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Algeria
Al Jumhuriyah al Jaza'iriyah ad Dimuqratiyah ash Shabiyah (Al Jaza'ir)
Democratic and Popular Republic of Algeria
Nordafrika
Geographische Lage: 19°N - 37°N / 8°W - 12°O
Algerien liegt an der nordafrikanischen Küste und grenzt im Osten an Tunesien und Libyen, im Südosten an Niger, im Südwesten an Mali und im Westen an Mauretanien und Marokko. Algerien ist das zweitgrößte Land Afrikas mit einer 1200 km langen Mittelmeerküste. Im Küstenstreifen, in dem 90% der Bevölkerung leben, liegen die größten Städte, fruchtbares Land und Urlaubsorte. Parallel zur Küste liegen die Hochebenen des Atlas, eines Faltengebirges wie die Alpen, mit den Hauptketten Tell-Atlas und Sahara-Atlas. Die Berge sind z. T. über 2000 m hoch und mit Zedern-, Kiefern- und Zypressenwäldern bedeckt. Südlich des Tell-Atlas befindet sich das Hochland der Schotts, der abflußlosen Salzseen. Der größte Teil des Landes (85%) wird von der Sahara eingenommen. Hier leben nur etwa 500.000 Menschen, zumeist Nomaden mit Ziegen- und Kamelherden. Die Kies- und Sandebenen im äußersten Süden werden von zwei Bergketten durchzogen, dem majestätischen Hoggar-Massiv, das fast bis auf 3000 m ansteigt, und dem Tassili N'Ajjer.
Zeitzone: MEZ
Fläche: 2,381.741 qkm
Höchster Punkt: Tahat 3003 m
Tiefster Punkt: Chott Melrhir - 40 m
Klima: Küstenzone mit Mittelmeerklima, sonst Wüstenklima.
Flora und Fauna: Eichenwälder und subtropische Gehölze sind fast ausschließlich auf Gebirgslagen beschränkt. Viele Bestände, besonders die Korkeichenwälder, sind dem Raubbau zum Opfer gefallen, doch haben Aufforstungsprogramme etwas Abhilfe geschaffen. Das Freiland ist meistens mit Gesträuch bewachsen, während auf den trockenen Hochebenen in Gebirgsnähe eine typische Steppenvegetation mit Gras und Wermutgewächsen vorherrscht. Zum Wildbestand des Gebietes zählen Wildschweine und Gazellen; vom Aussterben bedroht sind Leoparden und Geparden. In den Wüstenregionen gibt es eine hochspezialisierte Vegetation, die nur nach den seltenen Regenfällen kurz auflebt. Neben Kleinreptilien und Insekten leben in der Sahara auch einige Säuger wie Wüstenspringmaus und Wüstenhase.
Hauptstadt: Algier
Bevölkerung: 32,854.000
Bevölkerungsdichte: 14/qkm
Ethnische Zusammensetzung: Araber 80%, Berber 20%
Religion: Muslim 99%, Christen 1%
Sprache: Amtssprache ist Arabisch (70%), im Süden werden vornehmlich Berbersprachen gesprochen (30%). Geschäfts- und Behördensprache ist überwiegend Französisch.
Politisches System: Präsidialrepublik seit 1962. Neue Verfassung seit 1996 in Kraft. Zweikammerparlament: Nationalversammlung (380 Mitglieder) und Rat der Nation (144 Mitglieder). Staatsoberhaupt: Abdelaziz Bouteflika, seit 1999. Regierungschef: Ahmed Benbitur, seit 1999. Unabhängig seit 1962 (ehemalige französiche Kolonie).
Währung: 1 Algerischer Dinar = 100 Centimes
Durchschn. Kaufkraft/Jahr: 5.200 EUR
Wirtschaft: Erdöl und Erdgas sind mit Abstand die bedeutendsten Wirtschaftszweige des Landes, sie machen zusammen 30% des Bruttoinlandsproduktes (BIP), 60% der staatlichen Einnahmen und 97% des Exports aus. Aus diesem Grund ist Algeriens Wirtschaft in hohem Maße von der Preisentwicklung am internationalen Markt abhängig. Die Sahara nimmt einen Großteil der Landesfläche ein. Die fruchtbarsten Gebiete befinden sich im Norden in der Nähe der Küste. Trotz umfangreicher Investitionen in den Landwirtschaftsektor, dessen Haupterzeugnisse Weizen, Kartoffeln, Trauben, Getreide und Zitrusfrüchte sind, werden nicht genügend Nahrungsmittel für den Eigenbedarf produziert. Darüberhinaus stellen anhaltende Dürreperioden immer wieder eine Bedrohung dar. Zur Zeit befindet sich Algerien im Übergang von einer planwirtschaftlich geprägten Volkswirtschaft zu einer Marktwirtschaft. Das Kernstück der Reformen bildet die im Einklang mit dem Internationalen Währungsfonds betriebene Konsolidierungs- und Privatisierungspolitik. Die Arbeitslosenrate liegt bei 30%, speziell hoch (60%) ist der Anteil der Jugendarbeitslosigkeit. Algeriens Haupthandelspartner sind Frankreich, Deutschland, Italien, die USA und Spanien; aus diesen Ländern bezieht Algerien auch die meisten Industriemaschinen und Verbrauchsgüter. Algerien ist Mitglied der OPEC.
