

Übersicht:
Angola
República de Angola
Republic of Angola
Südliches Afrika
Geographische Lage: 12°30S / 18°30 O
Angola liegt an der Südwestküste Afrikas. Im Norden grenzt es an die Dem. Rep. Kongo, im Osten an Sambia, im Süden an Namibia und im Westen an den Atlantik. Die Berge an der Küste bilden ein Hochland, das fast die gesamte Landesfläche ausmacht. Nach Süden hin, in Richtung Namib-Wüste, wird das Land trockener, im Norden gedeiht jedoch üppige Vegetation. Die Exklave Cabinda, nördlich von Angola, ist von der Dem. Rep. Kongo und dem Kongo umschlossen.
Zeitzone: MEZ
Fläche: 1,246.700 qkm
Höchster Punkt: Serra Moco 2620 m
Tiefster Punkt: Atlantischer Ozean 0 m
Klima: Tropisch (Küste, Norden), gemäßigt-tropisch (Hochland im Zentrum und im Süden), heiß und trocken (Südosten).
Flora und Fauna: Die Vegetation reicht klimabedingt von tropischem Regenwald in Cabinda und im Norden bis zu Baumsavanne und weiter südlich zur trockenen Grassavanne, die durchsetzt ist mit Euphorbien, Akazien und Affenbrotbäumen. Entlang der Südwestküste zieht sich von Namibia ausgehend ein Streifen reiner Wüste. Angola ist reich an Wild; hier leben Geparden, Gnus, Zebras, Strausse, Krokodile, Flußpferde, Leoparden, Elefanten und Nashörner. Viele Arten sind bedroht, durch die Ausweitung der Landwirtschaft, durch die Zerstörungen des Bürgerkrieges und den illegalen Handel mit Elfenbein und Rhinozeros-Hörnern. Es wurden zwar Nationalparks eingerichtet, doch die Schutzmaßnahmen haben bislang wenig Wirkung.
Hauptstadt: Luanda
Bevölkerung: 15,941.000
Bevölkerungsdichte: 13/qkm
Ethnische Zusammensetzung: Ovimbundu 37%, Kimbundu 25%, Bakongo 13%
Religion: Naturreligionen 47%, Christen 53 %
Sprache: Offizielle Landessprache ist Portugiesisch. Die meisten Einwohner sprechen Bantu-Sprachen (Ombundu, Kimbundu, Chokwe, Lwena, Kikongo).
Politisches System: Republik seit 1975. Verfassung von 1975, letzte Änderung 1995. Seit Januar 1999 gibt es eine Notstandsregierung. Das Parlament (220 Abgeordnete) wird alle 4 Jahre gewählt. Staatsoberhaupt: José Eduardo dos Santos, seit 1979. Unabhängig seit 1975 (ehemalige portugiesische Kolonie).
Währung: 1 Kwanza = 100 Iwei
Durchschn. Kaufkraft/Jahr: 1.150 EUR
Wirtschaft: Angola verfügt über Öl- und Diamantenvorkommen, außerdem wird Kaffee angebaut. Über 50% der Erwerbstätigen sind in der Landwirtschaft beschäftigt. Gulf Oil und Texaco fördern in den Küstengewässern vor Cabinda Öl. Da es jedoch nur eine Raffinerie gibt, wird der Großteil als Rohöl exportiert. Der Bürgerkrieg hat jedoch auch diesen Wirtschaftszweig hart getroffen. Seit der Unabhängigkeit wird die Wirtschaft weitgehend vom Staat kontrolliert. Der Bürgerkrieg, Importkontrollen und Sparmaßnahmen wirkten sich lähmend auf die Wirtschaftsentwicklung aus. Das Land hofft auf Investitionen und technisches Know-how aus den Industrieländern zur Erschließung seiner Ressourcen. Die wichtigsten Handelspartner sind Portugal, Brasilien, Frankreich und die USA (Import von Lebensmitteln und Fertiganlagen). Die allgemeine Versorgungslage ist weiterhin schlecht.
Kaffee, Mais, Zuckerrohr, Palmöl, Palmkerne, Baumwolle, Sisal, Viehzucht.
Fischfang.
Bergbau.
Exportgüter: Kaffee, Erdöl, Eisenerze.
