Landkarte Burundi klein

BURUNDI (BDI)


Fahne Burundi

Übersicht:
Republika y'u Burundi
République du Burundi
Republic of Burundi
Zentralafrika
Geographische Lage: 3°30 S / 30°00 O
Burundi liegt am Nordzipfel des Tanganjika-Sees, der zusammen mit der schmalen Flußebene des Ruzizi das Land im Westen begrenzt. Das Landesinnere besteht aus Hochland, das im Osten nach Tansania und zum Tal des Malagarasi hin abfällt. Die Landschaft ist hügelig und mit Eukalyptusbäumen, Bananenfeldern, Acker- und Weideland bedeckt. Im Osten geht die fruchtbare Landschaft in Savanne über.
Zeitzone: MEZ + 1h
Fläche: 27.834 qkm
Höchster Punkt: Mount Heha 2670 m
Tiefster Punkt: Tanganikasee 772 m
Klima: Tropisches Klima mit zwei Regenzeiten (Ende September bis Dezember und Mitte Februar bis Ende Mai) und zwei Trockenzeiten. Das ganze Jahr hohe Luftfeuchtigkeit.
Flora und Fauna: Die Vegetation wird weitgehend von Feuchtsavanne geprägt. Durch Abholzung wurde der Baumbestand stark dezimiert. In erster Linie findet man noch Eukalyptusbäume, Akazien und Ölpalmen. Regenwald gibt es nur noch in den Gebirgslagen.
Viele Tierarten sind gefährdet. Durch die immer dichtere Besiedlung des Landes wurden viele Lebensräume zerstört. Trotzdem gibt es noch Zebras, Büffel, Warzenschweine, Paviane, Löwen, Leoparden, Antilopen sowie Flußpferde und Krokodile. In den Gebirgswäldern leben die bis zu 2 m großen und 200 kg schweren Berggorillas.
Hauptstadt: Bujumbura
Bevölkerung: 7,548.000
Bevölkerungsdichte: 271/qkm
Ethnische Zusammensetzung: Hutu 83%, Tutsi 14%
Religion: Christen 79%
Sprache: Amtssprachen sind Französisch und Kirundi. Kisuaheli ist weit verbreitet.
Politisches System: Präsidialrepublik seit 1966. Verfassung von 1992. Militärputsch 1996; seit 1998 ist eine Übergangsverfassung in Kraft. Parlament (Assemblée Nationale) mit 81 Mitgliedern; Wahl alle 5 Jahre.
Seit dem Militärputsch von 1996 Übergangsparlament aus Mitgliedern des Parlaments und Vertretern aller politischen und gesellschaftlichen Gruppen. Staatsoberhaupt: Pierre Buyoya (Tutsi), seit 1996. Seit 1998 auch Regierungschef.
Unabhängig seit 1962 (ehemaliges belgisches Treuhandgebiet).
Währung: 1 Burundi Franc = 100 Centimes
Durchschn. Kaufkraft/Jahr: 800 EUR
Wirtschaft: Burundi ist immer noch ein Agrarstaat und gehört zu den ärmsten Ländern weltweit. Aufgrund der instabilen politischen Lage befindet sich das Land kurz vor dem wirtschaftlichen Zusammenbruch. 90% der Bevölkerung ist in der Landwirtschaft tätig. Maniok und Süßkartoffeln sind einheimische Grundnahrungsmittel. Hauptexportgüter sind Kaffee (Exportanteil 80%), Tee, Baumwolle, Häute und Felle. Die Exporterlöse stehen und fallen mit dem Weltmarktpreis für Kaffee.
Die kleine Bergbauindustrie konzentriert sich auf Gold, Zinn, Tungsten und Tantal. Die großen Vanadium-, Nickel- und Uranvorkommen sind bisher noch nicht ausgebeutet worden, und die einheimische Textilindustrie steckt noch in den Kinderschuhen. Burundi hat Wirtschaftsabkommen mit Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo im Rahmen der Wirtschaftsgemeinschaft der Länder der Großen Seen (CEPGL)und ist Mitglied der Wirtschaftsgemeinschaft der Staaten Zentralafrikas (CEEAC) und der Freihandelszone des östlichen und südlichen Afrika (COMESA).
Burundi wird auch weiterhin von Entwicklungshilfe abhängig sein, die vor allem aus Frankreich, Belgien und Deutschland kommt. Aber auch der EU-Entwicklungsfonds und die Weltbank versuchen, dem Land finanziell unter die Arme zu greifen. Seine Importe bezieht Burundi hauptsächlich aus den obengenannten Ländern sowie aus Japan. Hauptabnehmer der Exportwaren sind die Länder der CFA-Franc-Zone, zu denen Burundi gehört, sowie Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Belgien, die Niederlande, Luxemburg und die USA.
Bananen, Maniok, Süßkartoffeln, Mais, Gemüse, Kaffee, Baumwolle, Tee, Viehzucht.
Fischfang.
Landwirtschaft: 46%
Industrie: 17%
Dienstleistung: 37%
Lebenserwartung: 46 Jahre
Analphabetenrate Männer: 44%
Analphabetenrate Frauen: 60%
Information:


Das Land
Burundi ist ein klimatisch begünstigtes, mäßig warmes und feuchtes, tropisches Hochland, das zu den dichtest besiedelten Gebieten Afrikas gehört. Von der trockeneren und wärmeren Zone des Zentralafrikanischen Grabens am Tanganjikasee (773 m ü. M.) und des Flusses Ruzizi im Westen steigt das Land weiter östlich zur besser beregneten und stärker bewaldeten Wasserscheide von Kongo und Nil (1500-2300 m ü. M.) an. Daran schließen die zentralen und östlichen Hochebenen mit Feuchtsavannenvegetation an.

Die Bevölkerung
Etwa 84% der Bewohner gehören zum Bantuvolk der Hutu, die Ackerbau treiben. Das hamitische Hirtenvolk der Tutsi (Tussi) mit 14% der Bevölkerung bildet eine kleine Oberschicht. Eine untergeordnete Rolle spielen mit 1% die Batwa, ein den Pygmäen verwandtes Volk. Nur 6,1% der Gesamtbevölkerung leben in den einzigen größeren Städten Bujumbura und Gitega, der weitaus größte Teil in ländlichen Familien- oder Sippensiedlungen. Amtssprachen sind Kirundi und Französisch, daneben werden Stammessprachen und Kisuaheli gesprochen. 65% der Bevölkerung sind Katholiken, 14% Protestanten, 2% Moslems, der Rest Anhänger von Naturreligionen.

Die Wirtschaft und der Verkehr
Etwa 96% des Bodens dienen zur Versorgung der einheimischen Bevölkerung mit Bohnen, Bananen (u. a. zur Bierherstellung), Hirse, Mais, Bataten, Maniok und neuerdings etwas Reis. Die wichtigsten landwirtschaftlichen Exportgüter sind Kaffee und Baumwolle, daneben etwas Tabak, Chinarinde und Tee. Die Viehwirtschaft wird extensiv betrieben; die Weideflächen sind überbesetzt, und es reicht weder die Erzeugung von Fleisch noch die von Milch aus. An Bodenschätzen werden nur noch geringe Mengen von Gold und Bastnaesit ausgeführt. Der Verkehr ist auf Straßen und Wasser angewiesen. Der Außenhandel wird über den Hafen von Bujumbura am Tanganjikasee abgewickelt, von wo die wichtigste Schifffahrtsstrecke nach Kigoma in Tansania führt.