Frühgemüse, Getreide, Wein, Ölbäume, Südfrüchte, Dattelpalmen, Viehzucht, Forstwirtschaft (Korkgewinnung).
Gewinnung von Erdöl und Erdgas, Phosphaten, Eisen, Kohle, Zink, Blei, Antimon, Kupfer, Quecksilber, petrochem., Metall-, Baustoff-, Nahrungsmittelindustrie, Kunsthandwerk.
Exportgüter: Erdöl, Erdgas, Wein, Zitrusfrüchte, Frühgemüse, Datteln.
Landwirtschaft: 12%
Industrie: 51%
Dienstleistung: 37%
Lebenserwartung: 70 Jahre
Analphabetenrate Männer: 25%
Analphabetenrate Frauen: 49%
Information: http://www.algeria-tourism.org/
Das Land
Hinter der 1000 km langen Küste erhebt sich der Tellatlas, an den sich südlich die Hochebene der Chotts (abflusslose Salzseen) anschließt. Darauf folgt der Saharaatlas (im Jabal Shilyah 2328 m), der steil zur Sahara abfällt. Die Wüste nimmt 85% der Fläche Algeriens ein und hat weithin den Charakter einer Sanddünenwüste. Im Südosten erhebt sich die Sahara im Ahaggargebirge (Tahat) auf 3003 m. Das Atlasgebiet hat Mittelmeerklima. An der Küste gedeiht Macchie, im Gebirge ein lichter Wald aus Korkeichen, Aleppokiefern, Zedern und Wacholder.
Die Bevölkerung
Die Bevölkerung besteht vorwiegend aus Arabern und aus verschiedenen Berberstämmen (vor allem Kabylen, Tuareg und Mzabiten). Die Zahl der Europäer sank nach Erlangung der Unabhängigkeit bis auf etwa 20 000. Der Islam sunnitischer Richtung ist Staatsreligion. Staatssprache ist Arabisch, daneben ist Französisch Verkehrs- und Bildungssprache. Die verschiedenen Berberdialekte (Tamazight, Kabylisch u. a.) werden in den Siedlungsgebieten der Berber gesprochen. Das jährliche Bevölkerungswachstum Algeriens betrug 1990-1995 durchschnittlich 2,2%. Der Anteil an der städtischen Bevölkerung (1995: 56%) nimmt ständig zu.
Die Wirtschaft
In der Landwirtschaft, die in Nordalgerien gute Bedingungen vorfindet, werden Getreide, Gemüse, Tabak, Wein, Südfrüchte, Baumwolle und Oliven auf über 25% der Fläche Nordalgeriens angebaut. Außerden werden Schafe, Rinder und Ziegen gehalten. Wein, Getreide, Früchte und Tabak werden exportiert. In Südalgerien wird vorwiegend Viehzucht betrieben. Im Rahmen einer dringenden Wiederaufforstung wird quer durch das Land ein 5 bis 20 km breiter Streifen mit Kiefern- und Eukalyptusarten gepflanzt. Von Bedeutung ist auch die Nutzung der Korkeichen-wälder und die Seefischerei.Umfangreich sind die Bodenschätze, insbesondere Erdöl- und Erdgasvorkommen in der Sahara; das Gebiet von Hassi R'Mel bildet eines der größten Erdgasfelder der Erde; es ist durch Gasleitungen mit Arzew und Skikda sowie über Tunesien mit Italien verbunden. Eine weitere Pipeline über Marokko nach Spanien und Frankreich ist im Bau. Erdöl und Erdgas machen zusammen ca. 95% des Exportwerts Algeriens aus. Hochwertiges Eisenerz wird ebenfalls ausgeführt bzw. im Stahlkombinat von Annaba verarbeitet. Abgebaut werden außerdem Phosphat, Zink-, Blei- und Kupfererze, Schwefelkies, Salz u. a. Die Industrie trägt 40-50% des Bruttosozialprodukts. Sie verarbeitet vor allem die Bergbauprodukte (Erdölraffinerien, Gasverflüssigungsanlagen, Eisen- und Stahlindustrie) und die Erzeugnisse der Landwirtschaft und Fischerei. Chemische und Verbrauchsgüterindustrie werden weiter ausgebaut. Sehr verbreitet ist immer noch das Handwerk; wichtigste Zweige: Teppichweberei, Verarbeitung von Leder, Keramik und Edelsteinen.