Landwirtschaft: 13%
Industrie: 53%
Dienstleistung: 34%
Lebenserwartung: 38 Jahre
Analphabetenrate Männer: 44%
Analphabetenrate Frauen: 72%
Information:
Das Land
Angolas Zentrum ist das 1000-2000 m hohe Hochland von Bie, Serra Upanda 2610m, das sich als Lundaschwelle nach Nordosten zieht und nach Westen stufenförmig zum schmalen Küstentiefland abfällt. Nach Südosten senkt es sich zur Kalahari, nach Norden zum Kongobecken. Bei mäßig feuchtem, tropischem Klima wächst im Nord-westen nahe der Küste Regenwald, sonst vor allem Trockenwald und Savannen, im Südosten und Südwesten besonders Dornsavanne.
Die Bevölkerung
Die Bevölkerung besteht überwiegend aus Bantuvölkern, die etwa 120 verschiedenen Stämmen angehören, einzelnen Gruppen von Buschmännern im äußersten Süden und rund 150 000 Mulatten. Die städtische Bevölkerung macht 32% aus und lebt zum größten Teil in den Hafenstädten Luanda, Lobito und Benguela sowie in Huambo (Nova Lisboa). Der größte Teil der Afrikaner spricht Bantusprachen. Amts- und Verkehrssprache ist weiterhin Portugiesisch, das infolge des sich ausweitenden Schulunterrichts auch als Umgangssprache zunimmt. Es gibt eine große Zahl Christen im Land; 65% gehören zur römisch-katholischen Kirche, 20% sind Protestanten; der Rest der Bevölkerung hängt Naturreligionen an.
Die Wirtschaft
Mehr als die Hälfte der Bevölkerung arbeitet in der Landwirtschaft. Die tropische Pflanzungswirtschaft ist der wichtigste Erwerbszweig; sie liefert Kaffee, Sisal, Zucker und Tabak größtenteils für den Export. Das Erdöl macht 90% der Exportgüter aus, gefolgt von Diamanten, Mangan, Kupfer, Gold, Silber, Eisen und Asphalt. Die Industrie hat durch den Bürgerkrieg starke Einbußen erlitten und umfasst vor allem die Verarbeitung der landwirtschaftlichen Produkte, der Bodenschätze (Erdöl), der Fischfangprodukte und die Herstellung von Getränken, Papier und Baumaterialien. Die Wasserkraft der Flüsse wird in zunehmendem Maße durch den Bau von Talsperren genutzt.
Der Verkehr
Von dem ca. 77 000 km langen Straßennetz sind gegewärtig etwa 8000 km asphaltiert. Besonders im Osten sind die Straßenverhältnisse während der Regenzeiten schlecht. Relativ gut ist die Erschließung des Landes durch drei große und mehrere kleinere Eisenbahnen. Die bedeutendste ist die Benguelabahn von Lobito nach Shaba mit Verbindung über Sambia und Simbabwe bis nach Mosambik. Sie ist infolge zerstörter Brücken nur noch z. T. in Betrieb. Der Inlandluftverkehr hat erhebliche Bedeutung. Die Haupthäfen Luanda, Lobito und Namibe sind bereits modern ausgebaut, Benguela ist der größte Fischereihafen.
Die Geschichte
Als portugiesische Seefahrer 1491 die Küste des heutigen Angolas erreichten, gehörte der Nordwesten zum Kongo-Königreich. Um 1600 entstand landeinwärts, bis in das spätere Katanga ausgedehnt, das Reich der Lunda. Die portugiesische Kolonialherrschaft beschränkte sich bis 1880 auf die Küste; 1576 wurde Luanda gegründet, bis etwa 1860 war Angola das wichtigste Sklavengebiet für die Transporte nach Brasilien. 1898 und 1914 einigten sich das Deutsche Reich und Großbritannien über eine Aufteilung Angolas, jedoch blieb die Kolonie durch den 1. Weltkrieg Portugal erhalten. Eine bescheidene moderne wirtschaftliche Erschließung begann erst nach dem Regierungsantritt A. de Salazars mit dem Kolonialgesetz von 1930. Nach 1945 lenkte Portugal weiße Siedler in großer Zahl nach Angola, 1951 wurde Angola (wie alle portugiesischen Kolonien) zum Bestandteil des Mutterlandes erklärt. Seit 1956 wurden afrikanische Nationalbewegungen in Angola aktiv, zunächst vor allem die auf die Bakongo gestüzzte Union der Völker Angolas (UPA). Größere Aktivität entfalteten später andere Organisationen, besonders die von Brazzaville aus operierende Volksbefreiungsbewegung (MPLA), die Front für die Nationale Befreiung Angolas (FNLA) und die in Sambia auftretende Nationalunion für totale Unabhängigkeit (UNITA). Schon vor der Proklamierung der Unabhängigkeit am 11. 