Die Geschichte
Im 15. Jahrhundert entstand in Burundi der südlichste der Hima- oder Tutsi-Staaten, in denen jeweils eine Minderheit hochwüchsiger Rinderhirten (Tutsi, Tussi) mit monarchischer Verfassung die büuerliche Bevölkerung (Hutu) unterwarf. Burundi kam durch den deutsch-britischen Vertrag von 1890 zu Deutsch-Ostafrika, wurde jedoch erst 1899 tatsächlich besetzt. 1919 kam es zusammen mit Ruanda als Völkerbunds-mandat unter belgische Herrschaft (seit 1946 UN-Treuhandgebiet). König (Mwami) war seit 1915 der 1913 geborene Mwambutsa IV. 1960 leitete Belgien die Entkolonisierung ein, am 1. 7. 1962 wurde Burundi als konstitutionelle Monarchie unabhängig. Langwierige innere Unruhen führten 1966 zur Abschaffung der Monarchie und zur Ausrufung der Republik. Präsidenten, die jeweils durch Staatsstreich an die Macht kamen, waren seither: 1966-1976 M. Micombero, 1976-1987 J.-B. Bagaza, seit 1987 P. Buyoya. Der ethnische Dauerkonflikt zwischen Hutu und Tutsi verhinderte eine politische Stabilisierung. Mehrmals - besonders 1972 und 1988 - kam es zu Massakern der Tutsi an den Hutu. 1990 leitete Buyoya eine Liberalisierung des politischen Systems ein. 1992 wurde per Referendum eine neue präsidiale Verfassung angenommen. Auf Basis dieser Verfassung fanden 1993 freie Parlaments- und Präsidentschaftswahlen statt. Mit M. Ndadaye, dem Kandidaten der bisherigen Oppositionspartei FRODEBU, übernahm erstmals ein Hutu das Amt des Staatschefs. Er wurde im selben Jahr von aufständischen Soldaten ermordet. Daraufhin brachen erneut blutige Kämpfe zwischen den verfeindeten Volksgruppen aus. über 700 000 Burundier flohen ins Ausland. Das Parlament wählte im Januar 1994 den Hutu C. Ntaryamira zum neuen Präsidenten. Er kam im April 1994 zusammen mit dem Präsidenten Ruandas bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Zu seinem Nachfolger wurde S. Ntibatunganya bestimmt. Die innenpolitische Lage blieb gespannt. Gewalttätige Ausschreitungen häuften sich. Nach einem Armeeputsch im Juli 1996 übernahm wieder der frühere Präsident Buyoya, ein Tutsi, die Macht. Danach verschärften sich die Auseinandersetzungen zwischen Hutu-Milizen und der von den Tutsi dominierten Regierungsarmee. Seit 1993 forderte der Konflikt rund 200 000 Tote. Eine endgültige Stabilisierung der innenpolitischen Situation konnte nicht erreicht werden.

Reiseinformation
Die Haupt- und Hafenstadt Bujumbura liegt am Ufer des Tanganjika-Sees. Die Region wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts von Deutschland kolonialisiert, und man findet noch heute Gebäude aus dieser Zeit, wie z. B. das Haus des Postmeisters. Außerdem lohnt ein Besuch der Museen, des islamischen Kulturzentrums und des ausgezeichneten Marktes. Das Living Museum, ein rekonstruiertes burundisches Dorf, gewährt Einblick in die nationale Handwerkskultur.
Der See bietet eine Vielzahl von Wassersportmöglichkeiten. Andere Sehenswürdigkeiten sind die alten Königsstädte Muramvya und Gitega (Nationalmuseum) sowie das Denkmal in der Form einer Pyramide in der Nähe von Rutana an der Quelle des Weißen Nils. Die weltbekannten »Maîtres Tambours du Burundi« (Meistertrommler von Burundi) sind ein musikalisches Ereignis, das man nicht verpassen sollte.
Burundi hat mehrere Nationalparks und Naturreservate, u. a. den Parc National de la Kibira (Schimpansen und andere Affenarten), den Parc National de la Ruvubu (Büffel) und das Réserve Gérée de la Ruzizi (Antilopen, Nilpferde, Krokodile).

Verkehrsmittel:
BUS/PKW: Die meisten Straßen sind befestigt. Von Bujumbura führen größere Straßen Richtung Osten nach Muramvya (ehemalige Königsstadt), Gitega und weiter südlich nach Rumonge und Nyanza-Lac. Während der Regenzeit sind die meisten Straßen kaum befahrbar. Mietwagen: Avis hat eine Niederlassung in Bujumbura, außerdem können an Tankstellen Fahrzeuge gemietet werden.
STADTVERKEHR: Linienbusse verkehren in und um Bujumbura und in größeren Städten. Minibusse sind oft billiger und weniger überfüllt als Sammeltaxis. Fahrer warten auf eine volle Fuhre, bevor sie abfahren. Taxi: Tanus-tanus (Lastwagentaxis) sind in der Regel überfüllt.

Unterkunft:
HOTELS: Fast alle Hotels befinden sich in Bujumbura. In den anderen Landesteilen gibt es nur wenige Unterkünfte, mit Ausnahme einiger Hotels in Gitega, Ngozi und Kirundo.
CAMPING: Zelten wird ungern gesehen, besonders in Stadtnähe, und ist gefährlich. Eine Erlaubnis der örtlichen Behörden sollte unbedingt eingeholt werden.


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