Der Verkehr
Das Verkehrsnetz ist im Norden gut ausgebaut; nach Süden nimmt die Verkehrsdichte schnell ab. Das algerische Teilstück der Transsaharastraße ist auf überwiegend befestigten Straßen durchgehend befahrbar. Wichtigster Verkehrsträger für den Fern- und Massengutverkehr ist die Eisenbahn. Die wichtigsten Häfen sind Algier, Annaba, Ouahran (Oran) und die Erdölhäfen Arzew und Skikda. Internationale Flughäfen bestehen in Algier, Ouahran (Oran), Annaba und Constantine.
Die Geschichte
Algerien ist das alte Numidien, das im Altertum zeitweise zum Reich der Karthager gehörte und dann römische Provinz (Numidia, im Westen Mauretania) wurde. 429-534 gehörte die Küste zum Wandalenreich. Den dann folgenden Byzantinern entrissen 670-690 die islamischen Araber das Land. Vom 11. bis 13. Jahrhundert gehörte Algerien zum Reich der Almoraviden und Almohaden. Algerien zerfiel in unabhängige Stammesgebiete; die Küstenstädte betrieben Seeraub. Um der Seeräuberplage Herr zu werden, besetzten die Spanier 1509 Oran, 1510 Algier u. a. Städte. Cheir ed-Din Barbarossa unterstellte Algerien 1519 der türkischen Oberhoheit, die es durch die Deis regieren ließen. Erst 1708 wurden die Spanier von Dei Ibrahim aus dem ganzen Land vertrieben. 1830 landete ein französisches Heer bei Algier. Im Westen Algeriens gründete darauf Abd Al Kader ein neues islamisches Staatswesen, das einen Teil der Stämme einte und dessen Autonomie von den Franzosen zunächst anerkannt wurde. 1847 jedoch musste Abd Al Kader sich ergeben. Die Franzosen eroberten das ganze Land und drangen allmählich nach Süden in die Sahara vor. Unter Napoleon III. versuchten sie, Algerien als ein eigenständiges "Arabisches Königreich" zu verwalten. Nach der Niederwerfung eines Kabylen-Aufstands 1871 wurden weite Landflächen enteignet und mit Europäern besiedelt. Diese forderten den Anschluss Algeriens an das französische Mutterland und verweigerten den islamischen Algeriern die politische und gesellschaftliche Gleichberechtigung. Am 26. 8. 1881 ordnete ein Dekret die Eingliederung der algerischen Verwaltung in die französische an. Um 1900 eroberte Frankreich auch die Sahara vollständig. In Nord-Algerien entwickelten die Europäer eine moderne Wirtschaft, u. a. auf der Grundlage des Weinbaus, jedoch verarmten die Massen der Landbevölkerung immer mehr. 1912 führte Frankreich die Wehrpflicht auch für Moslems ein, im 1. Weltkrieg kämpften bereits zahlreiche Algerier im französischen Heer. Nach 1919 erwarteten viele Algerier politische Reformen, die ihnen eine Aufnahme in die französische Nation erleichtern würden. Als die europäischen Siedler solche Assimilations-Maßnahmen verhinderten, formierten sich in Algerien die ersten nationalistischen Gruppen, insbesondere die traditionsbewussten Ulemas (1930) und unter den algerischen Arbeitern in Frankreich der "Nordafrikanische Stern"(ENA), der die volle Unabhängigkeit Algeriens forderte. Frankreich unterdrückte den algerischen Nationalismus.1942 landeten amerikanische und britische Truppen in Algerien, worauf de Gaulle die Führung des "Freien Frankreich" übernahm. 1943 forderte Ferhat Abbas begrenzte Selbstregierung. Darauf ließ sich de Gaulle nicht ein. Stattdessen versprach er im Gesetz vom 7. 3. 1944 den Moslems das volle französische Bürgerrecht. Die IV. Republik erfüllte diese Hoffnung aber nicht. Am 1. 11. 1954 begann im Aurasgebirge der Aufstand der Nationalen Befreiungsfront (FLN) und ihrer Armee (ALN). Ihre politische Spitze wurde 1958 in Tunis zur Provisorischen Regierung der Algerischen Republik (GPRA) proklamiert; Ferhat Abbas übernahm das Amt des Ministerpräsidenten im Exil. Frankreich versuchte den Aufstand zunächst brutal niederzuschlagen "Schlacht um Algier"1957), jedoch blieb die FLN im Untergrund bestimmend für das algerische Volk. Am 13. 5. 