Stadtbild, die imposante Kathedrale wurde 1922 im lombardischen Stil erbaut. Beim Bau der größten Moschee, Khulafa el Rashidin, wurde Marmor aus Carrara verwendet. Auf dem Markt ganz in der Nähe kann man Gold- und Silberschmuck erwerben. Der große Markt nördlich der Kathedrale ist auf jeden Fall einen Besuch wert: Obst und Gemüse, Gewürze, gebrauchte Möbel, Töpferwaren, Holzschnitzereien und Kleidung werden angeboten. Die National Avenue ist die Lebensader der Stadt. Der Gerichtshof, das Asmara-Theater (1918 errichtet), die Kathedrale, verschiedene Regierungsgebäude und das Rathaus befinden sich an der National Avenue. Die frühere Residenz (Ghibi) der Kolonialherren wird heute als Nationalmuseum genutzt. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Universität und der prächtige Mai-Jahjah-Brunnen.
Die Straße nach Massawa schlängelt sich durch eine reizvolle Landschaft. Der Weg führt an dem berühmten orthodoxen Kloster Debre Bizen vorbei. Massawa war schon im Altertum ein wichtiges Zentrum und ist heute der bedeutendste natürliche Tiefseehafen am Roten Meer. Die drei Stadtteile Batsa, Twalet und das Festland sind durch Dämme miteinander verbunden. Der Hafen und die Altstadt Batsa liegen auf der gleichnamigen Insel, die trotz der Kriegsschäden immer noch sehenswert ist. Die Architektur legt Zeugnis von der langen Kolonialherrschaft der Türken und Ägypter vom 15. bis 18. Jahrhundert ab. Die wichtigste Moschee, Imam Hanbeli, ist von den Zerstörungen weitgehend verschont geblieben. Die meisten Restaurants, Cafés und Bars der Stadt liegen in Batsa. Kleine Boote fahren zur Insel Sheikh Said (Isola Verde). In Twalet findet man auch Bauwerke italienischer Architektur. Der stark beschädigte Ghibi (Palast), dessen Grundstein schon im 15. Jahrhundert gelegt wurde, soll restauriert werden. Der Port Club bietet ein Restaurant, ein Museum, eine kleine Bibiliothek und Sportanlagen.
Der weiße Sandstrand in Gergussum, nördlich von Massawa, ist ideal zum Sonnenbaden. Im nahegelegenen Emberemi kann man die Grabmäler des Sheikh el Amin und des Muhammad ibn Ali besichtigen, zu denen viele Gläubige pilgern. Keren in der Provinz Senhit ist eine kleinere Ausgabe von Asmara. Das Fort stammt aus der Zeit der türkischen Herrschaft. Die Gräber des Said Abu Bakr el Mirgani und des Mariam de Arit sind bedeutende religiöse Schreine. Besuchenswert ist auch das Kloster Debre Sina bei Elabered an der Straße von Keren nach Asmara. Assab in der südöstlichen Provinz Denkalia ist eine moderne Stadt mit schönen Stränden. Agordet im westlichen Tiefland (Provinz Barka) bietet zahlreiche sehenswerte Bauwerke aus der Kolonialzeit der Türken und der Ägypter. Die archäologischen Stätten Qohaito, Matera und Rora Habab sind ebenfalls von Interesse.
Verkehrsmittel:
FLUGZEUG: Inlandflüge verkehren zwischen Asmara und Assab. Assab (ASA) befindet sich 15 km außerhalb der Stadt. Busverbindungen und Taxis stehen zur Verfügung (Fahrzeit: 15-30 Minuten).
BAHN: Die einzige bestehende Bahnverbindung zwischen Ak'ordat, Asmara und Massawa ist derzeit nicht in Betrieb.
BUS/PKW: Reparatur- und Modernisierungsarbeiten sind im Gang. Dennoch gibt es insgesamt ausreichende Allwetterstraßen in die meisten Geschäftszentren und Urlaubsgebiete; die übrigen, unbefestigten Straßen sollte man nur mit Fahrzeugen mit Allradantrieb befahren. Eine Ausweitung des Straßennetzes ist geplant. Busse verkehren zwischen den großen Ortschaften. Taxis gibt es in der Hauptstadt und am Flughafen in Asmara. Fahrpreise sind nachts höher und sollten vor Fahrtantritt vereinbart werden. Mietwagen: Erhältlich über den Eritrean Tour Service (ETS) in Asmara.
Unterkunft:
In der Hauptstadt gibt es mehrere Hotels, in denen z. T. auch Tagungsräume und kleine Ausstellungsräume zur Verfügung stehen. Hotelunterkunft findet man auch in Massawa und Assab. Vorausbuchung wird empfohlen. In der Regel bieten Hotels nicht nur Übernachtungsmöglichkeiten, sondern auch Verpflegung. In kleineren Städten sind die Übernachtungspreise im allgemeinen niedriger als in den Großstädten. Die Bezahlung muß in Devisen erfolgen. Es ist ratsam, sich im voraus nach der Höhe des Bedienungsgeldes und der Steuern zu erkundigen.