11. 1975 begann der Bürgerkrieg zwischen den drei Befreiungsbewegungen. Die marxistisch-leninistische MPLA siegte mit Hilfe kubanischer Truppen gegen die beiden anderen Bewegungen. Die MPLA rief die Volksrepublik Angola aus. Erster Staatspräsident wurde A. Neto. Die MPLA reorganisierte sich 1978 als marxistisch-leninistische Einheitspartei. Nach Netos Tod (1979) übernahm dessen Amt J. E. dos Santos. Die UNITA setzte mit südafrikanischer Unterstützung im Süden Angolas ihre Guerillatätigkeit fort. An der Grenze zu Namibia kam es häufig zu Zusammenstößen zwischen angolanisch-kubanischen und südafrikanischen Truppen. 1988 einigten sich Angola, Kuba und Südafrika auf den Abzug der kubanischen Truppen aus Angola, um den Bürgerkrieg zu beenden. 1990 wurde die Umwandlung der Volksrepublik in die Demokratische Republik Angola beschlossen. 1991 kam es zum Friedensschluss zwischen der UNITA und der Regierung. Nach dem Sieg der MPLA bei den Parlamentswahlen 1992 nahm die UNITA den bewaffneten Kampf wieder auf. Im November 1994 unterzeichneten die Konfliktparteien eine neue Friedensvereinbarung. Eine endgültige Beilegung der militärischen Auseinandersetzungen gelang bis Mitte 1998 jedoch nicht, da sich die UNITA weigerte, die von ihr kontrollierten Gebiete im Norden Angolas, in denen sich große Diamantenvorkommen befinden, der Zentralregierung zu unterstellen. Anfang Dezember 1998 ordnete Präsident dos Santos eine neue Offensive gegen die UNITA an, der es im Verlaufe des Jahres 1999 gelang, weite Teile des Staates unter ihre Kontrolle zu bringen. Die Regierung erklärte inzwischen das Friedensabkommen von 1994 für ungültig. Hunderttausende flohen aus den umkämpften Gebieten.
Reiseinformation
In Luanda kann man die alte portugiesische Festung São Miguel (interessantes Armee-Museum) und das Völkerkundemuseum besichtigen. Die einst prächtigen Kolonialbauten zeugen von der früheren Bedeutung der Hafenstadt. Der Geschichte der Sklaverei ist ein eigenes Museum gewidmet, das ca. 25 km von Luanda entfernt an der Küste liegt.
Der Kissama-Nationalpark, der während der Regenzeit geschlossen ist, liegt 70 km südlich von Luanda und ist Heimat zahlreicher Tierarten. In der Mitte des Parkes stehen Bungalows mit Kochgelegenheiten zur Verfügung.
Die Kalandula-Wasserfälle in der Malange-Region bieten ganz besonders nach der Regenzeit ein beeindruckendes Schauspiel.
Es gibt zahlreiche schöne Strände in Angola. Die Hauptstadt Luanda liegt an einer Bucht, und die Ilha-Badestrände sind nur ca. 5 Min. vom Stadtzentrum entfernt. Etwa 45 km südlich von Luanda liegt Palmeirinhas, ein weitläufiger menschenleerer Strand in herrlicher Umgebung mit allerdings teilweise schwerer Brandung.
Verkehrsmittel:
FLUGZEUG: Linienflüge der TAAG Angola Airlines (DT) verbinden alle größeren Städte.
BAHN: Es gibt drei Bahnstrecken mit täglichen Verbindungen ins Landesinnere: Luanda - Malanje, Luanda - Lobito - Dilolo (z. Zt. nicht in Betrieb) und Luanda - Mocamedes - Menongue. Auf einigen Strecken werden Speisen und Getränke angeboten.
BUS/PKW: Das Straßennetz umfaßte einst rund 8000 km. Der Bürgerkrieg zerstörte einen Großteil der vorhandenen Infrastruktur. Viele Straßen sind zerstört oder führen durch verminte Gebiete und sind daher derzeit unbefahrbar. Man sollte sich vor Ort genau erkundigen.
STADTVERKEHR: Busse in Luanda haben Einheitsfahrpreise.
Unterkunft:
Das Angebot ist zwar begrenzt, aber zahlreiche Hotels sind modernisiert worden und bieten Zimmer mit Klimaanlage, Bad oder Dusche, Telefon, Radio und Fernsehen. Unterkünfte gibt es auch im Kissama-Nationalpark