1958 brachten die europäischen Siedler und französischen Offiziere durch Putschdrohung die IV. Republik zum Scheitern, dadurch kam de Gaulle wieder an die Macht. Dieser bot Algerien am 16. 9. 1959 die Selbstbestimmung an und leitete Verhandlungen mit der FLN ein. Am 18. 3. 1962 kam in Evian der Waffenstillstand zustande, Putschversuche der radikalen "Geheim-Armee" (OAS) der europäischen Siedler wurden unterdrückt. Am 3. 7. 1962 wurde die unabhängige Republik Algerien ausgerufen. Die FLN übernahm als Einheitspartei die Führung des neuen Staates, Ahmed Ben Bella leitete als Staatschef eine "sozialistische" Politik unter Hinwendung zur Sowjetunion ein, ohne jedoch die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Frankreich aufzukündigen. Am 19. 6. 1965 stürzte der Armeechef Houari Boumedienne Ben Bella und übernahm selbst die Regierung. Seit Mitte der 1970er Jahre entwickelten sich erhebliche Spannungen mit Marokko in der Westsahara-Frage. Nach dem Tode Boumediennes wurde 1979 Bendjedid Chadli Präsident. Innenpolitisch sah er sich in den 1980er Jahren mit dem Erstarken des islamischen Fundamentalismus konfrontiert. 1989 trat eine neue Verfassung in Kraft. Nach dem Sieg der Islamischen Heilsfront bei den Parlamentswahlen 1991 trat Chadli zurück. Ein vom Militär beherrschter Oberster Staatsrat verbot die Heilsfront, die nun das Regime mit Terrorakten aus dem Untergrund bekämpfte. Der Staatsratsvorsitzende M. Boudiaf fiel 1992 einem Attentat zum Opfer. Nachfolger wurde A. Kafi. Im Januar 1994 endete die Amtszeit des Staatsrats. General L. Zeroual wurde zum neuen Staatspräsidenten berufen (1995 durch Direktwahl im Amt bestätigt). Inzwischen eskalierten die gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen dem Regime und den Islamisten (bis 2000 über 80 000 Tote). In einem Referendum billigte die Bevölkerung 1996 eine Verfassungsreform, auf deren Grundlage im Juni 1997 Parlamentswahlen stattfanden, die von der neu gegründeten Nationaldemokratischen Sammlungsbewegung (RND) gewonnen wurden. Eine Stabilisierung der innenpolitischen Lage wurde damit allerdings nicht erreicht. Im September 1998 verkündete Zeroual seinen Rücktritt vom Amt des Staatschefs. Aus vorgezogenen Präsidentschaftswahlen ging im April 1999 Abdulaziz Bouteflika, der von der RND unterstützt wurde, als Sieger hervor, nachdem die anderen sechs Bewerber wegen angeblicher Wahlfälschung ihre Kandidatur zurückgezogen hatten.
Reiseinformation
Die Küste:
Algier war schon in der Antike eine wichtige Hafenstadt. Dank des trockenen Wüstenklimas sind zahlreiche eindrucksvolle Ruinen (besonders in Tipasa, s. u.) erhalten geblieben. Viele Bauwerke stammen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, als die Franzosen Algier zum Geschäfts- und Handelszentrum ausbauten. Für orientalisches Flair sorgen die engen Gassen, die Moscheen, die Kasbah (arabische Altstadt), die Medressen (islamische Hochschulen) und nicht zuletzt die schönen türkischen Häuser und Paläste. Das Bardo-Museum für Völkerkunde und die Nationalgalerie gehören zu den besten Museen Nordafrikas. Trotz dieser Sehenswürdigkeiten halten sich Besucher nur selten länger hier auf. Die Stadt ist eine Zwischenstation auf dem Weg zur Küste oder in den Süden, da man hier Fahrkarten und Unterkünfte für das Landesinnere buchen kann. Zeralda ist ein Badeort mit Feriendorf und nachgebautem Nomadendorf. Tipasa bietet gut erhaltene Ruinen römischer, punischer und christlicher Bauwerke sowie ein numidisches Mausoleum. Die Schluchten von Chiffa und die Kabylei ziehen Besucher aufgrund ihrer landschaftlichen Schönheit an. Hier liegen weitläufige Feigen- und Olivenhaine, die im Winter zu Skipisten werden. Östlich von Algier liegt die Türkisküste mit felsigen Buchten und langen Stränden mit guten Sport-, Kreuzfahrt- und Wassersportmöglichkeiten. Auf der Sidi-Fredj-Halbinsel gibt es einen Jachthafen, ein Freilichttheater sowie Freizeitanlagen und Sporteinrichtungen.
An der Westküste, im Umkreis der zweitgrößten algerischen Stadt Oran, erwarten den Urlauber schöne Strände, historische Stätten und Moscheen. Oran ist hauptsächlich Finanzzentrum, in der Nähe liegen jedoch mehrere schöne Strände mit gut ausgestatteten Hotels, u. a. Ain El Turk, Les Andalouses, Canastel, Kristel, Monastagem und Sablettes. Les Andalouses ist das größte Touristenzentrum der Region mit sehr guten Wassersportmöglichkeiten, Nachtklubs und ausgezeichneten Hotels.
Das Hochland:
Vom 12. bis 16. Jahrhundert war Tlemcen eine bedeutende Kaiserstadt. Hier in den bewaldeten Ausläufern des Tell-Atlas ist es auch im Hochsommer angenehm kühl. Zu den Sehenswürdigkeiten gehören die Große Moschee, die Mansourah-Festung und die Almohad-Wehrgänge.
Constantine liegt im Osten des Landes auf einem mächtigen Plateau, das nur über Brücken zu erreichen ist, die das Flußtal des Rhumel überspannen. Die älteste bewohnte Stadt Algeriens wurde als Cirta von den Karthagern gegründet. Zu den Sehenswürdigkeiten gehören der Ahmed Bey-Palast (einer der schönsten Paläste des Maghreb) und die Djamma El Kebir-Moschee.
Die Sahara:
Die Sahara ist die eindrucksvollste und unwirtlichste Landschaft Algeriens. Obwohl die Wüste kaum bewohnt ist, zieht sie im Winter zunehmend Besucher an. Hotels sind hier relativ gut und preiswert. Während der Saison ist es jedoch oft schwierig, in den Oasen Unterkunft zu finden. Der Zustand der Straßen ist gut, aber Sandstürme im Sommer und Regen im Winter können selbst die Hauptstrecken beeinträchtigen. Die meisten algerischen Oasen entsprechen nicht der europäischen Vorstellung von kleinen palmenbewachsenen Orten, sondern sind oft verhältnismäßig große Städte mit hübschen, von Mauern umgebenen Gärten, Moscheen, Geschäften und Denkmälern. Als Ausgangspunkt für Sahara-Expeditionen bieten sich Laghouat an oder die fünf Städte der M-Zab, bildschöne Dörfer mit weißen Häuschen auf Erdwällen, die im Abstand von ca. einem Kilometer aus einem Wüstengraben aufragen. Die bekannteste dieser Ortschaften ist Ghardaia. Diese Region wird von einer sehr alten islamischen Mozabiten-Sekte bewohnt. Die Oase El Golea hat ein interessantes altes Fort.
Von Tamanrasset, der einzigen größeren Stadt im äußersten Süden, kann man das Hoggar-Gebirge und die westliche Wüste am besten erforschen. »Tam«, wie sie auch genannt wird, ist ein beliebter Winterurlaubsort und Erdölzentrum. Die Stadt wird regelmäßig von Kamelkarawanen der Les hommes Al aufgesucht, der blaugekleideten Tuaregs.
Die kleine Oase Djanet, eine weitere willkommene Durchgangsstation für Geschäftsreisende und Trans-Sahara-Expeditionen, liegt auf dem Tassili N-Ajjer, dem »Plateau der Abgründe«. Diese große vulkanische Ebene wird von riesigen Schluchten durchzogen, ursprünglich von großen Flüssen gebildet, die heute längst ausgetrocknet sind oder unterirdisch verlaufen. Das Gebiet umfaßt 130.000 qkm, und manche der hier gefundenen Felsmalereien sind über 6000 Jahre alt. Reisebüros in Algier oder Djanet organisieren ein- oder mehrtägige Ausflüge.
Verkehrsmittel:
FLUGZEUG: Air Algérie bietet Linienflüge nach Annaba, Constantine und Oran. Unregelmäßiger Flugverkehr zwischen Algier, Oran, Constantine, Annaba und den kleineren Städten und Oasen (z. B. Ouargla und Ghardaia) sowie Verbindungen in die Ölstädte (z. B. In Amenas und Hassi Messaoud). Von den Oasen Djanet und Tamanrasset erreicht man das Tassili N'Ajjer-Plateau und das Hoggar-Gebirge.
SCHIFF: Staatliche Fähren verbinden die größeren Hafenstädte Algier, Annaba, Arzew, Béjaia, Djidjelli, Ghazaouet, Mostaganem, Oran und Skikda.
BAHN: Das algerische Streckennetz umfaßt 4000 km. Täglich verkehren Züge zwischen Algier, Oran, Béjaia, Skikda, Annaba und Constantine.
BUS/PKW: Das Straßennetz ist vor allem im Norden des Landes recht gut. Im Süden gibt es dagegen nur wenige asphaltierte Straßen. Bei Fahrten durch die Wüste immer für ausreichende Benzin- und Wasservorräte sorgen. Das Fahrzeug muß zudem absolut fahrtüchtig sein - es gibt kaum Pannendienste. Fernbus: Überlandbusse verkehren regelmäßig zwischen den größeren Städten, sind allerdings verhältnismäßig teuer und nicht für lange Strecken, z. B. von der Küste bis in die südlichen Landesteile, zu empfehlen. Die Busbahnhöfe liegen unweit der Stadtzentren von Algier und Oran. Mietwagen erhält man an den Flughäfen, in Hotels oder in den meisten größeren Städten.
STADTVERKEHR: In Algier, den Vororten der Hauptstadt und in der Küstenregion verkehren Linienbusse. Es gibt Sammelfahrscheine für zehn Fahrten; Tages-, Wochen- und länger gültige Zeitkarten. Der Bau einer U-Bahn ist vorgesehen. Taxi: In allen Städten gibt es zahlreiche Taxis mit Taxameter, oft teilt man sich ein Taxi mit anderen Fahrgästen. Nach Sonnenuntergang gelten Zuschläge.
Unterkunft:
HOTELS: In Algier und anderen Handelszentren beschränkt sich das Angebot im wesentlichen auf Luxushotels und preiswerte Hotels. Letztere sind bei einheimischen Geschäftsreisenden und für Verwandtenbesuche beliebt und daher oft überfüllt. Trotz Reservierung kann ein Zimmer nicht garantiert werden. Geschäftsreisenden wird empfohlen, nur in den besten Hotels zu buchen. Kategorien: Alle Hotels werden von der Regierung kontrolliert und sind nach dem Sterne-System klassifiziert: Deluxe (5 Sterne), 2. Klasse (3-4 Sterne) und Touristenklasse (1-2 Sterne).
An der Küste: In den Urlaubsorten der Mittelmeerküste werden ständig neue Hotels gebaut, viele bieten einen hohen Standard. In vielen besseren Urlaubshotels gibt es auch Nachtklubs. Vom 1. Okt. - 31. Mai gelten Winterpreise, den Rest des Jahres Sommersaisonpreise.
In den Oasen: Die wenigen guten Hotels in den großen Oasen wie Ghardaia und Ouargla liegen weit voneinander entfernt. Während der Saison (Juni - September) sollte man frühzeitig buchen.
Im Süden: Hotelzimmer im äußersten Süden des Landes sind rar. In Djanet z. B., einem beliebten Zwischenstopp auf Sahara-Expeditionen und Ausgangspunkt für Touren zum Tassili N'Ajjer, ist das einzige Hotel das Zeribas, das lediglich aus einem Campement aus 20 Strohhütten besteht. Seit sich Tamanrsasset zu einem beliebten Winterurlaubsort entwickelt hat, stehen auch bessere Hotels zur Verfügung. Die Auswahl an Hotelzimmern ist trotzdem insgesamt weiterhin begrenzt.
CAMPING: Das Zelten auf Gemeindeland und am Strand ist kostenlos, man benötigt eine Genehmigung der örtlichen Behörden. Zeltplätze mit guten Einrichtungen gibt es in Larhat, Ain El Turk und Annaba.
JUGENDHERBERGEN: Jugendherbergen sind fast überall zu finden.